Frozen Memory

FROZEN MEMORY haben mit ihrer 2006er EP „Into Infinity“ ein wahres Meisterwerk des Underground geschaffen. Momentan sind sie im Studio um den Nachfolger „Heimatlos“ ans Licht der Welt zu holen. Gründungsmitglied, Gitarrist und Hauptsongwriter Daniel Schmelzeisen, sowie Sängerin Katrin Fuchs nahmen sich die Zeit, um mit den Dark Feather etwas über eben dieses und ihrer Vergangenheit zu plaudern...
 
Dark Feather Ausgabe 1

Hallo Daniel, stell Dich und Frozen Memory doch bitte einmal kurz vor!

Daniel: Wir sind ein relativ bunter Haufen, der sich aus vier Musikern und einer Sängerin zusammensetzt. Unseren Stil nennen wir meist „Melancholic Rock“, aus Mangel an passenden Schubladen. Sesshaft ist unsere kleine Tanzcombo im wunderschönen Mittelrheintal rund um die sagenumwobene Loreley.

Frozen Memory 1

Euch gibt es seit dem Jahr 2000. Soweit ich weiß, bist Du noch das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Hat sich Euer Stil seit den Anfangstagen erheblich verändert?

Daniel: Natürlich klingen wir heute deutlich anders als noch zu unseren Anfangstagen, aber das liegt eher an der stets wachsenden Professionalität in Sachen Songwriting und an immer wieder neuen verschiedenen Einflüssen, die auf uns einprasseln. Die Marschroute aber ist gleich geblieben: harte Gitarren, sanfte Stimmen und anspruchsvolle Lyrics.

Katrin, Ihr seid grad im Studio, wie gehen die Arbeiten voran, gibt es schon einen Namen für Euer neues „Baby“?

 

Katrin: Das neue Baby wird den Namen „Heimatlos“ tragen und ist eher eins von der ruhigen Sorte (um die Nerven von Mutti und den vier Vätern nicht zu überstrapazieren!) Nein, im Ernst: Die Aufnahmen gehen gut vorran und wir freuen uns auf das Ergebnis... bei DEM Genmaterial!

Auf Eurer (noch) aktuellen Demo-CD findet man sowohl englisch- als auch deutschsprachige Songs. Wohin führt der Weg oder wollt ihr Euch diesbezüglich Optionen auch für die Zukunft offenhalten ?

Daniel: Wir lassen uns da weder limitieren noch festlegen. Mittlerweile sind zwar alle neuen Texte in deutscher Sprache verfasst, aber das kann sich auch wieder ändern, wenn wir das Gefühl haben sollten, über ein bestimmtes Thema nicht auf deutsch schreiben zu können. Vielleicht drängt es mich in Zukunft ja mal, auf suaheli über Erdnusskuchen zu schreiben ... ;-) „Into Infinity“ klingt für mich erfreulich abwechslungsreich.

Welche Schaffensperiode habt Ihr hierzu durchlebt?

Daniel: Die Songs sind über einen längeren Zeitraum entstanden, da wir immer Probleme haben, gemeinsame Proben zu organisieren. Außerdem spiegelt sich in dieser Abwechslung die Band mit all ihren verschiedenen Einflüssen wieder, die die einzelnen Musiker durch ihre verschiedenen Geschmäcker mit einbringen.

Es fällt auf, das Eure Songs sowohl wundervolle Melancholie a la Anathema, als auch (speziell in den deutschsprachigen Songs) durch Katrins Akzente eine gehörige Portion Wucht und Ausdruckskraft in den Stücken besitzen. Wo genau liegen Eure Vorbilder?

Daniel: Ich für meine Person sehe meine eigentlichen Vorbilder wie David Gilmour und Jimmy Page gar nicht als direkten Einfluss auf unsere Musik. Ich denke, da bin ich einfach von vielen Bands beeinflusst, die ich höre, wie z.B. Anathema, Charon, Porcupine Tree oder HIM.

Katrin: Ich war eine Zeit lang auch sehr beeinflusst von klassischem Gesang, was gelegentlich immer noch durchschlägt. Spezielle Vorbilder in meiner Art zu Singen habe ich nicht, jedoch beziehe ich, wie auch Daniel, meine Inspiration aus Lieblingsbands wie Letzte Instanz und den Smashing Pumpkins.

Eure Lyrics glänzen durch starken Tiefgang. Wer zeichnet verantwortlich dafür, wie entstehen sie?

Katrin: Die Texte stammen entweder aus Daniels oder aus meiner Feder; jedoch, vor allem bei den neusten Songs, hat Daniel einer wahren Flut von Ideen Luft gemacht. Es sind Momentaufnahmen, persönliche Erfahrungen und Eindrücke aus unserem Leben. Ich denke, gerade weil die Texte in emotionalen Momenten entstehen und niemand sich etwas aus den Fingern saugen muss, sind sie nachvollziehbar und vor allem nachfühlbar.

Steht eine Geschichte hinter dem Bandnamen Frozen Memory, was bedeutet er für Euch?

Daniel: Es waren damals vor allem Anathema, die mich angetrieben haben, eine Band zu gründen. Daher sollte der Bandname auch einen direkten Bezug dazu haben. Letztendlich fiel die Wahl auf den Song „Destiny“ von Anathema, in dem es die Textzeile „Into infinity – frozen memory“ gibt, was auch gleichzeitig den Titel unseres zweiten Demos begründet. Ich fand den Namen klangvoll, außerdem stellt er eine Art Überschrift zu fast all meinen Texten dar.

Nochmal zurück zu Eurem kommenden Release. Was erwartet Fans und Leser?

Daniel: Es darf ein Konzeptalbum erwartet werden, das im Ganzen sehr balladesk ausfällt und bis auf einen Bonustrack komplett auf deutsch verfasst ist. Ich denke, wir sind mit den neuen Songs unserem eigenen Stil wieder einen großen Schritt näher gekommen, alle Songs klingen einfach deutlich nach uns.

Gibt es Neuigkeiten bezüglich Frozen Memory – Live on Stage?

Katrin: Am 31.05. werden wir auf der Loreley-Freilichtbühne spielen, sowie am 14.06. in Lorch. Es folgt die obligatorische Uni-Prüfungs-Pause. Im Herbst muss man sich dann unter anderem den 06.09. merken, da wir dann auf „Rock im Maisfeld“ in Ellern zu sehen sein werden.

 

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metalszene?

Frozen Memory 2

Daniel: Da die Masse an Bands stetig anwächst und auch die Professionalität stets weiter steigt (fast jede Band hat ja heute gut aufgenommene Demo-CDs), ist alles sehr unüberschaubar geworden. Viele gute Bands versauern im Untergrund, während die breite Masse auf immer wieder neue Trends geeicht wird. Der Geschmack der Leute scheint steuerbar zu sein und das nutzt die Musikindustrie gnadenlos aus. Ständig höre ich neue Bands, die völlig seelenlos nach Retorte klingen. Wo sind die Künstler mit eigener Identität im Sound? So etwas ist heute leider nicht mehr gefragt.

Welche Vor- und/oder Nachteile seht ihr in große Webcommunities wie z.B. myspace?

Daniel: Ich sehe diese Sache eigentlich positiv. Wir können über diesen Weg tausende Leute weltweit erreichen und diese können sich sehr bequem ein Bild über unsere Musik machen. Ich finde das spitze und habe gerade über Myspace schon sehr viele gute Bands entdeckt. Das Internet könnte für die Musikszene eine wichtige Waffe darstellen, wenn da nicht dieser leidige Fluch mit den Downloads wäre ...

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Daniel: Über schlechte Erfahrungen, die meistens irgendwie mit Geld zu tun haben, möchte ich eigentlich gar keine Worte verlieren. Wir haben ohnehin wesentlich mehr Positives in Erinnerung. Die Anekdoten dazu aber sind bandintern und sollten das auch bleiben.
Katrin: Das sagt er jetzt nur, weil es ihm selber peinlich ist.... ne, ich denke auch: Man sollte sich an dem Positiven erfreuen, aus dem Negativen seine Erfahrung ziehen, es dann schleunigst verdrängen und weitermachen!

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Daniel: Checkt regelmäßig unsere Myspace-Seite und kauft alle fleißig unser neues Album, wenn es erscheint! Außerdem wünsche ich diesem netten kleinen Fanzine einen guten Start!!!

visit: www.frozen-memory.de

 

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