Zwielicht

Mit ihrer Musik auf den Pfaden des Mittelalter bis hin zu keltisch/irischen Folks dürften ZWIELICHT aus Regensburg auch eine szeneübergreifende Hörerschar ansprechen. Ihr kürzlich veröffentlichtes Debüt "Zeitenwanderer" lässt zumindest enorm aufhorchen. Das man dieser Band ihr Dasein überhaupt erst einmal zwei Musikern und ein paar Apfelkorn zu verdanken hat erfahrt Ihr unter anderem im Folgenden... ;-)
 
Dark Feather Ausgabe 4

Hallo Zwielicht! Stellt Euch doch bitte den Lesern des Dark Feather einmal kurz vor!

Hallo! Wir sind sieben Musiker aus dem Raum Regensburg und machen seit 2007 Mittelalterfolkrock. Statt auf Dudelsack und ähnliche mittelaltertypische Instrumente setzen wir auf solche aus der Klassik (Fagott, Harfe, Geige, Blockflöten), kombiniert mit der traditionellen Rockbesetzung (Gitarren, E-Bass, Schlagzeug).

 

Zwielicht 1

Ihr habt soeben Euer Debüt veröffentlicht. Welche Erfahrungen habt Ihr im Studio gemacht und ist das Ergebnis zu Eurer vollsten Zufriedenheit - alles so wie Ihr es Euch vorgestellt habt?

Da wir alles selbst gemacht haben, konnten wir uns viel Zeit lassen. In Zusammenarbeit mit einem hervorragenden Tontechniker, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand, ist eine CD entstanden, mit der wir alle mehr als nur zufrieden sind.

Mit Eurer Art Folk Rock dürftet Ihr problemlos den Spagat geschaffen haben um gleichzeitig die Mittelalterszene als auch Freunde des keltisch/irish Folk und verwandte Richtungen zu „bedienen“. War dieser Stil von Anfang an gewollt oder hat er sich aufgrund verschiedener Einflüsse so ergeben?

Ursprünglich war der Gedanke da, eine reine Mittelalterrockband zu gründen. Durch den unterschiedlichen musikalischen Background der Mitglieder kristallisierte sich dann immer mehr ein eigener Zwielicht-Sound heraus.  

Ihr hattet vor einem Jahr Eurer erstes öffentliches Lebenszeichen in Form eines Liveauftritts und nun bereits Euer Debüt fertig gestellt und veröffentlicht. Stand 2008 sozusagen alles im Zeichen des „Zwielicht“?

Ja, 2008 ist viel passiert. Mit unserem im Herbst 2007 produzierten Demo haben wir uns bei vielen Veranstaltern beworben und hatten auch das Glück, dass wir beim Bandcontest von Radio Aena Tagessieger wurden und den Wettbewerb beim Festival Mediaval in Selb für uns entscheiden konnten. Ebenso haben wir unsere Debüt-CD aufgenommen und Live-Erfahrung, unter anderem als Support von Fiddler‘s Green, sammeln können.

Wie entstehen bei Euch Songwriting und Umsetzung der Songs?

Wir haben zwei Songwriter, Oli und Bene. Das Interessante ist, dass sie nicht gemeinsam schreiben, sondern jeder für sich im stillen Kämmerlein. Da beide vom Ansatz her völlig anders komponieren, entsteht ein sehr breit gefächertes Songspektrum. Die Arrangements werden dann gemeinsam in den Proben erarbeitet.  

Eurer Ansage zu entnehmen, war der Dreh- und Angelpunkt Eurer Bandgeschichte eine Kneipe in Regensburg. Erzählt doch bitte einmal konkreter, was es damit auf sich hat!

Ja, das ist eine schöne Geschichte: Oli, eigentlich auf Sauftour mit einem Kumpel, lernte Ginie in einer Kneipe mit dem schönen Namen Banane kennen. Nach einigen Gläsern Apfelkorn kam man ins Gespräch. Das Thema schwenkte bald auf die Musik und es stellte sich heraus, dass beide den Traum hatten, eine Mittelalterrockband zu gründen.
Am selben Abend wurde noch eine Akustikgitarre und eine Harfe durch die Altstadt von Regensburg zu den Ufern der schönen blauen Donau getragen, wo spät in der Nacht bei Vollmond und sternklarem Himmel die ersten zwielichtigen Klänge über das Wasser getragen wurden;)

Ihr seid wie Ihr bereits erwähntet, auch schon als Sieger aus Wettbewerben hervorgegangen. Was für weitere Türen hatte es Euch geöffnet, was haltet Ihr im Allgemeinen von Bandcontests?

Natürlich macht es sich gut im Bandinfo, wenn man bei Wettbewerben gut abschneiden konnte. Aber wir haben auch viele Kontakte geknüpft, unter anderem mit den Machern von Radio Aena, mit denen wir mittlerweile in freundschaftlichem Kontakt stehen, und die uns sehr unterstützen.
Für junge und unerfahrene Bands sind Contests sicherlich eine gute Möglichkeit, um auf sich aufmerksam machen zu können.

Zwielicht 2

Ihr fahrt auch ein nicht unbeträchtliches Equipment auf, neben gängigen Folk-Instrumenten benutzt Ihr unter anderem auch Harfe und Fagott. Gestaltet es sich da nicht etwas schwierig mit Liveauftritten speziell in kleineren Clubs? Wie generell, können Leser und Zuhörer, welche Euch noch nicht gesehen haben, eine Zwielicht-Show vorstellen?

Auf manchen Bühnen wird es schon ganz schön eng;). Ein Fagott nimmt nicht viel Platz weg, schwieriger wird es schon bei der Harfe. Aber bisher brachten wir noch immer alles auf die Bühne.
Von unseren Konzertbesuchern hört man, dass sich unsere Spielfreude auf das Publikum überträgt, egal ob auf großen oder kleinen Bühnen. Und tatsächlich: Wir haben bisher überall riesigen Spaß gehabt, wo wir aufgetreten sind. Doch auch für die ruhigen Töne ist bei uns immer Platz. Insofern ist bei unseren Konzerten für jeden etwas dabei.

Wie geht es nun weiter, nach dem das Debüt draußen ist. Gibt es Kontakte zu Labels oder Vertrieb?

Nein, bisher nicht. Aber das ist einer der Punkte, die als nächstes anstehen.

Was steht denn in naher Zukunft bei Euch auf dem Plan?

Wir wollen soviel Konzerte wie möglich geben. Im März geht‘s in die Schweiz, dann spielen wir noch einige Konzerte in Deutschland, unter anderem auf der Role Play Convention in Köln. Mehr Infos gibt‘s unter www.zwielicht-band.de .

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Mittelalter/Folk-, Gothic- und Metal-Szene?

Speziell die für uns relevante Mittelalter-Szene ist für Bands doch noch recht überschaubar, boomt aber gewaltig. Das ist natürlich auch gut für Bands wie uns.

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Es ist unglaublich einfach, seine Musik zu verbreiten und ein großes Publikum zu finden. Das ist für noch nicht so bekannte Bands sicherlich ein Riesenvorteil. So spricht sich qualitativ gute Musik schneller rum und findet sogar international Gehör.

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Positiv: Wir haben wahnsinnig viele nette Menschen und Bands kennen gelernt, die man in der kleinen Mittelalterszene immer wieder trifft.
Tja, die schrägste Anekdote war mit Sicherheit beim Bandcontest von „Ritter in München“. Nach unserem Auftritt haben wir zusammengepackt und unser Equipment im Auto verstaut. Dann hieß es plötzlich, dass wir Tagessieger sind und noch einmal zur Endausscheidung antreten sollten. Problem: Unser Schlagzeuger war aufgrund eines anderen Gigs bereits abgereist. Also was tun? Schnell das Equipment wieder aufbauen und ohne Schlagzeuger ungeprobt ein paar Nummern akustisch zum Besten geben. Und siehe da: Wir sind trotzdem noch zweiter Gesamtsieger geworden! Wer weiß, was mit Schlagzeuger passiert wäre;)

Bisher hatten wir das Glück, noch nicht wirkliche negative Erfahrungen gemacht zu haben!

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Wir bedanken uns auch! Und für alle, die jetzt neugierig sind. Schaut mal unter www.zwielicht-band.de und/oder www.myspace.com/zwielichtband . Wir freuen uns auch über Einträge im Gästebuch!

Zwielicht - CD Cover Zwielicht „Zeitlos“

„Ursprünglich war der Gedanke da, eine reine Mittelalterband zu gründen…“ verriet uns Zwielicht im Interview. Ich wage zu behaupten, zum Glück haben sie es nicht getan! Wer weiß, ob dieses vor mir liegende Werk namens „Zeitlos“ sonst so besonders und nicht in der Flut der Veröffentlichungen jenes Genres untergegangen wäre. So aber dreht sich vor mir im CD-Player ein Longplayer, der sich erfreulicherweise so gar nicht in irgendeine Schublade „verkrümeln“ möchte. Mit „Zeitlos“ ist es Zwielicht gelungen, Stile wie Celtic Folk, Folk-Rock und Mittelalter erfolgreich miteinander zu verbinden, das Ganze sogar noch garniert mit einer Prise Klassik. Ausgefeiltes Arrangement verbunden mit durchdachtem Songwriting – man merkt den Songs an, dass ihnen Zeit und Raum zu reifen gegeben wurden, bevor sie letztendlich auf Silberscheibe verewigt wurden. Durch großer Instrumentierung und mehrstimmigen männlichen wie auch weiblichen Gesang lassen die sieben Regensburger auch diesbezüglich nichts an Vielseitigkeit missen. Ein Album sowohl für den geselligen Lagerfeuerabend als auch für die ruhigen Stunden alleine oder zu zweit. Ein starkes Debüt! Anspieltipps: Zwielichtige Gestalten, Schwarzer Engel und Götter der See

visit: www.zwielicht-band.de

 

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