Hallo Osiris Taurus! Zuerst bitte ich um eine kurze Vorstellung, wie sieht die aktuelle Besetzung bei Euch aus?
Hallo Holger, Beginnen wir mal mit unserem Rhythmiker Hauky. Er spielt Percussions, Schlagwerk und elektronische Drums. Marc ist ganz neu bei Osiris Taurus. Wir lernten uns während unseres Gigs bei der Braunschweiger Kulternacht kennen, wo er zu der Zeit als Lichttechnikassistent tätig war. Er war ganz begeistert von unserem Konzert und sprach uns auf unseren fehlenden Bass an, da er Bassist sei und an einer Zusammenarbeit mit Ihm als Bassisten interessiert sei. Wir haben das sehr bald zusammen ausprobiert und wir waren alle sehr begeistert von dem neuen Sound den Marc mit sich brachte.
Tassos Lieblingsinstrument ist der schottische Dudelsack. Außerdem spielt er Smallpipe, elektronische Bagpipes, Didgeridoo, E-Gitarre und irische Flöten. Und wenn er den Mund frei hat, singt er die zweite Stimme im Back.
Amira komponiert die Musik von Osiris Taurus. Sie singt und spielt E-Geige und Gitarre und bei einigen Stücken steht sie auch an den Drums...
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Tassos: Ja, irgendwann hat dann Amira auf einem Workshop den Orientalischen Tanz kennen gelernt und mächtig Feuer gefangen. Wir sind damals sehr häufig in Ägypten gewesen, wo sich Amira unter anderem bei Prof. Dr. Hassan Khalil in Kairo im Orientalischen Tanz ausbilden ließ. Ich habe mich auch immer mehr mit der orientalischen Musik befasst. Besonders fasziniert hat mich die arabische Tablah. Und so habe ich dort bei verschiedenen Lehrern das Tablah spielen gelernt.
Amira: Unsere erste Band haben wir 1995 gegründet. Da flossen unsere ganz unterschiedlichen Stile zusammen. Das war ein sehr lebendiges Musikprojekt mit arabischen Musikern, Didgeridoospielern und dazu Sythezisersounds. Da es eine Mischung aus arabischen, australischen und europäischen Musikelementen war, nannten wir die Band „Osiris Traumzeit“.
Osiris Taurus gründeten wir Im Jahr 2000, gemeinsam mit dem australischen Bassisten Dene Whitney. Wir hatten in den Jahren zahlreiche Umbesetzungen und jeder der Mitmusiker brachte auch neue Elemente in unsere Musik hinein. Vor einigen Jahren haben wir auch versucht, das klassische Schlagzeug in unsere Musik rein zu bringen. Vorher hatten wir mit mehreren Schlagwerkern gearbeitet. Durch das Drumset wurden die rockigen Elemente in unserer Musik stärker, na ja eigentlich war es auch eine Phase, wo wir auch mal so richtig laut und hart sein wollten (lach). Von dieser Zeit gibt es eine CD- Veröffentlichung. Ich habe , nachdem wir uns von Thoja am Schlagzeug getrennt haben, alle Stücke umarrangiert.
Mit Hauky sind wir heute wieder mehr zu unseren Wurzeln, den Ethno-Sounds in Verbindung mit elektronischen Drumsounds zurückgekehrt. Ich finde, dass das besser zu uns passt. Wir hatten eigentlich die ganzen Jahre über auch einen Bassisten gesucht aber leider nie jemanden gefunden, der zu uns passt. Den Bass hatten wir immer elektronisch mit dem Synth erzeugt. Durch Mark bekommt unser Sound das, was bislang immer gefehlt hat – Groove und knackige Dichte.
Auf Eurer Homepage findet man eine schöne Beschreibung Eures Bandnamens. Erzählt doch bitte einmal den Lesern kurz, was er genau für Euch bedeutet?
Im Sternbild des Orion finden wir den ägyptischen Gott Osiris, Bruder und Gemahl der Isis, Vater des Horus, als Totengott verehrt. Osiris ist der ägyptische Gott des Jenseits, der Wiedergeburt und der Toten, aber auch der Gott der Vegetation, des Nils und der Fruchtbarkeit. Er wurde im alten Ägypten als Gott der „zwei Länder“ verehrt, als Gott des Himmels und der Unterwelt. Tag für Tag reist Osiris in seinem Wagen über den Himmelsbogen, um im Westen mit der untergehenden Sonne zu sterben, seine Nachtreise durch die Unterwelt anzutreten und im Osten mit der aufgehenden Sonne im strahlenden Licht wieder zu erscheinen und neu geboren zu werden. Auf seiner Reise durch die Länder hatte Osiris stets einen treuen Weggefährten, den wir ebenfalls im Sternbild des Orion finden. - Taurus der Stier, Symbol und Ausdruck von Kraft, Würde und Fruchtbarkeit, befruchtet die Erde, die sich daraus immer wieder neu erschafft.
Amira:Das Thema der Transformation, des ständigen Neuentstehens hat mich schon immer sehr beschäftigt.
Amira und Tassos tragen die Flagge durch all die Jahre mit wechselnden Musikern. Seht ihr Osiris Taurus eher als Projekt oder doch als feste Band?
Amira: Ja, wenn man sich die vielen Musiker ansieht, die bereits mit uns gespielt haben, mag der Eindruck entstehen, Osiris Taurus eine projektorientierte Band sei. Aber so war es nicht. Wir hatten uns eigentlich immer eine kontinuierliche Besetzung gewünscht, aber es hat aus vielen unterschiedlichen Gründen in der Vergangenheit nie geklappt. In unserer jetzigen Besetzung haben wir das Gefühl, das unsere Zusammenarbeit von Dauer sein könnte. Die Chemie, wie man so schön sagt, stimmt nun hundertprozentig und wir ziehen alle am gleichen Strang. - Das ist ein sehr schönes Gefühl.
Man konnte Euch schon auf so einigen bekannten Festivals wie WGT, Mera Luna und Herbstnächte bewundern. Inwieweit haben diese Begebenheiten Euren Weg beeinflusst?
Der Unterschied zwischen einem Club-Gig und einem Festival-Auftritt ist sehr groß. Auch wenn man auf einem Festival vor mehreren Tausend Leuten spielt, sind die Fans doch recht weit von einem entfernt und man muss doch ganz anders agieren, um sie zu erreichen. Die großen Bühnen stellen ganz andere Anforderungen an die Performance und so haben wir unsere Bühnenshow immer professioneller gestaltet. Dabei konnten wir auch sehr viel von den anderen Bands, denen wir dort begegneten lernen. Unseren musikalischen Weg hat das aber, so glaube ich, nicht so sehr beeinflusst.
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| Eure kommende CD heißt „Between The Worlds“. Wie vertreibt ihr diese und Eure Vorgänger CD`s?
Die Alben vertreiben wir über Internet und auf Konzerten. Wir hoffen, dass sich das bald ändern wird. Wir stecken gerade in Labelverhandlungen, über die wir aber jetzt noch nichts sagen wollen.
Wie seht ihr im Allgemeinen den Vertrieb (kostenlos oder gegen Gebühr) über das Internet?
Wir selbst haben vor 2 Jahren das Album „Immortal Messenger“ für Promozwecke zum Free Download ins Netz gestellt. Das wurde über 9000 mal runtergeladen und das spricht für die Downloadfreudigkeit der User. Das war ein Versuch und es hat uns vielleicht etwas bekannter gemacht. Wir selber halten lieber eine richtige CD in der Hand, bei der wir uns auf den optimalen Klang verlassen können. Auch sind uns die Cover sehr wichtig.
Wie sehen die weiteren Pläne von Osiris Taurus aus?
Unsere weiteren Pläne konzentrieren sich zur Zeit darauf, im kommenden Jahr viele Auftritte spielen zu können, damit unsere Fangemeinde wächst und unsere Musik international verbreitet wird. Dies ist jedenfalls unser Wunsch.
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie zum Beispiel der Gothic- und Metalszene?
Wir glauben, dass sich die Kommerzialisierung in den vergangenen Jahren sehr stark in den Szenen durchgesetzt hat. Inzwischen gibt es auch hier stilistische Schubladen in denen sich die Bands immer mehr angleichen. Innovative Stile bleiben dabei immer mehr auf der Strecke. Innovation kommt ja meist von den Newcomern und die haben immer weniger die Chance, sich einem großen Publikum zu präsentieren. Die Veranstalter sind vorsichtig geworden und präsentieren eher eine Handvoll etablierter Bands, die dann auf fast allen Festivals vertreten sind, als unbekannte Bands mit innovativer Power. Ebenso verhalten sich die etablierten Printmedien, in denen man meist immer die selben Gesichter sieht.
Wir haben das Gefühl, dass die Musikszene sich immer mehr dem Kommerz unterwirft und sich angleicht.
Welche Vor- und/oder Nachteile seht ihr in große Webcommunities wie z.B. myspace?
Die Communitys sind heute eine wichtige Schaltstelle zwischen den Bands, um Netzwerke zu bilden. Myspace hat uns bekannter gemacht. Es haben sich für uns wichtige Kontakte mit anderen Bands ergeben, mit denen wir dann gemeinsam Konzerte gegeben haben. Auch die Fans können direkten Kontakt zu ihren Bands pflegen. Unbekannte Bands können ihre Musik präsentieren und sich so einem breiten Kreis vorstellen. Wir sehen da eigentlich nur Vorteile.
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Amira: Die positivste Erfahrung war wohl unser Doppelsieg beim internationalen Bandwettbewerb auf dem Herbstnächte-Festival 2002. Die negativste Erfahrung: Ein durchgeknallter Festival-Veranstalter drehte uns nach 20 Minuten Spielzeit den Strom ab, weil er glaubte, wir hätten unsere Spielzeit überschritten. Er entschuldigte sich aber offiziell bei uns.
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Erst einmal möchten wir dir danken für Deine Aufmerksamkeit und Dein Interesse an Osiris Taurus. Außerdem danken wir unseren Fans, die uns bis jetzt auf unserem langem Weg begleitet haben und hoffen, dass wir noch viele schöne Auftritte mit Ihnen erleben dürfen. |