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Reizstrom
 
 
Dark Feather Ausgabe 11

„Über Musik kann man nicht diskutieren, sondern nur fühlen“

REIZSTROM ist ein Elektro-Industrial Projekt, hinter dem mit Skip Intro und Me Cha zwei Musiker stehen, die schon jahrelange Musikerfahrung haben. Im vergangenem Jahr haben sie mit „Zettel am Zeh“ ihr Debüt-Album herausgebracht und veröffentlichten kurz darauf die „Ghost“ EP, welche nach wie vor zum Free Download für die Fans bereitsteht! Mit Ihrer - doch eher melodischen - Art der Electro-Musik konnten sie bereits für einiges Aufsehen in der Szene sorgen und haben sich für die Zukunft noch einiges vorgenommen.

Hallo Reizstrom! Erzählt doch bitte einmal kurz unseren Lesern, wer und was steckt hinter diesem Duo?

Skip: Ich bin der coole Musiker der beiden Hübschen und werde Skip Intro gerufen (oder etwas anderes, kommt drauf an ob man mich mag oder nicht). Ich schreib die Songs, mach den Sound und produziere die Geschichte, aber unsere Arbeiten sind nicht starr und wir sehen es nicht so eng.

Me: Meine Name ist Me Cha (gesprochen wie Micha, weil das mein Name ist). Ich mache die Gesangsmelodien und die Texte und manchmal fummel ich auch an den Songs mit rum und Skip macht auch manchmal Text. Wie gesagt, alles nicht so starr. Ach ja, das Mastering mach ich auch noch. Und singen selbstverständlich.

Im vergangenen Jahr habt Ihr Euer Debüt „Zettel am Zeh“ veröffentlicht. Wie waren denn die Reaktionen bisher darauf?

Skip: Positiv, jedenfalls was die Reaktionen angeht, welche uns mitgeteilt wurden, auch die Rezensionen waren prima, aber natürlich haben die CD nur die Personen bekommen, welche uns eine gute Rezension versprachen *g*. Es ist heut zu Tage nicht so einfach einen richtigen Eindruck dazu zu bekommen, wie die Sachen ankommen, wenn ich von illegalen Downloads ausgehe, dann lief es hervorragend, einen professionellen Promoverteiler konnten wir uns nicht leisten, und die meisten Leute sind zu faul oder schüchtern den Musiker eine besondere Mitteilung zukommen zu lassen. Irgendwo ist es ein Blindflug, und die bisherigen Reaktionen sind die Stimmen, die uns sagen „kalt“, „warm“ oder „heiß“. Toll war es aber auch CDs nach Griechenland, Russland, Frankreich, Großbritannien usw. zu verkaufen, das ist ein erhebendes Gefühl.

reizstrom 1

 

Kurz darauf habt Ihr auch die „Ghost“ E.P. unters Szenevolk gebracht, welche Ihr zum Free Download bereitgestellt habt. Wie kam diese Aktion bei den Fans an?

Skip: An sich schon gut, dies machten wir auch mit Vergnügen, da wir eh überproduktiv sind, einfach viele Songs übrig hatten  und viele Remix-Anfragen bekamen, da war die Entscheidung  für uns selbstredend.

Me: Ja, aber mit den Reaktionen ist es dasselbe wie beim Album auch. Wenig Feedback, aber wenn, dann positiv. Jedenfalls fand’s keiner so scheiße, daß er sich bei uns beschweren wollte.

Aktuell seid Ihr gerade in der Endrunde des Votings für das Mera Luna Festival am Start. Überrascht Euch die bisherige Entwicklung selbst? 

Skip: Schwierig zu sagen, ja und nein, aber es ist wohl wie bei Remixwettbewerben, man muss Glück haben und an jemanden geraten, dem genau deine Musik bzw. Style gefällt. Dieses Glück besaßen wir nun mal außnahmsweise. Vielleicht ist es einfach auch nur ein Beweis für unsere Qualität, aber eigentlich lässt sich Musik nicht in gut oder schlecht einteilen, sondern nur in Leute, denen es gefällt oder nicht.

Me: Also mich überrascht die Entwicklung schon etwas, da ich ja schon etwas länger ein Soloprojekt am Start habe, aber da stagniert es etwas. Wobei ich zu Zeit aber auch hauptsächlich auf REIZSTROM konzentriert bin.

Wie lange gibt es Reizstrom eigentlich schon?

Skip: Seit 2008, wir haben jetzt ziemlich genau unser Zweijähriges, denn damals hatten ich ME gefragt ob er sich evtl. als Sänger für ein „EBM Projekt“ vorstellen kam, und so wuchsen wir langsam zu REIZSTROM und hatten schon ein Jahr später unser erstes Album fertig. Das augenblicklich Zweite dauert nur etwas länger, weil ich eine klitzekleine Babypause hatte.

Me: Ja ja, der Skippy wurde zum zweiten mal Vater und hat trotzdem noch Zeit für Musik :-)

Soso… ;-) Soweit ich weiß steckt hinter Reizstrom ein Duo, das schon mehrere langjährige Erfahrungen in der Musiklandschaft hinter sich. Ist Reizstrom jetzt quasi die Quintessenz aus Eurer eigenen musikalischen Geschichte?

Skip: In meinem Fall eher nicht, ich habe mit mehreren Projekten experimentiert und bei denen sowohl Reizstrom hatte ich eine klare Vorstellung, Reizstrom war aber auch wenig meine Plattform fürs rumtüffteln und neue Sachen ausprobieren, somit ist es nur eine von vielen kreativen Ausdrücken. Außerdem ergänzen sich die Projekte und man wächst im Gesamten, alle anderen Dinge laufen parallel.

Me: Bei Reizstrom kann ich anders abgehen als bei meinem Solo-Projekt, das mehr in die Industrial / New Wave Richtung geht. Bei Reizstrom bin ich wesentlich melodiöser. Und ich liebe gute Gesangsmelodien.

reizstrom 2

Und was habt Ihr Euch für die Zukunft noch vorgenommen? 

Skip: Viele viele Veröffentlichungen und den Namen REIZSTROM auf der Welt zu verbreiten, für den Anfang bin ich zufrieden, und ich hoffe doch, dass die Verbreitung zusammen mit unseren Qualitäten wachsen wird :-)

Me: Jo

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Abschließend unsere beliebte Standardfrage vom Dark Feather: Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Skip: In der Musikwelt? Das ist eine breit gefächerte Frage, aber ich möchte etwas erzählen von einem Konzertbesuch von Placebo (oder Nine Inch Nails, bin mir nicht mehr ganz sicher). Ich stand bei einem Freund, der DJ ist und sich mit mehreren Leuten über das neue Album von Placebo (oder Nine Inch Nails)  sachlich und trocken diskutierte. Plötzlich sprach ihn ein betrunkener Konzertbesucher an und rief: Über Musik kann man doch nicht reden, man muss es fühlen. Tja, das habe ich bis heute nicht vergessen und im Alkohol steckt tatsächlich Wahrheit, immerhin waren wir da um das Konzert zu genießen und nicht darüber zu reden ob es gut oder schlecht ist, dafür hätte man nicht hingehen müssen.
Und die Quintessenz des Ganzen, über Musik kann man nicht diskutieren, sondern nur fühlen, entweder es gefällt einem oder nicht.
Und wem unsere Musik nicht gefällt, mit dem möchte ich darüber gefälligst diskutieren *lol*

Me: Also das schlechteste ist immer, wenn ein Album bereits veröffentlicht ist, und danach fallen einem Fehler auf, obwohl man es davor gefühlte 1000 mal angehört hat.. Das Beste ist, das man plötzlich Musiker trifft, die man als Jugendlicher noch aus der Ferne bewundert hat. Ich denke da ein mein Konzert mit Klangstabil und Dive.
Das schrägste sind wohl versemmelte Töne beim Singen. Da hatte ich im Laufe der Zeit schon ein paar schräge ;-)

 

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Skip: Wenn man über eine Brust redet, darf man dann von einem Mops sprechen?

Me: Rosebud

visit: www.myspace.com/reizstrom

 

 

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