Celestial Maze

Hinter CELESTIAL MAZE steckt der Mainzer Künstler Marko Richter. Nachdem er bereits in den letzten vier Jahren sehr aktiv im Songwriting war und schon einige Undergroundperlen online präsentieren konnte, hatte er sich jüngst in ein professionelles Studio begeben um demnächst seine Spielweise des Gothic Rock einem noch breiterren Publikum zu präsentieren. Im Vorfeld der Ereignisse stellte er sich dem Dark Feather zum Interview.

 
Dark Feather Ausgabe 4

Hallo Marko! Du bist der Kopf hinter Celestial Maze. Gibt es da noch andere Personen im Labyrinth?

Nein, da bin wirklich nur ich.

Celestial Maze 1

Du widmest Dich seit ca. vier Jahren aktiv der Musik und wenn ich mir Deine Veröffentlichungsliste anschaue, alle Achtung - hast nicht grade auf der faulen Haut gelegen! Wie vertreibst Du Deine Musik?  

Die bisherigen Veröffentlichungen hab ich ausschließlich auf Anfrage über Myspace etc. vertrieben. Das hat den Grund, dass es sich hierbei um DIY (do it yourself) Werke handelte und der kommerzielle Erfolg von Anfang an ausgeschlossen war.
Das ändert sich nun mit der nächsten Veröffentlichung, die bald das Licht der Welt erblicken wird. Diese ist nun endlich in einem Professionellen Studio gemischt und gemastered worden und wird für mich die erste „richtige“ Veröffentlichung darstellen, da sie Celestial Maze weitestgehend so präsentiert wie ich es haben möchte.
Ich bin also durchaus von meinem aktuellen Machwerk überzeugt und aus diesem Grund habe ich mir auch den ein oder anderen Vertrieb heraus gesucht, über den man die CD letztendlich beziehen kann.
An einer Veröffentlichung über ein Label habe ich hingegen kein Interesse, da meine Pläne diesbezüglich anders aussehen.  

 

Deine aktuellen Songs bewegen sich im Spielraum zwischen Gothic und Rock. Hat Celestial Maze vom Stil her schon immer geklungen wie anno 2009?

Haha, nein sicher nicht! Meine ersten musikalischen Gehversuche bewegen sich eher im Bereich Future Pop/ Electronic. Das lag aber am ehesten daran, dass ich Anfangs kein anderes Instrument spielen konnte als Keyboard. Erst als ich anfing Gitarre zu spielen entwickelte sich der Sound nach und nach zu dem was er jetzt ist.  

Wie läuft bei Dir eine Albumproduktion ab?  

Vor der aktuellen Produktion war es so, dass ich einfach drauflos komponiert habe.
Daraus entstanden dann zwar zum Teil interessante aber nicht gerade eingängige Stücke. Deshalb fing ich irgendwann an meine Ideen erst einmal auf der Akustikgitarre unplugged festzuhalten und auszubauen.
Konnten mich die Stücke dann nach einiger Zeit noch immer begeistern, kleidete ich sie nach und nach in ein Goth-Rock Gewand und fing an sie aufzunehmen.
Dazu habe ich mir ein kleines Studio in meinen vier Wänden eingerichtet.
Generell ist es so, dass ich in den Zeiten in denen ich neue Stücke aufnehme relativ zeitig aufstehe und spätestens 8 Uhr anfange die ersten Instrumente einzuspielen. Das liegt daran, dass ich früh am Morgen einfach am kreativsten bin. Habe ich mich dann erst einmal an einem Song fest gebissen, ist auch meist vor 24 Uhr kein Ende in Sicht.  

Da kam ein Punkt in Deiner musikalischen Entwicklung, an dem die Musik von Neil Young Einfluss auf Dich nahm. Ist er definitiv einer Deiner musikalischen Idole? Von wem und was fühlst Du Dich sonst noch beeinflusst?  

Neil Young ist definitiv ein Idol für mich. Besonders seine Akustik-Session von ´71 hat mich sehr inspiriert. Desweiteren haben TIAMAT und ganz sicher auch HIM Einfluss auf meine musikalische Entwicklung gehabt.
Einen darf ich an dieser Stelle aber auch nicht vergessen: Akira Yamaoka!  

Und was inspiriert Dich beim Songwriting?  

Ich finde in vielen Dingen Inspiration. Hauptsächlich sind es aber persönliche Ereignisse.    

Wie sieht es bei Dir mit Liveaktivitäten aus und wenn ja, wie setzt Du sie um?  

Das ist so ein Thema für sich. Ein sehr leidiges sogar. In meiner derzeitigen Umgebung wird es Bands nicht gerade einfach gemacht einen vernünftigen Proberaum zu finden, weswegen ich dieses Problem nach langer und erfolgloser Suche erstmal beiseite gelegt und mich stattdessen auf die Aufnahmen zum aktuellen Album konzentriert habe.
Nun steht aber glücklicherweise ein Wohnortswechsel an und ich hoffe sehr bald ein paar gute Neuigkeiten zu diesem Thema verkünden zu dürfen.  

Was für Ziele und Wünsche setzt Du in Deine musikalische Zukunft?  

Die eben angesprochenen Liveaktivitäten haben jetzt ganz klar Vorrang. Das ist das nächste Ziel! Darüber hinaus werde ich bald mit den Aufnahmen für das nächste Album beginnen.

Celestial Maze 2

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:
Wie siehst Du die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und Gothic-Szene?
 

Dazu kann ich leider nicht viel sagen kann. Ich sehe mich selber nicht als Künstler, der eine bestimmte Szene mit Musik versorgt noch ihr angehört. Ich habe mir also nie wirklich Gedanken über den derzeitigen Stand oder die Entwicklung der Szene und ihrer Bands gemacht.  

Welche Vor- und/oder Nachteile siehst Du in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Der größte Vorteil ist sicherlich die Möglichkeit Kontakt mit seinen Fans zu halten und neue Hörer zu gewinnen. Das Ganze ist eben wesentlich interaktiver als eine bloße Website und von daher für den Fan wesentlich interessanter.
Ich denke die Nachteile halten sich, im Bezug auf die Musik, sehr in Grenzen.

Was waren bei Dir die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?  

Die schlechteste Erfahrung ist sicherlich die, dass es tausende wirklich gute Bands und Musiker gibt, die keine Beachtung finden, während ein kleines Krokodil oder ein minderbemittelter Berliner Rapper sich verkaufen wie geschnitten Brot.  

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Vielen Dank für das Interview. Freut euch auf das Album!

Celestial Maze CD Cover Celestial Maze “Ashes Of Lost Seasons"

Sozusagen frisch released erreichte kurz vor Ende dieser Ausgabe mich noch das Album des Mainzer Marko Richter alias Celestial Maze. „Ashes Of The Lost Seasons“ so der Titel des Outputs, auf dem dem Zuhörer elf Tracks voll handgefertigter davon-tragender Gitarren-Musik erwartet, Töne zwischen Gothic- und Balladen-Rock, die Vergleiche mit Grösserem nicht zu scheuen braucht. Was mich an diesem Album schon beim ersten Hören sofort positiv beeindruckte, ist das hier mit einer enormen Reife ans Songwriting herangegangen wurde und zwar in Hinsicht mit nicht zu überladender, möglichst einfacher Strukturierung eine Eingängigkeit zu schaffen die dabei über die Distanz der Albumlänge keine Langeweile aufkommen lässt. Alben mit solchen Eigenschaften schreiben eigentlich große Künstler meist nach Jahren des aktiven Bandlebens, wie zum Beispiel Justin Sullivan von New Model Army oder The Missions Wayne Hussey bei Ihren Soloprojekten. Aber Marko scheint in dieser Hinsicht ja schon immer seiner eigenen Zeit um etwas voraus zu sein, bedenkt man mal, wie viele Veröffentlichungen er bereits in seinen noch relativ jungen Jahren bisher alleine auf die Beine gestellt hat. In manchen Passagen fühlt man sich auch etwas an die ruhigern emotionsgeladenen Songs erinnert, welche man aus der Feder Johan Edlunds gewohnt ist, aber einen kleinen Einfluss Tiamats verleugnet der Künstler ja auch gar, und das geht ja auch völlig in Ordnung. Ein sehr schönes Album, das hausbackene Songreife mit jugendlicher Frische vereinbart und obendrein noch im schönen DigiPack daherkommt! Anspieltipps: Irgendwann, My darkest night, The Ashes Of Lost Season, All that remains

visit: www.celestial-maze.com

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