Typ 1

Typ1 aus Thüringen haben eine enorme Entwicklung in ihrer bandeigenen Geschichte durchlebt. An altbewährtes festzuhalten scheint ihnen nicht sonderlich zu interessieren. Zum Glück! Denn wenn man sieht, an welchem Punkt sie mit ihrer aktuellen EP „Myself-Inside“ angekommen sind, scheinen sie alles richtig zu machen. Sie gehen ihren Weg und über jenen waren sie dem Dark Feather gegenüber zu einem netten Gespräch bereit.
 
>
Dark Feather Ausgabe 1

Wer und was steckt hinter Typ 1?

TYP1 sind Sebastian am Schlagzeug, Micha am Bass, Roy als Sänger und die beiden Gitarristen und Gründungsmitglieder Thomas und Pierre.

Typ1_1

Euer aktueller Release „Myself  -Inside“ überzeugt auf Anhieb, er lässt zwar eine gewisse Linie zum Vorgänger „Ich ist ein anderer“ aufblitzen, wartet aber doch nicht nur mit gesanglichen , sondern auch mit leichten stilistischen Veränderungen auf. Für was steht der Bandname?

Der Bandname ist noch ein Relikt von unserem ehemaligen Sänger Micha. Er ist an Diabetes Mellitus Typ1 erkrankt, so dass die Namensgebung damals recht nahe lag. Euer aktueller Release „Myself -Inside“ überzeugt auf Anhieb, er lässt zwar eine gewisse Linie zum Vorgänger „Ich ist ein anderer“ aufblitzen, wartet aber doch nicht nur mit gesanglichen , sondern auch mit leichten stilistischen Veränderungen auf.

Wie kam es zu dieser Entwicklung?

 

Es war nicht unbedingt geplant, dass wir in Richtung Härte / Heftigkeit ein, zwei Schritte nach vorn gehen würden, was man über „Myself-Inside“ im Vergleich zur letzten Scheibe ja definitiv sagen kann, aber wahrscheinlich müssen wir uns einfach eingestehen, dass wir wie viele andere Kollegen von dem damals, als wir die Songs geschrieben haben, aufkommenden Metalcore-Boom ein wenig beeinflusst wurden. Es gab nicht nur am männlichen Gesang eine Veränderung, auch wartet Euer neues Werk nicht mehr mit weiblichem Gesang auf.

Es gab nicht nur am männlichen Gesang eine Veränderung, auch wartet Euer neues Werk nicht mehr mit weiblichem Gesang auf. Alternative oder geplanter Schritt?

Schwere Frage und auch nicht so eindeutig zu beantworten. Irgendwie hat sich das damals so ergeben. Jedenfalls haben wir Sue nicht vor die Tür gesetzt, vielmehr war es ihre eigene Entscheidung, sich lieber mehr um ihre eigene Band und um ihr Studium zu kümmern. Aber wir entwickelten uns ja wie gesagt musikalisch auch in eine etwas andere Richtung, so dass der weibliche Gesang wohl nicht mehr zu TYP1 gepasst hätte.

Ohne Euren Vorgänger negativ erscheinen zu lassen muss ich doch sagen, das „Myself-Inside“ ein gewaltiger Sprung nach vorne ist, er hat mich von der ersten Minute an voll überzeugt! Wurden durch den Besetzungswechsel mit nun Roy am Gesang neue Energien auch für die Gesamtentwicklung freigesetzt oder was gab es noch für Gründe für diese Steigerung ?

Wie gesagt, fiel erstens der weibliche Gesang weg, der ja auf „Ich ist ein Anderer“ noch stark zu einigen ruhigeren Passagen beitrug, und zweitens stellte sich schon beim Songwriting, mit dem wir übrigens schon einige Zeit bevor Roy zu uns kam begonnen hatten heraus, dass die damals neuen Stücke um einiges heftiger wurden als die alten Songs. Roy vervollständigte die Sache dann noch mit seiner hauptsächlich auf Screams und Growls basierenden Art, seine Texte zu interpretieren und indem er fast komplett auf cleane Gesangspassagen verzichtete.

Waren die Texte auf dem Vorgänger noch komplett in Deutsch, so sind sie nun komplett in Englisch – ein Experiment oder der Weg in die Zukunft?

Das war allein Roy´s Entscheidung. Es gab zwar nach dem Besetzungswechsel die Überlegung, ob es nicht besser wäre den deutschen Gesang beizubehalten, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass man sich dadurch etwas von anderen Band abheben könnte, aber Roy sagte von Anfang an, dass er sich mit englischen Vocals besser fühlen würde und so haben wir seine Entscheidung akzeptiert und sind inzwischen auch alle ganz froh darüber. Ob das jedoch der ultimative Weg in die Zukunft ist, bleibt abzuwarten… ;)

Auffallend ist eine stets enorme Wucht und Lebendigkeit, die ihr in den Songs packt. Was inspiriert Euch beim Songwriting?

Das ist recht unterschiedlich. Manchmal lässt man sich durch ein Riff, einen Beat oder durch eine Melodielinie inspirieren, oder manchmal kommt einfach so beim jammen, zu Hause oder im Proberaum aus dem Bauch heraus eine Idee. Und wenn erst einmal ein Ansatz für einen Song vorhanden ist, wird der mit einer fetten Portion Metal, ein paar schicken Melodielinien und mächtig viel Groove gewürzt, anschließend werden alle überflüssigen Elemente wieder rausgehauen, so dass man die ganze Sache auch auf der Bühne mit der notwendigen Authentizität rüberbringen kann und fertig ist ein neuer TYP1-Song.

Wie läuft der Vertrieb Eurer aktuellen Mini-CD? Nehmt ihr das jetzt alleine in die Hand?

Nachdem wir mit der ersten CD „Stechender Schmerz“ von Vegaland Records (an alle anderen Bands, merkt euch den Namen, niemals da unterschreiben!) nach allen Arten der Kunst verarscht und abgezockt wurden - wir haben bis heute weder Geld für den Verkauf gesehen noch unsere restlichen CD’s zurück bekommen – und von Modern Entertainment, den Vertrieb von „Ich Ist Ein Anderer“, bisher auch noch kein Geld bekommen haben, haben wir uns entschlossen das alles selbst in die Hand zu nehmen. Die Songs von „Myself – Inside“ haben wir auf unserer Homepage www.typ1-rockt.de und auf www.myspace.com/typ1 sowie auf allen relevanten MP3 Plattformen zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt. Ansonsten kann die CD direkt bei uns bestellt, oder auf unseren Konzerten für 5,- Euro erworben werden.

Wie muss sich der Leser bei so viel Spielfreude, wie auf der CD zu hören einen Gig von Euch vorstellen?

Grundsätzlich kann man sagen, dass wir alle einfach mal verdammt viel Spaß bei unseren Shows haben und ich denke, dass man uns das auch ansieht. Und je mehr das Publikum mitgeht, umso heftiger fliegen auch bei uns auf der Bühne die Fetzen. Es gibt auf unserer Website zwar ein paar Schnappschüsse von einigen Auftritten, aber der sicherste Weg, um sich ein Bild von TYP1 als Live-Band zu machen ist der, dass ihr einfach mal bei einer Show vorbeikommt. ;)

Was steht bei Typ 1 für 2008 noch im Kalender?

Wir arbeiten zurzeit an neuen Songs und werden spätestens Ende des Jahres wieder eine neue CD veröffentlichen. Ansonsten noch möglichst viel live spielen; also an alle Veranstalter und Clubs: meldet euch, wir freuen uns drauf bei euch zu spielen :)

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und artverwandten Szene(n)?

Marc H.K.: Handgemachte Musik wird immer seine Fans finden… egal welche Art von Metal gespielt wird. Nur die Qualität entscheidet letztendlich entscheiden. Selbst Klassik findet ja nach Jahrhunderten immer noch neue Anhänger und so wird es auch mit dem Metal sein… da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.

Typ1_2

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Marc H.K.: Keine Nachteile, bisher nur Vorteile (siehe Produzentenanfrage und Bandkontakte). Myspace ist enorm wichtig für uns. Hierdurch haben wir uns ja schließlich auch kennen gelernt. Nicht wahr Holger?! Früher musstest Du Deine Kassetten (kennt die noch einer?) per Post in alle Herren Länder schicken, damit der Underground gehört wurde. Frag mal bei Lars Ulrich nach! Heute genügt ein Klick und Du kannst Dir sofort einen ersten Eindruck über die Musik der Band machen. Du erreichst so viele Leute, sodass dieses richtig in Arbeit ausarten kann. Aber myspace lohnt sich gerade für unbekanntere Bands.

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Marc H.K.: Auf der Musikmesse in Frankfurt 2009 konnte ich Steve Lukather (TOTO) unsere erste Promo CD übergeben und sagte Ihm, das es sich um Melodic Metal handelt… er sagte nur er höre keinen Metal… ok dachte ich mir und sagte spontan… dann ist es halt “Melodic Rock“… alle im Team von Lukather lachten und er steckte die CD ein… und Vinnie Paul (Pantera) fand unser CD - Artwork unglaublich. Es folgte unser erstes spontanes Radiointerview auf der Messe (welches wir Ralph Graupner von Indevent zu verdanken hatten) usw. Alle anderen Anekdoten kannst Du in unserer Bio nachlesen, welche im Jahr 2020 erscheint. harhar

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Er ruhe in Frieden… (ach `ne das war was anderes harhar)

Holger… fetten Dank für unser erstes Online-Zine-Interview.

Bei Interesse schaut einfach auf unserer neu gestalteten Page vorbei und werdet ein Teil der Amblade Familie. ( www.myspace.com/amblade )

Hornz up, Marc, Stefan, Sebastian, Patrick, Dennis, Lennart und Steffen

Typ 1 CD Cover Typ 1 „Myself - Inside“

Hut ab, Ohren auf – was ist das denn? Ich dacht` mir fliegen die (Hör-)Sinne davon, als sich dieser Silberling in meinem CD-Player zu kreisen begann. Typ 1 spielen – ja was denn eigentlich? – ich nenne es mal brachialen Metal (der mit Volldampf in die Visage geht) gepaart mit einem so was vom intensiven Sound…unglaublich. Genau kann man diese Musik nicht beschreiben, und das ist gut so. Der Leser braucht aber Zuordnungen, Vergleiche um der Vorstellung mächtig zu werden: also nennen wir dieses Musik-Menü melodischer Death-Metal, angereichert mit ein paar Esslöffeln Hardcore und einer Prise Dark-Metal. Ein unerklärlich fesselnder Druck springt da aus den Boxen, begleitet von zum „Himmel schreienden“ Harmoniebögen. Es groovt, es rockt, es hämmert, es hüpft, es singt… Das Tempo dieser EP hat keine sonderlichen Ausschweifungen und doch ist sie von einer Vielseitigkeit geprägt, die seinesgleichen sucht. Die Musik zwar auch nicht neu erfunden (wer hat das schon), so haben Typ 1 dennoch eine enorme Eigenständigkeit in Songwriting und dessen Ausführung zu verzeichnen. Alle Instrumente überzeugen auf hohem Niveau und der Gesang steht dem in nichts nach, nein im Gegenteil – drückt dem Ganzen in Vielfalt und Ausdruck noch den i-Punkt auf! Anspieltipps…Anspieltipps? Nicht möglich: 21,5 Minuten Muss-(man-haben-)Mucke!!

visit: www.typ1-rockt.de

 

< zum Inhaltsverzeichnis