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Vol.10 Schriftzug
 

 

Das Leben ist zum Musizieren gemacht

Was war einst das einschneidende Erlebnis in Eurem Leben, Euch aktiv der Muse hinzugeben?

Anne: Eigentlich ist es das Leben an sich, das mich dazu veranlasst, Musik zu machen. Es wäre unangemessen, allen Ausdruck in Musik, Theater und Kunst auf eine einzige Situation zurückführen zu wollen … das Leben wäre langweilig, wenn man nur Beruf und Privatleben hätte. Im künstlerischen Bereich darf man sogar Gefühle und auch Rollen ausdrücken, die man verabscheut: Uahahahaaaaa! ;) Alles, was man je an Input aus der Welt wahrgenommen hat, kann man dort imitieren und kreativ verknüpfen. Das fasziniert.

Alex: Naja, Musik machen war eben bei uns in der Familie irgendwie üblich: die älteren haben das gemacht – ich wollte das auch =)

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Wenn Ihr mit Eurer Musik auch die entferntesten Winkel des Planeten erreichen würdet, welche Botschaft würdet Ihr auf musikalischem Wege transportieren und der Menschheit nahe bringen?  

Anne: Jeder sollte ein kleines Stückchen versuchen, die Welt zu bremsen, damit das Laufrad, in dem wir als Hamster rennen, nicht noch schneller wird, bis wir alle außer Atem sind und uns nicht mehr retten können. Stress und Zerstörung sind von Menschen gemacht, also sollten wir uns mal wieder entspannen und an Frieden und Naturschutz nicht nur denken sondern diese auch praktizieren, und zwar jetzt!

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in der aktuellen Musikentwicklung: weg von physischen Tonträgern hin zu Downloadvertrieb?

Anne: Eine CD ist ein Gesamtwerk von Cover und Musik. Beim Download wird der Tastsinn nicht richtig angeregt - nur 1x klicken. Das ist für mich so ein Unterschied wie wenn man, statt echt gewachsene Erdbeeren zu essen, sich ein Foto davon im Internet anguckt - oder einen Waschlappen in Erdbeeraroma getränkt aussaugt. Lieber eine richtige gute Band, die Personality hat, beim Livekonzert erleben, die CD kaufen und als Sammlungsstück liebevoll ins Regal stellen, denn nur so kann die Band weiterhin bestehen! Nur ganz mutige Institutionen dieser Gesellschaft trauen sich, eine zukünftig bekannte oder musikfreudige Undergroundband zu fördern, selbst wenn richtig großes Potential darin ist. Ein innovatives und persönliches Projekt, das sich traut, Gefühle so auszudrücken, wie es sich kein anderer traut, eckt bei vielen erst einmal an und es wird nach Vergleichen gesucht, um die Sache einzusortieren, damit das alte Weltbild in Ordnung bleibt. Es begeistert mich immer, wenn ich sehe, wie Via Obscura Meinungen spaltet. Es können nur Leute, die einen starken eigenen Willen haben, gute junge Bands unterstützen. Die anderen ziehen lieber darüber her. Musizieren ist Trainingssache. Alles, was eine Band erreicht, die nicht nur zum Party-Klischee-Zweck musiziert, ist ganz knallhart erarbeitet. Deshalb finde ich, man sollte sich und den Mitmenschen die Zeit gönnen, eine CD voll und ganz zu genießen, statt schnelllebig mal eben hundert Mp3s zu speichern, nur um sie auch zu haben… Das erinnert mich gerade an etwas: Als ich klein war, hab ich auch noch "auch haben, auch haben!" gesagt… ja, ich bin auch eine Viel-Musik-Haberin. Aber ich kaufe die CDs immerhin. ;)

Alex: Mal abgesehen davon, dass für mich eine CD mehr ist als nur die Tondaten - CDs klingen einfach besser, tendieren eher dazu, das Album als Gesamtheit aus allen Liedern wahrzunehmen; und natürlich das Artwork... - gibt es noch etwas wichtiges: Eigentlich hat Internet für die Musik den Vorteil, dass das Kopieren und Verbreiten von Musik derart günstig wird, dass es sich jeder leisten kann, an die Musik zu kommen, die er hören will, und man als Musiker im Grunde allen seine Musik zeigen können müsste; ich würde tatsächlich die Songs am liebsten allen kopieren und per mail zuschicken, einfach, weil ich sie hörenswert finde. Aber das führt eben auch zu zwei sehr großen Nachteilen: Der Haufen an Musik schwillt so an, dass eben doch niemand findet, was es gibt; es ist dann wieder genau wie vorher so, dass es auf die Verteiler von Gütern ankommt. Und damit ist auch der zweite Punkt schon zu sehen: Musik herzustellen kostet einfach Zeit, Strom, Zeug, und damit Geld. Über das Netz bieten sich kaum Möglichkeiten, diese Kosten irgendwie wieder auf Null zu setzten.

Wie wichtig sind Eurer Meinung nach Fan- und Undergroundzines für die Musikszene?

Anne: Es lebe der Dark Feather, Holger, wir lieben Dich!!! :) :) … Ach so, keine Suggestiv-Antwort, sagst Du. :) Trotzdem im Ernst: Ich halte sehr viel davon, sehr wichtig, um engagierten, aufstrebenden, freundlichen lieben netten Underground-Bands eine Chance zu geben, zu Wort zu kommen, und Beachtung zu finden.

Mit wem würdet Ihr gerne einmal zusammen die Stage betreten oder im Studio sein?

Andre: Mit Siggi Bemm im Studio, auf der Bühne mit Via Obscura!

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen, die letzten Worte gehören wie immer Euch!

Juhu!!! Hallo liebe Leser! Wir sehen uns auf dem nächsten Konzert!!! Jeder kann gerne vorbeikommen. Los, schwing Dich direkt aus der Tür, besuche das nächste Via Obscura -Konzert, wenn Du etwas Neues erleben willst, überzeug Dich selbst! ;) Wir arbeiten bereits am neuen Album, planen ein Konzert mit Impro-Theater, und auf der Homepage kann man über aktuelle Konzerte auf dem neusten Stand bleiben, bei Twitter und bei Myspace! Vielen Dank für die Fragen, Via Obscura mag Interviews geben gerne!

 
Via Obscura im Dark Feather: Ausgabe 7
Via Obscura zuhause: www.myspace.com/viaobscurade

 

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