Ihr musiziert bereits seit Mitte der Neunziger. Hat sich auch bei Euch das Besetzungskarussel schon einige Male gedreht oder war jenes durch die Jahre relativ konstant?
Also mir fällt jetzt spontan keine Band ein, die über so einen Zeitraum ein konstantes Line-Up hatte. Als wir das erste Mal für „Live in Despair“ im Studio waren hat uns kurze Zeit danach unser Sänger verlassen, ich denke das ist der wundeste Punkt einer Band. Aber Gott sei dank wurden wir ein gutes halbes Jahr später mit unserem jetzigen Sänger Micha belohnt, der, wie man hören kann, sehr vielseitig ist. Er schafft den Spagat zwischen tiefen Growls und dem typischen John Tardy Style. Ich denke das war der wichtigste Besetzungswechsel bei uns. Seit gut einem Jahr ist jetzt Martin Gerloff an der 2. Gitarre neu bei uns dabei, die Zusammenarbeit mit ihm klappt prima. Konstant von Anfang an dabei sind eigentlich nur Ralf und ich.
Mit „Live In Despair“ aus dem Jahre 2006 und dem aktuellen „Becoming Unique“ habt Ihr nun zwei Full-length Alben am Start. Das zweite habt bei Remission Records veröffentlicht, wie vertreibt Ihr Euer Debüt weiter?
Wir haben „Live in Despair“ (welches übrigens KEIN Live Album ist) über Yonah Records veröffentlicht. Das war alles ziemlich ungebunden, also ohne Vertrag usw. Allerdings brauchen wir immer ein bisschen Druck um den Arsch hochzubekommen und deswegen haben wir bei Chris und Remission Records unterschrieben, wo alles fest geregelt ist. Chris wurde beim Ragnarock Festival in Marburg auf uns aufmerksam, ihm gefiel das was wir machen. Das Debutalbum verkaufen wir auf unseren Konzerten selbst und im Internet findet man hier und da noch Exemplare, also mal die Augen aufhalten!
Eure Musik geht definitiv schon in die gute alte Schule des Death- und Thrash-Metal. Wer sind Eure musikalischen Vorbilder?
Puuh, schwer zu sagen. Das wurden wir schon oft gefragt, ich denke Pestilence, Testament, Death und Exodus sind Bands die uns allen gefallen. Ich glaube das findet man auch in unserer Musik wieder, wir sind halt eben alle schon jenseits der 30! ;-)
Was drückt Ihr in erster Linie mit Euren Lyrics aus?
Die Texte sind sozialkritisch, behandeln aber auch aktuelle Themen. So geht es bei dem Song Becoming Unique um einen Attentäter, seine Ansichten und Beweggründe der Tat. Das wollten wir auch auf dem Cover ausdrücken. In einigen Reviews hat man den Titel der CD falsch interpretiert, dass wir uns und unsere Musik einzigartig finden, was natürlich totaler Quatsch ist!
Apropos Reviews…sowohl mit „Becoming Unique“ als auch mit „Live In Despair“ habt Ihr sehr positive Kritiken in den großen Szenemagazinen erhalten. Wie zufrieden seid Ihr selbst rückblickend auf Eure Veröffentlichungen?
Wir dachten, dass „Becoming Unique“ besser läuft wie unser Debut, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Reaktionen zu „Live in Despair“ waren überwältigend, fast schon unheimlich. Die Messlatte lag also hoch, wir persönlich sind natürlich mit beiden Alben sehr zufrieden.
Wie geht es nun weiter bei Stigmatized, was sind Eure Pläne für die kommende Zeit?
Wir sind fleißig mit den Vorbereitungen zum nächsten Album beschäftigt. Ich denke das neue Material geht ein bisschen mehr geradeaus, seid also gespannt. Wir werden auch wieder zu Jörg ins Soundlodge gehen wo wir uns sehr wohlfühlen. Jörg weiß was wir wollen und setzt das auch sehr gut um. Ansonsten würden wir uns über Gigs jeglicher Art freuen. |