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Dark Feather Ausgabe 11
"Ihr seid genauso kaputt wie wir"

Nun alles ander als "kaputt" ist allerdings die musikalische Darbietung die uns Stephan, Gründer und Mastermind von Brain Infect mit seiner Crew offenbart. Mit ihrer Art von Industrial und Electro konnten sie im letzten Jahr mit Ihrem Debüt "Schwarze Tränen für einiges Aufsehen sorgen und schon feilen die Süddeutschen an dessen Nachfolger, dessen Veröffentlichung für Anfang des kommenden Jahres in Planung steht...

Hallo Stephan, herzlich willkommen beim Dark Feather! Du hast Brain Infect vor vier Jahren ins Leben gerufen, wer steckt aktuell noch hinter dem Projekt?

Ein alter Freund namens Nick B. hatte bei unserem ersten Gig seine Feuertaufe als Keyboarder, er hat alles gut überstanden und ist von nun an mit an Bord. Bei den Gastvocals konnte ich auf die sporadische Hilfe von Kathleen P. aka Kaki sowie Sheeta (‘The Invisible Space Cat‘) zählen. Für weitere Gastbeiträge ist Brain Infect auch in Zukunft offen.

Brain Infect 1

 

Apropos Projekt, bedingt durch jene personelle Verstärkung, auf die Du Dich seit zwei Jahren berufen kannst, kann man da eigentlich noch von einem Projekt sprechen oder ist Brain Infect nicht längst zu einer Band herangewachsen?

Die Sache hat sich von einem Projekt eher zu einem beständigen Teil meines Lebens entwickelt. Ich sehe das Basteln an Sounds und den damit hervorgebrachten Stücken als wichtigen Ausgleichspart zu meinen restlichen Lebensinhalten. Ich denke, ‘Brain Infect‘ hat nicht nur einmal meine Ehe gerettet ;)

 

Im letzten Jahr habt Ihr Euer Debüt „Schwarze Tränen“ veröffentlicht, wie waren denn die bisherigen Reaktionen darauf?

Die Fans nahmen bzw. nehmen das Album positiv auf, was nicht zu letzt darin liegt, dass die ‘Scheibe‘ auf diversen Internetradiosendern ihre Runde macht. Features in ‘Dark Spy‘, ‘Störfrequenz‘ und ‘Orkus‘ halfen dem Projekt ungemein.

 

Ihr arbeitet bereits an Eurem zweiten Album. Kannst Du schon etwas Näheres hierzu verraten?

Das Grundkonzept steht, es werden verstärkt Gast-Vocals befreundeter Musiker zu finden sein, und es wird mindestens einen Song geben, bei dem auf verzerrte Vocals verzichtet wird. Erscheinungsdatum ist für Anfang 2011 angesetzt. Da ich allerdings unter keinem Label-Einfluss stehe, setze ich mich nicht künstlichem Druck aus.

 

Wie Du schon erwähntest, arbeitet ihr hauptsächlich mit verzerrten Vocals und macht auch vor Samples nicht halt. Wie wichtig sind Euch diese Effekte in Eurer Musik?

Ich finde Samples eine treffende Möglichkeit zur Untermalung eines Songs, mit denen der gewünschte Eindruck gesteigert werden kann. Sozusagen ein ‘Pusher‘, der zusätzlich Gewicht gibt.

Brain Infect 2

In den Texten, geht es unter anderem um Sehnsüchte und soziale Missstände. Was inspiriert Dich beim Songwriting?

Der alltägliche Wahnsinn, der sich in den Massenmedien widerspiegelt. Unter anderem auch ganz banale ‘Jedermanns‘-Gefühle wie Liebeskummer, Trennungsschmerz, vermeintliche Hilflosigkeit. Dunkle Obsessionen wie Süchte aller Art finden ebenfalls ihren Nachhall in den Brain Infect-Stücken.

Ich habe gelesen, dass es diese Tage zu Eurer Livepremiere kam, warum eigentlich so relativ spät oder sollte Brain Infect ursprünglich ein reines Studioprojekt sein?

 

An eine Live-Umsetzung dachte ich schon von Anfang an, mir fehlte allerdings noch ein entsprechender Bühnenpartner. Alltägliche Hürden wie Familie, Beruf etc. ließen zusätzlich Zeit ins Land gehen. Durch die Hilfe von Kommissar Zufall und DJ Sascha konnte das Vorhaben schließlich an einem Freitag, den 13., endlich realisiert werden. Wenn das mal kein gutes Omen war…

 

Stephan, was sind Deine weiteren musikalischen Pläne und Wünsche mit Brain Infect?

Meine Live-Erfahrung will ich den kommenden Monaten ausbauen, einen gutes zweites Album abliefern und allgemein mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen.

 

Abschließend unsere beliebte Standardfrage vom Dark Feather: Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Das schönste Erlebnis war, bei dem Live-Gig einen alten Freund nach zwanzig langen Jahren wieder getroffen zu haben. Der Kontakt kam über die gemeinsame Liebe zur Soundbastelei zustande, schöne Grüße an Nick aka MC1R an dieser Stelle! Positiv überrascht hat mich auch der ernstgemeinte Support des Veranstalterteams, die mir mit guten Worten, Probemöglichkeiten und dem entsprechenden Know-how viele Bedenken aus dem Weg räumten. Weniger positiv finde ich den zur Zeit herrschenden ‘Zickenterror‘(und damit ist nicht nur die holde Weiblichkeit gemeint) zwischen den verschiedenen Sparten der Dark Szene, verbunden mit einer zunehmenden Oberflächlichkeit in der gleichen.

 

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Ihr seid genauso kaputt wie wir! ;)

Brain Infect c

visit: www.myspace.com/braininfectmusic

 

 

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