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Mit Konsequenz und Lockerheit zu weiteren Taten |
| Längst keine Unbekannten in der Szene sind ANUBIZ aus Nordrhein-Westfalen, wühlen sie doch schon gut zehn Jahre im Geschehen mit und haben dabei auch schon so manche Szenegröße supported. Aktuell stehen die Gothic-Rock/Metaller vor ihren dritten Album, welches in Kürze erscheint und "Momentum" getauft wurde. Im Vorfeld dazu konnten wir Gitarrist und Sänger Jörg für folgendes Interview gewinnen. |
Hallo Jörg, herzlich willkommen beim Dark Feather! Ihr steht kurz davor Euer drittes reguläres Album zu veröffentlichen, welches den Titel „Momentum“ tragen wird. Könnt Ihr dazu schon etwas mehr verraten, was wird dem Fan und Hörer erwarten? |
| Ich denke dass dieses Album ein weiterer großer Schritt in unserer Bandgeschichte ist. Im Songwriting haben wir uns aufs wesentliche konzentriert und einiges verbessert. Vor allem im Bereich der Stimmen konnten wir viel konsequenter vorgehen. Die Songs sind eingängiger und etwas „poppiger“ geworden. Wir haben versucht die genretypischen Dogmen außen vor zu lassen und einfach unseren Ideen freien lauf gelassen. Spielerisch wie auch im textlichen wollten wir neue Wege gehen. Das zeichnet sich auch in der Bookletgestaltung aus. Zum ersten Mal haben wir nicht mit unserem Coverdesigner zusammengearbeitet, sondern haben das im Haus gelassen.
Des weiteren haben wir viel ausprobiert. Ich denke dass wir sicher noch mal 10 Songs einfach in die Tonne geschmissen haben. Das neue Album hebt sich sicher von den Vorgängern ab, aber Anubiz bleibt es trotzdem. Vielleicht alles etwas lockerer und nicht so steif.
Worin wird es sich inhaltlich vor allem abspielen?
Wie eingangs schon erwähnt, wollten wir nicht diese typischen Themen bearbeiten. Die alten Themen der letzten CD, Missbrauch, Tod und ähnliche Dinge haben wir rausgelassen. Einige Texte handeln vom Glauben, ein Text behandelt mit leichter Ironie das „erste Mal“, ein anderer spiegelt Suchtverhalten oder Stalking (Nachstellung) wieder. Vor der CD haben wir ein stricktes – da schreiben wir nicht mehr drüber – verhängt. |
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Auffällig ist, das Dein harter Gesang stets einen sehr starken Kontrast in der Ausdrucksform zu Katjas Stimme bildet. Man hört deutlich heraus das Ihr gar keinen Wert auf die typische Verschmelzung a la „die Schöne und das Biest Gesang“ legt. Wollt Ihr Euch damit bewusst von gängigen Klischees abheben oder hat sich das einfach so ergeben?
Ich denke das kann man beides unterschreiben. In den ersten Tagen von Anubiz war das eher in dieser Richtung. Das hatten wir auch so schon von der Presse gehört. Dann kam aber immer mehr der Wunsch auf, das man meine Stimme verstehen sollte und so kam diese Art immer mehr durch.
Das wir uns dadurch von anderen Bands abheben ist sicher kein Nachteil und letzlich auch gewollt.
Es ist immer schwer uns nur in eine Schublade zu stecken.
Eure letzten beiden Alben habt Ihr bei „Nicrothal Records“ veröffentlicht, dessen Inhaber Du bist. Ich gehe mal davon aus, das Momentum ebenfalls darüber veröffentlicht wird, oder?
Das wird so sein. Der einzige unterschied ist, dass ich das Album nicht selber gemischt habe. Dazu war der Prozess im Vorfeld zu intensiv und mir fehlte einfach der Abstand. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen das ganze extern mischen zu lassen. Mit frischen Ohren sozusagen.
Alles Weitere wird wieder über NR laufen. Unterm Strich eine gute Entscheidung. |
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Ihr habt Euch die Bühne bereits mit Bands wie Theatre Of Tragedy, Katatonia oder Corvus Corax geteilt. Wie waren diese Erlebnisse für Euch und inwieweit haben sie Euch auf Eurem Weg geholfen?
Es war sicher kein Nachteil. Solche Bands in der Vita stehen zu haben macht sich immer gut. Geholfen?? Es war auf jeden Fall lehrreich zu sehen wie sich etablierte Band Backstage verhalten, auf der Bühne, etc. Also jetzt nicht wertend lesen. :-) Hier und da wurde schon mächtig gefeiert.
Ihr seid eine gestandene Band in der Szene, immerhin gibt es Euch schon mehr als eine Dekade. Und es scheint, das Ihr seid Eurem ersten Lebenszeichen auf Tonträger vom Drehen des Besetzungswechsels verschont geblieben seid. Das ist nicht unbedingt üblich, habt Ihr da ein Geheimrezept?
Naja, das stimmt so ja nicht ganz. Sicher in der Instrumentalen Besetzung ist die Sache stabil geblieben. Aber am weiblichen Gesang haben wir doch schon einiges durchgemacht. Katia ist ja bereits die dritte Sängerin in unserer Mitte. Oder anders, Momentum ist das erste Album wo wir keinen Wechsel hatten. Ein Rezept, ich denke wenn man fair bleibt und jedem seinen Freiraum lässt, oder die eine oder andere Macke verzeiht ist es schon ein guter Weg. Des weiteren gehen wir uns um den Jahreswechsel in der Regel 3-6 Wochen aus dem Weg. Keine Proben. Dann hat man auch wieder Spaß an der Sache. Dass es nicht mal knallt, kann man nicht verhindern. Aber man sollte dann auch die Größe haben, das zu verarbeiten. Bierchen drauf und weiter gehts.
Apropos erstes Lebenszeichen…Wenn Ihr zurückblickt auf Euer erstes Demo namens „Pretty in Pain“ aus dem Jahre 2000, wo seht Ihr selbst Eure größten Entwicklungsschritte?
Ich denke in der Art und Weise wie wir Songs schreiben und produzieren. Viele Dinge werden einfach in der Anfangszeit einer Band grundlegend falsch gemacht. Anfangs spielt jeder sein Ding und nach und nach hört man auf den Rest der Band und stellt sein Instrument auch mal zurück. Vor Allem die Absprachen der Gitarren und dem Keyboards hat uns sehr viel gebracht. |
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Da dies unser erstes Interview mit Euch ist, eine Frage mit Blick in die Vergangenheit: Ins Ohr stach mich sofort der Song „Mondlicht“ in der Bonus-Track-Version, ein klasse Stück, welches vor Melancholie nur so strotzt. Wie kam es zu der Idee neben der deutschen regulären Version auch die russische Sprache in eure Musik einfließen zu lassen?
Die Idee hatte ich schon länger im Kopf. Oder zumindest hat mich eine Straßenmusikerin geprägt. Diese saß in Bonn mit ihrer Gitarre und Sang auf Polnisch. Das ist mir bis heute (vor 10 Jahren) im Kopf geblieben und als wir auf einem Gig gespielt hatten kam das Thema noch mal durch und Katia erwähnte beiläufig: „Ich könnte das auf russisch singen“ - BÄM !! Gleich ausprobiert und Gänsehaut bekommen. Ich denke, das dieser Song mit das Stärkste ist was wir bis heute gemacht haben. Vor allem weil wir in dem Songs noch Geige und Chello einspielen konnten. Das unterstreicht die Nummer zusätzlich. |
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Wie wichtig sind Euch ansonsten die deutschen Texte, die Eure Songs bestimmen?
Ich würde sagen, den Textern sind die Texte sehr wichtig. Einigen anderen nicht so sehr .. Aber da muss man durch. Die deutsche Sprache ist ein Merkmal das wir schon seit langen in unserer Musik haben. Ich denke einfach, das ich in meiner Muttersprache Dinge und Gefühle beschreiben kann, wie es mit dem Schulenglisch nicht möglich ist. Dazu kommt das Deutsch eine recht harte Sprache ist, vor allem in der Musik. Das unterstreicht unseren Sound und die Art und Weise unserer Musik.
Was sind nun Eure weiteren Pläne nach der Albumveröffentlichung?
Zur Zeit sind wir dabei eine kleine Konzertserie zu planen. Wie genau das läuft .. einfach mal bei uns auf die Seite schauen. Sicher ist erst mal das Releasekonzert. Danach müssen wir mal sehen was wir selber an den Start bringen und was über die Bookingagentur kommt. Ich für meinen Teil freue mich wieder auf die Bühne. Die Produktion der CD war extrem lang.
Abschließend unsere beliebte Standardfrage vom Dark Feather: Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Oh, da muss ich mal nachdenken. Ich denke eines der schönsten Erlebnisse war auf dem WGT. Ins Hotelzimmer gekommen und auf dem Fernseher stand: „Wilkommen ANUBIZ“ - schön ein cooles Gefühl. Negativ, ich denke sicher das war dieser leichte Oringeruch in einem Club. Wer da kein festes Schuhwerk hatte war echt im Arsch.
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Ersteinmal vielen Dank für das Interesse und hört einfach mal bei uns rein. Soundbeispiele des neuen Albums werden auf unserer Webseite, oder auf Myspace zu hören sein. |
visit: www.myspace.com/anubizmusic
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