Stigmatized

Die Rheinland-Pfälzer Death-/Thrash-Metaller um STIGMATIZED dürften so manchem Old-School-Fan das Herz höher schlagen lassen - und nicht nur jenen - und das zu recht! Kompromisslos mit natürlich wachsenden leichten stilistischen Weiterentwicklungen ziehen sie seit Mitte der Neunziger ihr Ding durch. Zwei Alben in dieser Zeit sind zwar nicht gerade der Dinge viel veröffentlicht, jenes liegt aber eher an ihrer Gelassenheit, wie wir im Laufe dieses Interviews von Drummer Chris erfahren, denn an Unvermögen. "Live in Despair" und "Becoming Unique" beweisen überzeugend, was in der Band steckt und das nächste Album ist ja auch bereits in Sichtweite. Eine Band, die alle Freunde dieses Genres die jeneTruppe trotz deren erfreulichen langen Überleben im Underground bisher noch nicht kennen, definitiv ein Ohr leiden sollen - alle anderen dürften es ja ohnehin schon tun!
 
Dark Feather Ausgabe 4

Hallo Chris! Für die, die Euch noch nicht kennen, wer und was verbirgt sich hinter Stigmatized?  

STIGMATIZED ist eine Thrash/Deathmetal Band von der schönen Mosel, die seit 1995 existiert. Anfangs waren wir noch viel „thrashiger“ angehaucht, was aber im Laufe der Jahre zu dem Stil gereift ist, den wir heute spielen. Nach 2 Demos in den Jahren 1996 und 1997 veröffentlichten wir 1999 unser erstes Album „Mind Control“, was wir zusammen mit einem Kumpel im Proberaum aufgenommen haben. Heute muss ich sagen dass wir damals den Arsch nicht hochbekommen haben und so steht die CD warscheinlich bei einem Großteil unserer Freunde und Bekannten. ;-) Nach ein paar Jahren kamen wir 2003 zu dem Entschluss unsere 5 neuen Songs, die wir in der Zwischenzeit geschrieben hatten, in einem richtigen Studio aufzunehmen. So sind wir dann nach Ostfriesland ins Soundlodge Studio gefahren und da lief es dann so gut dass wir noch 5 Songs von unserem „Mind Control“ Album dazu gepackt haben. So ist „Live in Despair“ entstanden. Nach der Veröffentlichung über Yonah Records und vielen guten Reaktionen, war es an der Zeit daran anzuknüpfen. Nach einem Labelwechsel zu Remission Records stand dann im April 2008 „Becoming Unique“ in den Läden.
Das Line-Up besteht aus: Michael Lay (Vocals), Ralf Strzalka (Guitar), Martin Gerloff (Guitar), Thorsten Schneiders (Bass) und Christian Krämer (Drums)

Stigmatized 1

Ihr musiziert bereits seit Mitte der Neunziger. Hat sich auch bei Euch das Besetzungskarussel schon einige Male gedreht oder war jenes durch die Jahre relativ konstant?  

Also mir fällt jetzt spontan keine Band ein, die über so einen Zeitraum ein konstantes Line-Up hatte. Als wir das erste Mal für „Live in Despair“ im Studio waren hat uns kurze Zeit danach unser Sänger verlassen, ich denke das ist der wundeste Punkt einer Band. Aber Gott sei dank wurden wir ein gutes halbes Jahr später mit unserem jetzigen Sänger Micha belohnt, der, wie man hören kann, sehr vielseitig ist. Er schafft den Spagat zwischen tiefen Growls und dem typischen John Tardy Style. Ich denke das war der wichtigste Besetzungswechsel bei uns. Seit gut einem Jahr ist jetzt Martin Gerloff an der 2. Gitarre neu bei uns dabei, die Zusammenarbeit mit ihm klappt prima. Konstant von Anfang an dabei sind eigentlich nur Ralf und ich.    

Mit „Live In Despair“ aus dem Jahre 2006 und dem aktuellen „Becoming Unique“ habt Ihr nun zwei Full-length Alben am Start. Das zweite habt bei Remission Records veröffentlicht, wie vertreibt Ihr Euer Debüt weiter?  

Wir haben „Live in Despair“ (welches übrigens KEIN Live Album ist) über Yonah Records veröffentlicht. Das war alles ziemlich ungebunden, also ohne Vertrag usw. Allerdings brauchen wir immer ein bisschen Druck um den Arsch hochzubekommen und deswegen haben wir bei Chris und Remission Records unterschrieben, wo alles fest geregelt ist. Chris wurde beim Ragnarock Festival in Marburg auf uns aufmerksam, ihm gefiel das was wir machen. Das Debutalbum verkaufen wir auf unseren Konzerten selbst und im Internet findet man hier und da noch Exemplare, also mal die Augen aufhalten!  

Eure Musik geht definitiv schon in die gute alte Schule des Death- und Thrash-Metal. Wer sind Eure musikalischen Vorbilder?  

Puuh, schwer zu sagen. Das wurden wir schon oft gefragt, ich denke Pestilence, Testament, Death und Exodus sind Bands die uns allen gefallen. Ich glaube das findet man auch in unserer Musik wieder, wir sind halt eben alle schon jenseits der 30! ;-)    

Was drückt Ihr in erster Linie mit Euren Lyrics aus?  

Die Texte sind sozialkritisch, behandeln aber auch aktuelle Themen. So geht es bei dem Song Becoming Unique um einen Attentäter, seine Ansichten und Beweggründe der Tat. Das wollten wir auch auf dem Cover ausdrücken. In einigen Reviews hat man den Titel der CD falsch interpretiert, dass wir uns und unsere Musik einzigartig finden, was natürlich totaler Quatsch ist!  

Apropos Reviews…sowohl mit „Becoming Unique“ als auch mit „Live In Despair“ habt Ihr sehr positive Kritiken in den großen Szenemagazinen erhalten. Wie zufrieden seid Ihr selbst rückblickend auf Eure Veröffentlichungen?  

Wir dachten, dass „Becoming Unique“ besser läuft wie unser Debut, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Reaktionen zu „Live in Despair“ waren überwältigend, fast schon unheimlich. Die Messlatte lag also hoch, wir persönlich sind natürlich mit beiden Alben sehr zufrieden.    

Wie geht es nun weiter bei Stigmatized, was sind Eure Pläne für die kommende Zeit?  

Wir sind fleißig mit den Vorbereitungen zum nächsten Album beschäftigt. Ich denke das neue Material geht ein bisschen mehr geradeaus, seid also gespannt. Wir werden auch wieder zu Jörg ins Soundlodge gehen wo wir uns sehr wohlfühlen. Jörg weiß was wir wollen und setzt das auch sehr gut um. Ansonsten würden wir uns über Gigs jeglicher Art freuen.

Stigmatized 2

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Ich finde MySpace super, man hat viel mehr Möglichkeiten sich mitzuteilen. Auf eine „normale Internetseite“ geht doch heutzutage kein Schwein mehr. Auf MySpace ist alles in einem, Bilder, ein Player und Infos zur Band.

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Oooh da gibt es viele, wenn wir zusammen unterwegs sind dann bleibt meistens kein Auge trocken. ;-) Vor anderthalb Jahren haben wir ein Voting fürs Metalfest zusammen mit Six feet Under und Nile in München gewonnen. Zu dieser Zeit hatte uns gerade Oli, unser 2. Gitarrist verlassen und so fragten wir Wolli, er ist praktisch von Anfang an in der Band gewesen. Nach einigen Proben war alles klar und der Gig in München super gelaufen.  

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Schaut doch mal auf unserer Internet, bzw. MySpace Seite vorbei. Wenn irgend jemand da draußen Gigs hat, bitte melden. Ansonsten, haltet ein bisschen die Augen offen, Oktober/November kommt unser neues Album über Remission Records raus. Danke für die Aufmerksamkeit…

visit: www.stigmatized.de

 

< zum Inhaltsverzeichnis