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Held der Arbeit
 
 
Dark Feather Ausgabe 12
"Musik ist Arbeit"

Der Bochumer Fake bringt uns mit seinem Projekt HELD DER ARBEIT den wuchtigen old school analog Sound zurück und hat durch seine Tüfteleien bis nahezu zur Perfektion bereits einige gewaltige Stücke im Gepäck. Kein Wunder, erlebte zwar Held der Arbeit seine Geburtsstunde erst im vergangenen Jahr, so kann der Musiker bereits auf über zwei Dekaden Erfahrungen zurückblicken - und jenes hört man seinen Kreationen, die sich musikalisch zwischen Minimal Electro und New Wave bewegen zweifelsohne an!...

Hallo Fake! Du bist der kreative Kopf hinter HELD DER ARBEIT. Stelle doch bitte zu Beginn einmal kurz Dein Projekt vor, was waren die Beweggründe jenes zum Leben zu erwecken? Gab oder gibt es noch andere Involvierte?

Held der Arbeit1

Held der Arbeit ist ein „ One Man „ Projekt. Ich schreibe die Songs selber, spiele sie ein, produziere das ganze und mische es auch im Hauseigenen Studio. Diese Arbeitsweise passt mir einfach am besten.
Ich kann mir dann die Zeit so einteilen wie ich es brauche. Da ich viel mit Sounds rumbastele und dementsprechend viel Zeit dabei drauf geht würde ich anderen damit nur auf die Nerven gehen.
Live werde ich mir Musiker suche die mich unterstützen. Ganz alleine wird das schlecht gehen, ich möchte den Leuten ja was bieten.

Trotzdem Du Dich dem eher minimalistischen Electro verschrieben fühlst, wirken Deine Beats zwar omnipräsent , aber niemals aufdringlich, außerdem förderst Du mit den New Wave Einflüssen eine angenehme Balance zwischen Rhythmus und Melodie zutage. Anspieltipps wären hier „Jeder Tropfen Schweiß“ und „Der Rhythmusmann“. Inwieweit ist Dir diese Balance beim Komponieren wichtig?

Nun ja, ich bin eigentlich Schlagzeuger zumindest habe ich das mal gelernt. Ich habe mir die Frage gestellt warum Wave und Minimalmusik eigentlich nicht „donnern“ darf. Meine persönliche Antwort war, „Doch darf es, es muss nur einer tun.“  Die Songs unterliegen in erster Linie meinen persönlichen Vorlieben. Soll heißen, die Mischung aus recht kalter Synthese gepaart mit möglichst guten Melodien und natürlich einem guten Beat ist das was mich am Musik machen reizt. Da ich ausschließlich mit alter analoger Hardware arbeite, hätte man diesen Sound auch 1984 so realisieren können. Bands wie „Hard corps „ haben dies damals auch schon getan.

Du stellst auf Deiner Myspace Seite eine „Anleitung zum Selbermachen von elektronische Musik“ vor.  Wolltest Du einfach nur deine Arbeitsweise erläutern oder steckt mit dieser „Anleitung“ auch eine Prise Ironie dahinter?

Ich habe es zum Ziel gesetzt den Leuten die es interessiert elektronische Musik etwas näher zu bringen, und zwar in der Weise das E Musik auch sehr viel mit Kreativität zu tun hat und nicht einfach eine Art „Computerspiel“ ist. Das gute „Handwerk“ in der E Musik geht leider immer mehr verloren. Ich kann mich nicht Elektriker nennen nur weil ich mal in eine Steckdose gegriffen habe. Ich bin der Meinung wenn jeder mehr von seinem Handwerk verstehen würde hätten wir nicht diesen elektronischen Einheitsbrei. Es haben mir einige Leute aufgrund dieser „ Bauanleitung „ Mails geschrieben mit Fragen wie z.B „ Wie? Du spielst Drums selber ?? oder „ Was ist denn genau ein Synthesizer ?? Ich habe nur Software ! ( Kein Witz ! ). Wenn du es so siehst ist mit Sicherheit ein bisschen Ironie dabei….

 

Derzeit bist Du gerade fleißig am Produzieren, kommt da demnächst eine geschlossene Veröffentlichung auf uns zu?

Ja, ich hoffe dass ich bis zum Winter hin mit der Produktion durch bin. Danach werden wir sehen. Ich stehe gerade mit ein paar Label in Verhandlung aber zurzeit ist da noch nichts in trockenen Tüchern.
Ich will mich da auch nicht unter Druck setzen, das hemmt nur die Kreativität. Besser ich lasse die Dinge auf mich zukommen und schaue mal was passiert….

 

Erzähl doch mal bitte was über Deinen Projektnamen. Man kennt diesen Begriff ja eher aus der kommunistischen Geschichte, was willst Du damit zum Ausdruck bringen?

Der Name untermalt eigentlich nur den Grundgedanken des Projekts. Musik ist Arbeit.

Und was steht bei Dir nach der Produktion an?

Nach der Produktion werde ich mich verstärkt um die Liveumsetzung kümmern. Ich will  sehen, das ich Anfang 2011 Held der Arbeit auf die Bühne bringe. Soll heißen ich suche nach Musikern und Techniker  die mich Live unterstützen. Wie ich das ganze umsetze baue ich mir gerade erst im Kopf zusammen.
Es wird auf alle Fälle viel Live gespielt, viel getrommelt und es soll mächtig auf die Ohren geben.

Abschließend eine beliebte Standardfrage vom Dark Feather: Was waren bei Dir die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Ja, da war was. 1990, erster Auftritt von „Cyber Axis „ Wochen langes Proben, programmieren und Werbung in eigener Sache machen. Wir haben es damals geschafft den Laden in dem wir gespielt haben mit knapp 400 Leuten zu füllen. Das war für uns echt der Wahnsinn. Der Tag kam, wir waren mit den Nerven völlig am Ende aber egal, wir hatten ja an alles gedacht. 20.00 h Intro läuft an, ich atme noch einmal durch renne auf die Bühne und „ Kraks „ platzt mir die Hose. Knapp 400 Augenpaare starten mich an wie ich mit einer Micky Maus Boxershorts ( Ich war ja damals noch Jünger ) auf der Bühne stand. Ich habe die Hose dann während ich den ersten Song gesungen habe mit Gaffa Tape geklebt.
Hat gehalten….

 

Na dann ;-)… Ich bedanke mich für dieses Interview!

Held der Arbeit1


visit: www.myspace.com/heldderarbeitmusikwelt

 

 

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