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Dark Feather Ausgabe 11

Das dunkle Zeitalter findet sich im Heute

Die Tübinger Black Metal Truppe von AETAS OBSCURA hat im vergangenem Jahr mit „War Without End“ ein Debüt unter das Szene-Volk gestreut, welches verdammt neugierig auf mehr macht. Sie scheren sich einen Dreck um Szenegrenzen, experimentieren mit reichlich verwandten Stilen und bringen somit zweifellos eine eigene Handschrift in das Genre ohne sich dabei zu "verheddern". Das Zusammenfügen der musikalischen Ideen zu einer harmonischen Symbiose ist ihnen zweifelsohne gelungen! Gitarrist und Bandmitbegründer Darius, sowohl Frontmann Felix standen unseren Fragen Rede und Antwort.

HalloDarus, hallo Felix, willkommen beim Dark Feather! Ich  bitte Euch zuerst um eine kurze Vorstellung Eurer aktuellen Besetzung!

Darius: Servus Dark Feather. Erstmal danke fürs Interview. Aetas Obscura besteht seit 2005. Von der ursprünglichen Besetzung sind nur noch Markus (keys) und Ich (Darius, guitar) übrig. In der Zeit entstand auch unser erster musikalischer Gehversuch „Frühlingsgefühle“. Nach einigen Monaten bestehen war dann aber auch wieder Schluss da wir uns durch diverse Überbrüche erstmal privat neu orientieren mussten. 

Aetas Obscura 1

Erst ein Jahr später haben wir die Band wieder neu belebt und von vier auf sechs Mitglieder hochgeschraubt (wir hatten zuvor keinen Drummer und nur eine Gitarre). Zurzeit gehören Felix (vocals), Darius (guitar), Rob (guitar), Markus (keys), Phil (bass) und Chris (drums) zur Horde. Mit dieser Besetzung sind wir momentan sehr zufrieden. Es herrscht ein freundschaftliches und produktives Klima.

 

Im letzten Jahr habt Ihr Euer Debüt „War Without End“ auf das Volk losgelassen. Wie waren die Reaktionen darauf und seid Ihr zufrieden mit jenen?

Darius: Unsere Feuertaufe war die Releaseparty in Tübingen. Die Reaktionen hier waren fantastisch und das Album ging weg wie warme Semmeln. Das hat uns sehr gefreut. Auch überregional verhalf uns das Album zu diversen Auftritten auf die wir gerne zurückschauen. „War Without End“ war unsere erste richtige Aufnahmeerfahrung als Band. Diese Erfahrung hat die Band an sich natürlich stärker zusammenwachsen lassen. Aber es fand natürlich seitdem ein Lernprozess statt und würden und werden inzwischen vieles anders machen. Dennoch sind wir heute noch mit den Songs völlig zufrieden. Sie waren ein wichtiger Schritt in unserer Entwicklung.

 

Sehr angenehm fällt mir Eure eigene Handschrift auf, die Ihr in das Black-Metal Genre einbringt. Da experimentiert Ihr mit reichlich Stilelementen und die Songs sind eingängig ohne an Tiefgang einzubüßen. Habt Ihr lange an diesen individuellen Stil und Sound „gefeilt“ und wolltet Ihr Euch dadurch bewusst von gängigen Klischees abheben oder war es das Ergebnis einer langen Entwicklung?

Darius: Danke fürs Lob erstmal. Schön das Dir unser Stil gefällt. Die Entwicklung von unserem Sound ist beides: gezieltes Feilen und eine zeitliche Entwicklung. Als wir „Frühlingsgefühle“ schrieben hatten wir noch andere Präferenzen oder Vorstellungen, wie unser Sound zu klingen hat. Das war noch alles sehr melancholisch, langsam, schwer. Nach der Bandpause und mit dem neuen und erweiterten Lineup haben wir uns für einen schnelleren, technischeren und verspielteren Sound entschieden. Das war natürlich aber auch ein Stück unserer individuellen musikalischen Entwicklung. In der Band haben wir viele Mitglieder, die über Black Metal, oft auch über das Metalgenre hinaus aktiv sind. Wir hatten einfach Lust, diese verschiedenen Stilrichtungen einzubauen. Sich streng an gemachte Grenzen von einem Genre zu halten beschneidet letztendlich nur die eigene Kreativität.

Felix: Wenn man außerdem vom Musikalischen absieht, heben wir uns schon sehr bewusst ab von den gängigen Klischees des Black Metal. Wir wollen uns, auch inhaltlich, nicht auf Satan, Odin oder Weltkrieg reduzieren. Als Resultat unserer Entwicklung sehen wir, dass wir zentral thematisieren, dass auch auf unser jetziges Leben, unsere hiesige Gesellschaft die Beschreibung „dunkles Zeitalter“, also „Aetas Obscura“ mindestens ebenso, wenn nicht mehr noch passt als auf das Mittelalter, auf das dieser Begriff oft verwendet wird. Nichts ist in Wirklichkeit klarer oder heller – aufgeklärter - geworden, es wird einem nur vermittelt, man kenne alles und könne alles andere entweder lernen oder googlen. Diese Thematisierung wird vor allem auch auf unseren kommenden Aufnahmen deutlich werden.

 

Apropos Entwicklung…Es gab bei Euch in den letzten Jahren eine Umstrukturierung, da ich Euer Demo aus dem Jahre 2005 nicht kenne: betraf diese Umstrukturierung neben personeller Hinsicht auch die Musik?

Darius: Das stimmt. Personell hat sich viel verändert in den letzten Jahren. Zum Glück waren die Trennung nie mit großen Streitereien verbunden sondern immer mit privaten Umbrüchen. An dieser Stelle will ich kurz unsere Ex-Aeten grüßen, mit denen wir noch größtenteils Kontakt haben: Servus Wolle, Janto und Marc.
So jetzt zur eigentlichen Frage: Natürlich hat sich wie oben beschrieben unser Sound immer weiterentwickelt. Das liegt nicht zuletzt gerade an den neuen Mitgliedern die immer neue Ideen mitbringen oder durch ihre individuelle Spielweise uns auf neue Ideen bringen.

 

Was ist aus Eurer Sicht der größte Schritt von Eurem Demo zu „War Without End“?

Darius: Wo soll man da anfangen? Von einer kleinen Garagenband ohne Drummer (der Drumcomputer lief in Hintergrund) und ohne große musikalische Kenntnisse haben wir uns zu einer stabilen Band entwickelt. Ich denke aber der größte Schritt war die ganze Live-Erfahrung die wir inzwischen mit Aetas machen durften. Eine bangende Horde vor der Bühne oder der positive Feedback danach ist eigentlich das, wofür wir Musik machen. Keine Verträge, gute Reviews oder sonstige Schmankerl können sowas ersetzen.

 

Wie sieht es bei Euch mit Livegigs aus, wann kann man Euch demnächst wieder auf der Bühne sehen?

Felix: Regional sind wir immer wieder zu sehen. Konkret stehen da neben Tübingen auch Waiblingen und Göppingen auf dem Plan. Nach unseren Gigs in Pforzheim und Filderstadt zum Beispiel, wo wir gute Erfahrungen sammeln konnten, sind wir auch immer offen für Anfragen.

Darius: Oh ja, das Jugendhaus Z in Filderstadt und das Sakrema in Pforzheim waren super Locations mit einem tollen Publikum und sehr engagierten Veranstaltern. Was Gigs angeht muss hier auch mal ein Riesenlob an Uwe vom Epplehaus Tübingen fallen, der immer eine super Metalnight schmeißt und es vor allem immer kleinen, neuen Bands ermöglicht sich Live zu präsentieren. 

 

Was sind Eure nächsten Pläne, wohin soll die Zukunft Aetas Obscura möglichst noch hinbringen?

Felix: Demnächst wollen wir aufnehmen und mit diesen Aufnahmen dann auch den überregionalen Sprung schaffen. Das Potenzial in der Band ist defintiv vorhanden. Allein es fehlt die Zeit…

Darius: Ja, auf das nächste Album freu ich mich ganz besonders. Die Lieder stehen schon alle und wir konnten sie bereits live erproben. Die Reaktionen auf die neuen Lieder sind durchwegs positiv und auch wir haben richtig Spaß, das neue Material zu zocken. Jetzt geht es darum, dieses Feeling auf Band, bzw. Festplatte zu bannen. Das neue Album wird definitiv noch reifer, durchdachter und energischer klingen.

Abschließend unsere beliebte Standardfrage vom Dark Feather: Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Aetas Obscura 2

Darius: Unsere Anfangstage waren glaub ich nur von schrägen Situationen geprägt. Damals hatten wir noch keinen Proberaum und wir haben bei unserem Bassisten in der Mietwohnung geprobt. Das hat uns natürlich nicht daran gehindert Proberaumlautstärke zu fahren. Das lief auch gut bis unser Bassist aus der Wohnung geflogen ist, mit der Begründung er würde jede Woche mehrere exzessive Partys schmeißen.
Die schönsten Situationen sind immer wenn wir nach einem guten Gig verschwitzt und völlig fertig die Bühne runterkriechen und gemeinsam mit der Publikumshorde mit einem eiskalten Bier anstoßen können. Der schlimmste natürlich wenn kein Bier mehr da ist weil die Bands vor uns alles weggesüffelt haben.

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Darius: Riesendank nochmal an Dark Feather. Die Metalszene lebt vor allem durch das Engagement von vielen verrückten Szenegängern, die ihre Zeit und oft auch viel Geld in die Szene investieren und so zu einem Netzwerk der Szene beitragen. Gratulation an dieser Stelle auch an das kürzliche Jubiläum. Thy Metal Be Black!

 

visit: www.aetas-obscura.de

 

 

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