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Vol.10 Schriftzug
 

 

Schauen über den Tellerrand

Was war einst das einschneidende Erlebnis in Eurem Leben, Euch aktiv der Muse hinzugeben?

Ich glaube jeder von uns hatte seine ganz eigene Motivation, mit der Musik zu starten. Da wir alle schon sehr lange unser jeweiliges Instrument ausüben, waren natürlich in den Kindertagen die Eltern bei den meisten nicht ganz unbeteiligt. Da hat man oft gehört: „Junge, häng’ doch nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher! Willst Du nicht mal ein Instrument lernen oder in einen Sportverein?“ Da fast alle von uns recht unsportlich sind, fiel die Wahl dann auch nicht so schwer... ;)
Daraus folgt logischerweise, dass man sich irgendwann mit Gleichgesinnten trifft, um einfach ein bisschen Krach zu machen, Songs zu schreiben und als Rocker Mädels aufzureißen (da kann ich natürlich nicht für unsere Sängerin sprechen; sie hatte bestimmt andere Motivationsgründe). Das einschneidende Aha-Erlebnis gibt es wahrscheinlich in kaum einer Band, sondern eher diesen Prozess der Zusammenfindung.

 

Summers End

Wenn Ihr mit Eurer Musik auch die entferntesten Winkel des Planeten erreichen würdet, welche Botschaft würdet Ihr auf musikalischem Wege transportieren und der Menschheit nahe bringen?

Wenn man sich die großen Bands anschaut, die auf der Welt die Spitzenplätze belegen, so kann man sehen, dass eigentlich keine von denen mit großen Botschaften arbeitet, sondern diese stets ihrem Konzept treu bleiben. Summer’s End würde demnach auch plötzlich keine schnell aufgesetzten, weltphilosophischen Thesen verstreuen, sondern so weitermachen wie bisher (warum wären wir denn sonst überall auf der Welt gefragt?). Was wir gerne immer mit unserer Musik weitergeben wollen ist für jeden unterschiedlich interpretierbar. Es geht (vor allem auf dem neuen Album) um persönliche Erfahrungen, in denen sich viele Leute wiedererkennen können, Toleranz und das Schauen über den eigenen Tellerrand. 

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in der aktuellen Musikentwicklung: weg von physischen Tonträgern hin zu Downloadvertrieb?

Negativ an diesem Trend ist natürlich der komplette Verfall von Wertigkeit. Man hat nichts Greifbares mehr in der Hand wie eine CD oder toll gestaltete Booklets. Jeder zieht sich schnell (ob legal oder illegal) wahllos ganze Festplatten mit Songs runter – damit wird Musik eigentlich zur Ramsch- und Billigware und so schwindet natürlich die Motivation für viele neue Bands. Warum sich noch groß Mühe geben, wenn man heutzutage keinen Cent mehr als Musiker verdienen kann?
Natürlich muss sich das Musikbusiness an die technischen Gegebenheiten anpassen. Nutzerfreundlichkeit, schneller Datenerhalt, blablabla. Erst verschwindet der Walkman, dann der CD-Player... Jetzt gibt es nur noch iPods, Hightech-Handys und MP3-Dosen – ganz klar, dass man da keine 17-Euro-CD reinstopfen kann (auch wenn man noch so sehr möchte).

Wie wichtig sind Eurer Meinung nach Fan- und Undergroundzines für die Musikszene?

Solche Magazine sind für kleine und relativ unbekannte Bands zum Teil überlebenswichtig (gedruckt und online). In erster Linie muss man natürlich live sehr aktiv sein, um sich einen Namen zu machen und Aufmerksamkeit zu erregen - aber wo sonst könnten wir so schöne Interviews geben, die vielleicht auch einmal jemand liest ;)? Da gerade online sehr viele Undergroundseiten hervorsprießen, darf man halt den Überblick nicht verlieren. Aber Fans und Musikliebhaber aus dem jeweiligen Genre suchen sich schon ihre ganz speziellen Informationsquellen heraus; und inzwischen ist ja echt für jeden Bereich etwas dabei.

Mit wem würdet Ihr gerne einmal zusammen die Stage betreten oder im Studio sein?

Am liebsten natürlich mit unseren Lieblingsbands, die bestenfalls auch noch ein wohlwollendes Publikum für unsere Musik besitzen. Niemand will ja mit Flaschen beworfen werden, wie damals Sabrina Setlur beim Rock am Ring.... Wir haben uns schon mit einigen regionalen Bands angefreundet, mit denen wir immer sehr gerne auftreten, aber eine große Nummer wie z.B. Rammstein oder Lacuna Coil wäre schon fein.
Da wir keine großen Studiofreunde sind, würden wir es gerne bei den oben genannten Live-Gigs lassen...

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen, die letzten Worte gehören wie immer Euch!:

Allen, die sich durch unsere Antworten gequält haben wünschen wir viel Freude mit unserer Musik und ein besonders positives Karma.

 
Summer's End im Dark Feather: Ausgabe 1 und Ausgabe 7
Summer's End zuhause: www.summers-end.de

 

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