Summer's End

Es erstaunt mich immer wieder, mit was für eine Ausdauer und Zuversicht manche Bands ihr Ziel kompromisslos verfolgen. SUMMER'S END aus Bad Homburg ist so ein typisches Beispiel dafür. Es hat aufgrund diverser Umstände, welche Ihr hier im Interview erfahrt, ganze acht Jahre gedauert, bis sie ihr Debüt „Dark Poetry“ ans Tageslicht förderten. Und das Warten hat sich gelohnt, herausgekommen ist eine Dark/Gothic-Rock Scheibe, welche in Eingängigkeit und Qualität in der obersten Liga dieses Genre`s mitspielt! Zwar ist diese Veröffentlichung mittlerweile auch schon wieder 3 Jahre her, doch ihre Musik wirkt zeitlos. Und neue Stücke sind bereits am Entstehen – gut Ding will halt Weile haben!
 
Dark Feather Ausgabe 1

Hallo Summer`s End!

Als erstes bitte ich um eine kurze Vorstellung Eurerseits!;) Hallo, wir sind die Darkrock-Band Summer’s End und kommen aus dem schönen Bad Homburg im Hoch-Taunus-Kreis. Mit zwei Gitarren (Thomas Landvogt, Manuel Grebing), Bass (Christian Grönqvist), Schlagzeug ( Michael Lemler), Keyboard (Christoph Planteur) und einer Sängerin (Maren Born) mischen wir erfolgreich harte Riffs mit melodiösen Keyboardklängen und einzigartigem Gesang.

 

Summer's End

Summer`s End gibt es bereits seit 11 Jahren. Hat sich seitdem das Besetzungskarussel schon einige Male gedreht oder seid ihr immer noch unverändert zusammen?

Also vor elf Jahren haben Thomas und Michael begonnen, nur mit Gitarre und Schlagzeug zusammen an den ersten Liedern zu arbeiten. Aus dieser kleinen Konstellation ist dann letztendlich Summer’s End entstanden, indem kurze Zeit später noch Maren als Sängerin und Manuel als zweiter Gitarrist hinzukamen – diese vier bilden bis heute durchgehend das jahrelange Kerngerüst der Band. Bei den anderen Mitgliedern dagegen sah es bis vor kurzem aus verschiedensten Gründen immer wieder etwas anders aus: Gerade die Position am Bass war bei uns leider sehr oft neu zu besetzen, so dass Christian jetzt seit ziemlich genau einem Jahr - als inzwischen siebter Bassist - das „jüngste“ Mitglied der Band ist. Christoph hingegen ist als unser Keyboarder seit 2003 mit im Boot.

Euer Debüt „Dark Poetry“ klingt erstaunlich ausgereift und durchgehend überzeugend! Dennoch hattet ihr erst nach 8 Jahren Euer Debüt ans Licht der Außenwelt gebracht. Waren oben genannte Eigenschaften die Gründe, warum erst im Jahre 2005? Seid ihr mit dem Material vorher einfach noch nicht zufrieden gewesen?

Genau - zum einen hat es eben eine Zeit gedauert, bis die Band sich gefunden hat und zum anderen hatten wir uns den Anspruch gesetzt, bei unserer Debüt-Scheibe Qualität abzuliefern; das betraf sowohl die Songs als auch die Aufnahmen selbst und natürlich das CD-Design. Aus diesen Gründen hat es auch vom Beginn des Recordings bis zum fertigen Album über ein Jahr gedauert, aber wir meinen, es hat sich gelohnt. Das kann man wohl sagen.

Mir fällt auf, das Eure Songs sehr eingängig sind, ohne dabei nach Kommerz zu riechen. Worauf achtet ihr ganz besonders beim Songwriting, was ist Euch wichtig diesbezüglich?

Das hören wir gerne! Wie jede andere Band hätten wir natürlich nichts gegen den großen Erfolg einzuwenden, lassen uns aber dafür nicht verbiegen. Das hört selbstverständlich kein Label in den Zeiten des Kommerz-Rocks gerne: Wir hatten sogar mal das Angebot eines Produzenten ausgeschlagen, weil er wollte, dass wir auf deutsch singen und uns auch in unser Songwriting reinreden lassen bzw. sogar Songs spielen, die für uns extra geschrieben werden. Wir machen Musik nicht, weil wir damit in erster Linie Erfolg haben möchten, sondern weil wir unsere eigene Musik einem interessierten Publikum präsentieren und uns kreativ ausleben wollen. Eben das fließt auch in unsere Songs; in jedem Lied stecken Ideen von sechs verschiedenen Menschen und genau das macht unsere Musik einzigartig.

Wie entstehen denn Eure Songs?

Wie eben schon erwähnt werden bei uns die Songs zusammen erarbeitet. Es gibt also keinen, der dem Rest der Band die fertigen Lieder kredenzt, die diese dann nur noch auswendig lernen dürfen. Vielmehr kommt jemand von uns mit einer Idee für einen neuen Song an und diese wird dann zusammen ausgearbeitet. Der Song klingt am Ende meistens ganz anders, als ihn sich der Ideengeber ursprünglich gedacht hatte – jedoch besser und ausgefeilter, als er es wahrscheinlich alleine hinbekommen hätte. So dauert es natürlich manchmal etwas länger, bis alle mit dem Ergebnis zufrieden sind, aber das sind uns die Songs auch wert. An den Texten arbeiten vor allem Maren und Manuel; alle erdenklichen (Sehn)Süchte werden thematisiert, ohne anklagend mit dem Finger darauf zu zeigen oder diese zu verherrlichen. Gerade bei den neueren Stücken verarbeiten wir aber auch mehr und mehr Persönliches, als es noch bei Dark Poetry der Fall war.

Habt ihr eine bestimmte Zielgruppe, die ihr mit Eurem Publikum erreichen wollt oder ist Euch das mit Blick in die Zukunft relativ egal?

Eine bestimmte Zielgruppe haben wir nicht vor Augen. Wir freuen uns einfach über jeden, dem unsere Musik so gut gefällt wie uns. Das Schönste ist es, von der Bühne die Fans zu beobachten, die unsere Songs schon auswendig kennen und alles mitsingen. Ob das nun der typische Gothic-Metal-Fan ist, eine Gruppe Teens oder ein Bänker in Begleitung seiner Mutter, ist uns da relativ egal. Uns ist hingegen schon bewusst, bei welchem Publikum wir wohl die meisten finden, denen unsere Musik zusagt ;-).

Wie muss man sich einen Liveauftritt von Summers End vorstellen?

Ein Live-Konzert von uns ist schon mal kein Standard-Konzert. Wir wollen dem Publikum nicht nur unsere Musik darbieten, sondern aus dem Ganzen ein kleines Event machen. Das fängt schon mal mit einem extra für uns komponierten Bühnenintro an, geht über das Bandoutfit und Performen auf der Bühne sowie, wenn vorhanden, Nebel- und Lichteffekte weiter. Natürlich haben wir nicht die Mittel wie Rammstein oder ähnliche Live-Acts, aber vom Grundgedanken wollen wir auch eher eine abgestimmte Show als ein reines Konzert bieten.

Sind noch weiter Gigs für dieses Jahr in Planung?

Alle aktuellen Termine findet man selbstverständlich auf unserer Homepage. Wir haben jetzt gerade am 22.05. einen Gig in Rüsselsheim (bei Frankfurt am Main) gespielt, weitere Termine stehen vorerst leider noch nicht an. Wir haben durch unsere Berufstätigkeit das Problem, leider nicht immer 100% flexibel zu sein. Grundsätzlich sind wir aber ständig auf der Suche nach weiteren Auftrittsmöglichkeiten; sehr gerne auch mal wieder aus Hessen raus. Wir haben es schon mal nach Cottbus, Wülfrath (im Ruhepott) und nach Leutenbach (bei Stuttgart) geschafft, aber mehr und weiter ist natürlich gewünscht und geplant – „höher, schneller, weiter!“... wie man so schön sagt.

Auf Eurer Website kündigt ihr Vergleiche mit Evanescence und Within Temptation an. Stören Euch diese Vergleiche oder liegen genau da Eure Vorbilder und Einflüsse?

Wir nennen diese beiden Bands eigentlich nur, damit jeder erst einmal eine ungefähre Idee von unserer Musikrichtung bekommt. Das ist einfacher, als es immer wieder aufs Neue zu umschreiben. Wir haben eben harte Gitarren, melodiöse Keyboards und weiblichen Gesang – mehr haben wir mit diesen genannten Bands allerdings auch nicht gemeinsam. Summer’s End hat in gewisser Weise einen ganz eigenen Stil, ohne ein bestimmtes Klischee zu bedienen. Wir laufen ja im Alltag auch nicht in schwarzen Fummeln und Kajal rum – das gehört alles nur zur Show. Natürlich hören einige von uns auch ihre Musik, aber Einfluss haben eher andere Musiker auf uns: Da treffen Bands wie Sentenced, The Gathering, Rammstein, Korn, Slipknot, HIM, Iron Maiden, Lacuna Coil, Anathema und Dream Theater aufeinander. Uns hat erst ein einziges Mal jemand anderes mit diesen Bands verglichen und sich beschwert, wir würden doch auch nur auf dieser aktuellen „Gothic-Rock-Welle“ mitreiten, ein billiger Abklatsch sozusagen. Hallo? Wir machen diese Musik schon seit über zehn Jahren! Als dieser spezielle Jemand wahrscheinlich gerade in die 5. Klasse kam, haben wir schon fleißig an den ersten Stücken gearbeitet...

Ein Blick in Summer`s End Zukunft – Pläne, Ziele für die nächsten Jahre..

Zur Zeit entstehen immer wieder neue Songs und wir wollen bald damit anfangen, unser zweites Album aufzunehmen. Allerdings wollen wir auch da wieder Qualität abliefern und überstürzen deswegen nichts. Wenn es aber gut läuft, fangen wir dieses Jahr noch damit an; viele Songs dafür sind bereits schon geschrieben. Und dann wollen wir natürlich Gigs, Gigs, Gigs, dabei größere überregionale Kreise ziehen und mehr Leute finden, denen unsere Arbeit gefällt.

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metalszene?

Obwohl der Gothic- und Rock-Trend ja momentan boomt, haben wir gerade im Raum Frankfurt das Gefühl, dass es für diese Musik komischerweise leider nicht das große Publikum gibt. Wir finden auch selten Bands, die gut mit unserem Stil harmonieren. Überall gibt es nur noch austauschbare Alternativ-Rock-Gruppen, das nervt.

Welche Vor- und/oder Nachteile seht ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Durch diese Portale und das Internet allgemein kann sich jede Band der Welt präsentieren, Gleichgesinnte treffen und Kontakte knüpfen. Das sind natürlich tolle Möglichkeiten, die Bands vor zwanzig Jahren noch nicht hatten. Soweit wir wissen, gibt es bei den Major-Labels sogar extra Mitarbeiter, die in solchen Foren nach vertragfreien Musikern suchen. Aber ein durchgestylter Online-Auftritt kann natürlich kein gutes Live-Konzert ersetzen; da sind wir vielleicht noch zu sehr aus der alten Schule.

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Am Positivsten für uns war bisher ein kleiner Benefiz-Auftritt in einem Kinderheim, bei dem die Kids – zwischen 6 und 12 Jahren – total ausgerastet sind, auf der Bühne mit uns geheadbangt haben und wir anschließend noch Autogramme geben mussten. Das hat schon Spaß gemacht und war auf jeden Fall mal ein Erlebnis, obwohl sie erst noch ein bisschen Angst vor unserer Erscheinung hatten ;-)
Schräge Anekdoten gibt es zu viele, um sie hier alle aufzuführen. Wir hatten schon recht bizarre Begegnungen mit Veranstaltern, anderen seltsamen Bands und den oben genannten Produzenten, die nur auf Kommerz aus waren.
Schlechte Erfahrungen hingegen gibt es bei uns kaum, außer das man als kleine selbstfinanzierte Newcomer-Band schon mal vom einen oder anderen Konzertbetreiber mit der Gage übers Ohr gehauen wird, aber das gibt es wohl in jedem Business.

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Danke ebenso. Wir machen, was wir machen und haben Spaß dabei! Und das sollte auch das Wichtigste sein...

visit: www.summers-end.de

 

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