E-Lane

"Für stimulierende Energieladungen bürgen auch E-LANE" beginnt die Bandbiografie nachdem man kurz auf die im 18. Jahrhundert entdeckte These von der belebenden Wirkung gezielter Stromstöße eingegangen ist. Und wahrlich, das Quintett aus Stuttgart scheint aus Power pur im Stromkreis der Energie zu stehen, lässt man ihre Lieder in die Gehörgänge. Über jene Musik, Cello im Gothic-Rock/Metal und was sonst noch so bei ihnen abgeht plauderten Sarah und Chriz alias Reverend C. aus dem "Nähkästchen"...
 

 
Dark Feather Ausgabe 2

Hallo Sarah Senda, hallo Reverend C:! Für die, die Euch noch nicht kennen - was steckt hinter E-Lane, wer bedient welches Instrument?

Sarah Senda: E-Lane sind wie die fünf Freunde, nur ohne Hund. Ein Haufen vollkommen unterschiedlicher Menschen, der gemeinsam das musikalische Abenteuer sucht. Ich selbst bin für den Gesang zuständig, ansonsten besteht die Band aus El Grande an der Gitarre, Tom Doe am Schlagzeug, Herr Grau an den dicken Dingern und Reverend C., der das Cello bearbeitet. 

Seid wann gibt es Euch?

Sarah: Fabi und ich haben schon 2003 angefangen zusammen Musik zu machen. Seit dem hat sich das Line-Up immer wieder verändert, was auch jedes Mal mit einer musikalischen Weiterentwicklung einher ging.  Aktives Songwriting und Konzerte betreiben wir seit 2005. In der aktuellen Besetzung spielen wir nun erst seit Mai 2008 zusammen. Trotzdem kommt es mir vor, als hätten wir nie in einer anderen Konstellation zusammengespielt. Das hier ist definitiv das ideale E-Lane - Line Up!

Was hat Euch dazu veranlasst auf Eurer letzten EP „Encircled“ zusätzlich Remixe mit „draufzupacken“? Wie kam diese Idee zustande?

Reverend C.: Wir hatten drei eigene Stücke auf der Agenda. Eines davon hieß „Encircled“. Da kam mir die Idee, wir könnten unsere Originalversionen ja mit Remixen umringen, uns mit einem Kreis anderer Künstler umgeben, die aus ganz Europa stammen. Ich bin ein großer Freund von guten Remixen, die dem Original wirklich neue Seiten abgewinnen. Entsprechend war die einzige Vorgabe an unsere Remixer auch, dass sie eine komplett eigene Version erschaffen und nicht nur eben einen neuen Beat unter unsere Tonspuren legen.
Sarah: Außerdem waren wir bereits zu diesem Zeitpunkt am Überlegen, wie wir unsere Musik vielleicht doch noch ein Stück weit verändern könnten. Wie wir den Sound noch runder und vielschichtiger machen könnten. Konkret gab es die Überlegung, verstärkt mit Samples zu arbeiten. Wer weiß, vielleicht werden wir diese Idee in Zukunft sogar noch mal aufgreifen. An Ideen mangelt es uns ja nie…

E-Lane 1

Seid Mitte diesen Jahres habt ihr Eure Instrumentierung um ein Cello erweitert. Interessant und nicht unbedingt üblich für Euer gewähltes Genre.  Wie kam es zu dieser Band- und Stil-Erweiterung?

Reverend C.: Schuld daran ist ein Moment der Erleuchtung während einer Zugfahrt. Wir hatten in dieser Zeit viel über zweite Gitarren gesprochen – eine Idee, die mich nicht recht überzeugte. Da plötzlich vielen mir die Inchtabokatables ein, speziell das Album „Quiet!“, auf dem sie mit Geigen und Cello und ohne jede Gitarre eine dermaßene Soundwand erzeugt haben… Warum also nicht das Cello auspacken und in ähnlicher Form in den E-Lane-Kosmos einschleusen? 

Sarah: Als der Reverend dann statt mit dem Bass mit seinem Cello im Proberaum erschien, waren wir natürlich überrascht, aber schon die ersten Versuche zeigten, dass der Celloklang unserer Musik genau die neue Facette hinzufügte, nach der wir die ganze Zeit gesucht hatten. Folglich machten wir uns auf Bassistensuche und hatten das glück, in kürzester Zeit auf Alex zu stoßen. Ich finde übrigens nicht dass es dadurch zu einer Stil-Erweiterung gekommen ist. Der Sound hat sich verändert aber nicht der Stil. 

Reverend C: Natürlich spiele ich auf dem Cello neben Riffs und rhythmischen Begleitungen auch Sachen, die eher etwas klassisch angehaucht sind oder sehr melodiös, in einem Song würde ich auch einen dezenten Folk-Einfluss nicht von der Hand weisen. Das ist ja aber nur ein Instrument, eine Stimme innerhalb eines Bandsounds, der sich im Endeffekt treu geblieben ist.

Man sagt Euch Live eine gehörige Portion Power on Stage nach! Wie müssen die Leser, die Euch nicht kennen, denn eine E-Lane Show vorstellen?

Sarah: Schwierige Frage: Ich denke was den Leuten gefällt ist, dass sie sehen können wie viel Spaß wir an unserer Musik haben und wie wir in diesen Songs aufgehen.  

Reverend C.: Du hast Spaß auf der Bühne? Für mich ist das akustische … 

Sarah: Na, dann gehst du ja auch irgendwie in der Musik auf. Jedem das seine.(lacht) Wir leben unsere Musik auf der Bühne. Jeder von uns hat seine Stärken auf der Bühne. Wir haben einen Cellisten, der regelmäßig von Rock’n’Roll-Dämonen besessen ist , einen Schlagzeuger, den man nach dem Auftritt kaum von der Bühne hinunter bekommt, einen Gitarristen, der sich nach jedem Konzert beschwert, wie viele Haare er schon wieder beim moschen verloren hat und einen Bassisten, der seiner Spielfreude Ausdruck verleiht indem er springt.  

Reverend C.: Und wir haben eine ausdrucksstarke Sängerin, die regelmäßig schon beim Soundcheck für offene Münder sorgt. 

Apropos: „Live“ - Ihr habt gleich auf Eurer Festival-Premiere die Bühne mit Bands wie Haggard und Corvus Corax geteilt. Was war das für eine Erfahrung für Euch zu diesem Zeitpunkt?

Reverend C.: Ich denke, so etwas ist unabhängig vom Zeitpunkt ein schönes Erlebnis. Nicht nur, weil man den eigenen Bandnamen neben den bekannteren Namen sieht, sondern auch, weil man die Möglichkeit hat, den einen oder anderen Plausch zu halten. Besonders nett war es in diesem Zusammenhang, Corvus Corax zu treffen, da Norri alias Harmann der Drescher mit K.D.A. ja auch zu den „Encircled“-Remixern zählt. Musiker sind ja nun mal ein Völkchen für sich und auf einem Festival kann man im Kreise Gleichgesinnter eben problemlos eine gute Zeit haben. 

Wie geht es nun weiter? Ist eine weitere Produktion in Planung?

Sarah: An Plänen mangelt es nicht und  wir werden natürlich versuchen so viele wie möglich davon umzusetzen. Tatsächlich möchten wir noch 2009 wieder ins Studio gehen. Die Produktion ist momentan auch schon in der Planungsphase. Mehr möchte ich hier aber nicht verraten. Unsere Homepage und unsere myspace-Seite halten euch auf dem Laufenden.

E-Lane 2

Was sind Eure grösseren Ziele, wo steht oder wo sollte E-Lane Eurer Meinung nach im Jahre 2010 stehen?

Sarah: Na unserer Meinung nach sollten wir 2010 in Form eines Albums im Laden stehen. (lacht) Außerdem natürlich auf möglichst vielen Bühnen und im Plattenschrank der Dark Feather-Leser. 

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:  Wie seht ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metal-Szene?

Sarah: Es ist furchtbar schwierig. Auch diese Szene ist schon vollständig kommerzialisiert, verfügt über erste Casting-Bands und auch in den Subkulturen steht mittlerweile das Geld und nicht die Musik im Vordergrund. In einem Printmagazin auch nur eine Rezi zu bekommen ist schon eine Sache für sich.  

Reverend C.: Die Leute sind auch deutlich übersättigter als früher. Ich habe das Gefühl, dass sich die Einstellung kleineren Bands gegenüber verändert hat. Früher war man ständig auf der Suche nach Zeug, was noch keiner kennt. Die entsprechenden Platten hat man sich dann im Freundeskreis bei einem Bier angehört und war stolz, wenn die anderen die Neuentdeckung auch cool fanden. Ich glaube die Übersättigung des Marktes hat die Neugier ein Stück weit erstickt. 

Welche Vor- und/oder Nachteile seht ihr in große Webcommunities wie z.B. myspace?

Sarah: Sie haben den Vorteil, dass man seine Musik über den ganzen Globus verbreiten und mit Menschen überall auf der Welt in Kontakt treten kann. Allerdings sind  sie mittlerweile riesig und unübersichtlich. Wir hatten immer den Anspruch mit unseren Freunden und Fans in Kontakt zu bleiben und auf jeden einzelnen einzugehen. Aber es wird zunehmend schwieriger. Ab einer gewissen Anzahl von Freunden kann man nicht mehr jedem zum Geburtstag gratulieren oder fragen wie es denn so geht. Man muss in diesen Communities wirklich viel bieten um nicht in diesem Meer an Künstlern unter zu gehen.  

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Sarah: Schräg war das Konzert in der Stadthalle Göppingen bei der Lossprechungsfeier der Handwerkskammer. Die hell erleuchtete Stadthalle, festlich bestuhlt – und wir zwischen den verschiedenen feierlichen Ansprachen als „Musikalische Rahmenprogramm“. Der Landrat Weber ist bereits nach dem ersten Song geflüchtet. 

Reverend C.: Schon als wir da mit unseren schwarzen Klamotten auf die Bühne kamen, dachten die ersten Reihen offensichtlich, sie seien im falschen Film. Ich habe da in angstgeweitete Augen geblickt, die sagten: „Bitte friss mich nicht!“ 

Sarah: Generell allergisch sind wir gegen die Behauptung: „Ich bring euch ganz groß raus!“

Reverend C.: Es gibt unheimlich viele Wichtigtuer, die gerade an kleiner Bands herantreten. Wenn es Pfand auf leere Versprechungen gäbe, wären wir reich. 

Sarah: Die positivsten Erfahrungen sind immer die mit dem Publikum, mit Leuten, denen unsere Musik etwas bedeutet, die sich teilweise auch regelrecht für einen einsetzen, die Songs verbreiten oder Eigeninitiative zeigen um uns in ihre Stadt zu holen. 

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! : 

Reverend C: Möge der Krach mit Euch sein! 

Na dann..."get encircled by E-Lane!"

 

E-Lane CD Cover  E-Lane „Encircled“  

Plattenknistern - dann melodisch verträumt eröffnen E-Lane mit dem Song „Until I“, welcher sich dann noch in jenem selbst die Zündschnur legt auf das was uns auf dieser EP erwartet, nämlich energiegeladenes Dynamit in Form musikalischer Verabreichung. E-Lane bieten uns auf „Encircled“ einen künstlerischen Spielraum der sich irgendwo beim Gothic-Rock und –Metal ansiedelt, erfreulicherweise sich jedoch nicht irgendwo dazwischen aufhält, sondern eher um diese Stile umherzutanzen weiß und immer mal wieder von den Ufern neue interessante Ideen in den Kreis mit einbringt. 3 überzeugend pulsierende neue Songs plus 7 Remixes, dazu ein schönes Cover runden diese Scheibe ab und lassen aufhorchen, was da wohl für die Zukunft aus dem Südwesten des Landes noch auf uns zukommt. Get encircled – soviel ist sicher!

visit: www.e-lane-music.de

 

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