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Tonchirurgie
 
 
Dark Feather Ausgabe 12
Der OP-Saal für Schallwellen

Tonchirurgie aus dem hohen Norden haben zweifellos mit ihren Konzept eine Nische in die Musiklandschaft geschlagen. Kritische Texte in der Muttersprache vorgetragen, die zum Nachdenken und Wachrütteln anregen verbinden sie mit düster klingender Rockmusik. Seit einigen Jahren machen sie bereits die Bühnen unsicher und demnächst erscheint nun auch der erste Tonträger des Quintetts. Es freut uns, das sie sich mitten im Aufnahmeprozess die Zeit für folgendes Interview mit uns nahmen.

Hallo Tonchirurgie, herzlich willkommen beim Dark Feather! Zuerst einmal bitte ich Euch um eine kurze Vorstellung Eurer Besetzung, wer bedient was?

Nun, da wären: Herr Dr.Singheiser - Gesang
Frau Dr.Glühfinger - Gitarre
Frau Dr. von Ambassi - Bass
Herr Dr. Amboss - Schlagzeug und
Herr Prof.Dr.Morpheus - Elektronik

 

Tonchirurgie

 

„The Darkside of Deutschrock“ habt ihr Euch auf Eure Fahne geschrieben. Erklärt doch bitte mal denjenigen Lesern, die Euch bisher noch nicht kennen, was das genau und für Euch bedeutet.

Die "dark side" bezieht sich auf düstere Themen mit realem Hintergrund, zum anderen fühlen wir uns Musikstilen wie Gothic und Industrial in Verbindung mit Rock und Elektro nah, welches durch entsprechend schwarzen Look und Performance bei unseren Operationen abgerundet wird. Wir haben uns für deutsche Texte entschieden, um Inhalte für unser Publikum zugänglicher zu gestalten.

 

Euch gibt es seit ca. 4 Jahren, in dieser Zeit konntet Ihr von Anfang an (für eine Undergroundband) schon reichlich Liveerfahrungen sammeln, wenn ich mir Euren Gig-Terminkalender im Rückblick so anschaue.  Habt Ihr diesbezüglich gute Connections zu Veranstalter im Laufe der Jahre aufgebaut, denn gerade in der heutigen Zeit ist es ja für viele sehr schwierig an Livegigs ranzukommen.

Es sind weniger geknüpfte Beziehungen zu Veranstaltern, als mehr die zielgerichtete
Bewerbung und Kommunikation, die uns zu Auftritten verhilft, gerne gehen wir auch
Partnerschaften mit anderen Bands ein und organisieren etwas, beständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten.

 

In Euren Texten nehmt Ihr kein Blatt vor den Mund und zeigt auch sonst eindeutig Aktionismus, wie zum Beispiel gegen Gentechnik, Kindesmissbrauch und Atomtechnik. Kann man von Tonchirurgie in diesem Zusammenhang nicht eigentlich als politische Band reden, sozusagen „The Darkside of political Deutschrock“?

In erster Linie regieren bei uns starke musikalische Gefühle, die im zweiten Schritt ihr inhaltliches Gegenstück suchen. Dabei geht es um Dinge, die für einzelne Menschen, aber auch für die gesamte Menschheit von existentieller Bedeutung sind. Man kann das "politisch" nennen, es hat aber auch genauso philosophische, weltanschauliche und ganz allgemein nachdenkliche Dimensionen.
Durch diese Inhalte sieht man uns auch nicht nur auf den üblichen Rockbühnen, es kommt auch vor, dass wir am Antikriegstag schon mal im Rathaus rocken.

 

Wie wichtig ist es Euch generell, als Musiker politisch aktiv zu sein, vor allem auch mit dem Finger in der Wunde zu bohren, also auch mal dahin zu gehen, wo es weh tut?

Wir sind in erster Linie kritische Menschen! Wir engagieren uns zum Beispiel gegen Atomkraft oder für Tierschutz. Aber es gibt noch viele weitere Themen, mit denen wir uns auseinander setzen, hört mal in unsere CD rein!

 

Bei meiner Recherche habe ich in den vier Jahren außer ein paar Einzelsongveröffentlichungen keine Tonträger gefunden, ist Tonchirurgie ein reines „Liveprojekt“?

Ja, da sagst Du was! Wir befinden uns gerade im Studio und ab Mitte September wird es unseren ersten produzierten Longplayer geben, der per Kaiserschnitt auf die Welt kommt.

 

Na, da bleiben wir doch gespannt!.. Sehr interessant finde ich die Gestaltung Eurer Website, das Konzept TonCHIRURGIE ist sehr stimmig. Was bedeutet dieser Name eigentlich konkret für Euch?

Wir operieren mit Tönen, wir gestalten Schallwellen. Wir entwerfen Kommunikationsangebote, unsere Bühne ist ein OP-Saal für Schallwellen, wir sezieren und kreieren, wir doktern an der Frequenz. Tonchirurgie stammt aus der Mitte des Urknalls. … und: Wir haben echt viel zu ton.

Was habt Ihr Euch für die Zukunft mit Tonchirurgie noch an Operationen vorgenommen?

Lasst Euch überraschen...
Erstmal:
Bulltown Festival 2.10.2010
Melancholie trifft Metall 19.11.2010
mehr Infos auf unserer Homepage: www.tonchirurgie.de

 

Abschließend unsere beliebte Standardfrage vom Dark Feather: Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Bei unserem letzten Gig im KIR stand plötzlich der Tontechniker mit einem Messgerät vor der Bühne und sagte: „122 Dezibel, Ihr seid zu laut!“

 

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Danke für dieses Interview!

PS: Tonchirurgie tut nicht weh!

visit: www.tonchirurgie.de

 

 

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