Frozen Memory

Bereits in der ersten Ausgabe des Dark Feather stellten wir die Band FROZEN MEMORY den Lesern vor. Seinerzeit befanden sich die fünf Musiker gerade im Studio, um den Nachfolger von "Infinity" fertigzustellen. "Heimatlos" - so der Name des neuen Outputs - ist ein Werk geworden, und was für eines! Kaum zu glauben, das nach dem eh schon starken Vorgänger noch so eine Steigerung möglich war.. mehr als Grund genug, um Gründungsmitglied und Songwriter dieser Scheibe, Daniel Schmelzeisen, erneut zur Audienz zu bitten, um einiges über die Hintergründe zu dem eben geborenen Stern am Musikfirmament in Erfahrung zu bringen!
 

 
Dark Feather Ausgabe 2

Hi Daniel, wie geht’s? Zufrieden, jetzt wo Euer neuestes Werk im „Kasten“ ist?

Wir sind mehr als nur zufrieden, wir sind einfach erleichtert, dass das Album nach gut einem halben Jahr Reifungsprozess endlich fertig ist. 

 Wie gestaltete sich der Produktionsprozess, alles nach Euren Wünschen? 

Die Produktion war wie immer sehr entspannt, da wir wieder mit Philipp, einem guten Freund, aufnehmen konnten. Er kennt meine musikalischen Wünsche und weiß, wie wir klingen müssen. Er gibt mir die Möglichkeiten, fast alles zu verwirklichen. Ich hoffe, dass wir noch ein paar Jahre auf diese Zusammenarbeit hoffen können.

Frozen Memory 1

Wie ja schon im letzten Interview erwähnt, erwarten dem Zuhörer auf „Heimatlos“ deutsche Lyrics, ist das nun doch eine Weiche für die Zukunft? 

Ja, ich denke, die deutschen Texte stehen uns und vor allem Katrin besser zu Gesicht. In unserer Muttersprache kann ich auch einfach meinen lyrischen Anspruch besser umsetzen. Die Texte liegen mir mindestens genau so am Herzen wie die Musik. Ich könnte mir niemals vorstellen, auf Standardtexte zurückzugreifen, wie es viele deutsche Bands leider machen. Auch wenn die englische Sprache als die beste für Rockmusik durchgeht, so fällt es doch oft schwer, sich darin so auszudrücken, wie man es möchte.

 

Wie verhält sich mit dem englischsprachigen Bonustrack „Ticket To Nowhere“ – Relikte aus vergangener Zeit? 

„Ticket to nowhere“ war eigentlich unser erster ernstzunehmender Song, der auch auf unserem ersten Demo „To a moment from afar“ vertreten war. Nur hat sich der Song mit der Zeit verändert und wir waren mit der Dynamik der alten Aufnahme nicht mehr zufrieden, weshalb wir uns entschlossen haben, den Song neu aufzunehmen. 

 

Was versprichst Du Dir von diesem Album für die Zukunft? 

Ich verspreche mir gar nichts davon. Das Album ist mein ganz persönliches Lebenswerk und ich bin dankbar, dass ich es mit meiner großartigen Band aufnehmen konnte. Es freut mich immer, gute Reaktionen darauf zu bekommen, aber letztlich stehen keine Erfolgserwartungen dahinter. Das ist auch gut so, denn jetzt kann ich mich entspannt zurücklehnen und abwarten, was passiert, ohne dabei enttäuscht zu werden. Wir machen unsere Musik nach wie vor für uns selbst, ohne dabei ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Das erspart uns jeglichen Druck und lässt uns ausreichend Freiraum, alles zu machen, was uns gefällt! 

Heimatlos klingt für mich seit dem ersten Durchhören wie ein Konzeptalbum. War es auch als solches von Anfang an geplant? 

Ja, es war als Konzeptalbum geplant und ein solches ist es auch geworden. Die Geschichte dahinter muss aber jeder für sich selbst entdecken, die wahre Geschichte wird nicht verraten. Aber ich denke, genau das macht die Musik und vor allem die Texte spannender.

Wie geht es nun weiter, was sind Eure nächsten Ziele auf Eurer Reise? 

Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht. Es wird aber definitiv keines zweites Album geben, dass allein aus meiner Feder stammt. Die nächsten Songs werden wieder in gemeinschaftlicher Produktion entstehen, außerdem soll es wieder in eine härtere Richtung gehen, da wir mit „Heimatlos“ die balladeske Schiene relativ ausgereizt haben.

Ich bedanke mich für dieses Interview und die letzten Worte gehören wie immer beim Dark Feather dem Künstler!:  

Erstmal vielen Dank an Holger und Dark Feather für den grandiosen Support! Außerdem vielen Dank an meine Band, die dieses Album erst ermöglicht hat! Ich hoffe man läuft sich in Zukunft mal auf einem unserer Konzerte über den Weg! Bis dahin: Hört euch unser neues Album in Ruhe an, lasst euch auf die Texte ein und unterstützt weiterhin fleißig den Underground!

Frozen Memory 2

Frozen Memory CD Cover  Frozen Memory „Heimatlos“ 

Schwer, für dieses Album Worte zu finden, die jenem gerecht werden. Hat doch der Vorgänger „Into Infinity“(EP) schon auf einem verdammt hohen Level agiert, so setzt „Heimatlos“ dem noch einen drauf! Nach wie vor hört man die musikalischen Einflüsse von Bands wie den begnadeten Anathema & Co. heraus, aber bei den Einflüssen bleibt es genau wie beim Vorgänger auch schon, denn wie kaum eine andere Band beschreiten Frozen Memory ihren eigenen Weg, der sie schon jetzt unverwechselbar macht. Daniel hat hier –gewollt oder nicht- ein Konzeptalbum geschrieben, das bezüglich Klasse und Emotionen schon seinesgleichen suchen lässt., umgesetzt mit der außergewöhnlich starken Stimme von Katrin und weiterer Crew, die allesamt hier Handwerk bis aufs Äußerste verstehen. Wieder vom verträumt und akzentuiert eingesetzten Klavier und einer groovenden Rhythmusgruppe begleitet badet man hier in von Gedankenversunken dahinschwebend bis zum grossen Ausbruch variierenden Momenten. Lyrisch auf gewohnt hohem Niveau spürt man hier die Verzweiflung, die Suche, die Hoffnung…. – eben heimatlos. Und da sind wir auch schon bei der nächsten positiven Überraschung. Fand ich doch beim Vorgänger schon die in deutscher Sprache vorgetragenen Stücke sogar noch berührender als die englischsprachigen, so wird auf „Heimatlos“ bis auf den Bonustrack  „Ticket To Knowhere“ jetzt ausschliesslich mit deutschen Lyrics agiert, und das ist meiner Meinung nach genau die Katrin`sBühne, auf der sie alle ihre emotionalen Facetten und Register zieht. Alles in allem ein Album, das von der ersten bis zur letzten Sekunde überzeugt und berührt. Ich könnte jetzt die in der Öffentlichkeit oft genutzten Phrasen erzählen, bezüglich wo seid ihr, zugkräftige Labelbosse dieser Welt undsoweiter…aber ich erspare mir das, da es wie schon erwähnt, zu einer Phrase verkommen ist und zweitens unter anderem auch deswegen sowieso schwer erhört wird . Stattdessen möchte ich abschließend ‚nur’ erwähnen, das hier mit „Heimatlos“ ein Album vorliegt, welches zweifellos und definitiv zu den Highlights des Jahres 2008 gehört, vorgetragen von einer Band, die eine mehr als größere Aufmerksamkeit verdient! Punkt.

visit: www.frozen-memory.de

 

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