Butterfly Coma

Manchmal laufen die Dinge im Leben eben aus allen Richtungen fast zeitgleich zusammen und treffen sich an einem zentralen Punkt, an dem man dann rückwirkend auf eine Menge Ereignisse und Erfahrungen innerhalb relativ kurzer Zeit blickt. So geschehen im Falle Butterfly Coma, ihre aktuelle EP haben sie in dänischen Studios abgemischt, mit einem amerikanischen Künstler ein Video produziert, indem so ganz nebenbei auch noch die Miss Germany für die Hauptrolle engagiert wurde. Nun, einiges los bei den Jungs...Thomas Heltern, verantwortlich für Samples und andere 'Effekte' lässt uns genaueres wissen...

 
Dark Feather Ausgabe 2

Hallo Thomas! Wer und was steckt hinter dem Bandnamen Butterfly Coma? 

Hallo zusammen, hinter Butterfly Coma stecken zur Zeit 6 Musiker verschiedenster Couleur, dass heisst Dennis Diehl am Mikro, Benny Richter an den Keyboards, Dominic Paraskevopoulos am Bass, Sven Kalinowski an den Drums und zur Zeit spielen wir mit Demian Heuke an der Gitarre, der kurzfristig eingesprungen ist, nachdem es einen Besetzungswechsel gab, plus meine Wenigkeit, Thomas Helten, an den Turntables und Samplern.

Wie und wann habt ihr Euch gegründet?

Wir haben BUTTERFLY COMA Ende 2006 gegründet, um endlich genau die Musik zu machen, die wir selber gerne hören wollen. Jedes einzelne Bandmitglied stand mit seinem musikalischen Hintergrund für eine Komponente der Musik, die wir in dieser Konstellation noch nicht gehört hatten und ausprobieren wollten. Die Bandmitgleider von Butterfly Coma kannten sich allerdings kreuz und quer untereinander schon von vorangegangenen Zusammenarbeiten und Projekten.

Butterfly Coma 1

Eure Musik bewegt sich irgendwo zwischen Metal und Hardcore, dennoch sind auch moderne Einflüsse zu verzeichnen. Wie würdet ihr am besten den Lesern des Dark Feather Eure Musik beschreiben? 

Wir spielen kompromisslos harte, mit vielschichtigen Melodien abgelöste Musik, fernab der gängigen Klischees. Unsere Band steht für schneidend aggressive    Gitarrenriffs, gepaart mit einprägsamen Melodien, die durch mehrstimmigen Gesang und athmospherische Keyboards getragen werden. Das Rückgrad der Songs bilden die treibenden Schlagzeugrhythmen und groovenden Basslines sowie das animalische Shouting unseres Sängers. Die Mischung wird abgerundet durch innovative Samples und Scratches.  

Eure aktuelle selbstbetitelte EP habt Ihr in Dänemark abgemischt. Wie kam es zu den Kontakten und der Zusammenarbeit mit den Smart & Hard Studios? 

Einer unserer Bandkollegen hatte von früheren Produktionen Kontakt zu Jacob Bredahl, dem Sänger von Hatesphere und Inhaber der Smart & Hard Studios. Wir waren uns einig, dass Jacob einen hammermässigen Sound fährt und haben ihm ein paar Demos geschickt. Ihm hat unsere Musik gefallen und so hat er die EP für uns gemischt. 

Ebenfalls habt ihr ein sehr aufwendiges und professionelles Video zu „You`re killing me“ produziert. Wie ist diese Idee entstanden und wie kam es zur Umsetzung? 

Der US-Sänger Marc Terenzi unterhielt zur Halloween-Zeit im Europapark, Rust mit seinem Themen-Park-Projekt "Terenzi Horror Nights" die Besucher mit bizarren Horrorattraktionen. Da unser Keyboarder Benny den Soundtrack zu diesem Projekt beigesteuert hat, kam Marc auf der Eröffnungsparty auf uns zu und bot uns freundlicherweise an, in dieser aussergewöhnlichen Kulisse unser erstes Musikvideo zu realisieren. Nach kurzer Vorlaufzeit drehten wir dann unter Marc's Regie und mit Jan Reiff hinter der Kamera in einem barocken Theater und besagtem Horrorhaus ein komplett professionelles Musikvideo zu „You're killing me“. Den optischen Glanzpunkt im Video setzte Nelly Marie Bojahr, die Miss Germany 2007. Neben Marc Terenzi stand auch das komplette Team der Terenzi Horror Nights mit professionellen Schauspielern und amerikanischen Make Up Artist zur Verfügung.

Hier ein Link zum Video: http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=32311771

 Welche Erfahrungen habt ihr hierbei gemacht? 

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass so ein Videodreh Spass macht, aber auch anstrengend ist. Wir haben die ganze Nacht gedreht, und obwohl die Stimmung am Set durchgehend positiv und energiegeladen war, wussten am nächsten morgen alle, dass ein gutes Stück Arbeit hinter uns liegt. Es war extrem cool, dass Marc das für uns möglich gemacht hat. 

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Nelly Marie Bojahr? 

Nelly war ebenfalls Gast auf oben erwähnter Eröffnungsparty der "Terenzi Horror Nights", wo Marc uns angeboten hat das Video zu machen. Wir kamen dort mit ihr ins Gespräch und nachdem einige Tage später die Story für das Video feststand, haben wir sie gefragt, ob sie Lust hat die Hauptrolle zu spielen.

Butterfly Coma 2

 

 

Ihr habt ja schon mit so einigen namhaften Bands zusammengespielt. Inwieweit haben Euch diese Auftritte vorangebracht beziehungsweise Eure Entwicklung geprägt? 

Wir durften uns die Bühne mit vielen Bands teilen von denen wir selber Fans sind. Das waren echt Glücksmomente von denen wir keinen missen wollen. Mit diesen etablierten Bands aufzutreten hat uns die Möglichkeit gegeben, vor deren Punlikum zu spielen und somit neue Leute zu erreichen und für unsere Musik zu begeistern. Das hat uns jede Menge neue Hörer verschafft und einen tierischen Spass gemacht. 

Was können die Leute, die Euch noch nicht kennen, von einer Butterfly Coma – Show erwarten? 

Unser erklärtes Ziel ist es die Besucher sowohl akustisch als auch visuell vom Hocker zu hauen und in die Show einzubinden. Wir proben die Songs bis zur absoluten Perfektion, um auf der Bühne den nötigen Freiraum für Action zu haben. Wir reissen uns den Arsch auf um dem Publikum etwas zu bieten. Zudem habe ich noch 3 Schlagwörter für euch:

Bierbong-Fan-Battle, Wall-of-Death und Circle-Pit. 

Insgesamt gesehen scheint ja Euer Vorangehen auf sehr aufwendiger, professioneller und kompromissloser Arbeitsweise zu beruhen. Wo seht ihr Butterfly Coma im Jahre 2010?  

Oh, das ist natürlich schwierig! Wir werden an unserer Arbeitsweise festhalten und einfach noch mehr Gas geben als bisher. Wir werden Anfang 2009 unser erstes Album mit einem Label im Rücken releasen, und danach auf Tour gehen und Shows spielen bis der Arzt kommt. Wo uns das hinführt, werden wir sehen. Aber wir sind da optimistisch! 

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: 

Ja bitte... 

Wie seht ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und überhaupt der alternativen Szene?  

Ich sehe das alles in allem recht positiv. Es gab seit Jahrzehnten nicht mehr so viele Kids die Metal und Hardcore hören wie jetzt. Wo man nur hinschaut sind an den Wochenenden Underground-Konzerte. Indie-Labels verteilen sich flächendeckend über die Republik und pushen junge Bands. Die Szene lebt und ist gross. Ich finde das sau geil! 

Welche Vor- und/oder Nachteile seht ihr in große Webcommunities wie z.B. myspace? 

Ich sehe Webcommunities wie Myspace als Segen und Bereicherung für die Musikszene. Diese Plattformen geben Musikern die Chance international gehört zu werden. Die Möglichkeit als deutsche Underground-Band eine Fanbase in Canada aufzubauen gab es vorher nicht. Gute Musik spricht sich rum, und das mittlerweile nicht mehr nur im Einzugsgebiet der jeweiligen Band, sondern weltweit. 

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt? 

Hey, darüber könnte man wahrscheinlich ein Buch schreiben....
Eigentlich war das komplette letzte Jahr sehr positiv für uns. Wir haben sowohl Live als auch Online von so vielen Menschen positives Feedback zu unserer Musik bekommen. Wir durften uns die Bühne mit vielen Bands teilen von denen wir selber Fans sind, wir haben die Chance bekommen ein Video zu drehen und im Ausland zu spielen. Das war alles der Hammer.
Das auf dieser Reise einige schräge und lustige Dinge passiert sind versteht sich von selbst, und nach ein paar Bier fängt auch meist der eine oder andere an, hierzu aus dem Nähkästchen zu plaudern. Schlechte Erfahrungen haben wir natürlich auch gemacht. In diesem Business wird einfach viel versprochen und wenig gehalten... aber das ist Teil des Spiels.
Man freut sich dann um so mehr wenn man auf ehrliche, kompetente Partner trifft und mit denen zusammen was an den Start bringt. An dieser Stelle einen Gruß an unseren Freund Armin von Hellfest Management. 

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! : 

Dann sag ich erstmal vielen Dank für das nette Interview. Und möchte ich mich im Namen der ganzen Band von Herzen bei allen Leuten bedanken die uns unterstützt haben und noch  immer unterstützen. Schaut mal auf unserer Homepage und bei MySpace vorbei, da bringen wir ständig Neuigkeiten an den Start:

Butterfly Coma CD Cover Butterfly Coma „Butterfly Coma“

Schon die ersten Sekunden dieser EP zeigen an, wo es lang geht- druckvoll und nach vorn! Und doch lässt bereits „Yellow Blood“ nichts an eingängigen Melodien missen, wie man spätestens im Refrain gewahr wird. Hardcore trifft auf Alternative, Indie und melodischen Metal. In „Cross A Sinner“ wird das Tempo noch angehoben, man spürt hier förmlich den „Zweikampf“ zwischen Härte und Harmoniebögen, welche zu einer „dämonisch“ genialen Einheit zusammenschmelzen. Nichts an deren Aussage verliert „To Be My Enemy“. Hier hört man die wie sich durch einen roten Faden durch die gesamten Songs ziehenden Samples und eigenwilligen Keyboardsounds ganz besonders heraus. Immer begleitet von auf den Punkt gebrachten Rhythmen, forcierenden Gitarren und eben jenen Samples, Scratches und Keyboards rundet der Gesang, der oftmals mehrstimmig daherkommt, mit seiner Klasse, und auf die Musik von Butterfly Coma geradezu zugeschnitten scheint, dieses musikalische Feuerwerk ab. Eine Band, die sich ihre Ziele von Pfahl zu Pfahl selbst abgesteckt hat und die Wege dorthin konsequent und selbstbewusst beschreitet – und dieses hört man ihrer Musik an!

visit: www.butterflycoma.com

 

< zum Inhaltsverzeichnis