Aenigma

Zurück zur Essenz

Alles begann als und für ein Projekt, mit ehemaligen Songmaterial aus einer alten Bandgeschichte - bis man merkte das da doch mehr im verborgenen liegt... Und tatsächlich, was uns Aenigma auf ihrer 3 Track Demo "XIMMV" präsentieren, wäre zu schade, um es versteckt zu halten. Melodischer Death-Metal mit gewaltig interessanten Abstechern in Randgefilde liefern uns die Aalfelder und das Ganze macht großen Appetit auf den geplanten Longplayer! Zur aktuellen Lage gaben uns die Jungs ein Interview.

 
Dark Feather Ausgabe 3

Hallo Aenigma! Wie sieht Eure aktuelle Besetzung aus?

Aenigma, das sind Sascha (voc), Daniel (dr), Nick (bs), Dennis (git) und Matthias (git).

Leider haben wir uns unlängst von unserer Geigerin Nadine und unserer Sängerin Alice trennen müssen, was aber in jeweils beidseitigem Einverständnis geschehen ist.

 

Aenigma 1

Ihr sagt, es ist nicht ganz klar, ab wann Ihr eigentlich eine eigenständige Band wurdet, weil es sich so nach und nach entwickelt hat. Euer Demo stammt aus dem Jahre 2005. Könnt Ihr uns erzählen, ab wann der Zündfunke richtig übergesprungen ist und Ihr beschlossen habt Titel aufzunehmen, Livegigs zu geben etc. ?

Eigentlich ‚beschließt’ man zu dem Zeitpunkt, ab dem man beginnt, sich als Band zu betrachten, dass daraus irgendwann auch Aufnahmen und Konzerte entstehen sollen. Alles andere ist eigentlich nur Zeitvertreib, aber kein wirkliches Bandleben. Der Startschuss war wohl damit gegeben, dass unser damaliger Gitarrist für sein Studium an der S.A.E. eine Aufnahme brauchte, die er als Projekt vorweisen konnte. Ich war zwar gefragt worden, ob ich wieder mitmachen wollen würde (damals noch am Bass), das hat bei mir zeitlich aber nicht gepasst. Als ich dann später gehört habe, was aus dem alten Song geworden ist und wie die Aufnahme gelungen ist, habe ich mich über diese Entscheidung geärgert. Da der Posten am Bass immer noch zu haben war, habe ich schnell zugegriffen. Ab da ging es dann auch wieder etwas ernsthafter ans Werk, das wäre aber auch mit jeder anderen Besetzung am Bass passiert. Es fehlte lediglich die Komplettbesetzung. 

Eure Musik birgt eine interessante Mischung aus Death-Metal, gepaart mit eingängigen Melodien und melancholischen Momenten, dazu männliche Growls, Screams und weibliche Stimme, jedoch nicht im oft gehörten „Schöne und das Biest“-Schema. Wie und wann hat sich dieser Stil herauskristallisiert?

Das mag jetzt vielleicht amüsant klingen, aber diese Mischung stammt aus den Urzeiten dieser „Schöne und das Biest“-Geschichten. Als wir mit unserer alten Band anfingen, waren wir allesamt große Fans von Theatre Of Tragedy´s ‚Velvet darkness they fear’. Die Scheibe hat uns neben My Dying Bride und später dann Cradle Of Filth wohl mit am Stärksten beeinflusst. Dass wir nun nicht in dieses Klischee mit reinfallen, liegt darin begründet, dass unser Hauptaugenmerk auf den harten Passagen liegt, und der weibliche Gesang eher eine untergeordnete, wenn auch ungemein wichtige, Rolle spielt. 

Einige von Euch haben ja schon in einer vorherigen Band gemeinsam musiziert, zum Teil habt Ihr altes Songmaterial aufgegriffen und neu „verarbeitet“. Da ich die alten Sachen nicht kenne…in wie weit unterscheidet sich denn Euer heutiger Stil von Eurer vergangenen Geschichte?

Die neuen Sachen sind auf jeden Fall direkter und (man mag es kaum glauben) kürzer. Früher haben wir viele Parts so weit ausgereizt, dass jede noch so kleine Variation noch ihren Platz gefunden hat. Dass hat man selbst irgendwann gar nicht mehr bemerkt, dass für das „ungeübte“ Gehör alles gleich klingt. Wir haben wirklich viel Zeit und Mühe darin investiert, die Songs auf ihre Essenz zu kürzen, dadurch ist es uns aber, so wie wir finden, gelungen, die Sachen auch auf den Punkt zu bringen. 

Eure bisherigen Songs sind mit deutschen Texten versehen. Wird das definitiv auch in Zukunft so bleiben?

Früher haben wir auch mit englischen Texten gearbeitet, es hat sich aber für uns herausgestellt, dass wir auf Deutsch einen besseren Textfluss finden. Auf Englisch zu dichten ist alles andere als leicht, wenn man nicht topfit in der Sprache ist. Ich denke, dass wir dabei bleiben werden, zumal wir diesbezüglich eigentlich auch bislang nur positive Resonanz bekommen haben. 

 Wie kam es zu: „Aenigma“, für was steht der Name bei Euch?

Aenigma, das heißt übersetzt „das Dunkle / das Ungewisse / das Geheimnisvolle“. Ein wenig von alledem steckt in unseren Texten. Man muss vieles zwischen den Zeilen lesen, um die Inhalte der Songs komplett zu erfassen.  

Wie sieht es bei Euch mit Liveaktivitäten aus? Wo und wann kann man Euch demnächst erleben?

Da sieht es, um ehrlich zu sein, recht düster aus. Derzeit gibt es zwar ein paar Angebote, allerdings noch keine festen Zusagen. Es ist heutzutage auch alles andere als leicht, eine Location zu finden, wo man als reine Metalband überhaupt spielen darf. Der Trend, alle Musikrichtungen mit einem „core“ enden zu lassen, ist auch am Deathmetal nicht vorbeigezogen, und wenn man schon keinen Deathcore spielt, sollte man zumindest wie In Flames klingen, um noch irgendwo spielen zu dürfen. Wir passen in keine der beiden Schubladen, da wird die allgemeine Auswahl ganz schnell sehr eng, und es bleiben fast nur Festivals oder Support-Gigs für die richtig großen Bands. 

Stehen schon Planungen für ein ganzes Album an?

Das Songwriting für ein komplettes Album ist abgeschlossen, und wir arbeiten parallel bereits an neuem Material, das allerdings nicht mit auf die Scheibe kommen wird, da es sich um ein Konzeptalbum handelt. Einen festen Studiotermin haben wir allerdings noch nicht.

Aenigma 2

Und was hat sich Aenigma für die fernere Zukunft vorgenommen?

Wenn wir in den vergangenen grob zehn Jahren etwas gelernt haben, dann ist es, keine Pläne für die ferne Zukunft zu machen. Als Band bewegt man sich immer im hier und jetzt, und gerade in der heutigen Zeit können die Rahmenbedingungen, die an einen gestellt werden, wieder völlig anders aussehen. Aber natürlich hat man doch irgendwelche Ziele, die man gerne erreichen will. Für uns sind das Konzerte, das komplette Album, und wenn alles klappt, vielleicht auch mal eine kleine Tour. Da wir alle berufstätig bzw. auf dem Weg dorthin sind, wird das aber auch nicht leicht…

 Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metal-Szene?

Ich habe es vorhin schon angedeutet. Die Metalszene entwickelt sich mehr und mehr zu einer Unterschublade von Hardcoremusik, in der Gothicszene ist der Trend hin zu Rock und Charts. Das klingt vielleicht ein wenig überspitzt, entspricht aber in vielen Bereichen den (meiner Ansicht nach) traurigen Tatsachen, insbesondere wenn man sich anschaut, was für Bands dann plötzlich behaupten, ebenfalls dazuzugehören. Wer dann wirklich noch „linientreu“ bleibt, hat meist einen deutlich beschwerlicheren Weg vor sich, geht dafür aber auch nicht in der Masse unter.

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace? 

Ganz klarer Vorteil ist natürlich, dass man international auf einfache Weise ganz viele Leute erreichen kann. Das ist etwas, das es früher nicht gegeben hat und was vielen Bands auch den großen Durchbruch beschert hat. Das ist allerdings auch ein extrem zweischneidiges Schwert. Was heute im Trend ist, kann morgen schon wieder überholt sein, und die Flut an neuen Bands und tollen Songs, die tagtäglich über einen hereinbricht, ist fast schon unüberschaubar. Früher hat man sich im Monat 1-2 CD´s gekauft, die hat man dann rauf und runter gehört. Dank Myspace und Co. kann sich eine Band schon riesig darüber freuen, wenn ihre Songs komplett durchgehört werden.
Das ist aber nicht nur ein Verdienst von Webcommunities, sonder insgesamt von der technischen Entwicklung. Heutzutage kann man schon mit dem Heim-PC ein klanglich akzeptables Demo produzieren, wofür man früher in ein großes Studio hätte fahren müssen. Edge Of Sanity haben ‚The Spectral Sorrow’ auf gerade einmal 16 Spuren aufgenommen, das war damals eine richtige Ansage. Heute wird alleine eine Snare mit mindestens zwei Spuren abgenommen… 

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt? 

Wir haben nach einem gemeinsamen Konzert versehentlich die Videokamera von Eisheilig eingepackt. Unser Basser war fest davon überzeugt, dass die unserem Sänger gehört. Bei der Verabschiedung hat er die unterm Arm geklemmt gehabt. Von denen hat es aber auch keiner gecheckt. Als wir dann ausgeräumt haben, hat sich alles aufgeklärt, und wir mussten uns erstmal nach einer Telefonnummer erkundigen… Natürlich hat Eisheilig die Digicam wieder! 

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! : 

Wir haben zu danken. Schaut auf unserer Myspace-Seite vorbei, schreibt uns, was ihr von den Songs halten, und wenn ihr einen Veranstalter kennt, bei dem wir unter Umständen reinpassen könnten, legt ein gutes Wort für uns ein :-) !

visit: www.aenigma-metal.com

 

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