Hallo Rapkalibur! Ich bitte um eine kurze Vorstellung Eurerseits, wer verbirgt sich hinter Rapkalibur?
Also hinter Rapkalibur selbst versteckt sich in erster Linie nur eine Person und zwar ich, Sascha Hummel. Die ganzen Ideen geistern in meinem Kopf umher und dann werden diese zumeist von Vichy Ratey und mir umgesetzt. Ab und zu kommen dann noch Sänger/innen bzw. diverse Gastmusiker hinzu. |
Mit eurem Musikstil scheint Ihr eine Nische in gängige Klischees geschlagen zu haben. Wie würdet Ihr am ehesten Euren Musikstil dem Leser nahe bringen?
Also am ehesten würde ich mal sagen, machen wir einen gesunden Mix aus allem was gut klingt und Freude macht. Viel mittelalterliche Klänge gemischt mit dem ein oder anderen modernen Fünkchen. Das kennt man ja schon von jeder Menge Bands, jedoch ist es bei uns trotzdem etwas anders, da wir einen komplett anderen Background haben wie, ich sag jetzt mal, der Rest der Szene.
Wir kommen ja und sind immer noch ein Teil der, man mag es kaum glauben, Rapszene und bringen so zur Thematik Mittelalter eben eine ganz eigene, neue und einzigartige Komponente mit ein. Wobei bei weitem nicht alle Songs Raps bzw. Rapelemente enthalten, fließen diese Einflüsse natürlich manchmal mehr, manchmal weniger mit ein.
Nichts desto trotz hat Rapkalibur um einiges weniger mit Rap zu tun, als mit mittelalterlicher Musik, wollen ja keinem verängstigen ;-) |
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Ihr ward auch schon auf den Mittelalterfacetten Sampler des Zillo vertreten. Seid Ihr im Allgemeinen mit dem bisherigen Werdegang von Rapkalibur zufrieden, bis jetzt?
Ja klar sind wir bisher zufrieden, auch wenn es natürlich immer besser laufen kann, haben wir Dinge erreicht mit Rapkalibur, die wir uns nicht mal erträumt hatten. Wir sind ja irgendwie Teil zweier Szenen und diese Gratwanderung gelingt uns doch ganz gut bis jetzt. Wir sind wahnsinnig stolz darauf, aus beiden Szenen Respekt und Anerkennung zu erhalten. Es gibt aber noch vieles was wir mit Rapkalibur tun und erreichen wollen.
Eure Musik wirft unterschiedliche Stimmungen auf und vereint sie in sich. Ist das jetzt definitiv der Rapkalibur-Sound oder ist die Zukunft diesbezüglich noch ungewiss?
Ja, das ist schon Rapkalibur Sound, aber mit Sicherheit „noch“ nicht DER Rapkalibur Sound. Ich denke mal wir leben um immer wieder Neues und Interessantes mit einzubringen und zu erschaffen, aber die Handschrift Rapkaliburs bleibt immer spürbar bzw. hörbar.
Seid Ihr ein reines Studioprojekt oder kann man Euch hin und wieder auch live erleben? Falls ja, wie muss man sich eine Rapkalibur Show vorstellen, ich kann mir gut vorstellen, das zum Beispiel auf „normalen“ Mittelaltermärkten so manch einer Toleranzprobleme bekommt mit Euren modernen Soundeinflüssen?
Wir sind mit Rapkalibur leider nicht Live zu sehen, weil es Live momentan einfach nicht umsetzbar ist. Mal sehen was die Zukunft so bringt, vielleicht verändert sich dieser Status ja irgendwann. Ansonsten gibt's mich Live halt nur als „Rapper“ mit einem meiner anderen Projekte.
Natürlich gewinnt man mit Rap im ersten Moment keinen Blumentopf in der Szene, aber wir wurden echt besser aufgenommen mit dem Projekt als zuerst gedacht. Ich bin ja seit bald 20 Jahren im HipHop Business unterwegs und man sieht meist, wenn ich nicht gerade Rapkalibur Fotos mache, dass ich ein „Rapper“ bin. Dies kann und will ich nicht verbergen und trotzdem werde ich nie schräg angeschaut auf Mittelaltermärkten bzw. auf Gothic Veranstaltungen / Konzerten auf denen ich mich rumtreibe. Oder es fällt mir einfach nicht auf, weils mir egal ist :-)
Was sind Eure Ziele und Wünsche für die musikalische Zukunft?
Ziele sind natürlich, dass wir mit dem Album, an dem wir gerade fleißig arbeiten, etwas bewegen und auch der schwarzen Szene zeigen, „Rapper“ sind nicht gleich „Rapper“ ;-)
Wir würden damit sehr gerne einen szeneübergreifenden Sprung schaffen, der klar macht, dass Musik nichts verschlossenes mit einem Horizont ist und sein darf, sondern sie Freiheit braucht um immer wieder neu erfunden zu werden.
Das ist mal richtige „Black Music“! ;-) |
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Ok, dann zum Abschluss bitte die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und Gothic-Szene?
Es scheint doch sehr gut zu laufen für die „schwarze Szene“, selbst beim Raab gewinnen immer die „Schwarzen“ und das ist doch Klasse. Es ist im Moment auf einem guten Kurs, in der Öffentlichkeit vertreten und beachtet, aber nicht zu viel, dass es schon wieder schädlich wäre. So ist es, denk ich, ganz gut momentan. Hoffe nur das ganze Thema wird nicht irgendwann, auf Teufel komm raus, ausgeschlachtet!
Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
In diesen Plattformen sehe ich in erster Linie mal das Positive und es steckt sehr viel Potenzial dahinter. Man kann connecten, die Welt erreichen, leichter als jemals zuvor. Man kann sich darstellen und Gleichgesinnte finden, ohne großen Aufwand. Nahezu jede Band hat ja heute ein Profil und man findet lang verschollene Künstler wieder etc.! Man kann dort als Künstler viel nutzen, aber einfach auch nur Fan sein, klasse.
Klar geht man bei der Masse an „Profilen“ auch sehr schnell unter, was oft sehr Schade ist, jedoch fällt mir im Moment nichts weiter Nachteiliges ein. Außer vielleicht… ihr Nerds, geht mal ins Freie ;-) |
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Was waren bei Dir die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Also schlechte Erfahrungen gibt es natürlich immer wieder mal, weil im Musikbusiness einfach ständig viel und groß geredet wird. „Es ist nicht alles Gold was glänzt“, ist hier wohl so treffend wie kaum sonst wo. Ich bin zwar zwangsläufig ein Teil davon, aber ich mag es nicht. Selbst mit Vertrag in der Tasche, hat man hier nie Sicherheit, dass sich die Leute auch daran halten, sehr kurios alles.
Sehr schön war es erst neulich, als wir hier in der Gegend in einem Klub waren und dort ein netter Kerl zu mir kam und fragte, ob wir nicht die „Schwarzwald Huzzlahzz“ sind, welches ein weiteres, recht erfolgreiches, unserer Projekte ist. Als ich dann bestätigte nahm er mich in den Arm und sagte: „Ihr seid badische Helden“! Für uns als sehr Heimatverbundene Badner, ist das ein Wahnsinnskompliment und erfüllt mich mit stolz, als Helden unserer Region betitelt zu werden, da hatte ich eine richtige Gänsehaut!
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Auch wir danken recht herzlich für dieses Interview und die Chance den Leuten unsere Sache näher zu bringen und hoffen, dass wir euch damit einen kleinen Einblick in Rapkalibur geben konnten. Also geht los, tummelt euch auf unseren Seiten und kauft euch den „Ekkelins Knecht“ Soundtrack, den wir iniziert haben und der neben Schandmaul, Faun, Van Langen, Violetta, Rayneke etc., auch 7 Songs von uns enthält. Damit überbrückt ihr auch sehr gut das Warten aufs Album „Aliquid Novi“, welches evtl. ja bald kommen wird! Danke schon jetzt für die ganze Unterstützung und Liebe. Und nun gehabt euch wohl! Rapkalibur |
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