Hallo Schattentantz! Stellt Euch doch bitte den Lesern des Dark Feather einmal kurz vor!
Hallo! Wir sind eine siebenköpfige Truppe aus Wiesbaden und machen Metal, gepaart mit mittelalterlicher Musik. D.h. neben Schlagzeug, Bass und E-Gitarre gibt es ein relativ umfangreiches Instrumentarium bestehend aus Dudelsäcken, Schalmeien, Drehleier, Cello, Bouzouki, akustischen Gitarren und mittelalterlichem Schlagwerk. Zusätzlich zu diesem Programm haben wir auch ein akustisches Set, mit dem wir reine mittelalterliche Musik machen. Im April haben wir unsere neueste Scheibe „Zeitenwanderer“ veröffentlicht.
In Eurer Musik lasst ihr mittelalterliche Elemente mit Einflüsse des Metal zusammenfliessen, ein Weg, den in den letzten Jahren viele Bands verfolgen. Dennoch habt ihr eure eigene Note gefunden. War es schwer für Euch, Euren eigenen Pfad aus dieser Masse zu finden, von wem und was seid ihr beeinflusst?
Die Bandmitglieder kommen aus ziemlich unterschiedlichen musikalischen Ecken. Einige waren sicher auch beeinflusst von den bekannten Größen der Szene. Aber wir wollten nie irgendwen imitieren, sondern haben versucht, unseren eigenen Weg zu gehen. Unser erklärtes Ziel war es, abwechslungsreiche und spannende Musik zu machen, die nicht nach dem 3. Anhören langweilig wird.
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War Euch bei Eurer Gründung im Jahre 1999 bewusst, wohin der Weg einmal führt?
Der grundsätzliche Weg war schon geplant. Am Anfang bestand der Unterschied zu einer normalen Metal-Combo aber eigentlich nur aus einer Geige und einer Bouzouki, außerdem haben wir uns von Beginn an für deutschen Gesang mit mittelalterlicher Thematik entschieden. Mit der Zeit kamen dann immer mehr Instrumente dazu. Die letzte Neuerung in dieser Entwicklung war, dass wir Anfang des Jahres einen zusätzlichen Trommler für das mittelalterliche Schlagwerk in unsere Reihen aufgenommen haben. Auch die mittelalterliche Gewandung auf der Bühne gab es nicht von Anfang an, hat sich aber relativ schnell etabliert.
Wie kam es zu dem Namen „Schattentantz“ und deren Schreibweise?
Wir hatten damals einen ganzen Haufen von Vorschlägen gesammelt. Schattentantz hat uns im Endeffekt sowohl vom Klang, als auch von der Bedeutung einfach am besten gefallen. „Tantz“ mit „tz“ ist eine ältere Schreibweise. Und da wir uns mit alter Musik befassen, fanden wir das ganz passend.
Welche Botschaft möchtet ihr mit Eurer aktuellen EP namens „Zeitenwanderer“ an das Tageslicht transportieren?
Wir wollten uns nach längerer CD-Abstinenz einfach mal wieder melden. Wir wandern also sozusagen immer noch durch die Zeiten und verbinden alte und neue Elemente. Die 5 Stücke der EP sollen Lust auf mehr machen.
Ihr fahrt wie viele Bands aus Eurem Genre zweigleisig, will sagen, da gibt es einmal die wilde metal-lastige Live-Variante und die Akustikshow. Ist diese Entwicklung bereits so etwas wie ein „Muss“ geworden, um mitzuhalten? Mit anderen Worten: Fluch oder Segen?
Wir denken nicht, dass das ein Muss ist. Bei uns kam die Zweigleisigkeit relativ früh, als wir ein Konzertangebot hatten, der Veranstalter aber sowohl vom Platz, als auch von der Anlage her nicht die Voraussetzungen für das Metalprogramm erfüllen konnte. Da wir aber große Lust auf diesen Gig hatten, haben wir mit den Instrumenten die wir hatten, ein kleines akustisches Programm zusammengebastelt. Das hat dann im Endeffekt so viel Spaß gemacht, dass wir beschlossen haben, dieses Programm zusätzlich zum bisherigen auszubauen. Die Programme selbst, die Stimmung bei Konzerten, sowie die Gegebenheiten, bei denen wir spielen, sind bei beiden Programmen komplett unterschiedlich. Für uns ist das eine schöne Abwechslung und von daher ein Segen.
Ihr habt ja schon mit so einigen namhaften Bands zusammengespielt. Inwieweit haben Euch diese Auftritte vorangebracht beziehungsweise Eure Entwicklung geprägt?
Solche Auftritte haben uns weniger geprägt, als vielmehr motiviert. Es macht einfach wahnsinnig viel Spaß, vor einem richtig großen Publikum zu spielen. Nach solchen Konzerten weiß man, wofür man monatelang im Proberaum gesessen hat. |
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Was steht denn in naher Zukunft auf dem Plan der „Neugier“?
Wir arbeiten gerade an neuen Stücken und spielen in nächster Zeit ein paar Konzerte. Zu gegebener Zeit werden wir sicherlich auch wieder ein neues Album aufnehmen.
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:Wie seht ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic, Metal- und natürlich Mittelalterszene?
Diese Szenen gewinnen immer mehr an Akzeptanz. Das führt natürlich auch zu Kommerzialisierung. Hat alles seine Vor- und Nachteile. |
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| Welche Vor- und/oder Nachteile seht ihr in große Webcommunities wie z.B. myspace?
Der große Vorteil an solchen Communities ist, dass man sich ohne großes Budget einem ziemlich großen Publikum präsentieren kann. Dadurch ist es viel leichter als früher möglich, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen. Dies führt zu einem sehr vielseitigen Angebot im Netz. Damit sind wir aber auch schon beim Nachteil. Die Tatsache, dass sich quasi jeder präsentieren kann, unabhängig von der Qualität der Darbietung, führt zu einem unüberschaubaren Wust, in dem der einzelne schnell untergehen kann.
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Positiv: der Spaß an der Musik, gutes Feedback Schräg: Wochen nach einem Gig habe wir über einige Ecken gehört, dass wir den Club, in dem wir gespielt hatten, halb zertrümmert und demoliert haben sollen. Wie dieses Gerücht in Umlauf kam, ist uns schleierhaft. Wir sind nämlich ganz friedlich :-) Schlecht: Es kommt leider immer mal wieder vor, dass Kunden bzw. Veranstalter die Gage nicht zahlen (können).
Soso... Ich bedanke mich für dieses (friedliche ;-) Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Vielen Dank. Schaut doch mal auf unserer Seite vorbei (www.schattentantz.de). Dort kann man in unsere Stücke reinhören und die CDs bestellen. Vielleicht sieht man sich ja mal auf einem Konzert!
Foto`s: Alexander Hilgner |
Schattentantz „Zeitenwanderer“
Eine weitere Band, die auf den üblichen Spuren der M-(Mittelalter/Metal)Fusion wandert? Ja und doch NEIN! Denn diese Spuren beschreiten „Zeitenwanderer“ und Schattentantz im Allgemeinen schon, doch erstens tun sie das bereits seit 1999 uns zweitens ist „üblich“ hier unangebracht. Man merkt es den Songs an, das sie in Eigen-Artiger Weise von den sieben„Schattentän(t)zer“ beseelt wurden. Jeder Song erzählt für sich eine Geschichte, gemalt vom vielseitigen Einsatz moderner und mittelalterlicher Instrumente, die immer wissen, wann sie zu kommen, aber auch wieder zu pausieren haben. Facettenreiche Gesänge, die ausnahmslos in deutscher Lyrik vorgetragen werden, bilden eine interessante Einheit mit eben jener Instrumentierung. Am Ende gibt es gar mit „Filii Neidhardi/Isabella“ noch ein „Remix“, der aufzeigt, dass die Band auch vor Fusionen mit noch moderneren Sounds nicht zurückschreckt und mit diesen auch noch überzeugt. Alles in allem eine mehr als gelungene EP, die obendrein noch im schönen Digi-Pack kommt - und die Freunde dieser Musik in ihrer Sammlung haben sollten! Anspieltipps: Elixier des Lebens, Des Spielmanns Kund |
| visit: www.schattentantz.de |
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