This Bleeding Soul

Rasant scheint sich die Entwicklung der süddeutschen Metalcore-Truppe um THIS BLEEDING SOUL zu vollziehen. Noch gar nicht so lange am Musikfirmament existierend konten sie doch schon zumindest regional gesehen einen gewissen Statu erspielen. Auch ihre Debüt E.P. veröffentlichten sie relativ schnell und der Nachfolger ist bereits in Planung! Die Jungs haben sichj einigesw vorgenommen und wissen was sie wollen. Wir bleiben gespannt, auf das was da noch kommt. Bevor es wieder ins Studio geht, standen sie dem Dark Feather für ein Interview zur Verfügung.
 
Dark Feather Ausgabe 4

Hallo und herzlich willkommen beim Dark Feather! Erzählt doch bitte einmal zu Beginn kurz unseren Lesern, wer und was sind This Bleeding Soul?

Wir sind eine fünfköpfige Metalcore / Screamo Band aus dem Großraum Stuttgart. Alex, Jakob und David haben früher schon einmal zusammen in einer Band gespielt und kannten sich daher schon gut. David kannte Rick noch aus ganz jungen Jahren und holte ihn mit ins Boot. Zusammen mit unserem damaligen Gitarristen Lars, der im Sommer letzten Jahres die Band verließ und durch unseren jetzigen zweiten Gitarristen Tobi ersetzt wurde, wurde Anfang 2007 This Bleeding Soul gegründet.

Euch gibt es gerade mal seit Zwei Jahren als Band und dennoch könnt Ihr schon auf eine ordentliche Anzahl an Liveaktivitäten zurückweisen. Stimmten die Rahmenbedingungen von Beginn an, lief sozusagen alles wie „am Schnürchen“?

Nein, das natürlich nicht. Zu Beginn ist es für jede Band schwierig an Auftritte zu kommen. Vor allem, wenn man noch keine guten Aufnahmen von sich hat. Und selbst dann ist es immer noch ein Kampf, da es einfach eine unglaublich große Zahl an jungen Bands gibt, die live spielen wollen.

This Bleeding Soul 1

Da braucht es schon ganzes Stück Glück und Hartnäckigkeit, um nicht gleich wieder zu versumpfen. Wir hatten das Glück, dass durch die vorhin schon erwähnte Vorgängerband Kontakte zu einigen Jugendhäusern in der Umgebung da waren und wir so zumindest im Umkreis von 30 Kilometern um unser Heimatdorf herum spielen konnten. Das hat sich dann alles weiter entwickelt durch Austauschgigs von Bands, die wir zu uns eingeladen haben usw.
In der Zwischenzeit bekommen wir auch verhäuft Anfragen von Bands und Locations, die uns bei einem Konzert dabei haben wollen, aber ein Großteil läuft nach wie vor über Bewerbungen und Telefonate. Als Richtlinie: Wir haben zu Veröffentlichung von „Reflection and Paranoia“ – unserer ersten EP – ca. 50 Bewerbungsmappen an Locations und über 80 Bewerbungen an Festivals verschickt. Die Rückmeldungsquote ist allerdings leider immer noch sehr gering.

Eure Musik liefert den Spagat zwischen Metal und Hardcore. Wo liegen genau Eure musikalischen Einflüsse und Vorbilder?

Das ist schwer zu sagen. Ich denke, die „bunte Mischung“ bei uns kommt vor allem zustande, weil wir alle aus verschiedenen musikalischen Richtungen kommen. Rick kommt aus dem Metalcore, Tobi aus dem progressiven Metal, Alex aus dem Emo / Alternative und Jakob und David aus dem eher härteren Metal. So ist jeder von uns am Anfang auf eine andere Art beeinflusst gewesen und hat diese Elemente in unsere Musik eingebracht.
Als wir mit TBS anfingen, haben wir zunächst einige Covers gespielt, um zu sehen, in welche Richtung es gehen soll. Dabei waren Songs von Bands wie As I Lay Dying, Killswitch Engage, Atreyu und All That Remains. Man kann also sagen, dass wir schon von diesen, wie aber auch von unglaublich vielen anderen Bands, beeinflusst wurden und werden.  

Bereits im letzten Jahr habt Ihr Eure Debüt-EP „Reflection and Paranoia“ auf die Meute losgelassen, im Mai diesen Jahres wollt Ihr bereits den Nachfolger aufnehmen, was wird dem Hörer musikalisch erwarten?

Auf jeden Fall mehr Druck, mehr Power. „Reflection and Paranoia“ ist eine wirklich gute Platte geworden, finde ich, ihr fehlt jedoch der letzte Bums. Rein vom Sound her schon. Die meisten Leute, die unsere EP gekauft und uns live gesehen haben, haben uns gesagt, wir seien live viel druckvoller als auf CD, die CD klänge viel ruhiger, als wir eigentlich sind. Das wollen wir diesmal auf jeden Fall besser machen. Zudem werden auf der neuen EP wohl auch neue Songs von uns sein (was es damit auf sich hat, später), die unsere Entwicklung zeigen werden. Man kann allgemein von Song zu Song unsere persönliche und musikalische Entwicklung gut nachvollziehen. Jeder neue ist wieder etwas reifer, ausgefeilter und vor allem eigener! Unser eigener Stil kommt immer mehr zum Vorschein.  

Habt Ihr irgendwelche Pläne zum zukünftigen Vertrieb Eurer Releases?

„ Reflection and Paranoia“ werden wir weiterhin bei unseren Gigs und auf Anfrage vertreiben. Bei der neuen EP überlegen wir, sie online zum Kauf anzubieten (bei iTunes und ähnlichem). Mehr Möglichkeiten gibt es für uns derzeit nicht, da wir ja keinen Plattenvertrag haben.

Ihr seid jüngst auserwählt worden an einem Talent Development teilzunehmen, was genau hat es damit auf sich?

Das Tonstudio „Cubeaudio“ ( www.cubeaudio.de ) aus Göttingen, unter Leitung von Produzent Markus Gumball (Tamoto, Guano Apes usw.) und Nadine Zacharias, hat seit letztem Jahr ein sogenanntes Talent Development Programm. Das heisst, man macht eine dreitägige Vorproduktion mit ihnen, bei der die drei besten Songs (das sind die Songs, um die es sich bei unseren neuen EP handelt) aus dem Repertoire ausgewählt, besprochen und gemeinsam mit Coaches verbessert / überarbeitet werden, nimmt diese in ihrem Studio auf, ebenfalls mit Unterstützung von Coaches, und bekommt ein professionelles Fotoshooting. Mit diesen Aufnahmen geht das „Cubeaudio“-Team dann auf „Werbetour“ und stellt uns bei Booking-Agenturen und Labels vor, mit dem Ziel uns einen Booking- oder bestenfalls Plattenvertrag an Land zu ziehen.
Dieses großartige Angebot bekommt pro Jahr nur eine Metalband und wir haben die Ehre diese Band für 2009 sein zu dürfen, was uns unglaublich freut!  

Ihr konntet wie bereits erwähnt ja schon Live einige Erfahrungen sammeln, wie muss man sich eine This Bleeding Soul Show vorstellen, was erwartet den Fan und Zuschauer?

In einem Wort: Energie! Wir sind keine der Bands, die harte, energiegeladene Musik machen, aber dabei wie angewurzelt auf der Bühne stehen. Bei uns ist immer etwas los, wir springen und rennen auf der Bühne herum, werfen, nicht nur sprichwörtlich!, unsere Instrumente herum und geben die ganze Show durch volle Power, um dem Publikum etwas zu bieten. Und je mehr das Publikum macht, umso mehr machen auch wir auf der Bühne. Es ist ein Geben und Nehmen. Wir versuchen die gute Stimmung, die wir bei den Zuschauern sehen wollen, ihnen von uns aus zu vermitteln.  

Was versteckt sich hinter dem Namen „This Bleeding Soul“?  

Zu dem Namen kamen wir eigentlich aus zwei Gründen. Zum Einen klingt er einfach unverwechselbar nach einer Metalcore-Band (hehe) und zum anderen verarbeiten wir in unseren Texten Dinge, die uns in der Vergangenheit selbst passiert sind, in Beziehungen, Freundschaften usw. Es steckt also ein großer Teil Emotionalität und Persönliches darin und der Name „This Bleeding Soul“ passt meiner Meinung nach gut hierzu.  

Was sind Eure weiteren Pläne nach Fertigstellung der zweiten EP?

Spielen, spielen, spielen, spielen. Wir haben in den letzten beiden Jahren schon eine recht große Anzahl an Auftritten gespielt und das wollen wir noch weiter ausbauen. Mehr Gigs, weiter Weg, mit größeren Bands, endlich auch mal auf Festivals, vielleicht eine kleine Tour...es gibt einfach nichts Besseres als live zu rocken! Natürlich sind wir auch gespannt darauf, was die Kooperation mit „Cubeaudio“ bringen wird, eine kleine Bookingagentur oder ähnliches wäre natürlich schon klasse, aber das lassen wir auf uns zukommen, Schritt für Schritt. Wir wollen uns einfach kontinuierlich weiterentwickeln und wenn uns das Glück hold ist...wer weiß (hehe).

 

This Bleeding Soul 2

Da drücken wir doch mal die Daumen! Und zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:
Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und artverwandten Szene(n)?

Die Zahl der Bands und vor allem sehr jungen Bands steigt in den letzten Jahren unglaublich an. Es entsteht schon ein gewisser Konkurrenzkampf, wer es wie weit schafft. Die Förderung dieser Leute hat sich zwar meiner Meinung nach in den letzten Jahren etwas verbessert, aber im Vergleich zu anderen Ländern, man schaue sich Skandinavien an, hängt Deutschland hierbei extrem weit zurück.
Was mich jedoch noch viel mehr beunruhigt ist der Mangel an Publikumsaufkommen bei kleinen Konzerten. Noch vor 5 Jahren waren die Jugendhäuser voll, egal welche Band oder welche Musikrichtung geboten war. Heute hat man kaum eine Chance über 50 Besucher hinaus zu kommen, wenn man nicht gerade eine bekanntere Band vom anderen Ende Deutschlands am Start hat. Sehr schade, ich hoffe, das ändert sich wieder!    

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

MySpace bietet sehr große Vorteile für Bands. Man kann sich online präsentieren und einer größeren Zahl an Menschen zeigen, als das mit einer Homepage möglich ist. Durch die Verlinkungen und Top-Freunde ist die Verbreitung einfach viel höher. Zudem kann man einfacher Kontakte zu anderen Bands aufbauen, weil ja praktisch jede Band bei MySpace ist. Veranstalter, Tonstudios, Magazine ( so wie ihr, hehe) recherchieren nach neuen, aufstrebenden, talentierten Bands auf MySpace und und und. Eine Band, die heute nicht bei MySpace ist, wird es nie über einen gewissen Bekanntheitsgrad hinaus schaffen. Ob man diesen letzten Punkt als Nachteil sehen will oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.  

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Ok, ich roll das mal von hinten auf (hehe). Die schlechteste Erfahrung...
Wir haben vor etwa einen Jahr an einem kleinen Bandcontest teilgenommen. Es waren drei Metalbands und drei Band anderer Musikrichtungen vertreten. Jede Band sollte etwa 20 Minuten spielen und von einer Jury bewertet werden. Der Beste gewinnt. Beim Losen wurden wir natürlich als letzte Band gelost, d.h. wir durften gegen 23.30 Uhr auf die Bühne (nach 6 Stunden des Rumsitzens). Zu dem Zeitpunkt waren dann noch etwa 10 Gäste da. Die Jury hat nach der Hälfte unseres ersten Liedes (!) den Raum verlassen und nach insgesamt 10 Minuten Spielzeit kam der Veranstalter auf die Bühne mit den Worten „Ja danke Jungs, gut gemacht. Wir geben jetzt den Sieger bekannt...“. Und wer war auf Platz 1-3? Die Nicht-Metal-Bands...
Die schrägste Erfahrung... Wir hatten im Januar diesen Jahres einen Gig im Gang einer Studentenbar in Tübingen. Am Stadtrand, im Keller eines Studentenwohnheims, ebenerdig, 2m breit...die Stimmung war aber super, hat riesen Spaß gemacht (hehe).
Die positivste Erfahrung... ...ist es eigentlich immer, wenn nach einem Auftritt Leute zu dir kommen, die du noch nie gesehen hast, und die dir sagen, dass sie es total cool fanden und sich mit dir unterhalten, Fragen stellen, eine CD kaufen, Kommentare auf MySpace hinterlassen usw.
Natürlich zählt zu den positiven Erfahrungen auch das Interesse, dass gerade „Cubeaudio“ oder auch euer Magazin an uns zeigt. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und das ist ein gutes Gefühl!    

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

MEDDL!

visit: www.thisbleedingsoul.de

 

< zum Inhaltsverzeichnis