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Künstlerportrait:

Andre M. Hünseler

 
Dark Feather Ausgabe 12
"Kunst ist immer im Wandel"

Der Fotograf und Fotodesigner Andrè M. Hünseler "geistert" schon seit einigen Jahren durch die Szene und das mit Erfolg! Nach jahrelanger Erfahrung als Szeneotograf gründete er im vergangenem Jahr schlussendllich sein Unternehmen „thinking pixels mediendesign“, in welchem er sich nun endgültig und voll und ganz verwirklichen kann. Und das Ergebnis seiner Arebiten gibt ihm recht! Zwischen Auftragsarbeiten und Projekten nahm er sich die Zeit für folgendes Interview mit uns:

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Hallo André, ein herzliches willkommen beim Dark Feather! Gleich zu Beginn die Frage: Wie lange widmest Du Dich schon der Kunst?

Eigentlich schon seit fast 15 Jahren, seit ich, damals noch am Amiga 1200, mit der 3D-Animation angefangen habe. Das war quasi der Startschuss ins digitale Kreativlerleben für mich. Heute geht’s ja bei mir vor allem um Fotodesign und Bildbearbeitung, ich bin also letztendlich in einem ganz anderen Genre gelandet. Wirklich als Künstler habe ich mich jedoch lange Zeit eh nicht gesehen, was daran liegt, dass ein Künstler für mich jemand ist, der macht was er will, und damit seinen Lebensunterhalt verdient, wohingegen ich ja lange Zeit als Arbeitnehmer gemacht habe, was man mir gesagt hat, wenn auch auf kreative Weise... Das hat sich dann mit der Selbständigkeit natürlich geändert, und seit ich nun nicht nur auf Auftragsbasis arbeite, sondern auch meine frei geschaffenen Fotoarbeiten für genug Geld verkaufe, um davon leben zu können, würde ich mich jetzt endlich auch als Künstler bezeichnen.

 

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Mit Deinem Unternehmen „thinking pixels mediendesign“ widmest Du Dich in erster Linie der Fotografie und dem Fotodesign und eines Deiner Hauptaugenmerke liegt in der schwarzen Szene, in der Du seit fünf Jahren als Fotograf unterwegs bist. Wie kam diese Idee damals zur Reife?

Ich hab mit der schwarzen Szene eigentlich schon immer sympathisiert, vor allem weil mein Musikgeschmack sich auch irgendwo zwischen gothisch und metallisch bewegt und sich auch in meinem Kleiderschrank fast nur schwarze Dinge befinden. Darüber hinaus hab ich ein ausgeprägtes Faible für Fantasy und die Ladies der schwarzen Szene sind ja bekanntlich eh die hübschesten. Ich hab dann irgendwann angefangen – damals noch als Hobby – die schwarzen Damen aus meinem Freundeskreis abzulichten. Später kamen dann durch meinen Account in der Model-Kartei auch immer mehr neue und unbekannte Gesichter dazu, von denen einige zu Freunden wurden und manche sogar durch mich zu bekannten Gesichtern. Heute bin ich in der Szene nicht mehr nur als Model-Fotograf unterwegs sondern meist auch backstage auf Festivals, da ich unter vielen Bands der Szene gute Freunde gefunden habe. Auch wenn ich mich bis heute immer noch nicht als typischen Goth oder Grufti bezeichnen würde, fühle ich mich in der schwarzen Szene doch sehr wohl und zu Hause.

 

Mit Deinem Musikgeschmack fühlst du dich ebenfalls dem Gothic- und Metalunderground verbunden, hat das Dir den Zugang zur Umsetzung Deiner Ideen damals erleichtert?

Nicht wirklich, da meine Bildkreationen ja mehr mit der Optik als mit der Musik zu tun haben. Allerdings erleichtert mir mein Fotografendasein oft den Zugang zur Musik, wenn ich für Magazine auf Konzerten und Festivals akkreditiert werde oder als Gast von befreundeten Bands dort vorbeischaue. Die Fotografie hat es mir ermöglicht, viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Was auf und vor der Bühne geschieht, ist schließlich nur ein Aspekt der Musik-Szene.

 

Entgegen vielen anderen Künstlern hast Du durch Deine Ausbildung in den Bereich Medien und Kommunikation erst einmal den soliden Weg gewählt und Dir damit quasi eine Basis angeeignet. Wie wichtig war dieser Weg für Deine heutige künstlerische Tätigkeit rückblickend gesehen?

Um ehrlich zu sein ziemlich unwichtig. Aber man kommt hierzulande nicht drum herum. Fast alles, was ich heute kann und mache, habe ich mir selbst angeeignet und das meiste davon konnte ich schon vor meiner Ausbildung. Letztendlich hab ich die Ausbildung nur gemacht, weil ich frustriert feststellen musste, dass in Deutschland zu wenige Arbeitgeber darauf schauen, was du tatsächlich kannst, und zu viele darauf, was dir auf irgendwelchen Papieren zu können attestiert wird.

 

In jener Zeit warst Du auch als Creative Director in Deutschland, Australien und Russland „unterwegs“. Was für Erfahrungen hast Du aus dieser Zeit mitgenommen?

Die russische Geselligkeit und Gastfreundlichkeit ist unübertroffen, nur trinken sollte man mit Ihnen besser nicht, zumindest nicht um die Wette. Gerüchte darüber, wie man sich mit Schmiergeld so ziemlich alles zugänglich machen kann, sind ausnahmslos wahr. Die russischen Ladies gehören zu den schönsten der Welt. Die Australier sind das sportvernarrteste Volk, das ich je kennengelernt habe. Noch wesentlich extremer als die Amerikaner. Wer in Australien arbeitet, arbeitet eher stressvermeidend. Also was Tüchtigkeit angeht. Dinge sind fertig, wenn sie fertig sind. Als Deutscher sind beide Länder zum Arbeiten ein ziemliches Kontrastprogramm und es ist immer toll, solche Erfahrungen mitnehmen zu können.

 

Was war der ausschlaggebende Moment in Deinem Leben, jenes Kapitel zu beenden und „thinking pixels mediendesign“ zu gründen?

Der Wunsch, dass mein Gehalt nach oben hin lediglich von meinem eigenen Ehrgeiz, und nicht länger von der Liquidität Weniger-Ehrgeiziger begrenzt sein sollte. Anschließend musste ich feststellen, dass ich sooo ehrgeizig gar nicht bin. Deshalb nun auch der künstlerische Part, mit dem man aus erstaunlich wenig Arbeit erstaunlich viel Geld herausholen kann, wenn man seine Arbeit erstaunlich gut macht.

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Ein 8000 Megapixel großes Panaromafoto von Dir sorgte im letzten Jahr in Köln für weltweites Aussehen. Erzähle doch bitte mal etwas mehr dazu, und wie kamst Du eigentlich zu diesem Projekt?

Irgendwann hab ich in einem Blog eines Adobe Mitarbeiters gelesen, dass jemand die 1000 Megapixel-Grenze geknackt, und das welterste Gigapixel-Foto geschossen hätte. Nachdem ich mir das Bild angesehen und ein wenig darüber gelesen hatte, hatte ich direkt verstanden, wie so etwas funktioniert und mir gedacht, hey, das kannst du doch noch größer! Ich hab dann von meinem Hausdach aus ein 3 Gigapixel großes Foto von Köln geschossen, nur um kurz darauf festzustellen, dass mittlerweile schon jemand bei 4 Giagpixel angekommen wahr. So ging dann das Rennen los. Und im Sommer 2009 beauftragte mich eine Kölner Werbeagentur für ein Gewinnspiel ein Gigapixel-Panorama-Foto von Köln zu schießen. Das wurde dann stolze 8 Gigapixel groß und war damit zu diesem Zeitpunkt das fünftgrößte existierende Digitalfoto auf diesem Planeten. Anschließend wollte ich dann eigentlich gern mal den Weltrekord knacken, als ich aber gesehen hab, in wie kurzen Abständen dieser mittlerweile immer wieder überboten wird, und das zwar mit immer größeren, aber oftmals auch immer schlechter werdenden Aufnahmen, die nur durch die Unterstützung großer Sponsoren überhaupt umgesetzt werden, hat mich ein wenig das Interesse an diesem Wettrennen verlassen.

Soweit mir bekannt, bist Du derzeit erneut in einer Vorbereitung zu einem Mammut-Projekt, nämlich zur Photokina involviert. Was hat es mit diesem Projekt auf sich?

Wir wollen die 100 Meter breite Glasfassade der KölnMesse, die den Eingangsbereich zur Photokina bildet, mit einem Druck meines Gigapixel-Panoramas versehen. Im Web gibt es zwar immer größere Gigapixel-Fotos, aber was den besonderen Reiz dieser Dimensionen ausmacht, sieht man eigentlich erst, wenn so ein Bild mal in einer Größe von 100 Metern produziert vor einem hängt. Ob’s klappt ist allerdings auch noch von Sponsoren abhängig, da das Projekt doch einiges an Kosten verschlingt. Immerhin wäre dies dann auch ein Weltrekord.

 

Wie schätzt Du denn allgemein den Stand der Kunstszene anno 2010 ein?

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Jedem gefallen andere Dinge und wenn ich auf Messen wie der ArtCologne zu Gast bin, sehe ich dort zu mindestens 90% nur Sachen, die mir gar nicht zusagen. Eine herausragend tolle Kunstszene, die auch völlig meinen persönlichen Geschmack trifft, gibt es in Spanien. Kunst sind aber natürlich nicht nur Bilder. Auch Musik ist Kunst, und hier gibt es jedes Jahr immer ein paar herausragende Alben. Und auch Text ist Kunst, und gerade in der Lyrik gibt es erstaunliche junge Werke; auch in der Schwarzromantik. Was ich leider sehr schade finde, und was sich auch 2010 noch nicht merklich verbessert hat, ist die Bereitschaft eines Großteils der Masse, nichts als Kunst anzuerkennen, was nicht mindestens ein paar Jahrzehnte oder gar das ein oder andere Jahrhundert alt ist. Wenn es nach mir ginge, würde in der gymnasialen Oberstufe nicht Faust gelesen, sondern Harry Potter. Die Menschen neigen dazu, den wichtigen Einfluss besonderer Werke auf eine Epoche erst dann wirklich wertzuschätzen, wenn diese bereits vorbei ist. Kunst ist immer im Wandel, da bringt es nichts, steinern an überholten Wertvorstellungen festzuhalten. Das finde ich schade bis feige.

 

André, was waren eigentlich Deine verrücktesten Momente die Du als Fotograf in der Szene erlebt hast?

Bei einem Fotoshooting wurde ich mal samt Model in einer verlassenen Kohlemine eingeschlossen, von einem Herrn, der keine der mir bekannten Sprachen gesprochen hat. Bei einem anderen Shooting hatte ich am Boden gearbeitet und bin ich mit meinem Hosenbein an etwas hängengeblieben. Beim Aufstehen habe ich mir dann buchstäblich die Hose vom Leib gerissen. Das Shooting hab ich dann einfach souverän als wäre nichts ohne Hose zu Ende gebracht. Es ging noch ca. zwei Stunden.

 

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Und zu guter letzt… was wünschst du Dir für deine künstlerische Zukunft, welche Pläne und Ziele möchtest Du noch verwirklicht sehen?

Das Übliche: Unermesslicher Reichtum, Weltherrschaft und ein Harem voller Top-Models. Spaß beiseite, Ich würd gern weiterhin möglichst viel von der Welt sehen, und wenn hier und da der ein oder andere meine Arbeiten oder gar meinen Namen kennt, fänd ich das natürlich auch nicht übel.  

 

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Ich hab ‘nen Facebook Account und bin Single. Ladies mit ‘nem Fetisch für dicke Fotografen mögen sich gern melden. :)

 

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visit: www.thinkingpixels.com

 

 

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