Shade Of Shambles

Mit Authentizität wider der Inhaltsleere

SHADE OF SHAMBLES aus Berlin dürften für viele Leute, die sich schon länger in der Szene tummeln und in jener auch mal etwas tiefer in die Materie eingetaucht sind, ein Begriff sein. An ihrem Idealismus zur eigentlichen Sache, dem Grundgedanken zum Kern der Szene können sich so manche "Vertreter" des Genre, welche heutzutage nur noch blind angepasst zu sein scheinen, durchaus ein Beispiel nehmen. Sie ziehen Ihr Ding konsequent durch und das ist verdammt gut so! Inmitten Ihrer Aufnahmen für ein kommendes  für dieses Jahr angekündigte Release, gaben sie uns Auskunft zum Stand der Dinge und präsentieren uns und Euch mit "Mein Feind" schon einmal einen neuen und brandaktuellen Song! 

 

 

 
Dark Feather Ausgabe 3

Hallo Shade Of Shambles! Das Dark Feather bittet um eine kurze Vorstellung für die, die Euch noch nicht kennen!

Shade of Shambles besteht zur Zeit aus drei Bandmitgliedern, die da wären Olaf Seifert - der mit seinem unverkennbaren Bass den Stil von Shade of Shambles seit 1992 immer wieder aufs Neue prägt. Markus Pawlig spielt bei Shade Gitarre und hatte als Techniker bei dem WGT 2000 seine ersten Berührungen mit uns. Chris Rennier ist das einzigste Gründungsmitgleid und auch Namensgeber der Gruppe. Die meisten Kompositionen kommen aus seiner Feder bzw. Tasten. Weiterhin gibt es drei Gastmusiker namens Dennis, Felix und Jörg, die uns auf der Bühne und im Studio unterstützen. Beide waren vor einigen Jahren noch feste Bandmitglieder, bis sie bei anderen Projekten ihre Herausforderung suchten. Durch den weiterin guten persönlichen Kontakt und der bei ihnen bestehenden Faszination für Shade of Shambles können wir auf sie zählen, wofür wir auch sehr dankbar sind.

Shade Of Shambles

Ihr „geistert“ ja schon seit geraumer Zeit durch die Szene. Wann und wie fing das eigentlich alles an?

Nun müssen wir wohl etwas ausholen...Der erste Anfang war die gemeinsame Notwendigkeit von zwei Freunden sich musikalisch ausdrücken zu wollen. Chris und Timur fanden in der Dark-Wave und Gothik Musik der 80er Jahre ihre musikalische Gemeinsamkeit. So startete das Projekt als reines Duo mit Klavier und Gesang im Jahr 1989. Es dauerte einige Zeit bis sich die Band mit Schlagzeug und Gitarre komplettierte. Diese Konstellation hielt jedoch nicht lang, da sich die musikalischen Grundpfeiler der Hauptgründer noch in Bewegung befanden.  Kurz gesagt trennte sich Timur von der Band und Chris Rennier startete das Projekt  1992 mit komplett neuen Musikern. Dies war wohl die wahre Geburtsstunde von Shade of Shambles.  

Interessant finde ich die Beschreibung Eurer Namensgründung auf Eurer Homepage. Geht doch bitte für die Leser noch mal etwas genauer darauf ein!

Uns war von Anfang an wichtig, dass der Name mehr sein sollte als eine inhaltsleere Bezeichnung, die sich nur gut einprägen lässt. Wir wollten damit das Gefühl ausdrücken, was Musik für uns bedeutet. Es dauerte über ein halbes Jahr, bis wir uns auf diesen Namen festlegen konnten. "Shade of Shambles" sagt mehr als die Worte aus denen er besteht: Wir verstehen uns als ein Schatten, der die Trümmerfelder der Gesellschaft musikalisch abbildet.
Wir machen unsere Musik, egal was andere davon halten. Es ist eine Richtungsansage die authentisch darstellt was uns wichtig ist. Unsere Musik ist mit Hintergrund gefüllt und ist mehr als einfache Unterhaltung. Dies zu begreifen bedarf oft den Willen und Mut sich mit unserer Kunst ernsthaft auseinander zu setzen. Wozu in unsere immer schneller werdenden Gesellschaft leider immer seltener Menschen bereit sind.    

Im Moment befindet Ihr Euch gerade im Studio. Wie gehen die Aufnahmen voran? Könnt Ihr uns schon etwas über das kommende Album verraten?

Da wir bestimmte Elemente in unseren Liedern nur mit Gastmusikern umsetzen zu können, ist unser Zeitplan sehr ins Hintertreffen geraten. Wir arbeiten uns von Song zu Song voran, und hoffen eine Singleauskopplung bis zum Sommer auf die Beine  zu stellen. Das Album wird es dann, wenn es so weiterläuft im Herbst geben. Der Titel ist leider noch streng geheim. Einige Songs des Albums spielen wir auch schon auf unseren Konzerten, so das man sich dort einen Eindruck holen kann.  

Wie vertreibt Ihr Eure CD’s, gab und gibt es mittlerweile schon Kontakte zu Labels?

Die bisherigen Gespräche mit Labels und Managements im letzten Jahr verliefen eher schleppend und zeigen uns, dass es in diesem Bereich nicht leicht wird unsere gute Musik zu etablieren. Wir sind aber sicher, dass wir noch interessierte Labels sowie ein Management finden werden. Wir vertreiben bis dahin unsere Musik sowie Bandprodukte über unsere Homepage. Unsere letzte CD "promo recast zero" gibt es aber auch auf dem Internetportal "www.digitalindie.net" zu bestellen. 

Ihr ward ja bereits schon zweimal auf dem WGT vertreten. Welche Erfahrungen habt Ihr dabei gemacht?

Richtig, die Besucher hatten zweimal das Glück "Shade of Shambles" auf dem WGT zu bestaunen. Damals waren wir noch mit einer Konzertlesung unterwegs. Wir mischten damals in vier thematischen Bereichen Musik und Literatur in Form eines eigens erstellten Konzeptes. Wir wurden vorbildlich umsorgt und hatten dort eine schöne, denkwürdige Zeit. Leider wurde unser Konzept nach dem Wechsel zu einem anderen Veranstalterteam aus dem Rahmenprogramm gestrichen. Seit dem Veranstalterwechsel  im Jahre 2001 sind, nach unseren Beobachtungen, kleinere innovative Bands, wie wir, nicht mehr gefragt. Die Veranstalter sind deutlich kommerzieller geworden und haben für unbekanntere Gruppen keinen Platz. Wir geben aber die Hoffnung nicht auf, dass es bei den Verantwortlichen irgendwann ein einlenken geben wird. Denn jede überkommerzialisierte Veranstaltung verliert schnell den Reiz des Besonderen...   

Was steht nach der Albumveröffentlichung bei Euch auf dem Plan?

Wir werden die Lieder des neuen Albums komplett live präsentieren. Ob es eine Tour zur CD gibt, wird der Erfolg des Albums entscheiden. Sicher ist jedoch, dass wir unseren musikalischen Weg weiter gehen werden. Das wir keine Eintagsfliegen sind, sollten wir schon bewiesen haben. 

 Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metal-Szene?

In den letzen 10 Jahren haben sich die Szenen sehr stark vermischt, es sind neue Musikrichtungen entstanden und es gibt einen fließenden Übergang von einem Bereich zum anderen. Es wird deutlich schwerer für Musiker ihrer Musik Gehör zu verschaffen, nicht nur weil es auf dem Live-Sektor durch die einstürzenden CD Gewinne voller geworden ist, sondern auch weil es immer einfacher wird selbst Musik zu machen. Wir wollen nicht falsch verstanden werden, es ist ein Glück, dass die Entwicklung der Studiotechnik so große Sprünge gemacht hat und heute schon gute Produktionen für wenig Geld am PC möglich sind. Jedoch bringt dies auch unweigerlich viel Schrott und schlecht gemachte Musik hervor.
Die Szenen werden von Majorlabels entdeckt und nach Profit ausgeschlachtet, durch eine übergroße "Professionalisierung" verlieren sie ihren Charme, wie auch ihre Authentizität. Wer hätte in den 80ern gedacht, das es mal Modeläden mit perfekt aufeinander abgestimmte Kleidung für Gothic-Fans im Supersparpaket geben würde. Damals war es ein Gefühl sich abzugrenzen, heute ist es bestenfalls eine szenische Anpassung.
Wir denken, dass alles möglich ist und nichts langweiliger ist, als alles haben zu können. Der Mangel macht kreativ und bindet die Menschen, nicht der Überfluss !   

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Dies ist nicht nur für Musiker eine gute Kontaktbörse, so kann man sich über vieles informieren und neue Kontakte knüpfen. Sie hat natürlich wie alle Dinge ihre Schattenseiten, aber wir haben gelernt mit dem Fernsehen zu leben, so werden wir auch die Communities überleben... 

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Bei einem Festival war Chris so krank, dass er ohne viel zu trinken seine Stimme verloren hätte. Doch wer viel trinkt, muss dann halt auch mal...  ...mitten im Konzert...
Blöderweise musste der ganze Saal auf den Sänger warten und zum Überfluss hörten alle auch noch die Spülung als einzigartiges Raumklangerlebnis... 

Ist doch auch mal was… ;-) Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Soweit möchten wir erstmal allen danken, die bis hierher gelesen haben und Euch gleich dazu einladen, sich mit unserer Musik auseinander zu setzen. Wir freuen uns über jede Meinung und Kritik.

visit: www.shade.de

 

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