Angefangen hat bei Euch alles vor etwa 10 Jahren mit wie bei vielen Bands gerade in der Anfangszeit wechselnden Besetzungen. Habt ihr jetzt die optimale Creeping Maid Besetzung gefunden?
:THF: Da ich erst seit Anfang 2008 an Bord bin, kann ich schlecht beurteilen, ob die früheren Mitglieder weniger optimal waren, als das jetzige Lineup. Ich für meinen Teil bin jedoch mit der aktuellen Besetzung zufrieden, da sich jeder in die Band einbringt und trotz des vollen Terminplans, den jeder von uns auf Grund der Arbeit oder des Studiums hat, noch genug Zeit findet, um an neuen Songs zu arbeiten oder einen Gig zu spielen.
Christian: Das momentane Line-Up ist optimal, da jedes Bestandteil der Band perfekt für seinen Job geeignet ist. Michael und Christoph wechseln sich in den Soloparts ab und sind ein eingespieltes Team für die Melodieläufe die oft mehrstimmig laufen. Anika ist mit ihren Kreischgesang der optimale Gegenpart zu meinen Growls. Außerdem setzt sie mit dem Synthesizer Farbtupfer und Blutspritzer in die einzelnen Songs. Alex und :THF: haben das optimale Gefühl für die rhythmische Untermalung der Titel. Ich bin mit der 3. Gitarre mehr für die grobe rhythmische Gitarrenarbeit zuständig um mich ganz auf den Gesang konzentrieren zu können.
Wie kam es zum Bandnamen Creeping Maid, für was steht er bei Euch?
Christian: Das hat sich mal spontan ergeben. Wir suchten damals, nach unserem musikalischen Wandel, einen neuen Namen. Etwas was halt auch den Inhalt unserer Musik rüberbringt. Da bin ich damals auf den Namen Creeping Maid gestoßen. Das war im Mittelalter im englischsprachigen Raum vereinzelt eine, für mich treffende, Bezeichnung für die Pest die langsam aber immer mehr um sich greift. :THF: Ich finde, dass das Verb creeping sehr gut zu einer Vielzahl unserer Lieder passt, da sie trotz ihrer teilweisen hohen Geschwindigkeit etwas zähes, kriechendes, an sich haben.
Eure Musik bindet sich irgendwo im Death-Metal an, lässt aber auch Doom-, Black-Metal- und andere metallische Einflüsse nicht verleugnen. Herausgekommen ist ein erfreulicherweise eigenwilliger und interessanter Stil. Wo liegen Eure Einflüsse?
:THF: Die verschiedenen Einflüsse sind darauf zurückzuführen, dass wir sechs verschiedene Individuen sind, die alle andere musikalische Vorlieben haben. Der Eine ist ein riesiger Fan von Death Metal, der Andere bevorzugt eher etwas Progressiveres und wieder ein anderer, in dem Falle ich, hängt eher am Doom. Allein durch diese Tatsache ist es „schwierig“ puren Death Metal zu spielen. Einzelne Bands zu nennen, die uns in irgendeiner Form beeinflussen, würde hier aber den Rahmen sprengen.
Christian: Das ergab und ergibt sich aus dem persönlichen Geschmack der einzelnen Mitglieder. Aber das Ganze sollte nie in sinnloses Geholze ausarten sondern doch noch einen definierbaren Anspruch aufweisen. Und jedes neue Puzzleteil in der Band brachte auch ein wenig Veränderung mit. Bis jetzt aber nur zum Positiven. Unser großer Vorteil in der besonderen Eigenständigkeit ist der Synthesizer und die Arbeit mit 3 Gitarren und 2 Gesängen. Ich glaube das hebt uns ein wenig von anderen Bands ab.
Eure erste Veröffentlichung stammt aus dem Jahre 2006. War es mehr ein Demo oder doch schon ein „fertiges Album“?
:THF: Schwierige Frage, zumal ich an „Run In Dawn“ überhaupt nicht beteiligt war. Einerseits ist das Material mit seinen über 70 Minuten zuviel für ein Demo, andererseits bewegt sich die Audioqualität auf gehobener Demoebene.
Christian: Es war mehr als Demo gedacht um etwas Promomaterial für diverse Veranstalter zu haben und auch etwas für unsere Fans. 70 Minuten sind zwar schon etwas ungewöhnlich für ein Demo aber wir waren schon immer „ein wenig anders“.
Ihr plant für dieses Jahr ins Studio zu gehen, um den Nachfolger vom gerade besprochenen „Run In Dawn“ aufzunehmen. Könnt ihr schon kurz durchblicken lassen, was dem Hörer musikalisch und lyrisch erwarten wird?
:THF: Direkte Pläne haben wir noch keine gemacht, was etwa die Songauswahl betrifft und ob es, wie schon auf Run In Dawn, eingestreute Samples aus Filmen gibt, aber aller Wahrscheinlichkeit nach wird es sich um eine halbstündige EP handeln, die mehr nach vorne geht als Run In Dawn. Eine Mischung aus Groove und Raserei, ohne jedoch in Lärm auszuarten. Lyrisch wird den Hörer eine, sagen wir mal typische Death Metal Schlachtplatte erwarten.
Christian: Die Songauswahl ergibt sich dann bestimmt spontan. Aber wir werden versuchen einen Querschnitt unserer Variabilität aufzuzeigen. Unsere 3 Gitarren werden zur Geltung kommen und auch mehr spielerische Feinheiten kommen zum Vorschein. Außerdem wird dieses Mal die Produktion um einiges besser werden.
Ihr seid gerade beim Voting für das Legacyfest am Start. Ward Ihr schon öfter an solchen Sachen beteiligt. Was haltet ihr im Allgemeinen von Bandbattles und -contests?
:THF: Wir waren schon einmal an einem Voting beteiligt, bei dem wir es in die engere Auswahl schafften und bei dem dazugehörigen Bandbattle, bei dem es um einen Auftritt bei einem kleineren Festival ging, den dritten Platz belegten. Persönlich halte ich von solchen Abstimmungen recht wenig, da dort lediglich entscheidet, wer die meisten Freunde mitbringt, die dann für einen abstimmen und das eigentliche musikalische Können wenig Beachtung findet. Christian: Wir waren schon öfters auf solchen Bandbattles und haben meist auch nicht gerade schlecht abgeschnitten. Meist ist bei solchen Contests aber nur der Bekanntheitsgrad entscheidend und der Alkoholpegel des Publikums. Leider ist aber auch der Mann am Mischpult oft Ausschlag gebend für den Erfolg oder Misserfolg an so einer Teilnahme. Deshalb ist so etwas immer mit Vorsicht zu genießen, man muss abwägen wie ernst man die Ergebnisse von solchen Veranstaltungen sieht.
Gibt es schon irgendwelche Live-Pläne für 2009?
:THF: Leider nein. Christian: Erst einmal nicht, da wir erst einmal unsere Aufnahmen ordentlich vorbereiten wollen um das bestmögliche Ergebnis abzuliefern. Während den Aufnahmen und danach werden aber wieder Planungen in Angriff genommen. Falls aber zwischendurch ein paar interessante Anfragen kommen sollten, werden wir sicherlich auch gern ein paar Shows spielen.
Wie soll es nach Fertigstellung des zweiten Silberlings weitergehen, habt Ihr schon konkrete Pläne?
:THF: Konkrete Pläne gibt es nicht. Wir werden versuchen ein paar Auftritte an Land zu ziehen, um uns etwas bekannter zu machen und den ganzen Rest lassen wir auf uns zukommen.
Christian: Genaueres ist nicht geplant. Wir werden versuchen die CD dann möglichst oft und gut live vorzustellen. Und bei uns ist es wie bei jeder anderen Band auch. Man hofft ja immer einen Plattenvertrag zu bekommen um sein Material gut unter die Leute bringen, und auch mehr Liveaktivitäten absolvieren zu können.
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und Gothic-Szene?
:THF: Ich sehe dies mit gemischten Gefühlen, dieser Tage schießen die Bands aus dem Boden, wie Pilze anno 1986, und deren Qualität lässt nicht selten sehr zu wünschen übrig, da jeder, der eine Gitarre halten kann gleich den Drang verspürt seine Umwelt mit seinen musikalischen Auswüchsen zu „bereichern“. Jedoch gibt es ab und zu auch mal richtige kleine Highlights am überfüllten Musikhorizont.
Christian: Es gibt momentan viele gute Bands in der Metal-Szene. Da irgendwie mit einzusteigen ist vor allem durch die modernen Medien recht schwer. Meist helfen da nur Beziehungen weiter, die wir aber leider nicht haben. Aber auch die Stimmung unter den Bands ist heutzutage oft sehr kühl und jeder sieht den anderen als Konkurrenz. Auch gibt es leider nicht mehr so viele kleinere Festivals wie noch vor ein paar Jahren die sehr viel gemütlicher und „familiärer“ abliefen als die ganzen großen und überlaufenen Events. Die haben kleineren Bands öfters die Möglichkeit geboten live und sich langsam einen Status zu erspielen.
Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
:THF: Ein Vorteil an MySpace ist die Tatsache, dass das Erstellen eines Profils wesentlich geld- und nervenschonender ist, als die Erstellung einer Homepage, zudem ist es eine gute Möglichkeit um mit Freunden, Bands, Veranstaltern usw. in Kontakt zu treten und zu bleiben. Als Nachteil würde ich nur anmerken, dass sich viele Menschen auf ihren MySpaceseiten als etwas darstellen, das sie gerne wären aber nicht sind und auch nie sein werden.
Christian: Solche Einrichtungen sind für die Fans nicht schlecht. Man ist immer auf dem Laufenden was die Band gerade macht oder vorhat. Außerdem ist man immer über die entsprechenden Auftritte informiert. Auch kann man dort Bands entdecken auf die man sonst nie aufmerksam geworden wäre. Das ist auch eine große Chance für die einzelnen Bands.Leider ist der große Vorteil des großen Angebots auch ein Nachteil. Man geht in der großen Masse unter. Auch wird viel von Veranstaltern und anderen Institutionen angefragt und Hoffnungen gemacht die später nicht gehalten werden.
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
:THF: Als negativ empfinde ich die Tatsache, dass viele Bands nur aufgrund ihrer Kontakte zu „Ruhm“ gelangen und weniger durch ihre Musik. Da ich keine allzu hohen Ansprüche habe, ist es für mich schon positiv, wenn jemand zu mir kommt und sagt, dass ihm unsere Musik gefällt. Zum Thema „schräg“ gibt es bei uns eine Menge Erzählstoff, aber einer der lustigsten Momente war, als wir auf dem Weg zu einem Gig mehrmals an die Seite fahren muss, damit ein paar Bandmitglieder erst einmal aus dem Auto kotzen können, weil man am Abend zuvor etwas zu tief ins Glas geschaut hat. Christian: An positiven Sachen kann man fast immer erwähnen das in kleineren unscheinbaren Clubs oft die beste Stimmung ist und auch das Publikum das dankbarste. Auch die Verpflegung und Betreuung der einzelnen Bands ist dort meist um einiges besser als auf größeren Veranstaltungen.Schlechte Erfahrungen macht man zum Glück selten. Aber bei einem Contest haben wir mal 45 Minuten Soundcheck gemacht. Der Mann am Mixer hat alles in sein digitales Mischpult eingegeben aber leider vergessen zu speichern. Als wird dann an der Reihe waren haben wir leider erst mal 20 von 30 Minuten mit sehr bescheidenem Sound spielen müssen. So ist dann dort auch leider das Ergebnis für uns ausgefallen.Schräge Erlebnisse haben wir zu jeder Probe. Das wären zu viele um sie aufzulisten.
Na dann…;-) Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
:THF: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit Dark Feather. Vielleicht sieht man sich ja mal in Leipzig, wenn wir dort einen Auftritt haben.
Weggetreten!
Christian: Sobald unsere neue CD fertig ist bekommt ihr auch was von uns zu hören um euch auch ein audiovisuelles Bild von uns machen zu können |