Frank Alscher

Seit seinem fünften Lebensjahr war sich der Hamburger Künstler Frank Alscher bewusst, das er einmal Sänger oder Schauspieler wird. An diesem Lebenstraum hielt er fest , ließ sich vor ein paar Jahren in Gesang ausbilden und ist neben seiner Mitgliedschaft bei der Mittelalter-Folk Band Schimmelreyther auch auf Solopfaden unterwegs. Und bezüglich dessen ließen wir uns von ihm berichten!

 
Dark Feather Ausgabe 4

Hallo Frank, ein herzliches Willkommen beim Dark Feather! Erzähle doch bitte einmal unseren Lesern kurz etwas über Dein Solo-Projekt! Du hast neben Standard-Gesangsunterricht auch zwei Jahre klassischen Unterricht genommen. Hattest Du von vornherein feste Ziele, wie Deine Musik einmal klingen soll oder hat es sich von vornherein entwickelt?

Eigentlich lege ich mich da nicht so fest, die Hauptsache ist für mich, daß ich mich bei der Musik, zu der ich singe, wohlfühle. Wenn sie gut klingt und schöne Melodien vorhanden sind und zu meiner Stimme passt, dann bin ich für Alles offen. Natürlich ist es aber so, da ich aus der 80iger-, New Wave-, Mittelalter- und Gothic-Szene komme, daß ich mich in diesem Musikbereich musikalisch beeinflussen lasse.

Den Standard-Gesangsunterricht habe ich in erster Linie genommen, um zu sehen, ob ich es überhaupt kann und wie es klingt, sprich, ob es Sinn macht mit dem Singen anzufangen. Als mir dann nahegelegt wurde, daß stimmliche Potential zu erweitern, kam der klassische Unterricht in einem Konservatorium, wo wir dann an den Feinheiten gearbeitet haben.

 

Wie kamen die Ideen Coverversionen wie z.B. I Started A Joke, Days Of Pearly Spencer by Marc Almond und Ghostriders In The Sky by Johnny Cash in ein dunkleres Gewand zu packen? Ist ja nicht unbedingt üblich.  

Nun, ab und zu, wenn ich mal einen Gitarristen habe, der mit mir Musik macht, dann trete ich mit einer Reihe von Cover-Songs auf, da ich selber ja kaum eigene Songs habe. In diesem Programm sind Songs von den 50igern bis heute vorhanden, unter Anderem auch diese 3. Daher habe ich mir gedacht, ich nehme sie einfach mal auf, unabhängig von Allem.  

Im Allgemeinen klingt Dein Stil wie eine abgefahrene Mischung aus alter populärer Musik, Wave und Deine Lakaien. Wolltest Du Dich mit dieser Konstellation aus der Masse herausheben, inwieweit spielt „Ironie“ da eine Rolle?  

Da ich diese ganannten Musikbereiche sehr mag und intesiv höre, klingt meine Musik natürlich auch so, aber ich habe mir nichts dabei gedacht. Das ist eben der unbewußte Einfluß, wenn man mit solcher Musik groß wird.

"Ironie" ist ein sehr persönlicher Song, er fällt ein wenig aus der Reihe. Ich hatte die Melodie schon lange Zeit im Kopf, aber noch keinen Text. Da ich mich mit Frauen, was Beziehungen angeht, immer schwer getan habe, geriet ich dann mal in einen Konflikt, Beziehung oder lieber allein bleiben, daraufhin dann der Text, (lach!). Ich fand, er passte einfach gut in diese Melodie.

Frank Alscher 1

Du warst auch Mitbegründer der Band Schimmelreyther, welche etwas mittelalterlich folkig angehaucht klingt. Die Band hatte sich zwischenzeitlich aufgelöst, Du bist aber soweit ich weiß, wieder dabei. Ist es nun schwierig für Dich, die Prioritäten zu setzen?  

Zur Zeit stellt sich die Frage nicht, da ich ja eigentlich kein richtiges Solo-Projekt habe. Ich habe nur 3 eigene Songs, ich spiele kein Instrument, nur provisorisch meinen Synthie und wenn ich mal eine Idee habe oder etwas covern will, dann fahre ich ins Studio und lasse den Song dann produzieren.

Sollte ich aber mal an Jemanden geraten, der auf meiner musikalischen Schiene fährt und Gitarre spielen kann und mit mir ein Projekt gründet, dann muß man sehen, wie sich das zeitlich verträgt. Wenn Beides geht, dann ist es natürlich schön, aber wenn nicht, dann muß ich mich natürlich für ein Projekt entscheiden und da werde ich dann mein Herz fragen müssen, welches Projekt mich mehr mit Leidenschaft erfüllt.  

Du warst in jüngeren Jahren auch als Komparse für Fernsehserien aktiv. Gab es da mal andere Träume, eventuell in Richtung Schauspiel zu gehen?  

Auf jeden Fall, Schauspiel und Gesang war schon seit meinem 5. Lebensjahr meine persönliche Bestimmung. Aber als ich in die Schule kam, habe ich mich nur für Schauspielerei interessiert und das Singen wurde leider zweitrangig. Ich wollte immer eine Schauspielausbildung machen, hatte aber leider nicht das Geld dafür und als ich es finanziell geschafft hätte, war ich schon zu alt. Nach der Zeit habe ich mich dann aber voll dem Gesang und der Musik gewidmet, was nicht heißt, das ich der Schauspielerei abgeneigt wäre.  

Wie sieht es mit Liveaktivitäten aus, arbeitest Du mit Gastmusikern? Wie stellt man sich ein Frank Alscher Konzert vor?  

Wie schon gesagt, bis jetzt hatte ich nur mal für kurze Zeit Gastgitarristen, die mit mir Cover-Songs gespielt haben. Meine eigenen Songs habe ich bis jetzt noch nie Live gesungen, außer mal am Strand oder auf Partys mit Freunden, dann aber ohne Musik (lach!). Wenn man mich Live sehen möchte, dann zur Zeit nur mit meiner Band "Schimmelreyther". Wenn ich auftrete, ob mit Band oder Cover-Projekt, ist es in der Regel immer spaßig und emotionell und es gibt natürlich auch eine Bühnenshow.  

Gibt es irgendwelche Pläne bezüglich Veröffentlichung Deiner Songs?  

Wenn ich mit der Zeit mal genügend eigene Songs habe, dann werde ich auf jeden Fall eine CD aufnehmen, das ist mein Ziel. Bis dahin werden sie leider nur bei MySpace zu hören sein. Ansonsten singe ich ja in meiner Band , mit der ich auch auftrete und CD's aufgenommen habe.  

Was wünscht sich Frank Alscher für die Zukunft? 

Musiker zu finden, die mit mir gemeinsame eigene Songs entwickeln und spielen, so das ich meine Songs auch mal auf der Bühne singen kann und natürlich ein Label, welches meine CD's vertreibt.

Frank Alscher 2

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie siehst Du die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie zum Beispiel der Gothic- und artverwandten Szene(n)?  

Ist natürlich schwer für diese Bands und diese Szene, man müsste sie noch mehr unters Volk bringen und zeigen, das es noch was Anderes gibt. Ich hoffe doch sehr, das diese Musik-Szenen sich irgendwann noch mehr durchsetzen und sie den ganzen anderen Kram von heute verdrängen und man überwiegend diese Musik im Radio hört. Auf jeden Fall wird diese Art von Musik nicht aussterben.  

Welche Vor- und/oder Nachteile siehst Du in großen Webcommunities wie z.B. myspace? 

Ich finde das echt Klasse, dsß gibt Musikern, die nicht bekannt sind und noch kein Label haben, die Möglichkeit, ihre eigenen Songs im Netz der Welt zu präsentieren. Sie können mit anderen Leuten in Kontakt treten und außenstehende Kritik ernten, um zu sehen, wie die Musik ankommt, sei sie nun positiv oder negativ.  

 

Was waren bei Dir die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?  

Schlecht finde ich, das es leider zu viele Musiker gibt, die sich selbst zu wichtig nehmen und meinen, sie sind die Größten, dabei sind sie genau das Gegenteil. Mit ihnen Musik zu machen bringt weder Spaß, noch haben sie Teamgeist. Schräge Erfahrungen waren immer die, wenn bei Auftritten von mir oder anderen Bands was schief geht auf der Bühne und man es einfach mit dem Publikum teilt und lacht, anstatt es ganz ernst zu ignorieren und so zu tun, als wäre nichts.

Am positivsten und schönsten finde ich immer die Momente, wenn ich auf der Bühne stehe und einen Song singe, der mich total berührt, dann schließe ich die Augen, lasse mich von der Musik durchstömen und bin Eins mit den Leuten, meiner Stimme und der Musik. Das geht direkt ins Herz und es ist schön, wenn man in den Gesichtern der Leute sieht, wie es sie ebenfalls berührt, das ist der Grund, warum ich singe.  

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :  

Ich bedanke mich sehr für dieses nette Interview und hoffe, das ich in naher Zukunft meine Songs auf der Bühne und auf CD präsentieren kann, wir sehen und hören uns, Frank!!!

visit: www.myspace.com/frankalscher

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