| Euer Release ist für den kommenden April vorgesehen und jenes Debütalbum wird den Titel „An Island In The Desert“ tragen. Könnt ihr schon verraten was dem Hörer in etwa erwartet. Wird es musikalisch ähnlich wie zum Beispiel auf dem schon zugänglichen „ Time Stand Still“ zugehen?
Michael: Euch erwartet eine emotionale musikalische Achterbahnfahrt. Los geht's recht „besinnlich“ mit „View From The Dune“, dann folgt „Strange Reflections“ , langsam, schleppend, eine „swingende“ Basslinie und diverse umherirrende Sounds. Mit dem rockigen „Nomads In The Desert“ geht's wieder etwas bodenständiger zu bevor es ins sehr lange „Valley Of Tears“ geht. Eine groovende Rhythmsection, schwebende Streicher, rockende Hammonds…mein persönlicher Favorit. Aus dem Tal der Tränen geht's in die verträumte Ballade „Unknown Oasis“. Der Song hat Ohrwurm Charakter…. Nach der unbekannten Oase hören wir das melodische „Whispering Waters“, bevor es mit „Thanksgiving-The Shadows Of War“ sehr nachdenklich und depressiv wird. Ein extrem langsamer Song ohne Drums, nur Keyboards und Streicher. Danach folgt das aufmunternde „Angel Of Tortured Minds“ mit einem sehr harmonischen Refrain. Anschließend begebe ich mich auf die Suche nach Vernunft … „In Search Of Sanity“ – langsam melancholische Streicher, eine antwortende Hammond, ein kurze Akzente setzender Bass und gelegentlich vorwärts treibende Drums. Jetzt kommen wir zu einem äußerst ungewöhnlichem Song: „The Great Bear And The Feathered Snake“…. Ungewöhnlich aus zwei Gründen: es ist ein Remake eines Songs meiner „Midi… Mind…“ –CD, nach dem Keyboardintro geht dieselbe Melodie mit Drums, Hammond und Streichern deutlich rockiger weiter, bevor sie in einem sphärischen Hammondsolo förmlich explodiert. Die zweite ungewöhnliche Tatsache: es ist das einzige Lied komplett in „Dur“, alle anderen sind fast ausnahmslos in „Moll“. Titel Nr.11 ist „Unexpected Light“, ein sich langsam steigernder Groove aus Streichern, Hammond, Drums und Bass mit drei unterschiedlichen Gesangsmelodien von Strophe zu Strophe… zum guten Schluss bleibt mit dem dunkel mystischen Walzer „Time Stand Still“ schließlich nach 12 Songs und insgesamt 68 Minuten musikalisch die Zeit stehen…
Welche Erwartungen und Ziele verbindet ihr mit beziehungsweise nach Veröffentlichung des Debüts?
Michael: Hmm…mein Ziel mit der Veröffentlichung des Debüts ist es, „Black Chameleon“ in bestmöglicher Qualität einem offenen, interessierten Publikum zugänglich und deutlich zu machen, das man nicht unbedingt musikalische Theorie beherrschen muss um ungewöhnliche, emotionale und gute Musik zu produzieren. Ich bin zu 100% Autodidakt … Nach der Veröffentlichung erhoffe ich mir einen steigenden Bekanntheitsgrad, langfristig eine Band zusammenstellen zu können und irgendwann ein paar größere Konzerte zu spielen. Von großem kommerziellen Erfolg träume ich nicht, wenn ich die Kosten für die CD wieder rein bekomme bin ich, was den kommerziellen Erfolg betrifft, zufrieden. Viel wichtiger und von erheblich größerer Bedeutung ist das Feedback des Publikums, was mich bisher schon erreicht hat. Sätze wie „Deine Musik berührt mein Herz“ sind mir wichtiger als das ich mir für 100.000 verkaufte CDs ´ne goldene Schallplatte ans Knie nageln kann.
Du würdest also schon gerne Livepräsenz geben und betrachtest Euch nicht ausschließlich als Studioprojekt/-Band. Hast Du schon Ideen, wie ihr jenes umsetzt?
Michael: Ich würde gerne Live spielen, allerdings möchte ich dann meine Software Streicher durch echte Streicher ersetzen… dann fehlen noch Drummer, Keyboarder, Bassist, ein paar Sängerinnen, entsprechend große Bühnen,… fertig ist der Stoff aus dem die Träume sind. Alleine kann ich das allerdings nicht realisieren, wenn sich jemand kreativ oder hilfreich mit einbringen möchte – MELDEN!
Welche Ziele habt ihr Euch im Allgemeinen mit Black Chameleon gesteckt?
Michael: Mein Ziel ist die Verwirklichung meiner musikalischen Ideen, ohne Rücksicht auf irgendwelche Klischees oder stilistische Einschränkungen. Zu Beginn meiner Arbeit hörte ich von verschiedenen Seiten „dies geht nicht und das geht nicht und jenes geht auch nicht“… ich bin da definitiv anderer Meinung, und wie meine Myspace-Seite zeigt, sind auch einige andere Leute der Meinung, das ich interessante Musik mache.
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie z.B. der Gothic- und artverwandten Szene(n)?
Michael: Tja, Holger, wie Du ja bereits von mir weißt war ich in den 80er Jahren ebenfalls mit einem Szenemagazin aktiv beschäftigt und habe diverse sogenannte „Subkulturen“ entstehen und sich weiterentwickeln sehen. Besonders nachhaltig ausgewirkt hat sich meiner Meinung nach die Black- bzw. Death-Metal Szene, die zu Beginn der 80er Jahre, gleichzeitig mit der „New Wave Of British Heavy Metal“ und Venom's „Welcome To Hell“ für Aufsehen und aufgeregte Eltern sorgte. Eigentlich ist's nur eine konsequente Weiterentwicklung und Zusammenführung der Doom- und Punkszene, entstanden aus einer stagnierenden Hardrock-/ Heavy Metal Szene Ende der 70er. So „Sub-„ finde ich Kulturen wie „Gothic“ also nicht, es hat sich alles über einen langen Zeitraum weiterentwickelt und immer spezieller definiert, aufgrund dieser eigenen Definition entwickelten sich auch unterschiedlich orientierte Bands. Die Wut des Punkrock der 70er Jahre höre ich heute noch in der Musik, nur anders artikuliert. Wenn man es konsequent zu Ende verfolgt, werden wir vermutlich beim Jazz, Blues und Gospel der vorletzten Jahrhundertwende landen. Können wir uns gerne mal ausführlich drüber unterhalten wenn Du Bock hast…
Gerne! ;-)… Welche Vor- und/oder Nachteile seht ihr in große Webcommunities wie z.B. myspace?
Michael: Rational betrachtet hat alles im Leben Vor- und Nachteile. Über Webcommunities haben Menschen unterschiedlicher Motivation die Möglichkeit, gleichgesinnte auf diesem Planeten zu finden und sich mit ihnen auszutauschen. Als Vorteil sehe ich also hier ganz klar die Möglichkeit einer im Großen und Ganzen „direkten“ Kommunikation, sofern jeder Beteiligte tatsächlich die Person ist, die er vorgibt zu sein. Der größte und wichtigste Nachteil… Du weißt nicht wirklich mit wem Du kommunizierst….
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Diana: Besonderes negative oder verrückte Geschichten habe ich gar nicht zu erzählen!
Sicherlich gibt es Momente wo man auch als Amateurmusiker das "harte" Musikgeschäft ansatzweise zu spüren bekommt! Aber kleinere Rückschläge gehören nun mal dazu, um ständig daran wachsen zu können! Ansonsten habe ich einfach das große Glück, das ich die Erfahrung machen darf, immer wieder außergewöhnlichen Musikern zu begegnen, Tolle Musik auch auf der Bühne ausleben zu können, Menschen berühren zu können und auch noch so viel positives von ihnen zurückzubekommen!
Michael: Positivste Erfahrung ist für mich der Satz „Deine Musik berührt mein Herz“. Die schrägste Erfahrung ist ein 1985 per Brief geführtes Interview mit Lemmy von „Motörhead“ : er schrieb seine Antworten auf pinkfarbenes Klopapier! Freundlicherweise war es unbenutzt… Als die wirklich schlechteste Erfahrung würde ich die Auflösung meiner ersten Band bezeichnen.
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Michael : Ich „leihe“ mir die letzten Worte aus einem meiner Lieblingssongs… „The world is full of Kings and Queens who blind your eyes and steal your Dreams, it's Heaven and Hell“
In diesem Sinne, passt auf Euch auf & be open minded! |