Donny D’Marco: Konzert vorstellen? Das Problem scheint zu sein, dass sich viele
Veranstalter außerhalb unseres Einzuggebiets offensichtlich mit der
besagten Vorstellung allein begnügen. Wenn wir als Lokalmatadoren
auftreten, dann auch schon oft vor Hunderten von Zuschauern. Die
Tatsache, dass wir kein Klischee auslassen, ist kein Armutszeugnis der
Einfallslosigkeit, als vielmehr der offene Protest gegen all diejenigen,
die meinen, dass eine Rockshow sich selbst genügt, indem die netten Junx
aus der Nachbarschaft ein paar Lieder zocken. Das ist Käse und ganz
objektiv betrachtet stillos!
Stolz sind wir auf die Tatsache, dass mittlerweile über die Hälfte der
Zuschauer Frauen sind. Das ist schon cool, wenn man bedenkt, dass im
Metal die Quote oft bei 5-10% liegt.
Wo habt ihr schon
gespielt, was waren Eure besten Events?
Mick Murdoc: Mein persönliches Highlight war die „Glamournizer Releaseparty“ auf der heimischen Coyote Ugly Party vor knapp 1000 Bekloppten!!!!Eddy Clifford: Vor ca. zwei
Monaten haben wir unseren ersten Unplugged-Gig gespielt. Das war für
mich persönlich ein Highlight…
Donny D’Marco: …das
war der Hammer. Kreischende Teenies - so fukkin’ laut, dass Du die
Instrumente nicht mehr gehört hast und wenn sie es geschafft haben einen
von uns zu berühren, dann sind die vollends ausgerastet. Man ey, Tokio
Hotel hat alles richtig gemacht. Nur das Bill jetzt raucht, ist doch
voll, voll grausam, har, har!
Klassische Rock Cover
bietet Ihr auf Wunsch auch für Euer Programm feil. Ist das eher ein
Bonus oder soll die Syzzy Roxx-Lok damit eher geplant zweigleisig fahren?
Mick Murdoc: Also, ich würde
sagen, das is’ eher ein Bonus. Zum einen macht uns das `ne Menge Spaß, ab und an mal ´n Klassiker zu zocken, bzw. zu
verrocken und den Fans macht’s natürlich auch Spaß! Auf der anderen Seite merken wir aber mittlerweile, dass unser eigenes Material besser ankommt als
die Cover Sachen!
Eddy Clifford: Ja, ein Bonus!
Stücke anderer Bands sind immer eine Herausforderung und mir persönlich
macht das Nachspielen meistens Spaß. Allerdings wollen wir bestimmt
nicht die 50 000 000ste Covertruppe werden.
Donny D’Marco: Auf Bikertreffen
sind Cover außerdem nahezu Pflicht…
Wie sehen die
Zukunftspläne von Euch aus, stehen noch ein paar Sommergigs in Open Air
Manier an oder feilt ihr bereits wieder an neuen Stücken?
Eddy Clifford: Beides. Wir haben
allerdings noch vereinzelt Termine im Sommer frei. Deshalb können
Angebote immer gerne an band@syzzy-roxx.de gesendet werden. Das gilt
natürlich ebenso für weibliche Fanpost, da – es ist kaum zu glauben –
einige Bandmitglieder noch ungebunden sind.
Mick Murdoc: Und wir werden
eventuell auch schon das eine oder andere neue Stück live vorstellen!!!
Donny D’Marco: Zukünftig werden
wir die Speerspitze der angesagtesten Musikszene bilden. Zukünftig wir
der Glam die alberne Bio-Bewegung ablösen, weil und hier zitiere ich
mich selber “Gutes Aussehen wichtiger ist als gesundes Obst“ und
zukünftig gibt es wieder Adidas Trophy – Basketballstiefel!
Zum Abschluss die 3
Standardfragen vom Dark Feather:Wie seht ihr die
Entwicklung für Bands speziell in der Glam-, Rock- und Metalszene?
Mick Murdoc: Ich sehe die
Entwicklung positiv. Schalt doch nur mal die Glotze an! Es wird immer rockiger!!!
Donny D’Marco: Ich sehe das
statistisch. Italien, Skandinavien und viele weitere Länder Europas
verzeichnen einen stetigen Zuwachs in dieser Szene. Die Szene wird somit
an einem gewissen Punkt kommerzialisiert (was ich ausdrücklich
unterstütze) und somit für den Mainstream interessant. Dann dauert
dieser Trend noch etwa zwei Jahre, bis er dann in Deutschland entdeckt
und ausgeschlachtet wird. Ich schlage zu diesem Zweck vor, dass
Universal eine neue Teenie-Band zusammenstellt, die dann volles Brett
Glam-Rock zelebriert. Eine Band, die völlig Ihr „eigenes Ding“ macht und
dessen Sänger von der Schule geflogen, weil er so’nem EMO Haarspray ins
Auge gesprüht hatte und dieser daraufhin weinte, während es zur Debatte
steht, ob der EMO nicht schon vorher geweint hat. Das ist doch sleazy,
oder? Ich finde- jedenfalls angemessen! Dabei ist es völlig unerheblich,
dass es bereits vorab Bands gab, die solche Musik lebten…
Welche Vor- und/oder
Nachteile seht ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
Eddy Clifford: Die Vorteile sind eindeutig, dass man seine Musik ohne Mittelsmänner
schnell verbreiten kann und dort auch einige interessante Bands/Leute
kennen lernt. Bands wie wir, die kein Label im Rücken haben sind auf
solche Social Networks angewiesen, um potentielle Fans zu erreichen.
Auf der anderen Seite kotzt mich aber dieses niedrige Gesprächsniveau a
la „Eure Musik ist echt geil, aber wir sind nooooch geiler“ an. Ich sehe
in myspace fast nur noch ein Werbeportal. Die wenigsten Leute, die dich
kontaktieren interessieren sich für dich oder deine Musik, sondern eher
für die Anzahl ihrer Freunde. Hinzu kommt noch die nervige Tatsache,
dass jeder zweite ein Management, Label oder ähnliches zu haben scheint
und einem versucht, „den Deal schlechthin“ anzudrehen. Dieser „Place for
friends“ ist in meinen Augen also eine sehr zwiespältige Angelegenheit.
Was waren bei Euch
die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen
in der Musikwelt ?
Eddy Clifford: Als positivste Erfahrung sehe ich den BH, der beim Abifestival 2004 in
meine Richtung geflogen ist und im Vorfeld der Show nicht abgesprochen
war.
Mick Murdoc: Dem Alkohol sei dank, weiß ich von gar nix!!!
Donny D’Marco: Eine Band war mal
so geil, dass sie uns den geliehenen Bassamp während unseres Gigs wieder
abbaute, weil die Band nach Hause wollte.
Am positivsten sind immer wieder unsere Fans zu beurteilen – Danke an
dieser Stelle!
Ich bedanke mich für
dieses Interview,
Donny D’Marco: ..wir
danken ebenso!
die letzten Worte
gehören dem Künstler! :
Donny D’Marco: Väter kauft euren
Töchtern unsere CDs und T-Shirts, damit sie sich nicht für/ wegen uns
prostituieren… |