Wie lange gibt es Euch schon und wie kam es zur Entstehung Eures Bandnamens?
Uns gibt es offiziell seit mittlerweile 3 Jahren. Wobei man fast sagen kann, dass wir diese Zeit über nichts anderes gemacht haben, als stetig am Album zu arbeiten. Der Bandname erschloss sich uns schon ziemlich am Anfang als sich in den ersten 3-4 Songs dieser ruhige, märchenhafte Stil mit zartem, teilweise gehauchtem Gesang auszeichnete. Eine Art "Märchenmetapher". Entsprungen aus dem Konzept, das hinter diesem Album steht. Eine Geschichte, die auf der CD chronologisch abläuft, mit der Geburt in "Birth" beginnt und in "Lullaby", sprich dem Schlaf- oder Wiegenlied endet. In dieser Spanne haben wir die für uns wichtigsten emotionalen Punkte und Stationen des Lebens aufgegriffen und sowohl textlich als auch musikalisch verarbeitet. Den Höhe- und sicherlich auch Wendepunkt des Konzeptes findet man in der Gabelung des Albums: "Path left" und "Path right". Hier wird eine grundlegende Entscheidung getroffen: Großstadt oder Natur, Lärm oder Ruhe, Isolation oder Freiheit. In "Path left" kommt Aufbruch-stimmung zum tragen. Es wird sich für die Freiheit entschieden. Hinaus in die große weite Welt. "Path right" hält musikalisch vor Augen, was passiert wäre, wenn man sich anders entschieden hätte; nämlich in der Stadt zu bleiben. Eine Momentaufnahme der Seele in der akuten Phase des Selbstzweifelns und der Angst zu versagen.
Eure Musik bietet wahrlich Kopfkino zum dahinträumen. Wo liegen Eure Einflüsse?
Unsere musikalischen Vorbilder kann man sicherlich aus unseren Sounds erahnen. Bands wie Radiohead, Dredg, Oceansize, Björk, Múm oder Olafur Arnalds haben uns lange Zeit begleitet und uns sehr geprägt. Wie auch immer es sich ergeben hat, man kann einfach nur unendlich dankbar sein, dass man Ohrenzeuge dieser wundervollen Musik sein darf. Dass wir gern herumexperimentieren, kann man auch an unseren Samples erkennen, die zum größten Teil alles eigens kreiert wurden. Für "Wadded thoughts" habe ich auf Saschas Anrufbeantworter gesungen, den wir dann mit einem Mikrofon abgenommen haben. Uns hat dieses Knistern und Rauschen dieser grenzwertigen Qualität so sehr gefallen, dass wir weiter daran gearbeitet haben.
Euer Debüt-Album klingt reichlich ausgereift. Habt ihr bereits in vorherigen Projekten/Bands musikalische Wege beschritten?
Sascha spielte vor "the.princess.and.the.pearl" in seiner Band "toothpaste", später dann umbenannt in "Saèm" als Gitarrist, Sänger und Songschreiber (Rock mit Geschrei! :)) Parallel zu allem sei natürlich sein Solo-Projekt "Ecoustic" zu erwähnen, ebenso "The dead eyes of London", sein Projekt mit dem guten Sebastian Kloke (ehemals "Toothpaste & Saèm").
Ich bin seit mittlerweile 10 Jahren Sänger und Gitarrist der Band "Patchwork Projekt", mit der wir auch momentan wieder im Studio sind um unser neues Album aufzunehmen.
Was inspiriert Euch beim Songwriting? Ich kann mir bei Eurer Musik vorstellen, das dies nicht unbedingt alltägliche Dinge sind, die Euch hierzu beeinflussen, oder irre ich da? Wie verlief der Entstehungsprozess zu Eurem Debüt-Album?
Auch, wenn es beim Durchhören des Albums nicht so erscheint: Alle Songs basieren auf unser gemeinsames Gitarrenspiel. In den allermeisten Fällen ist es so, dass wir uns einfach die Gitarre schnappen, uns bei Sascha zu Hause aufs Sofa setzen und dann einfach stundenlang jammen. Wir haben in der Anfangsphase unglaublich schnell festgestellt, wie perfekt wir miteinander harmonieren. Die Chemie passt einfach. Da wir unser Homerecording-Studio bei Sascha eingerichtet haben, hatten wir tollerweise auch noch die Möglichkeit sofort alles rough aufzunehmen, was wir erjammt hatten. So ging uns nichts verloren. Das ist ein schönes Gefühl. Bei uns entsteht erst die Musik und danach kommen die Texte. Da läuft es meistens so, dass wir, während wir das Instrumental hören, unseren Assoziationen freien Lauf lassen. Wir sammeln Eindrücke und Bilder, die im Kopf entstehen und auch jene, die sich während der Jam-Session schon eingenistet haben. Es formen sich Schlagwörter, bruchstückhafte Sätze und Bildbeschreibungen letztendlich zum Text.
„Unabhängig von Grenzen und Strukturen“ so beschreibt Ihr treffend Eure Musik, lasst Ihr auch in Zukunft diesbezüglich eher alles offen und auf Euch zukommen oder habt Ihr bezüglich Kommendes schon feste Vorstellungen.
Wir haben keinen Masterplan oder Ähnliches. In welchem Stil es weitergeht, ob mit Konzept oder ohne, wird sich ergeben. Momentan haben wir ein wenig "Digitalism" und "BoysNoise" getankt. Vielleicht wird es uns etwas beeinflussen, vielleicht auch nicht. Wir basteln schon seit längerer Zeit insgeheim an neuem Material, manche in "alter" Manier, manche etwas beat-orientierter oder elektronischer. Aber wie es letztendlich entsteht wissen wir natürlich vorher nicht. Die Sachen entwickeln sich zu dem, was sie schließlich sind. Es wird vorher nicht festgelegt, ob elektronisch oder akustisch. Wir lassen unseren Ideen freien Lauf und hoffen, dass sie es ins Ziel schaffen.
Was sind Eure Träume und Wünsche für die kommenden zwei Jahre bezüglich The Princess And The Pearl?
Wir wünschen uns für die nächsten Jahre, dass wir viele Auftritte an Land ziehen können. Es ist so verdammt wichtig mehr Erfahrung darin zu machen. Eigentlich haben wir beide schon ordentlich Bühnenerfahrung über die Jahre in den Bands gesammelt, nur eben nicht in dieser Konstellation. Fraglich ist auch, inwiefern man kompatibel ist. Sicherlich können wir nicht in Salzgitter im Forellenhof zwischen Metallcore und Hyperdeathgrunge spielen. Es wäre schön wenn es einen Platz gäbe. Ebenso hoffen wir, dass wir mit unserem Enthusiasmus bezüglich Promotion in Richtung Radio mehr Hörer gewinnen. Man möchte ganz einfach so viele Leute im Umkreis damit erreichen wie es nur irgend geht.
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und artverwandten alternativen Musik-Szenen?
Was die Alternative-Szene betrifft frag ich mich tatsächlich, ob es überhaupt eine gibt. Gerade mit Patchwork Projekt/Toothpaste/Saèm haben wir an vielen Festivals in der Region teilgenommen, muss aber einfach sagen, dass diese Veranstaltungen grundsätzlich schlecht besucht waren. Wir haben schon 4 eigene Festivals veranstaltet. Zum Schluß konnte man nicht mal mehr den Mischer und die Lichtanlage bezahlen, da einfach keine Leute gekommen sind. Und das, obwohl mehrere regional bekannte Bands mitgemacht hatten, bei denen man dachte sie würden viel Publikum ziehen. Am Ende haben wir dann wieder draufgezahlt und uns nach dem vierten Mal gesagt, dass wir so etwas nicht wieder machen würden. Und was die Entwicklung der Bands in der alternativen Szene betrifft: Keine Ahnung. Ich bin selbst keiner Szene angehörig und weiß von daher nicht wirklich wie da die Entwicklung ist. Ich denke, dass bezogen auf Musik im Allgemeinen die Grenzen immer weiter aufweichen. Alles wird sich weiter vermischen. Es gibt doch kaum eine Band, die nicht indie-post-grunge-metall-punk macht und eigentlich alles zu gleich sein möchte :)
Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
MySpace hat den enormen Vorteil, dass man sich als Band sehr gut präsentieren kann. Auf der anderen Seite kann das prinzipiell jeder. Man geht in dieser Masse von "Musikern" unter und muss heutzutage viel mehr machen, damit solche Seiten ständig besucht werden bzw. sich der Bekanntheitsgrad erhöht.
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Ich bin vor einigen Jahren bei einem Auftritt in der Bühne eingebrochen. Die Veranstalter haben eine provisorische, qualitativ eher minderwertige Holzkonstruktion als Bühne aufgestellt und wir haben uns beim Betreten schon skeptisch angeschaut weil es so fürchterlich gewackelt hat. Beim vorletzten Song ist es dann passiert. War aber irgendwie witzig. Wir hatten mit Patchwork Projekt und Toothpaste auch mal einen Auftritt in Hannover im Mephisto. (Für die, die es vielleicht nicht kennen: Eine Art Bistro,Bar, Gaststätte) Da hatten wir dann relativ schnell die Schnauze voll nachdem man uns zu verstehen gab, dass die Musik beim Essen stören würde. Was auch noch zwischen witzig, traurig und ausartend ablief war ein Auftritt in Wolfsburg. Dort war ein besoffener Typ der Meinung, er müsste - während wir spielten - uns vom Mischpult aus per Mikro gröhlend begleiten. Wir waren an diesem Tag wegen Zeitmangel sowieso alle schon so sehr gestresst. Dann kam noch hinzu, dass der Veranstalter während des Sets, das gerade mal 15 Minuten lief, zur Bühne kam und uns bat zum Ende zu kommen. Wir waren dann so wütend, dass wir daraufhin so lange weiterspielten bis letztendlich der Strom abgestellt wurde. Anschließend gab es dann noch eine recht grobe Diskussion. Ein paar böse Worte. Es ist wirklich sehr schade wenn man 1 Stunde Anfahrt und sowieso wegen der vielen Instrumente logistische Probleme hat, dann nach einer viertel Stunde abgesägt wird, obwohl 45 Minuten ausgemacht wurden. Nur, weil der Veranstalter zu dämlich war, seinen Zeitplan einzuhalten. Ansonsten ist es auch jedes Mal wieder schön festzustellen, wie fürchterlich der Bühnensound ist. :) Aber das ist ja fast bei allen Bands so. Das gehört einfach dazu.
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Wir möchten uns für das nette Interview bedanken und wünschen Euch für 2009 viel Erfolg mit Eurem Underground-Zine! |