Circle's End

Das Klischee und das Normale langweilen uns

Circle's End aus Perleberg haben bereits im Jahre 2007 ein starkes Demo hingelegt, welches vor ein paar Wochen in unseren Briefkasten landete. Nach dem ersten Hördurchgang dieses Gothic- und Metal- angehauchten Silberlings war mir klar, das die (wie mir die Jungs bereits im Vorfeld mitteilten) geplante Debüt-Veröffentlichung eines Albums noch für dieses  Jahr keineswegs zu früh anvisiert ist! Kay Brauer, Gitarrist und Teil der Gesangsfraktion zeigte sich mit seinen Antworten erwartet locker, schloss das Interview aber nicht, um noch ein kleines Geheimnis für den kommenden Release zu bewahren...doch lest selbst... 

 
Dark Feather Ausgabe 3

Hallo Circle’s End! Zur Einleitung für unsere Leser an Euch die Frage: Wer und was verbirgt sich hinter Circle’s End?

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allo Holger! Circle’s End bestehen aus den vier Musikern Kathrin Thurmann (Gesang), Kay Brauer (Gitarre/Gesang), Frank Bindig (Bass/Gesang) und Rico Meyer (Drums).
Pragmatisch gesehen “verbergen“ sich also hinter Circle’s End vier Leute, die sich gefunden haben um die Welt mit etwas anderer Musik zu begeistern.
Über die “philosophische Bedeutung“, wenn man das so nennen darf, sollte sich jeder Hörer selbst seine Meinung und Ansicht bilden, da überlassen wir jeden seinen Gedanken und eigenen Erfahrungen, die er auf die Metapher projizieren kann.

Circles End 1

Circle’s End machten die ersten Schritte 2005 und starteten so richtig 2007 durch. Was habt Ihr in dieser relativ kurzen Zeit bereits beschritten?

Das Gründungsjahr 2005, beschreibt tatsächlich nur den Zeitpunkt an dem wir uns (noch mit altem Schlagzeuger) gefunden haben und beschlossen haben unser Ding durchzuziehen.
Wirklich los ging es, wie Du schon sagst, im Jahr 2007. Wir beschlossen Anfang 2007 eine Demo-CD mit 3 Titeln aufzunehmen und dann weiterzusehen. Es kam aber wie immer anders und es entwickelten sich in dieser Studiozeit fortwährend neue Ideen und so

wurde schnell klar, dass es nicht bei einem Demo bleiben wird, sondern direkt ein komplettes Album aufgenommen werden muss. Und daran haben wir bis in den Herbst 2008 gefeilt.
Parallel zu den Aufnahmen begannen wir auch endlich live Präsenz zu zeigen und durften in der kurzen Zeit eines Jahres viele deutschlandweite Gigs spielen, u.a. in so legendären Clubs wie dem Logo in Hamburg oder der ausverkauften Easy Schorre in Halle/Saale.

Die vor mir liegende 4-Track Demo klingt erstaunlich ausgereift, …wie weit sind Planungen für ein komplettes Debüt-Album spruchreif?

Vielen Dank für das Lob! Prinzipiell ist das Debütalbum schon mehr als spruchreif.
Wir waren von März 2007 bis April 2008 in losen Abständen im Studio und haben eifrig aufgenommen. Im Herbst 2008 wurde gemixt und gemastert, und während ich gerade schreibe, wird an den letzten Feinheiten des Layouts gearbeitet.

Mir fällt erfreulich auf, dass Eure Songs sehr unterschiedlich und nicht unbedingt vorhersehbar klingen. Wer zeichnet sich bei Euch für das Songwriting verantwortlich?

Für das Songwriting sind Frank und ich verantwortlich. Das läuft dann so ab, dass einer von uns einen relativ fertigen Song mitbringt und dieser dann, mit dem anderen in Zusammenarbeit, auf ein neues Level gehoben wird. Diese Vorgehensweise beim Songwriting macht den Circle’s End Stil erheblich mit aus.
Da Frank und ich auch teilweise sehr unterschiedliche Musik hören, wird auch dass ein Faktor sein, der sich in den Songstrukturen widerspiegelt.

Wo liegen Eure musikalischen Einflüsse und Vorbilder?

Überall und nirgendwo! Jeder in der Band hat zwar in seinem Stil wie er sein Instrument bedient seine Einflüsse, aber im Songwriting ist das eher nicht der Fall, dass wir Vorbildern oder Einflüssen nacheifern. Spätestens wenn ich mit Frank zusammen an einem Song arbeite, wird er halt Circle’s End.
            

Ihr scheint auch Live auf weitgehende Klischees zu verzichten. Wie würdet Ihr dem Leser, der Euch noch nicht gesehen hat, eine Circle’s End Show beschreiben?

Prinzipiell sind wir immer bemüht dem Zuschauer sound- und lichttechnisch eine geile Show zu bieten. Dadurch, dass wir mit eigenem Sound- und Lichtmann unterwegs sind, können diese aus jeder Location das Optimum für ein Circle’s End Konzert rausholen.
Ansonsten ist es wie mit allem anderen bei uns: Das Klischee und das Normale langweilen uns. Wir haben da auch keine Bühnenkleider, wie andere Bands. Die Attitüde bei unseren Gigs ist eher vergleichbar mit der Lockerheit und Spontanität eines Ärztekonzertes. Außer der Setlist, ist bei uns nichts durchgeplant und selbst die können wir spontan auf der Bühne ändern wenn wir wollen.
Fazit: Circle’s End Gig = laut, sieht gut aus und man geht ohne Stimme nach Hause.

Wie sehen Eure weiteren Pläne aus?

In diesem Jahr wollen wir es schaffen, dass unser Debütalbum veröffentlicht wird. Unabhängig davon wollen wir live noch mehr agieren, gerne und speziell auch im Ausland.

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metal-Szene?

Wir wissen, dass es eine Menge Bands gibt die es wert sind gehört zu werden, die Gruppe Stranglet aus Luckenwalde zum Beispiel. Auch die schmeißen einfach mal alle möglichen Stile zusammen und raus kommt was Neues und eigenständiges, was es vorher nicht gab. Solange solche Bands existieren und noch Gier nach etwas eigenem vorhanden ist, siehts gut aus für die Musikwelt. Und sind wir ehrlich: Den Hundertsten Helloween- oder NIN- Abklatsch braucht wohl keiner!? Oder?

Circles End 2

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Also, wir selbst haben von MySpace nur profitiert. Circle’s End und alle anderen (jungen) Bands haben über diese Plattform die Möglichkeit Musik ohne Plattenvertrag oder Vertrieb weltweit zu verbreiten. Dadurch haben wir auch weltweite Kontakte und Feedbacks, welche uns wohl ohne MySpace verwehrt geblieben wären.
Für Bands finde ich solche Plattformen nützlich, aber warum manche Menschen jeden Schnupfen in Form von Fotos, Blogeinträgen und anderen Sinnlosigkeiten dokumentieren ist und bleibt mir wohl ein Rätsel.

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Oh, das würde wohl den Rahmen hier sprengen und bedürfte wohl auch einer Flasche Whiskey…Hmm, die positivste und etwas schräge Erfahrung war die Erfüllung eines Traumes (wenn ich es überhaupt zu träumen gewagt hätte)…es sei soviel gesagt: Auf unserer Platte haben wir einen Gastsänger, bei dem ich nie dachte, dass er bei uns tatsächlich was einsingt, selbst dran Spaß hat und die ganze Sache so unkompliziert betrachtet. Wer es ist darf ich leider noch nicht verraten.
Ist es schräg, wenn der Drummer nachts um halb 4 im Hotel den Werkzeugkasten aus dem Bus holt um einen kaputten Fernseher zu reparieren?
Letzte Anekdote(Kategorie „schräg“): Soundcheck in einer Lagerhalle bei minus 5 Grad Celsius und das in einer Stadt mit dem Namen Eisleben…

Ja, ich denke das ist schräg genug und wir sind mal gespannt auf dem Gastsänger :-) Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Wir bedanken uns bei Dir für das Interesse an unserer Musik und den Lesern dieses Interviews (ihr habt es geschafft). Ansonsten besucht uns auf unseren Konzerten, macht euch selbst ein Bild von unserer Musik und den Gigs.
News, Songs, Konzertdaten, Bilder und alles andere Glück der Welt findet ihr auf unserer MySpaceseite: www.myspace.com/circlesendmusic .


Fotos: Christoph Bock

 

Circle’s End – Demo E.P. 

Nicht mehr ganz neu ist die vor mir liegende 4-Track Demo der Perleberger Band Circle’s End. Dennoch komme ich um ein kleines Review nicht umhin, denn das mir hier gebotene klingt erstaunlich frisch und…vor allem interessant!! Da werden musikalisch weite Bereiche des Gothic und Metal ausgereizt ohne sich jedoch in die szenetypischen musikalischen  Klischeemühlen zu verfangen. Vielmehr wird an diese Stile angeeckt, sie werden eher umgarnt und gefesselt, um sie im nächsten Moment wieder der Freiheit zu entsenden. Beeindruckende Arrangements, präzise Rhythmusarbeit und langsam, aber liebevoll in die Gehörgänge dringende interessante Melodien verbunden mit der vielseitigen, kraftvollen und verzaubernden Stimme von Frontfrau Kathrin lassen meinen Eindruck nicht los, das von dieser Band noch einiges zu erwarten ist…Daumen hoch!!

visit: www.myspace.com/circlesendmusic

 

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