The Mist

The Mist aus Trier sind derzeit im Studio um den Nachfolger ihrer 2004 veröffentlichten und bereits längst vergriffenen EP „Cemetary Gates“ fertigzustellen. So einige Rückschläge und Wechsel an markanten Positionen haben sie bereits wegstecken müssen, welche ihnen aber alles andere als geschadet haben! Druckvoller Metal ist es, den sie uns da um die Ohren haun. Ritchie, Gitarrist und Mitbegründer dieser interessanten Formation aus Deutschlands ältester Stadt erwies sich als überaus sympathischer Interview-Partner und plauderte über die kommende Scheibe und über die Philosophie von The Mist.
 
Dark Feathet Ausgabe 1

Hallo, wie geht’s Euch und wie gehen die Vorbereitungen zur Aufnahme der neuen Scheibe voran?  

Hey Holger, ich möchte mich erstmal bei Dir und Dark Feather für das Interview bedanken!

Uns geht gut, danke der Nachfrage. Wir sind noch mitten im Songwritingprozeß. Die Aufnahmen zum Album werden diesen Sommer beginnen und die Scheibe mit dem derzeitigen Arbeitstitel „Between the Islands“ wird gegen Ende des Jahres auf den Markt kommen.

Seit wann gibt es Euch und welches aktuelle Line up zeichnet The Mist aus?

The Mist wurde 2002 von Nico und mir gegründet. Derzeit mit Holger Noll am Mikro Danny Reeves am Bass, Marc Wolf und mir an den Gitarren und Nico Langen hinter den Kesseln.

The Mist 1

Ihr habt bereits schon mehr als einmal die Position des Sängers gewechselt, eine Tatsache die schon vielen Bands sprichwörtlich das Genick gebrochen hat. Euch scheint das nicht geschadet zu haben, wenn ich mir speziell das neue Material anhöre. Habt ihr so etwas wie einen ungebrochenen Willen, der Euch stärkt?  

Das kann man durchaus sagen,  Ich finde dass Holger mit seiner Stimme der  Musik genau das I-Tüpfelchen aufsetzt, das wir lange gesucht haben. Mir persönlich ist es immens wichtig, dass alles in sich stimmig ist. Und die Songs klingen nun endlich so, wie ich sie mir immer vorgestellt hab.

Bezüglich des unbrechbaren Willens: Klar, es gibt immer Momente wo man frustriert ist, wenn etwas nicht nach Plan läuft oder wenn man einen Tiefschlag erlebt, aber da muss man durch und die Zähne zusammenbeißen. Ich bin da eher der Kämpfertyp, umso mehr Rückschläge man erleidet umso härter muss man halt dran arbeiten und seine gesamte Energie in die Band stecken.

Mir ist aufgefallen, dass Eure neueren Sachen erheblich druckvoller klingen, außerdem sind Anleihen zum amerikanischen Sound nicht zu überhören. Zufall oder Folgen der Umbesetzung? 

Mit einem Wechsel des Line Ups hat das nichts zu tun. Wir spielen das, worauf wir gerade Lust haben, ohne uns krampfhaft von einem Stil abhängig zu machen. Das würde meiner Meinung nach auch einen Grossteil der Kreativität unterdrücken. Das es sich im Moment etwas amerikanischer anhört, ist eher Zufall und uns gar nicht so bewusst, oder beabsichtigt.
Für den Druck in den neueren Aufnahmen sind Marc und ich verantwortlich. Wir beide sind im tontechnischen Bereich unterwegs und da lag es nahe, dass wir zumindest die Roughmixe von den neuen Songs aufnehmen. 

Eure Songs klingen untereinander schon sehr unterschiedlich.  Liegt das an den unterschiedlichen Einflüssen der Mitglieder von The Mist oder wollt ihr Euch lediglich jedem Schubladendenken fernhalten? 

Das ergibt sich eigentlich von selbst. Als Hauptsongwriter lege ich viel Wert auf Abwechslung und schreibe was mir durch den Sinn kommt und worauf ich gerade Bock zum spielen hab. Das deckt sich mit der Band. Ich mache mir da nicht so den Kopf drüber, wonach oder nach was, welcher Song gerade klingt. Hauptsache es rockt und man hat Spaß am spielen.  

Was bringt ihr mit Euren Lyrics zum Ausdruck?

Wir betrachten alltägliche oder auch fiktive Sachen aus einem philosophischen Betrachtungswinkel und wollen die Leute dazu anregen, dies auch zu tun. Ich habe den Standpunkt, dass Sich die Menschen nicht dem Denken in Begrenzungen hingeben sollten. So sind die Texte meist eher als Anstoß zu sehen und sind kritischer Natur. Gebt Euch nicht mit dem zufrieden was andere Leute Euch sagen, denkt selber, forscht nach und stellt Fragen. Und vor allem lasst Euch nicht sagen was Ihr nicht könnt!

Euer erstes Demo und Eure EP „Cemetery Gates“ sind bereits vergriffen. Denkt ihr darüber nach, diese Sachen noch einmal neu aufzulegen oder gehört das Thema aufgrund Eurer musikalischen Veränderungen der Vergangenheit an? 

Genau das ist der Grund. Wir finden das die alten Sachen nicht mehr repräsentativ genug für uns sind. Auch die Qualität der Aufnahmen ist nicht das, was heute als Standart empfunden wird. Deshalb haben wir uns entschlossen Neuauflagen der Alten Scheibchen - die durchaus Ihren Reiz haben - sein zu lassen und uns auf die neue Scheibe zu konzentrieren. 

Ist Euer Song „Hoka Hey“ bereits richtungsweisend für den kommenden Release. Was kann der Fan und Zuhörer auf „Between The Islands“erwarten? 

Er kann genau die Abwechslung erwarten, die schon immer für The Mist stand. Kein Song wird sich wie der andere anhören, nicht langweilig vor sich hinplätschern oder wiederholen und es wird keinen Lückenfüller geben. Das neuere Songmaterial würde ich sagen ist noch mal eine Portion Energiegeladener, technischer und geht gut nach vorne.

Erzähl doch bitte den Lesern etwas zum Hintergrund des Bandnamens und wer hatte die Idee dazu? 

Wir saßen damals zusammen, um uns einen Bandnamen zu überlegen und nach langen Überlegungen einigten wir uns - ableitend von einer meiner Vorschläge - auf THE MIST. Ausschlaggebend war der philosophische Gedanke, dass alles was in der Vergangenheit und Zukunft liegt, aber auch die akute Gegenwart an sich, sich in einer Art Nebel der Unkenntnis und Spekulativen liegt. Der Nebel steht auch synonym für alles was wir nicht wissen oder zu glauben scheinen.

The Mist 2

Wie sieht es bei Euch auf dem Livesektor aus? Was liegt noch an und was kann das Publikum von Eurer Show erwarten?  

Es stehen noch ein paar Festivals und Shows an. Natürlichen hoffen wir das es noch mehr werden, da wir unheimlich gerne mit den Leuten feiern. Man kann von uns erwarten, was jeder der uns schon gesehen hat, auch bestätigen kann. Eine  energiegeladene Liveshow! 

Was sind Eure Pläne für die Zeit nach Eurer nächsten Veröffentlichung? 

Nach der Vröffentlichung werden wir unsere Livepräsenz nochmals steigern, wenn sich die  Möglichkeit ergibt, wäre eine Tour denkbar. Der Dreh eines oder mehrer Musikvideo(s) kämen ebenfalls in Betracht. Aber bis dahin ist es ja noch etwas. Labelunterstützung wäre dabei natürlich sehr von Vorteil und abhängig von den Konditionen gerne gesehen.  

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:Wie seht ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metalszene?  

Ich finde das es auch gerade hier in Deutschland sehr gute Bands gibt, die es alle verdient haben gehört zu werden. Da muss man nicht immer ausländischen Bands hinterher hecheln.  

Welche Vor- und/oder Nachteile seht ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace? 

Der Vorteil ist das man schnell und zielgruppengerecht mit Musikbegeisterten in aller Welt kommunizieren kann und somit auch schon fast zwangsläufig seine Popularität steigert, wenn man die Leute nicht gerade mit unwichtigem Müll zuspamt. Wir haben nur positive Erfahrungen und haben viele Freundschaften geschlossen. Einen richtigen Nachteil der schwerwiegend ins Gewicht fallen würde, fällt mir gerade keiner ein. 

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt? 

Das schrägste und schlechteste war sicherlich, als unser Alter Sänger nach einem Festival sturzbesoffen in den Backstagebereich von Freedom Call gekotzt hat. Hab im Leben noch nie so eine große „Pizza“ gesehen. Ehrlich! 

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns unterstützen und die hart daran arbeiten dass der Underground weiterlebt! Ohne Leute wie Euch würde es keine neuen Bands geben. Dafür meinen tief empfundenen Respekt. Für diejenigen, die uns noch nicht kennen. Besucht uns auf www.themist.de ,kommt zu unseren Konzerten und empfehlt uns  - bei Gefallen – weiter.

visit: www.themist.de

 

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