Die CD ist bereits jetzt vergriffen - oha, zuwenig gepresst oder zu gut verkauft? :-)
Chris: Uns sind die Rohlinge ausgegangen. David: Das Problem ist: Wir haben die nicht pressen lassen, sondern von Hand hergestellt. Und jedes Mal, wenn eine fertig war kam ein kreischender Teenie und riss sie mir aus der Hand. Wer ein Exemplar haben will kann aber gerne eines über purchase@mirroredinsecrecy.com ordern. Was inspiriert Euch beim Songschreiben? David: An manchen Tagen einfach nur die Musik selbst, an anderen Tagen – und das sind die besseren – persönliche Dinge. Erlebnisse, Stimmungen, Emotionen, Gedanken.
Wie entstehen Eure Music und die Lyrics?
David: Meist bei mir im Studio. Zum grossen Teil steht erst die musikalische Idee, später tauch ich in die Stimmung des Songs ein und versuche klangvolle und stimmige Worte für das zu finden, was die Musik ohnehin von selbst ausdrückt. Vielleicht sollte ich es mal machen wie Sigur Ros und in einer Fantasiesprache singen (schmunzelt). Texte simplifizieren Musik ja gewissermassen.
Es gab bereits in Eurem Gründungsjahr eine Demo CD namens „Fall Of Leaves“. Gibt es noch Restexemplare? Welche Resonanzen brachte Euch dieses Demo?
David: Diese Demo war eine relativ unauffällige Geschichte. Ich startete Mirrored In Secrecy damals als Soloprojekt und hatte nicht vermutet, daß die Sache später mal solche Formen annehmen wird. Die CD exisitiert eigentlich nur im Freundeskreis und wird im Moment auf Wunsch auch nur zum Download angeboten.
David, Du warst in den letzten Jahren in verschieden musikalischen Projekten involviert. In wie weit hat das Deine musikalische Entwicklung auch im Hinblick auf Mirrored in Secrecy beeinflusst?
David: Gut recherchiert... hehe. Für meine musikalische Entwicklung ist das natürlich positiv. Gerade die Songs, die ich unter meinem Künstlernamen Isaac Davids schreibe – ein alternativ angehauchter Stilmix von 70s Rock über Bob Dylan bis Tom Waits – haben meinen Horizont dahingehend erweitert, daß ich auch bei Mirrored In Secrecy einen mehr und mehr organischen, emotionalen Sound anstrebe. Einen Song wie „In Your Vault (My Abyss)“ hätte ich vor 2-3 Jahren jedenfalls noch nicht schreiben können. Schon in Kürze werdet ihr bereits mit einem neuen Release (welcher den Namen „Until you Bleed“ tragen soll) nachlegen.
Was erwartet dem Zuhörer und Eure Fans? Gibt es musikalische und/oder konzeptionelle Veränderungen?
Chris: Der grösste Unterschied ist, daß die Bandmitglieder mehr beteiligt sind. Die Songs sind zudem technisch ausgereifter. David: Der Zuhörer kann sich auf eine vielschichtige Dark Metal Scheibe freuen, die vor allen Leuten gefallen könnte, die sowohl den alten Gothic Metal mögen, als auch modernere Sachen wie neure Katatonia oder amerikansch angehauchten Metal. Wie auf „Devotion“ wird es viele gute Hooklines geben, aber die Songs sind einfach ausgereifter.
In wie weit ist eine Unterzeichnung bei einem Indie Label spruchreif? Gibt es diesbezüglich News?
Chris: Wir stehen momentan immer noch in Verhandlungen und können dazu noch nichts konkretes sagen.
Für 2008 habt ihr auch einen Videodreh geplant. Die Auskopplung „Come To Grief“ steht schon fest. Wie kam es dazu, was steckt hinter dieser Idee?
Chris: Der Song bietet eine gute Geschichte für ein Video. Allerdings ist so ein Video ein schwieriges Unterfangen. David: Wir müssen mal sehen ob wir uns da nicht zuviel auf einmal aufhalsen. Wir kümmern uns erstmal um die CD. Allerdings ist eine audiovisuelle Präsenz heutzutage langfristig gesehen schon Pflicht, deshalb werden wir die Sache früher oder später in Angriff nehmen.
Wie sehen Eure weiteren Pläne aus?
Chris:Wacken 2009! (gröhl)
David: Ok, vielleicht nicht Wacken, aber viel live spielen. Chris: Wir möchten auf jeden Fall möglichst viele Leute erreichen, die CD fertigstellen und eben das Video.
Zum Abschluss 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metalszene?
Jeremy: Ist das noch eine Subklutur? Ist ja mittlerweile genauso kommerziell, wie alles andere.
Chris: Eigentlich positiv, da das härtere Genre immer mehr Zuspruch bekommt die letzten Jahre.
David: Sehe ich auch so. Aber die Metal-Szene muss aufpassen, das sie sich nicht immer mehr gegenseitig kopiert und sich von daher ihrer Originalität beraubt.
Welche Vor- und/oder Nachteile seht ihr in grossen Webcommunities wie z.B. myspace?
Tobi: Der Nachteil ist die Reizüberflutung. Man ist einfach übersättigt von den ganzen kleinen Bands. Chris: Problematisch ist, daß man sich dem Druck beugen muss, ebenfalls mitzumachen. Positiv ist, daß man viele Leute erreicht und Veranstalter von selbst auf einen zukommen.
David: Fluch und Segen. Ich denk mal einer kleinen Band hilft es mehr, als daß es schadet. Aber das Internet hat den ideellen und materiellen Wert von Musik herabgesenkt. Ich bin zwar immer noch CD-Käufer, aber kauf mittlerweile auch mehr Musik über iTunes, weils halt doch praktischer ist.
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
David: Da fällt mir spontan mein erster Auftritt vor 12 Jahren mit der Thrash-Metal Band Zyklon ein, bei der ich Gitarrist war. Ich bin am gleichen Tag mit dem Drummer nochmal die Songs durchgegangen und habe festgestellt, daß ich sie schlicht und einfach nicht spielen kann. Mit meinen 17 Jahren war mir das aber scheissegal. Hauptsache rocken. Also rauf auf die Bühne, Live Open Air vor knapp 500 Leuten. Nach 5 Minuten hat mir der Mischer den Saft abgedreht und ich hab quasi Luftgitarre gespielt. Ein paar Wochen später hat mich die Band rausgeschmissen. Offizieller Grund: Wegen volltrunkenem Umkippens in das Drumset.
Chris: Die positivste Erfahrung war unser erster Livegig und die Publikumsresonanz im MTC letztes Jahr.
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
David: Kauft unsere Platten, kommt auf unsere Konzerte und folget unserem Glauben ...har har. Und mag sich jetzt vielleicht noch jemand beim Interviewer bedanken, oder wie? Chris: Öh...achso ...ja. Danke für das Interview und die Publicity.Und wir wünschen dem Dark Feather viel Erfolg und einen guten Start. |