Cult Of Fey

Mit Post-Apocalyptic Metal wider dem Schubladendenken

Die Rheinland-Pfälzer Allround-Metaller von CULT OF FEY haben sich für 2009 einiges vorgenommen. Berechtigter Weise, denn wenn man Ihrer eigenständiger Mixtur des Metal einer genaueren Betrachtung unterzieht, kommt man nicht drum rum, dieser Combo  grössere Beachtung zu schenken! Sehr ehrlich und bodenständig klingt das was sie da zusammenbrauen gepaart mit einer nicht geringen Prise an Innovationen. Für dieses Jahr haben sie einiges geplant und im Vorfeld führten sie mit uns schon mal dieses Interview...

 

 
Dark Feather Ausgabe 3

Hallo Cult Of Fey! Das Dark Feather bittet zur kurzen Bandvorstellung Eurerseits!

Wir sind die Band Cult of Fey aus den „Eifler Karpaten“, nähe des Nürburgrings, in Rheinland Pfalz.Unseren Sound kann man als „Post-Apocalyptic Metal“ beschreiben, was quasi eine dunkle Vertonung der Endzeit darstellt. Diese Apokalyptischen Visionen und Themen versuchen wir auch in unseren Texten und im kompletten Bandsound wiederzuspiegeln.Wir zeigen den Leuten damit das was sie fürchten, denn das, was man fürchtet übt immer einen großen Reiz aus.
Das aktuelle Line-up von Cult of Fey besteht aus 6 Personen: Dominik Bohr  -  Vocals, Jürgen „Morbit-Mattes“; Martini  -  Lead-Guitars; Schnack  -  Rythm-Guitars; Holger Bohr  -  Bass-Guitars; Jan „Janosch“ Gensheimer  - Drums, De-Programming, Backround Vocs und Rebecca Bretz  -  Female Vocals
 Dieses aktuelle Line-up besteht seit November 2008. Geprobt wird im eigenen Gates of Dawn Studio des Drummers Janosch. Und 2009 werden wir ordentlich Gas geben und live zu sehen sein, wo es nur grade geht.

Cult Of Fey

 

Cult Of Fey gibt es seit 2006, Euer erstes Demo habt Ihr bereits ein Jahr später aufgenommen. Wie waren die Reaktionen im Anschluss daran?

Janosch: Die Reaktionen waren insgesamt so gut, das wir ein halbes Jahr später beschlossen haben unser erstes Album „in spiritus diaboli“ einzutüten. Aus unserem Umfeld haben wir auf dieses erste Demo wirklich sehr gute und ehrliche Reaktionen bekommen.
Dominik: Auch haben wir einige Demos auf Festivals an verschiedenste uns unbekannte Leute verteilt und uns auch von diesen einen Kommentar, zu den damals drei Songs erbeten, die dann auch durch die Bank weg positiv waren.
Janosch: Also sind wir infolge dessen zum Aufnehmen des kompletten Albums übergegangen, da jetzt auch genügend gute Songs vorhanden waren. Herausgekommen ist dann somit unser Album „…in spiritus diaboli“ welches 10 Songs und eine Spielzeit von ca. 62min parat hält.  

Eure Musik bedient so ziemlich alle Spielarten des Metal, herausgekommen ist ein interessanter eigenständiger Mix dieses Genre’s. Ist das jetzt definitiv der Cult Of Fey Sound oder ist der Prozess diesbezüglich noch in Bewegung?

Mattes: Wir sind als Band natürlich immer in Bewegung. Da unsere einzelnen Bandmitglieder sehr unterschiedliche Musikgeschmäcker haben und diese auch in Ihren Ideen mit einbringen, gleicht nie ein Song dem anderen. Klar, es gibt Dinge, die in jedem Song verankert sind und den Wiedererkennungswert gewährleisten, aber durch die schon angesprochenen verschiedenen Geschmäcker werden die Songs halt sehr individuell.
Janosch: Allerdings muss ein Bandsound auch reifen. Durch den Vorteil eines eigenen Demostudios haben wir die Möglichkeit neue Songs als Demos direkt während einer Probe aufzunehmen. Dann nimmt jeder diesen Song mit nach Hause und hört in aller Ruhe noch mal drüber. Auf der nächsten Probe wird das neue Stück dann von allen analysiert und ggf. verbessert.

 Ihr habt mit Rebecca auch eine Gastsängerin am Start. Wird dieser Status beibehalten oder laufen die Zukunftspläne in eine andere Richtung?

Janosch: Die Idee, Rebecca als Gastsängerin mit in den Sound einfließen zu lassen stand eigentlich schon relativ am Anfang zum Thema. Es ging um den Song „her ghost whispered my name“, der von 2 Parts, einem männlichen und einem weiblichen, gesungen wird, wobei der weibliche nur vereinzelt auftaucht. Als wir angefangen haben diesen Song aufzunehmen kam uns diese Idee mit Rebecca. Unser Drummer Janosch hatte sie schon Solo und mit ihrer damaligen Band bei sich im Gates of Dawn Studio zu Gast gehabt. Sie war auch direkt einverstanden und es hat alles super funktioniert. Zu den Aufnahmen für „in spiritus diaboli“ haben wir sie wieder angesprochen und waren uns dann aber auch gleichzeitig einig, daß wir das auch so live umsetzen sollten. Mittlerweile ist die gute Rebecca ein vollwertiges Bandmitglied und steuert so Ihre Stimme im Background bei Cult of Fey mit ein. Denn gerade die brutale Stimme von Sänger Dominik und die weibliche Stimme von ihr ergänzen sich sehr gut.
Mattes: Allerdings sind die Grenzen klar abgesteckt, das es beim Backgroundgesang bleiben wird. Ähnlich wie bei Cradle of Filth und Sarah Jezebel Deva. Es soll also nicht so ausarten das Rebecca Großteile der eigentlichen Hauptgesangsperformance übernimmt.
 Rebecca: Ich hoffe doch, das ich noch`n bisschen bleiben kann… *g* ;o) 

Erzählt doch bitte mal etwas zu Entstehung Eures Bandnamens und welche spezielle Bedeutung er für Euch hat!

 Janosch: Der Name Cult of Fey ist ein alt-englischer Begriff für: „Der Kult der Todgeweihten“. Da viele unserer Songs eine gewisse Endzeitstimmung verbreiten und  wir uns auch viel mit Okkultismus beschäftigen, lag es uns Nahe, einen Namen zu suchen der alles miteinander vereint. Der Cult of Fey war ein früher Ableger des „Order of the golden Dawn“, welcher vom Großmeister Alleister Crowley ins Leben gerufen wurde. Es gibt in einigen alten Schriften Querverweise zum Cult of Fey, auf die wir aber nicht weiter eingehen, da wir A: Morgen noch beschäftigt wären und wir B: um das, was uns mit dem Cult of Fey verbindet zu wahren. Nur soviel, der Cult of Fey wurde von einem Schüler Crowleys gegründet der auch der normalen Bevölkerung, den Bauern und Armen, den Okkultismus und die Lehren Crowleys Näher bringen wollte. Da die Bevölkerung früher keine große Lebenserwartung hatte, betitelten sie sich selbst als den „Kult der Todgeweihten“ (the Cult of Fey).
Alle, die es trotzdem interessiert, können aber gerne mal nach Ansätzen im Internet suchen. Es gibt sie, man muss nur sehr tief graben…  

Ihr habt für das Frühjahr dieses Jahres einen Videodreh geplant. Könnt Ihr dazu schon etwas verraten?

Janosch: Ein wenig können wir schon erzählen, aber es ist noch nicht alles in trockenen Tüchern. Es stehen 2 Songs zur Auswahl die für eine Videoproduktion in Frage kämen. Zum ersten wäre das der Song „her ghost whispers my name“ und zum zweiten „cold grey and dead“.
Auf jeden Fall ist geplant, das wir das Video selbst produzieren. Wir haben einen fähigen Mann an der Hand der auch das nötige relativ Professionelle Equipment für ein solches Unterfangen hat. Also was wir definitiv NICHT abliefern wollen ist so`n selbst gedrehtes „Billig-Videokamera-Ding“. Klar, für`n dickes Video ist keine Kohle da, aber aus den Mitteln das Beste rausholen ist das Ziel. 

Im Allgemeinen habt Ihr angekündigt, das 2009 das Jahr von Cult Of Fey wird, was konkret können Leser und Fans von Euch diesbezüglich erwarten?

 Holger: Ihr könnt von uns hoffentlich viele Gigs bis Ende des Jahres erwarten. Es sind schon einige geplant, aber durch Promotion und das Anschreiben von Veranstaltern sollen es noch mehr werden. Also wenn jemand das hier liest, wir freuen uns über jegliche Anfragen. Weiterhin versuchen wir auf die Billings einiger Festivals zu kommen.
Schnack: Dann ist das Video geplant. Dann wird unser Drummer Janosch selbst im September ein Eintages-Festival mit einigen guten Metal-Bands veranstalten, wo wir auch mit im Line-up sind.
 Holger: Ja, und es ist noch eine neue EP ist für den Sommer geplant.
 Rebecca: Wir sitzen im Moment regelrecht auf heißen Kohlen und können es gar nicht mehr erwarten Live zu zeigen was wir draufhaben und ordentlich „Arsch“ zu treten. 

Na, da kommt dann wohl noch einiges auf uns zu !!    Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metal-Szene?

 Janosch: Oha… das ist keine einfache Frage und meine Antwort wird auch grade in der Metalszene einigen böse aufstoßen. Gerade in diesen Subkulturen ist es relativ schwer sich selbst an den Mann zu bringen. Man muss eine enorme Zeit aufwenden und seine Präsenzen wie z.B. Myspace, Website usw. immer auf dem neusten Stand zu halten.
Als wäre das nicht schon schwer genug wird man gerade in der Metalszene noch durch dieses übertriebene Schubladendenken der Herren herabgestuft. Da ist einer „truer“ als der andere. Wir haben uns gedacht, wenn schon in Schubladen gedacht wird, erfinden wir eine neue. Post-Apocalyptic-Metal. Feierabend. Aber mal ehrlich, ich bin ein Metalhead seit fast 20 Jahren. Ich scheiße auf eure Schubladen. Früher war der Metal eine Community, man hielt zusammen, es ging um die Musik, das miteinander abfeiern auf Gigs. Heute ist es für viele eine Mode Erscheinung. Truer as hell… Bullshit. Jede Band die ihre eigenen Songs spielt und ihre eigenen Ideen verwirklicht, auf diesem gottverdammten Planeten hat ihre Berechtigung. Warum? Weil sie das mit Herzblut tut und weil sie irgendwo mit Ihren Songs etwas ausdrücken will. Meist verläuft sich das aber, da sie keine Chance bekommt, bzw. ein Schubladendenken wie dieses die Band an den Rand der Verzweiflung treibt.
Kuckt euch doch diese Bands in den Szenemagazinen an. Was da grade angesagt ist, ist nur ein Trend, den ich persönlich zum kotzen finde. Spiel mir einen Song einer Band vor, die ich nicht kenne. Zu 90% kann ich dir sagen wie das Ding aufgebaut ist und welcher Part jetzt wann kommt.
Und warum? Weil das von der Industrie so vorgegeben wird, weil die nur noch Bands signen, die im Moment auf dieser Welle schwimmen, da sich da kurzzeitig nen Haufen Kohle mit verdienen lässt. Musikalischer Anspruch und Eigenständigkeit: Scheiß drauf..! Money makes the Day..!!
Deswegen sollte man im Underground zusammenhalten, sich mit Bands organisieren, Gigs austauschen usw. Wenn der Untergrund zusammenhält, dann wird es grade im Metal wieder so stark, genau wie zu der Zeit wo es bei mir angefangen hat oder bei Mattes. Da war es scheißegal, ob du Kreator mochtest oder zu „Big City Nights“ die Matte geschwungen hast. Es war völlig egal ob du zu „All we are“ mitgesungen, oder zu „Ausgebombt“ mitgegröhlt hast, jedem war es völlig Schnuppe ob im Moment noch “Powerslave“ und danach „Black Metal“ gespielt wurde. Alle gingen drauf ab und am Schluss wurden zu „Hellhammer“ die Fäuste in die Luft gestreckt. Es war eine Bewegung und kein Schrank voller Schubladen die sich selbst meist nicht ausstehen können…
Ich persönlich höre was mir gefällt und da ist es  mir vollkommen egal ob das „true“, „black“, „death“, „new-core“, „metal-core“, „power“, oder sonst was ist.  

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

 Dominik: Gerade MySpace und Konsorten sind für Bands enorm wichtig geworden, da der Untergrund sich fast ausschließlich darüber organisiert. Wenn man heute auf der Suche nach neuen Bands ist, schaut man sich erst bei MySpace um und hat massig Ergebnissee. Mal gute, mal Schlechte… Anyway.. Allerdings ist es für Bands heutzutage Pflicht sich solchen Communities anzuschließen.
 Schnack: Vorteile sind definitiv, die Menge an Infos, die man von der jeweiligen Band erfährt. Man kann sich die Mucke anhören, Fotos kucken, Kontakt aufnehmen. Gig Anfragen werden über solche Communities abgewickelt usw. 
Janosch: Nachteil ist, daß es sehr unpersönlich ist. Früher verschickte man Tapes mit der Post, was wir heute auch noch tun, aber das meiste läuft über die Internet Communities. Noch ein Nachteil ist das man gerade bei MySpace sehr viel Rauch um Nichts machen kann. „Toll, geile Seite hat die Band da, Wow, Video hier, Flashanimation da usw. usw. usw“. Aber wenn man die Band dann Live sieht… zum Kotzen. Ne riesen Mogelpackung. Im heutigen digitalen Zeitalter ist es viel einfacher geworden, Präsentationen und Aufnahmen richtig Professionell hinzubiegen.  Ein Studio verkommt aber immer häufiger zu einer KLÄRANLAGE. Du kannst Leuten ne Aufnahme hinzaubern, die sie niemals so eingespielt hätten. Weil sie es nicht können. Aber auf der Bühne, wo man selber spielen muss, trennt sich die Spreu vom Weizen… Und da loosen viele „MySpace-Überflieger“ tierisch ab…!! 

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

 Schlimmste Erfahrung: Im November 2008 verließ uns unser damaliger Gitarrist, da er aus beruflichen und privaten Gründen nach Bayern zog. Wir waren ziemlich am Ende, da Gigs anstanden, die wir kurzfristig absagen mussten und ähnliches. Aber seine Entscheidung ging völlig in Ordnung. Allerdings wirft eine Band so etwas wieder ein ganzes Stück zurück.
 Beste Erfahrung: Unser neuer Gitarrist Schnack, der sehr schnell von seinem „Hauptbrötchengeber“ Cambodia (MEGA-TIPP) ausgeliehen wurde und sich nahtlos eingefügt hat. Mit ihm kamen viele neue Ideen, was einen natürlich wieder enorm weiterbringt. Kucken wa mal… ;o)
 Schrägste Erfahrung: Der Gig zu Janoschs Geburtstag als wir einen Überraschungs-Gig in seinem Studio vor etwa 40 Leuten im Aufnahmeraum spielten. Das Studio platze aus allen Nähten, und wir hatten Temperaturen um die 45-50°C im Raum. Hot fuckin… Heavy Metal.
Die anschließende Party war allerdings auch nicht zu verachten. ;o)  

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören den Künstlern! :

 ... I

will not, die

for your lies

for your cries

See me arise...

visit: www.myspace.com/cultoffey

 

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