Die Hälfte Euer Besetzung, sprich die Bandgründer gehen aus der ehemaligen Band Hels Crusade hervor. Verarbeitet ihr mit Nidhøgg noch Einflüsse oder Songmaterial aus jener Zeit?
Wir benutzen lediglich einen Song von Hel´s Crusade. Dieser Song war der einzige, der zu Nidhøgg passte. Hel´s Crusade war eher eine Death-Metal Band. Da Fimbulvetr und Nidhøgg aber eher in Richtung Pagan-Viking-Metal tendierten, kam es zu Differenzen, die dann zum Aus der Band Hel´s Crusade führten.
Wie kam es zur Namensgründung?
Eigentlich hatte Fimbulvetr schon zu Zeiten von Hel´s Crusade sein Solo-Projekt „Ancient Oath“ gegründet und einige der heutigen Nidhøgg-Songs geschrieben. Nach dem Aus von Hel´s Crusade kam dann die Idee auf, das Solo-Projekt als Band weiter zu führen. Der Vorschlag „Nidhøgg“ kam dann vom jetzigen Sänger. Dieser ist seit vielen Jahren in der Wikinger-Reenactment-Szene aktiv und hat dort den Namen „Nidhøgg Drakeson“ bekommen. Da der Name Nidhøgg gefiel, sowohl als Namen als auch von seiner mythologischen Bedeutung, wurde die Band Nidhøgg geboren.
Vor einem Jahr habt Ihr bereits erste Songs aufgenommen. In wenigen Monaten geht Ihr erneut ins Studio. Wird es danach eine komplette Debüt-CD aus bereits aufgenommenen und neuem Material geben oder wird diese CD komplett neue Songs beinhalten?
Also die CD wird vor allem neue Songs enthalten. Allerdings finden wir die 3 älteren Songs recht gut und viele Fans auch, so dass wir die 3 Songs wohl als Bonus mit auf die CD pressen werden.
Wie ist derzeit die allgemeine Folk-, Pagan-, Black-Metal Situation an der Ostseeküste, habt Ihr Kontakt zu anderen Bands und Veranstaltern? Fürs Barther Metal Open Air und Up The Horns seid Ihr ja schon gebucht…
Nun ja es gibt hier oben nicht allzu viele Viking oder Pagan Metal Bands. Deshalb haben wir als Band ja auch den Begriff BALTIC VIKING METAL erfunden, um zu zeigen, dass es neben Thüringen auch noch die Ostsee gibt, wo gute Pagan und Viking Musik gemacht wird ;-) Der Kontakt ist unterschiedlich. Zu Strydegor zum Beispiel haben wir guten Kontakt, zu Nastrandir eher weniger. Zentrum des Kontaktes zu Bands, Labels und Veranstaltern ist unser Sänger Heiko. Er selbst veranstaltet seit 11 Jahren das Barther Metal Open Air. Dadurch hat er natürlich recht viele Kontakte. Die Kontakte reichen dadurch bis zu großen Bands wie Finntroll, Urgehal usw. Es ist sicherlich gut für unsere Band, dass so die Kontakte da sind. Wobei wir selbstverständlich nicht aufs „ausnutzen“ setzen, sondern eher auf Freundschaften ;-)
Was steht bei Nidhøgg nach dem Studioaufenthalt in Planung oder auf der Wunschliste?
Als nächstes wollen wir natürlich live spielen so oft wie möglich! Und wir planen ein kleines Projekt. Wenn das klappt, wird es eine lustige und fetzige Sache geben beim 11. BMOA. Mehr möchten wir dazu noch nicht verraten ;-)
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal-, Folk-, und Gothic-Szene?
Ja wie sehen wir die Entwicklung? Das denkt jeder der 5 Bandmitglieder sicher sehr subjektiv. Aber wenn man davon ausgeht, wie es beim Bewerben und Buchen fürs Barther Metal Open Air aussieht, kann man einen Trend sicher nicht verheimlichen oder verleugnen: es geht immer mehr nur ums Geld. Bands werden immer teurer, nur weil sie 2 Cd´s draussen haben etc. Ausbaden müssen das dann die Fans, die dann mehr und mehr Eintritt zahlen müssen bzw. für CD´s immer mehr blechen. Es ist schade, dass der Kommerz so regiert, aber das ist eine Sache, die nicht nur im Metal/Gothic Bereich so ist ;-)
Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
Also Myspace ist schon eine sehr geniale Erfindung. Ein Link und der Fan kann Videos sehen, Musik hören usw. Negativ dabei ist, dass man die Musik natürlich rippen kann und so die Bands sicher schlechter CD´s verkaufen. Auch treibt sich sehr viel extremistisches Volk dort rum. Egal ob rechts oder links. Da muss man aufpassen, wen man als Freund akzeptiert ;-) Myspace kann so leider auch zur Kommunkation und Verbreitung solchen Gedankenguts missbraucht werden. Das ist schade.
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Nun ja wirklich extrem schlechte Erfahrungen haben wir bisher nicht gemacht. Negativ waren vielleicht paar Mal Verhaltensweisen einiger „größerer“ Bands uns gegenüber, so nach dem Motto „was seid ihr für Würmer“. Aber alles noch im Rahmen. Positiv war die Resonanz des Publikums beim 10. BMOA. Wir haben das erste Mal richtig live gespielt und dann gleich vor einem riesen Publikum. Und die Leute haben gefeiert ohne Ende. Es war einfach geil. Jo und schräg: unser Auftritt beim letzten Rock for Roots. Unser Sänger hatte Magen-Darm-Grippe, wollte aber deshalb nicht den Gig absagen. Ihm ging’s richtig Scheisse und er musste sich tierisch zusammenreißen um beim Bangen nichts ins Mikro zu kotzen. Die Fans fanden es lustig und es lief verhältnismäßig gut. Unser Fazit: Viking-Metal und Grippe-Viren sind nicht gut zu kombinieren ;-)
Na dann...;-) Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Ich bedanke mich ebenfalls für das Interview und möchte mich auf diesem Weg bei all unseren Fans bedanken. Ohne Euch würde es uns nicht geben. Ich hoffe ihr seid auf unsere kommenden Aufnahmen im Shredsound Studio gespannt, die wir im Sommer veröffentlichen werden.
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