Syzzy Roxx

Sie gehören zweifelsohne zu den produktivsten Bands im Underground. Scheinbar ohne Bremspedal haben haben die Oldenburger Jungs von Syzzy Roxx innerhalb von sechs Jahren fünf Alben auf die Meute losgelassen. Ihr aktuelles Album „Popmetal“ beweist, das nicht nur ihr Auftreten, sondern auch ihre Musik verdammt nochmal „Arsch in der Hose“ hat - hier wird der Glam Rock nicht zelebriert, hier wird er gelebt! Doch lest selbst, was uns und der Nachwelt die „verrückten“ Wilden ;-) zu berichten haben..
 
Dark Feather Ausgabe 1

Hallo Syzzy Roxx! Stellt Euch doch bitte zuerst einmal den Lesern kurz vor? 

Donny D’Marco: Syzzy Roxx ist Deutschlands Ticket in eine musikalische Zukunft. Ich bin Donny D’Marco – Leadsänger!
Pete Loveless: Mein Name ist Pete Loveless. Ich singe Main- und Backing Vocals und bearbeite natürlich die Drums wie ein Derwisch!
Mick Murdoc:
Ich bin Mick Murdoc. Bassfahrer bei Syzzy Roxx und wenn´s mit dem Rockstar nix wird werde ich halt Pornostar!
Eddy Clifford:
Wir sind nach wie vor fünf knackige Burschen, die aus einer Gegend stammen, wo der Rock’n’Roll eigentlich begraben ist. Da wir keine Lust auf Wochenendbeschäftigungen wie Autowaschen, Rasenmähen, Kaffee & Kuchen hatten, haben wir beschlossen das zu tun, was wir am besten können: Musik machen und Scheiße labern.
Donny D’Marco: … und er hat in aller Bescheidenheit vergessen, dass er den Bass in unseren Refrainchören singt und Gitarre zockt. Es fehlt übrigens Danny Duke, der sich ebenfalls am Syzzy Chorsatz beteiligt und, so wie Eddy, der den sechs Saiten die Treue schwört!

Syzzy Roxx 1

Seit wann gibt es Euch? 

Donny D’Marco: Ich erspare mir mal den Kalauer an dieser Stelle unsere Geburtstage aufzuzählen...
Eddy Clifford: Das muss Ende der 1990er gewesen sein. Eine richtige Band wurde daraus 2001. 
Donny D’Marco: Als Jam-Session-Projekt von Pete und mir 1999 ins Leben gerufen. 2001 kristallisierte aus dem Jammen und dem Suff eine Band, bis schließlich Danny Duke nach dem 2006er Album „Glamournizer“ mit ins Loveboat stieg. 

Hut ab – Euer Release „Popmetal“ klingt wie ein erfrischender  Cocktail angereichert mit so manchen explosiven Zutaten. Die Mucke lässt erahnen, dass bei so manch einen die Hemmungen nicht die einzigen sind, die da fallen :-) Woher nehmt ihre diese ungezügelte Power?

Donny D’Marco: Danke! Bei mir ist das eine gesundes Mischverhältnis von Erbmaterial und hohem Fleischkonsum (auch auf die Mahlzeiten bezogen). Die restlichen Junx sind verkappt schwul und versuchen um jeden Preis davon abzulenken, indem sie einen auf dicke Hose machen ;-) Ne, im Ernst! Eine Erklärung wäre es darauf hinzuweisen, dass alle Jahre wieder eine Supergroup diesen Planeten befällt, die Musikgeschichte schreibt und deren schier unerschöpfliches Potential den Kritikern ein Rätsel bleibt… 

Mick Murdoc: Tja irgendwo muss man ja mit seiner Power hin! da uns die zahlreichen Mädels nicht ausreichen um die Power los zu werden, müssen wa halt zusätzlich noch Mucke machen ;-) 
Pete Loveless: Unsere Power? Bestimmt nicht aus den kräftezehrenden Nächten mit den
weiblichen Fans ;-) Ne, Quatsch! Wir haben einfach tierischen Bock auf unsere Mucke und die Zeit zusammen! That's all....

Mit Eurer Musik dürftet ihr Glam-, Hard- und Heavy-Rock- bis hin zu Hair-Metal-Fans gleichermaßen bedienen und beglücken. Wo liegen die musikalischen Wurzeln bei den einzelnen Members?

Donny D’Marco: Ja, das sehe ich auch so hinsichtlich des Bedienens und ich hoffe natürlich auch, das Syzzy Roxx beglückt :-)Zu den Wurzeln:  AC/DC, Tankard das komplette NWOBHM Programm (was damals voll altmodisch war ;-), Helloween, Morbid Angel, Slime, Marilyn Manson - in dieser Reihenfolge. Dann entdeckte ich Poison und die Sonne ging auf, die Kleidung wurde wichtig, die Frauen drehten sich zu mir um und alles ward gut – ebenfalls in dieser Reihenfolge.
Mick Murdoc: Also, meine Wurzeln liegen von den Kindesbeinen an im Sleaze Rock a la Guns´N Roses. Mittlerweile fängt mein musikalischer Horizont aber bei Amy Winehouse an und endet bei Zyklon! Die alten Helden sind aber immer noch ein großer Einfluss für mich und werden nie in Vergessenheit geraten.
Eddy Clifford: Die von dir genannten Stile werden von allen Bandmitgliedern in unterschiedlicher Intensität goutiert, neben Grindcore, Thrash Metal, NWOBHM und vielem mehr.Meine persönlichen Wurzeln liegen - nach meiner ersten Lieblingsband Roxette - bei AC/DC, Guns N’ Roses und Metallica. Momentan kann ich mich sehr für Frank Zappa begeistern. Ich hoffe für euch, dass sich das nicht auf unser Songwriting niederschlägt

„Popmetal“ ist bereits Eure fünfte Veröffentlichung innerhalb von sechs Jahren! Das lässt unweigerlich die Frage aufkommen: Seid ihr noch zu bremsen;-) , aus welcher Quelle schöpft ihr? 

Donny: Nein, sind wir nicht! Die Inspiration unserer Musik ziehen wir aus der kritischen, reflektierten Auseinandersetzung mit unserer sozialen Umwelt und deren Stellenwert in der Welt, bezogen auf deren Einbettung in das empfindliche Gleichgewichtsgefüge unseres Planeten, all das schlägt sich natürlich auch in den Texten nieder…
Eddy Clifford: Da jeder von uns zum Songwriting beiträgt, kommen sehr viele Ideen zustande. Diese müssen allerdings den Qualitätsmaßstäben aller Bandmitglieder entsprechen. Wir schreiben momentan fleißig neue Songs. Da sind die kreativen Quellen also noch lange nicht ausgereizt. Die finanziellen Quellen hingegen schon...

 

Syzzy Roxx war mal die Gamblin`Crew, zumindest ein Teil der Besatzung, wie kam es  zum Namenswechsel? 

Donny: Na ja, letztendlich sagte mal jemand, „Gamblin’ Crew – cool! Klingt nach Ska“ damit war der Namenswechsel Pflicht!!! Syzzy Roxx entstand aus einer post-delirischen Erfahrung, aber das ist eine lange Geschichte…  

Wie müssen sich all jene, die Euch noch nicht gesehen haben, ein Syzzy Roxx Concert vorstellen? 

Eddy Clifford: Das ist eine gute Frage. Ich krieg ja selber immer nichts mit, weil die weiblichen Fans in den ersten 20 Reihen immer so dermaßen laut kreischen.

Syzzy Roxx 2

Donny D’Marco: Konzert vorstellen? Das Problem scheint zu sein, dass sich viele Veranstalter außerhalb unseres Einzuggebiets offensichtlich mit der besagten Vorstellung allein begnügen. Wenn wir als Lokalmatadoren auftreten, dann auch schon oft vor Hunderten von Zuschauern. Die Tatsache, dass wir kein Klischee auslassen, ist kein Armutszeugnis der Einfallslosigkeit, als vielmehr der offene Protest gegen all diejenigen, die meinen, dass eine Rockshow sich selbst genügt, indem die netten Junx aus der Nachbarschaft ein paar Lieder zocken. Das ist Käse und ganz objektiv betrachtet stillos!
Stolz sind wir auf die Tatsache, dass mittlerweile über die Hälfte der Zuschauer Frauen sind. Das ist schon cool, wenn man bedenkt, dass im Metal die Quote oft bei 5-10% liegt.

Wo habt ihr schon gespielt, was waren Eure besten Events? 

Mick Murdoc: Mein persönliches Highlight war die „Glamournizer Releaseparty“ auf der heimischen Coyote Ugly Party vor knapp 1000 Bekloppten!!!!Eddy Clifford: Vor ca. zwei Monaten haben wir unseren ersten Unplugged-Gig gespielt. Das war für mich persönlich ein Highlight…
Donny D’Marco:das war der Hammer. Kreischende Teenies - so fukkin’ laut, dass Du die Instrumente nicht mehr gehört hast und wenn sie es geschafft haben einen von uns zu berühren, dann sind die vollends ausgerastet. Man ey, Tokio Hotel hat alles richtig gemacht. Nur das Bill jetzt raucht, ist doch voll, voll grausam, har, har! 

Klassische Rock Cover bietet Ihr auf Wunsch auch für Euer Programm feil. Ist das eher ein Bonus oder soll die Syzzy Roxx-Lok damit eher geplant zweigleisig fahren? 

Mick Murdoc: Also, ich würde sagen, das is’ eher ein Bonus. Zum einen macht uns das `ne Menge Spaß, ab und an mal ´n Klassiker zu zocken, bzw. zu verrocken und den Fans macht’s natürlich auch Spaß! Auf der anderen Seite merken wir aber mittlerweile, dass unser eigenes Material besser ankommt als die Cover Sachen!
Eddy Clifford: Ja, ein Bonus! Stücke anderer Bands sind immer eine Herausforderung und mir persönlich macht das Nachspielen meistens Spaß. Allerdings wollen wir bestimmt nicht die 50 000 000ste Covertruppe werden. 
Donny D’Marco: Auf Bikertreffen sind Cover außerdem nahezu Pflicht…  

Wie sehen die Zukunftspläne von Euch aus, stehen noch ein paar Sommergigs in Open Air Manier an oder feilt ihr bereits wieder an neuen Stücken? 

Eddy Clifford: Beides. Wir haben allerdings noch vereinzelt Termine im Sommer frei. Deshalb können Angebote immer gerne an band@syzzy-roxx.de gesendet werden. Das gilt natürlich ebenso für weibliche Fanpost, da – es ist kaum zu glauben – einige Bandmitglieder noch ungebunden sind.
Mick Murdoc: Und wir werden eventuell auch schon das eine oder andere neue Stück live vorstellen!!!
Donny D’Marco: Zukünftig werden wir die Speerspitze der angesagtesten Musikszene bilden. Zukünftig wir der Glam die alberne Bio-Bewegung ablösen, weil und hier zitiere ich mich selber “Gutes Aussehen wichtiger ist als gesundes Obst“ und zukünftig gibt es wieder Adidas Trophy – Basketballstiefel! 

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:Wie seht ihr die Entwicklung für Bands speziell in der Glam-, Rock- und Metalszene?  

Mick Murdoc: Ich sehe die Entwicklung positiv. Schalt doch nur mal die Glotze an! Es wird immer rockiger!!!
Donny D’Marco: Ich sehe das statistisch. Italien, Skandinavien und viele weitere Länder Europas verzeichnen einen stetigen Zuwachs in dieser Szene. Die Szene wird somit an einem gewissen Punkt kommerzialisiert (was ich ausdrücklich unterstütze) und somit für den Mainstream interessant. Dann dauert dieser Trend noch etwa zwei Jahre, bis er dann in Deutschland entdeckt und ausgeschlachtet wird. Ich schlage zu diesem Zweck vor, dass Universal eine neue Teenie-Band zusammenstellt, die dann volles Brett Glam-Rock zelebriert. Eine Band, die völlig Ihr „eigenes Ding“ macht und dessen Sänger  von der Schule geflogen, weil er so’nem EMO Haarspray ins Auge gesprüht hatte und dieser daraufhin weinte, während es zur Debatte steht, ob der EMO nicht schon vorher geweint hat. Das ist doch sleazy, oder? Ich finde- jedenfalls angemessen! Dabei ist es völlig unerheblich, dass es bereits vorab Bands gab, die solche Musik lebten

Welche Vor- und/oder Nachteile seht ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace? 

Eddy Clifford: Die Vorteile sind eindeutig, dass man seine Musik ohne Mittelsmänner schnell verbreiten kann und dort auch einige interessante Bands/Leute kennen lernt. Bands wie wir, die kein Label im Rücken haben sind auf solche Social Networks angewiesen, um potentielle Fans zu erreichen.
Auf der anderen Seite kotzt mich aber dieses niedrige Gesprächsniveau a la „Eure Musik ist echt geil, aber wir sind nooooch geiler“ an. Ich sehe in myspace fast nur noch ein Werbeportal. Die wenigsten Leute, die dich kontaktieren interessieren sich für dich oder deine Musik, sondern eher für die Anzahl ihrer Freunde. Hinzu kommt noch die nervige Tatsache, dass jeder zweite ein Management, Label oder ähnliches zu haben scheint und einem versucht, „den Deal schlechthin“ anzudrehen. Dieser „Place for friends“ ist in meinen Augen also eine sehr zwiespältige Angelegenheit.

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt ? 

Eddy Clifford: Als positivste Erfahrung sehe ich den BH, der beim Abifestival 2004 in meine Richtung geflogen ist und im Vorfeld der Show nicht abgesprochen war.
Mick Murdoc: Dem Alkohol sei dank, weiß ich von gar nix!!!
Donny D’Marco: Eine Band war mal so geil, dass sie uns den geliehenen Bassamp während unseres Gigs wieder abbaute, weil die Band nach Hause wollte.
Am positivsten sind immer wieder unsere Fans zu beurteilen – Danke an dieser Stelle!

Ich bedanke mich für dieses Interview,  

Donny D’Marco: ..wir danken ebenso! 

die letzten Worte gehören dem Künstler! : 

Donny D’Marco: Väter kauft euren Töchtern unsere CDs und T-Shirts, damit sie sich nicht für/ wegen uns prostituieren…

visit: www.syzzy-roxx.de

 

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