Bezüglich des unbrechbaren Willens: Klar, es gibt immer Momente wo
man frustriert ist, wenn etwas nicht nach Plan läuft oder wenn man einen
Tiefschlag erlebt, aber da muss man durch und die Zähne zusammenbeißen.
Ich bin da eher der Kämpfertyp, umso mehr Rückschläge man erleidet umso
härter muss man halt dran arbeiten und seine gesamte Energie in die Band
stecken.
Mir ist aufgefallen,
dass Eure neueren Sachen erheblich druckvoller klingen, außerdem sind
Anleihen zum amerikanischen Sound nicht zu überhören. Zufall oder Folgen
der Umbesetzung?
Mit einem Wechsel des Line Ups hat das nichts zu tun. Wir spielen das,
worauf wir gerade Lust haben, ohne uns krampfhaft von einem Stil
abhängig zu machen. Das würde meiner Meinung nach auch einen Grossteil
der Kreativität unterdrücken. Das es sich im Moment etwas amerikanischer
anhört, ist eher Zufall und uns gar nicht so bewusst, oder beabsichtigt. Für den Druck in den neueren Aufnahmen sind Marc und ich verantwortlich.
Wir beide sind im tontechnischen Bereich unterwegs und da lag es nahe,
dass wir zumindest die Roughmixe von den neuen Songs aufnehmen.
Eure Songs klingen
untereinander schon sehr unterschiedlich. Liegt das an den
unterschiedlichen Einflüssen der Mitglieder von The Mist oder wollt ihr
Euch lediglich jedem Schubladendenken fernhalten?
Das ergibt sich eigentlich von selbst. Als Hauptsongwriter lege ich viel
Wert auf Abwechslung und schreibe was mir durch den Sinn kommt und
worauf ich gerade Bock zum spielen hab. Das deckt sich mit der Band. Ich
mache mir da nicht so den Kopf drüber, wonach oder nach was, welcher
Song gerade klingt. Hauptsache es rockt und man hat Spaß am spielen.
Was bringt ihr mit
Euren Lyrics zum Ausdruck?
Wir betrachten alltägliche oder auch fiktive Sachen aus einem
philosophischen Betrachtungswinkel und wollen die Leute dazu anregen,
dies auch zu tun. Ich habe den Standpunkt, dass Sich die Menschen nicht
dem Denken in Begrenzungen hingeben sollten. So sind die Texte meist
eher als Anstoß zu sehen und sind kritischer Natur. Gebt Euch nicht mit
dem zufrieden was andere Leute Euch sagen, denkt selber, forscht nach
und stellt Fragen. Und vor allem lasst Euch nicht sagen was Ihr nicht
könnt!
Euer erstes Demo und
Eure EP „Cemetery Gates“ sind bereits vergriffen. Denkt ihr darüber
nach, diese Sachen noch einmal neu aufzulegen oder gehört das Thema
aufgrund Eurer musikalischen Veränderungen der Vergangenheit an?
Genau das ist der Grund. Wir finden das die alten Sachen nicht mehr
repräsentativ genug für uns sind. Auch die Qualität der Aufnahmen ist
nicht das, was heute als Standart empfunden wird. Deshalb haben wir uns
entschlossen Neuauflagen der Alten Scheibchen - die durchaus Ihren Reiz
haben - sein zu lassen und uns auf die neue Scheibe zu konzentrieren.
Ist Euer Song „Hoka
Hey“ bereits richtungsweisend für den kommenden Release. Was kann der
Fan und Zuhörer auf „Between The Islands“erwarten?
Er kann genau die Abwechslung erwarten, die schon immer für The Mist
stand. Kein Song wird sich wie der andere anhören, nicht langweilig vor
sich hinplätschern oder wiederholen und es wird keinen Lückenfüller
geben. Das neuere Songmaterial würde ich sagen ist noch mal eine Portion
Energiegeladener, technischer und geht gut nach vorne. |