The Wolf Gang

Als Vertreter des Nordens haben wir in dieser Ausgabe die Lübecker Gothic-Rocker von The Wolf Gang. Eines gleich vor weg, keines der Bandmitglieder heisst Wolfgang und doch steht dieses Wortspiel in einem mehr oder weniger indirekten Zusammenhang der Schleswig-Holsteiner, wie Manfred amüsant über die Namensherkunft zu berichten wussten! "Nebenbei" bringen sie uns aber noch eine frische Brise Gothic-Rock mit Metal-Einschlag, und zwar nicht nur gewaltig, sondern auch gewaltig gut. Ich denke mal, da ist so einiges ihrerseits zu erwarten auf den kommenden Bandcontests...würde mich doch nicht wundern wenn...zu wünschen wäre es Ihnen jedenfalls!
 
Dark Feather Ausgabe 4

Ein Hallo an Euch vom Dark Feather! Wer verbirgt sich mit welcher Aufgabe hinter The Wolf Gang?  

Manfred: Ein Howldy ans Dark Feather! Hartmut spielt Schlagzeug und singt...

Hartmut: ...Manfred macht Leadgesang und spielt Bass sowie die Keyboardsamples, und Olaf spielt Gitarre und singt.

 

 

The Wolf Gang 1

Eure Musik würde ich als eine sehr interessante Mischung aus Gothic Rock und Wave der 80er mit einem leichten Metaleinschlag bezeichnen. Damit hebt Ihr Euch definitiv aus engem Schubladendenken ab. Folge verschiedener Einflüsse oder durchdachter Kalkulation? :)  

Manfred: Das hat sich einfach so ergeben. Wenn Du mit Sisters Of Mercy, den Lorries, Killing Joke und den Chameleons groß geworden bist...

Hartmut: ...nebenbei auch noch Van Halen, Iron Maiden, AC/DC und Kiss gehört hast - Depeche Mode nicht zu vergessen...

Manfred: ...und später dann zu Bands wie Korn und Moonspell gekommen bist, dann spiegelt sich das nun mal als Mischung in der Musik wieder. Kalkuliert wird bei uns beim Stückeschreiben sowieso nicht, da unsere Songs in der Regel spontan beim Jammen entstehen: Entweder es rockt, dann arbeiten wir dran weiter, oder es rockt nicht, dann ist der Song eh für die Tonne.

Interessant ist auch Euer Name. "The Wolf Gang". Schon bei meinem ersten Eindruck dachte ich sofort an ein Wortspiel, wie viele andere wahrscheinlich auch. Wie kam der Bandname zustande?  

Manfred: Ich werde immer mal wieder Wolfgang genannt, so aus Versehen, auch von Leuten, die es definitiv besser wissen. Es ist wirklich in 90% der Fälle immer Wolfgang, wenn mich jemand mit einem falschen Namen anspricht. Als wir dann einen Bandnamen brauchten, passierte es auf dem Heimweg von der Probe mal wieder: Wildfremde Leute an der Tanke riefen "Da ist ja der Wolfgang" - das war's dann. Übrigens hab ich vor 'nem Vierteljahr erfahren, dass mir meine Eltern beinahe diesen Namen gegeben hätten - Wolfgang war die Nummer Zwei auf ihrer Liste.

Soso, dann werde ich mal zusehen, das mir diese Verwechslung nicht auch noch widerfährt ;-)… Euch gibt es als Band noch nicht allzu lange und Ihr seid auch erst seit einem Jahr komplett. Dennoch habt Ihr bereits eine wie ich finde eine mit "First Blood" äußerst gelungene EP am Start. Hat die Chemie von Anbeginn gestimmt?  

Manfred: Olaf und ich machen zusammen Musik, seit es uns mit 13 oder 14 zu blöd geworden war, uns zu prügeln. Von daher kennt man sich musikalisch inzwischen schon sehr gut nach all den Jahren, in denen wir alles Mögliche zwischen Wave und Metal gemacht haben. Hartmut haben wir dann über eine Anzeige im Stadtmagazin gefunden. Er war der einzige, der sich auf "www.thewolfgang.de sucht drummer" - das war der ganze Anzeigentext, keine Telefonnummer, nichts weiter - gemeldet hatte. Von daher stimmte auch hier die Chemie von Anfang an - nach der dritten Probe spätestens war klar: Das ist es!

Wie geht es weiter, wird es demnächst ein komplettes Debüt-Album geben?  

Manfred: Wir haben ein paar Band-Contests zu gewinnen im April. Beim internetbasierten JES-Award gibt's dann Ende des Jahres in der Endrunde eine Albumproduktion als 1. Preis... Also bitte alle fleißig im Internet voten, damit wir in die nächste Runde kommen, den Link zur Abstimmung gibt's auf www.thewolfgang.de. Vielleicht machen wir auch erstmal noch ne zweite EP, bevor es an ein Album geht.

Hartmut: Das haben wir allerdings noch nicht so wirklich geplant, momentan konzentrieren wir uns auf unseren Auftritt beim Hamburg Bandcontest 09 - am 19. April bestreiten wir im Kukuun in Hamburg die erste Runde.

Nochmal zu Eurer EP. Ihr bietet es als kompletten Free Download an. Viele Bands gehen bereits solche Wege. Habt Ihr auch über andere Vertriebsmöglichkeiten nachgedacht oder ist das der Weg, der von vornherein geplant war?  

Hartmut: Klar haben wir auch über andere Vertriebsmöglichkeiten nachgedacht, Stichwort musicload/iTunes und so, aber wer zahlt schon für Songs von einer Band, die er nicht oder kaum kennt? Also gibt's zum Free Download eigentlich keine Alternative. Und das ist auch gut so :-) !

Manfred: Genau, ich find's ja auch immer wieder schön, wenn ich mir umsonst, legal und ohne E-Mail-Abgeben oder sonstigen Schnickschnack irgendwo gute Musik runterladen kann...

Wie steht es bei Euch sonst noch mit Liveaktivitäten. Wann und wo kann man Euch erleben und für Leser, die euch noch nicht kennen, wie sieht eine The Wolf Gang Show aus?  

Manfred: Die Gigs findet Ihr auf unserer Homepage und auf Myspace. Und wenn es sich weiterhin so gut anlässt mit "First Blood", dann stehen da schon bald mehr Termine. Die Resonanz ist schon sehr gut. Tja, und wie sieht eine The Wolf Gang Show aus?

Hartmut: Ein bisschen dunkel, ein Stück Rock links, etwas Wave rechts und ordentlich Groove in der Mitte ;)

Manfred: Jedenfalls nichts mit Pyro oder so. Es ist sehr direkt, drei Leute am Rocken, und dem Publikum gefällt's. Einer meinte neulich "also ich tanz nicht aus Nettigkeit, muss mich schon wirklich begeistern". Auf www.thewolfgang.de gibt's ein paar Live-Fotos und -Videos, auch wenn so etwas nie wirklich rüberbringen kann, wie es live tatsächlich ist...

Hartmut: Vielleicht bringen wir in Zukunft noch mal was mit Videoprojektionen an den Start, das spukt uns noch immer im Hinterkopf herum - wir arbeiten daran ;)...

The Wolf Gang 2

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und Gothic-Szene?  

Hartmut: In diesen Zeiten, in denen sich der Mainstream mit diversen Anleihen aus anderen Kulturen selbst kannibalisiert hat, stehen die Chancen gut für Szenen und Subkulturen, die sich um Wahrheiten kümmern. Ich glaube, wir alle suchen wieder Inhalte und nicht nur das Abbild derselben. Die Seelennähe zieht mehr und mehr Leute zurück in die wahren Ursprünge - hier kann die Szene profitieren.

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?  

Manfred: Ich sehe eigentlich nur Vorteile. Ohne Myspace hätten wir dieses Interview mit Euch nie geführt, weil wir uns gar nicht kennen würden. Da tun sich Möglichkeiten auf, im Internet mal gezielt Leuten zu sagen "Hey, hör Dir mal kurz unsere Musik an, könnte Dir gefallen", das hat es doch vor Myspace gar nicht gegeben.

Hartmut: Ja, da hat durch Portale wie Myspace schon eine kleine "Kulturrevolution" im Netz stattgefunden.

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?  

Manfred: Willst du jetzt wirklich wissen, welche Bands das Bier kistenweise aus dem Backstage-Raum auf die Bühne geschleppt haben, so dass für uns nichts mehr übrig war nach'm Gig? Nee, sag ich nicht, wär peinlich. Und wer sich damals von uns ein Mikrostativ geliehen und es beim Auftritt kaputt gemacht hat, weil es ein antikes Erbstück aus den Sechzigern war, mit dem heutzutage niemand mehr umgehen kann, sag ich auch nicht. Von diesen Schrägheiten abgesehen ist das Positivste, was wir in unseren Jahren als Musiker erlebt haben, wie es gerade mit The Wolf Gang abgeht.

Hartmut: Fein ist es immer, wenn mehr als 5 Leute im Publikum erkennbar sind, die im Takt wippen und Bewegung zeigen - da funktioniert dann was ...das ist Musik...

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :  

Hartmut: Bite the hand that bleeds you ...first blood!

Manfred: Goodbite.

 

visit: www.thewolfgang.de

 

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