Dawn Of Despair

Life Is Pain!

Es ist doch immer wieder erstaunlich, auf welchen "Umwegen" manche Bands überhaupt erst ihre Geburtsstunde erfahren. Eigentlich wollte Gerd, Gründer und Sänger des anfänglichen Projektes DAWN OF DESPAIR lediglich drei Songs ins Netz stellen, was er auch tat. Glücklicherweise war die Resonanz so groß, das er sich weitere feste Mitmusiker suchte und den Weg weiter verfolgte, denn ansonsten wäre der Dark-/Gothic-Metal Underground um ein wahres Schmuckstück ärmer, wie das soeben gerade erst frisch  fertiggestellte Debüt "Dead Heart" mehr als eindrucksvoll beweist! Mitten in der Endphase ihrer Produktion standen sie uns zur folgender Auskunft bereit...

 
Dark Feather Ausgabe 3

Hallo Gerd, hallo Dawn Of Despair, wie sieht Euer aktuelles Line up aus?

Gerd: Hallo Holger, Hallo Dark Feather. Das neue Line up besteht aus folgenden Mitgliedern : :   Lars unser „großer“ Gitarrist, Basti an der zweiten Gitarre, Tamara am Keyboard, Phil am Schlagzeug, Juli am Bass und ich übernehme den Gesang. Ich bin sehr stolz auf diese Konstellation, weil wir sowohl musikalisch als auch menschlich eine echte Einheit bilden..

Ihr seid gerade im Studio an neuem Material zu schaffen. Wie geht’s voran, seid Ihr zufrieden mit dem Ergebnis bisher?

Gerd: Oh ja! Wir sind von den Songs begeistert. André Hofmann, unser Produzent, ist ein wahres Genie, und hat uns einen sehr fetten und genialen Sound verpasst.Es hat aufgrund technischer Probleme zwar einige Verzögerungen gegeben , aber jetzt ist das Album so gut wie fertig. Wir werden auf jeden Fall auch die nächsten Sachen im Fortefortissimo aufnehmen.

 

 

Dawn Of Despair 1

Was können die Fans und Leser von Eurem neuen Werk erwarten?

Gerd: Es ist ein sehr melancholisches und emotionales Album geworden. Es behandelt die Themen Trauer, Dunkelheit, Angst, Kälte und den Verlust der Liebe. Es ist außerdem ein sehr langes Album geworden, aber es lohnt sich in sie Songs hinein zu tauchen. Es beinhaltet mit dem Song „Deceiver“ übrigens eine Cover Version der leider nicht mehr aktiven dänischen Band The Loveless die ich persönlich sehr schätze.Juli: Es dürfen aber auch dann und wann die Nackenmuskeln ein wenig betätigt werden, bei „Kill the sorrow“ - unser Bandinterner Lieblingssong – und „A light far away“ beispielsweise.

Es gibt Euch gerade mal seit etwas mehr als 2 Jahren und erst seit wenigen Monaten als komplette Band. Dennoch ist schon einiges bei Dawn Of Despair passiert. Erzählt doch mal unseren Lesern die Euch noch nicht kennen, was habt Ihr bisher unter die Leute gebracht und wie waren die Reaktionen?

Gerd: Dawn of Despair ist als Solo-Projekt entstanden, weil ich diese Art von Musik schon sehr lange liebe, und in dieser Richtung unbedingt mal was machen wollte. Die Beeinflussung der ersten Texte durch private Umstände kam da gerade recht. Ich nahm also im Februar 2007 die ersten drei Songs auf, und stellte sie auf das Internet portal „MySpace“. Die Resonanz war sehr gut, ich bekam viele postitive Reaktionen. Also hab ich neue Songs geschrieben, das Album „Dead Heart“ aufgenommen und Leute gesucht, die Lust hatten, das Projekt „Dawn of Despair“ zu einer Band zu entwickeln.
Lars: Als Gerd mich gefragt hat ob ich bei Dawn of Despair mitmachen möchte, hab ich sofort zugesagt. Die drei Songs der ersten EP gefielen mir super und liefen privat rauf und runter. Ich wollte sowas in der Art schon lange machen und bin ein großer Fan von Bands wie z.b. Katatonia. 

Wer ist bei Euch für das Songwriting verantwortlich?

Juli: Alle bisher veröffentlichten Songs, wie auch die Songs, die es auf „Dead Heart“ zu hören geben wird, stammen aus Gerds Feder. In Zukunft werden alle am Songwriting mitwirken und haben bereits mitgewirkt – eine großartige Mischung unserer einzelnen Einflüße! Die ersten gemeinsamen Songs werden aber leider vorerst nur live, also noch nicht auf „Dead Heart“ zu hören sein. 

Wo liegen Eure musikalischen Einflüsse und Vorlieben?

Gerd: Der größte Einfluß ist und bleibt Katatonia  - diese Band ist einfach unglaublich! Ansonsten alles, was in die melancholische Ecke geht wie The Gathering, Rapture usw. Privat haben wir doch ziemlich unterschiedliche Vorlieben – Von Black Metal und Death Metal über Gothic und bereits erwähnter melancholischer Musik bis hin zum Thrash Metal und neueren Sachen haben wir einen sehr breit gefächerten Musik Geschmack. 

Das was ich bisher von Euch zu Hören bekam, klingt erstaunlich ausgereift und professionell.  Wie lange macht Ihr schon Musik und bei welchen erwähnenswerten Combos wart Ihr schon tätig?

Gerd: Danke! Also ich mache seit ca. 15 Jahren Musik und spielte in mehren Bands. Ich war Gitarrist bei der Nürnberger Black Metal Band „Wolfthorn“, bin aber mittlerweile ausgestiegen. Heute spiele ich noch bei Freitod, einer melancholischen Metal Band, und hab mit Wintergate noch ein Black Metal Solo-Projekt am Start. Lars spielt seit 12 Jahre Gitarre und seit 2004 bei „Necropsy“ - einer fantastischen Death Metal Band! Außerdem spielte er  früher bei „Donnergroll“. Basti und Phil waren bis zu deren Auflösung bei „Sorrow´s End“. Beide spielen jetzt außerdem bei „Plague Angel“ einer sehr interessanten Band aus Nürnberg. Juli und Tamara waren bislang in noch keiner Band aktiv, spielen aber auch schon seit einigen Jahren ihr Instrument.

Dawn Of Despair 2

Wißt Ihr schon, wie Ihr „Dead Heart“ vertreiben wollt?

Juli: Ein Plattenvertrag wäre natürlich eine schöne Variante. Allerdings haben wir da noch nichts in trockenen Tüchern.  

Sind Liveauftritte zeitnah geplant?

 Gerd: Auf jeden Fall! Wir würden gerne im April die ersten Live-Shows spielen, aber bis jetzt gibt es noch kein konkretes Datum. 

Was wünscht sich Dawn Of Despair für 2009 und weiterer Zukunft?

Juli: Ein Label Deal wäre natürlich das größte! Dazu noch jede Menge Liveauftritte und unser Jahr ist gerettet.

 

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:

Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metal-Szene?

Gerd: Nun, vor allem Metal wird ja schon fast zur Modeerscheinung. In Zeiten in denen Bands wie Lordi den Eurovision Song Contest gewinnen, Nightwish in die Charts wandern und Abends auf RTL Bericht über Wacken und andere Open Airs kommen, könnte man fast davon ausgehen. 

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Juli: Ich persönlich liebe das Internet und seine Ausführungen. Blogs, MySpace, Facebook, Youtube und  Co. bieten gerade für Musiker unglaubliche Möglichkeiten. Früher wäre so manches Talent, das sich heute auf MySpace präsentieren kann, im Proberaum vergammelt. Aber leider präsentieren sich nicht nur Talente... es liegt am User, unbrauchbares auszusortieren – Stichwort „Reizüberflutung“.  

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Lars: Also Schlechte? Oh ja da gibt es einige. z.B. diverse Konzertveranstalter die es nicht mal für nötig halten für die Bands Essen und Trinken bereit zu halten, obwohl sie sowieso nur mit Spritgeld abgespeist werden.
Gerd: Oder wenn Headliner  einem bestimmen das man seine Setlist auf drei oder vier Songs kürzen muß, damit sie selbst 90 Minuten anstatt „nur“ 80 Minuten spielen können, dann ist das schon sehr armselig.
Juli: Ich hab mal jemanden auf dem Earthshaker Festival getroffen und meinte „Hey, du siehst aus wie eine billige Martin Kesici Kopie“. Er guggte beleidigt und meinte „Ich bin der Martin Kesici!!“ Die Begegnung fand ich großartig und erzähl die wahrscheinlich witzlose Anekdote bei jeder Gelegenheit *g* 

Na, ist doch nicht witzlos :-) Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler!:

Gerd: Vielen Dank für das Interview Holger! Besucht unsere Seite im Internet unter : www.myspace.com/dawnofdespairmusic 

Life is Pain!

 

Dawn Of Despair CD CoverDawn Of Despair „Dead Heart“ 2009

 Ich gebe zu, hohe Erwartungen hatte ich an dieses Debüt des Nürnberger Sextett von  Dawn Of Despair gestellt, ließ doch das, was mir im Vorfeld des Interviews zu Ohren kam, auf eine interessante Eingängigkeit und verdammt hohe Qualität schließen. Nun liegt mir das ganze Album vor, sozusagen direkt aus dem Studio gesandt und noch rechtzeitig um in der aktuellen Ausgabe rezensiert zu werden. Tja, Erwartungen können nur allzu oft in Enttäuschungen enden, gerade wenn sie zu hoch gesteckt sind; im vorliegenden Falle tun sie dies jedoch keines Falls…im Gegenteil - sie wurden sogar übertroffen. Eine klasse Mischung irgendwo, zwischen Gothic-Rock, Dark- und Gothic-Metal erwartet dem Hörer und Fan jener Stile auf „Dead Heart“. Drückende, aber niemals aufdringliche Gitarren, die dann auch schon mal auf angenehme Art in leicht sägenden Soli’s sich ins Ohr „fräsen“; schwebende, aber niemals zu dominierende Keyboardlandschaften; grundsolide Rhythmusarbeit von Bass und Schlagzeug und die klare und vor allem ausdrucksstarke Stimme von Frontmann Gerd fördern auch noch so kleine Feinheiten zu Tage - mit und zum Genuss. Eine melancholische Grundstimmung, ein enorm starkes Songwriting, ausgefeilte Arrangements und eine saubere, druckvolle und in allen Belangen professionelle Produktion lassen „Dead Heart“ zu einer wahren Perle der gitarrenorientierten Düster-Musik machen. Eines steht fest, dieses Debüt dürfte der Szene einiges Aufsehen bringen - Starkes Teil!

visit: www.myspace.com/dawnofdespairmusic

 

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