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Dark Feather Ausgabe 11
Ein ungezwungenes "Hirn-Streichel-Projekt"
Hinter DEFRACTURE verbergen sich die beiden Musiker Matthias Gamer und Oliver Heinemann, welche schon weit vor diesem Projekt gemeinsam musizierten. Sechs Jahre fungieren sie nun bereits unter DEFRACTURE, in welchen sie zwei E.P.'s und ein Album bisher veröffentlichten. Jene stellen sie Ihren Fans zum Free Download bereit, denn der Spaß der Ungezwungenheit steht bei dem Electro-Projekt an oberster Stelle. Wir freuen uns, das sich die beiden Zeit für folgendes Interview mit uns nahmen.

Hallo defracture, willkommen beim Dark Feather! Stellt doch bitte zu Beginn einmal Eure Besetzung vor?

Das sind Matthias Gamer (Programming, Synth, Songwriting, Lyrics, Guitar) und Olli Heinemann (Programming, Synth, Songwriting, Lyrics, Vocals).

defracture ist quasi vor sechs Jahren durch eine Fusion von Musikern entstanden, die vorher in anderen Bands und Projekten aktiv waren, sehe ich das richtig? Wie kam es denn damals zur Gründung?

defracture 1

Streng genommen nicht nur in anderen Bands und Projekten, sondern auch in komplett anderen Musikgenres. Wir machen bereits seit 1994 Musik. Wir kennen uns aus dem hessischen Idstein, wo unsere Eltern immer noch wohnen. defracture ist 2003 aus der Tatsache entstanden, dass wir weiterhin gemeinsam Musik machen wollten, aber in einer Richtung, in der wir vorher noch nicht tätig waren. Mit Dark Electro, EBM etc. hatten wir bis dahin zwar sehr intensive „Berührungen“ aber für uns beide war das schon eine ganz neue Erfahrung quasi Konservenmusik zu machen, die man zu Hause spielen, proben und aufnehmen kann. Vorher waren wir gemeinsam in Bands tätig, Matthias an der Gitarre und Olli an den Drums (später auch Vocals). Von der Chronik her gesehen ist defracture im Prinzip ein Nachfolgeprojekt unserer ersten gemeinsamen Band Dark Serenity (stilistisch Melancholic Metal, www.defracture.de/ds) und der Nachfolgeband Silvercity (stilistisch gesehen melancholische Country Musik). Nach 9 jährigem Bestehen hat sich diese Konstellation im Dezember 2003 aufgrund unüberbrückbarer bandinterner Differenzen aufgelöst. Bis dahin brachten wir 4 eigenproduzierte CDs auf den Markt und haben ordentlich oft live gespielt. Kurz danach haben wir uns zu zweit zusammengesetzt und beschlossen weiterhin gemeinsam Musik zu machen. Damals wurde also defracture geboren und aus der gemeinsamen musikalischen Leidenschaft ist auch eine langjährige Freundschaft entstanden.

Eure Musik spielt sich in den Gefilden des experimentellen Electro ab, wo liegen eigentlich Eure Vorbilder und was inspiriert Euch beim Songwriting?

Spezielle Vorbilder bzw. Bands ziehen wir beim Songwriting eigentlich nicht heran. Dass unser Stil recht experimentell erscheint, liegt an der Tatsache, dass wir stets neue Sounds ausprobieren und nur selten auf alte Strukturen zurückgreifen. Wiederholungen sind nicht unser Ding aber wir sammeln dennoch Erfahrung und sind seltsamerweise manchmal sogar der Meinung, dass unser Songwriting unbewusst Fortschritte macht, haha. Musikalisch kommen wir beide aus der Death Metal-Szene. Olli war auch jahrelang im Old School EBM verhaftet und lebt seit ca. 10 Jahren in einer Welt voller Swing, Rockabilly und Psychobilly-Musik. Matthias hört immer noch gerne verschiedene Metal-Facetten, mag aber auch ruhige Klangcollagen und gediegenen Jazz. Wir stehen zu allen diesen verschiedenen Einflüssen, die uns geprägt und beeinflusst haben. Aus diesem Grund haben wir natürlich schon Lieblingsacts in jeder dieser Richtungen. Wir glauben aber nicht, dass sich diese „Vorbilder“ direkt im Songwriting niederschlagen. Vielleicht eher indirekt in der Tatsache, dass wir gerne verschiedene Sachen ausprobieren und uns nicht auf eine Schiene festlegen wollen. 

Bei Eurer Promo-EP und Euerem Debüt-Album „Subsecrets“ hattet ihr jeweils noch weibliche Stimmen am Start, beabsichtigt Ihr jenes in Zukunft erneut einzubauen oder ist das Thema abgehakt?

Offen gesagt ist das Thema abgehakt. Wir waren lange auf der Suche nach einer passenden weiblichen Stimme, die konstant zur Musik passt. Leider waren wir hier nur zeitweise erfolgreich und haben uns deswegen darauf geeinigt den „Job“ bis auf weiteres selbst zu erledigen. Olli hat ja auch in der Vergangenheit schon öfters gesungen (oder wie man das sonst nennen kann) und es hat durchaus Vorteile, dass er diesen Job jetzt auch wieder bei defracture übernimmt. Wir treffen uns nicht so oft, arbeiten dann aber sehr intensiv an unseren Songs. Mit einer anderen Person am Mikro ergäben sich daraus möglicherweise Koordinationsschwierigkeiten. Um trotzdem ein wenig Abwechslung zu bieten, setzen wir aber auch ganz gerne Samples aus Filmen oder Hörspielen in unseren Songs ein.

„Sierra Shining“ heißt Eure aktuelle EP, wo seht ihr selbst Eure größten Veränderungen heute zu den Anfangstagen?

Wir sind wohl schon reifer, älter und fetter geworden. Letzteres auch unbewusst, weil kommt i. d. R. von Alleine …. Die größte Veränderung – gerade auch im Vergleich zu unseren früheren Bands – ist wohl darin zu sehen, dass das Musik machen im Laufe der Jahre zum wirklichen Hobby avanciert ist und gerade diese Ungezwungenheit tierisch Spaß macht. Wir puzzeln einfach ganz intuitiv ein paar Ideen zusammen, bis uns das Endprodukt gefällt. Durch unsere Jobs sind wir geistig schon recht beansprucht und von daher ganz glücklich, ein Hirn-Streichel-Projekt wie defracture zu haben, welches dann auch noch ganz brauchbaren Output liefert. Mehr kann man sich als Hobby-Musiker eigentlich nicht wünschen.

Wie vertreibt Ihr eigentlich Eure Musik?

Momentan ausschließlich im Eigenvertrieb. Es ist nicht unser Ziel Geld mit defracture zu verdienen. Deswegen sind unsere Songs auch komplett bei Myspace verfügbar (www.myspace.com/defracture). Wir freuen uns, wenn sich unsere Musik auf diese Weise ein wenig verbreitet und auch andere Leute Spaß daran haben.


Seid Ihr auch live aktive oder ist defracture ein reines Studioprojekt?

defracture ist und bleibt ein reines Studioprojekt.


Und was wünscht Ihr Euch noch für Eure musikalische Zukunft?

Das wir uns – den privaten Umständen weitestgehend trotzend, haha – trotzdem so oft wie möglich treffen können und für uns zufrieden stellende Songs schreiben, die den Hörern und uns eine gute Zeit bescheren.

Abschließend unsere beliebte Standardfrage vom Dark Feather: Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Hm, da gab es z.B. eine Geschichte als wir noch mit Dark Serenity unterwegs waren: Wir haben damals zusammen mit der Band Final Scream in der Kneipe Haltlos (der Name ist Programm) im hessischen Limburg gespielt. Der recht kräftige und leicht bis mittelschwer angetrunkene Wirt war vom Logo der anderen Band (nachvollziehbarer Weise die Maske des ähnlich lautenden Films) so begeistert, dass er es sich direkt vor Ort in unübersehbarer Größe tätowieren ließ. Respekt!
Interessant war auch unser Auftritt mit Silvercity beim deutschen Rock- und Pop-Preis 2003 in Hamburg, ausgerichtet vom gleichnamigen Musikerverband. Wir sind damals den tierisch weiten Weg per Bahn angereist, nur um am nächsten Tag EINEN Song von einer Regulärlänge von ca. 2:40 min. innerhalb von 1:50 min durchzujagen und am Folgetag wieder gen Frankfurt zurückzureisen. Ein Klassiker.
Gerne erinnern wir uns auch an einen Gig in den Anfangstagen von Dark Serenity im Osten dieser Republik, 1995. Das waren noch Zeiten. Da konnte man sich nie sicher sein, ob während des Auftritts die Bude von irgendwelchen Radikalen gestürmt wird oder nicht. Damals hatten wir zumindest Glück.
Momentan beeindruckt uns durchaus, dass wir von Promotion-Agenturen oder Magazinen bzgl. defracture angesprochen werden. Sehr schräg, aber auch absolut positiv! Wir hätten nicht gedacht, dass unsere Musik offenbar mehr als zwei Menschen gefällt…

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Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

„Määääh“ und tierisch bedankt!

 

 

visit: www.myspace.com/defracture

 

 

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