Erst ein Jahr später haben wir die Band wieder neu belebt und von vier auf sechs Mitglieder hochgeschraubt (wir hatten zuvor keinen Drummer und nur eine Gitarre). Zurzeit gehören Felix (vocals), Darius (guitar), Rob (guitar), Markus (keys), Phil (bass) und Chris (drums) zur Horde. Mit dieser Besetzung sind wir momentan sehr zufrieden. Es herrscht ein freundschaftliches und produktives Klima.
Im letzten Jahr habt Ihr Euer Debüt „War Without End“ auf das Volk losgelassen. Wie waren die Reaktionen darauf und seid Ihr zufrieden mit jenen?
Darius: Unsere Feuertaufe war die Releaseparty in Tübingen. Die Reaktionen hier waren fantastisch und das Album ging weg wie warme Semmeln. Das hat uns sehr gefreut. Auch überregional verhalf uns das Album zu diversen Auftritten auf die wir gerne zurückschauen. „War Without End“ war unsere erste richtige Aufnahmeerfahrung als Band. Diese Erfahrung hat die Band an sich natürlich stärker zusammenwachsen lassen. Aber es fand natürlich seitdem ein Lernprozess statt und würden und werden inzwischen vieles anders machen. Dennoch sind wir heute noch mit den Songs völlig zufrieden. Sie waren ein wichtiger Schritt in unserer Entwicklung.
Sehr angenehm fällt mir Eure eigene Handschrift auf, die Ihr in das Black-Metal Genre einbringt. Da experimentiert Ihr mit reichlich Stilelementen und die Songs sind eingängig ohne an Tiefgang einzubüßen. Habt Ihr lange an diesen individuellen Stil und Sound „gefeilt“ und wolltet Ihr Euch dadurch bewusst von gängigen Klischees abheben oder war es das Ergebnis einer langen Entwicklung?
Darius: Danke fürs Lob erstmal. Schön das Dir unser Stil gefällt. Die Entwicklung von unserem Sound ist beides: gezieltes Feilen und eine zeitliche Entwicklung. Als wir „Frühlingsgefühle“ schrieben hatten wir noch andere Präferenzen oder Vorstellungen, wie unser Sound zu klingen hat. Das war noch alles sehr melancholisch, langsam, schwer. Nach der Bandpause und mit dem neuen und erweiterten Lineup haben wir uns für einen schnelleren, technischeren und verspielteren Sound entschieden. Das war natürlich aber auch ein Stück unserer individuellen musikalischen Entwicklung. In der Band haben wir viele Mitglieder, die über Black Metal, oft auch über das Metalgenre hinaus aktiv sind. Wir hatten einfach Lust, diese verschiedenen Stilrichtungen einzubauen. Sich streng an gemachte Grenzen von einem Genre zu halten beschneidet letztendlich nur die eigene Kreativität.
Felix: Wenn man außerdem vom Musikalischen absieht, heben wir uns schon sehr bewusst ab von den gängigen Klischees des Black Metal. Wir wollen uns, auch inhaltlich, nicht auf Satan, Odin oder Weltkrieg reduzieren. Als Resultat unserer Entwicklung sehen wir, dass wir zentral thematisieren, dass auch auf unser jetziges Leben, unsere hiesige Gesellschaft die Beschreibung „dunkles Zeitalter“, also „Aetas Obscura“ mindestens ebenso, wenn nicht mehr noch passt als auf das Mittelalter, auf das dieser Begriff oft verwendet wird. Nichts ist in Wirklichkeit klarer oder heller – aufgeklärter - geworden, es wird einem nur vermittelt, man kenne alles und könne alles andere entweder lernen oder googlen. Diese Thematisierung wird vor allem auch auf unseren kommenden Aufnahmen deutlich werden.
Apropos Entwicklung…Es gab bei Euch in den letzten Jahren eine Umstrukturierung, da ich Euer Demo aus dem Jahre 2005 nicht kenne: betraf diese Umstrukturierung neben personeller Hinsicht auch die Musik?
Darius: Das stimmt. Personell hat sich viel verändert in den letzten Jahren. Zum Glück waren die Trennung nie mit großen Streitereien verbunden sondern immer mit privaten Umbrüchen. An dieser Stelle will ich kurz unsere Ex-Aeten grüßen, mit denen wir noch größtenteils Kontakt haben: Servus Wolle, Janto und Marc.
So jetzt zur eigentlichen Frage: Natürlich hat sich wie oben beschrieben unser Sound immer weiterentwickelt. Das liegt nicht zuletzt gerade an den neuen Mitgliedern die immer neue Ideen mitbringen oder durch ihre individuelle Spielweise uns auf neue Ideen bringen. |