A.Stray

Sehr spannend was die Jungs um A.STRAY da auf die Beine gestellt haben. Schon beim ersten Anklingen ihrer Songs bildet sich Anschein, diese Drei haben alles richtig gemacht! Und diesen Anschein wird man auch nicht mehr los... Denn sie haben es geschafft, den Sound dieses Jahrzehnts aufzugreifen und das ganze mit einer gehörigen Portion Eigenständigkeit zu verpacken. Entsprechend frisch kommen daher auch ihre Stücke, vorgetragen in vorrangig deutschsprachiger Lyrik, daher. Eine Band die trotz erst gut zwei Jahre im Underground lebendig, bereits jetzt schon eine mehr als grosse Beachtung verdient!
 
Dark Feather Ausgabe 5

Hallo A.Stray! Stellt Euch doch bitte zu Beginn den Lesern des Dark Feather einmal kurz vor.

Hallo, also A.Stray sind Swente (Gesang/Texte), Renne (Synthesizer/Programmierung) und Ron (Gitarre/Gesang). Da wir alle aus verschiedenen Städten kommen, geben wir unsere Heimat mit Nieder-Sachsen-Anhalt an. Wir freuen uns sehr, in dieser Ausgabe vom Dark Feather Magazin zu sein.

Ihr seid ja noch nicht so lange dabei, so richtig los, ging es bei Euch ja erst vor zwei Jahren, dennoch konntet Ihr schon Farbtupfer in Eurer History setzen, neben einiger Livepräsenz und bereits produziertem Demo sticht da wohl vor allen Dingen der 2.Platz beim Sonic Seducer Wettbewerb im letzten Jahr heraus. Wie zufrieden seid Ihr mit der bisherigen Entwicklung?

Wir sind sogar sehr zufrieden. Wir haben uns von Beginn an das Ziel gesetzt, Qualität abzuliefern, haben uns was Produktion etc. angeht alles selbst beigebracht und uns dann stetig weiter entwickelt. Zur Zeit kümmern wir uns noch um alles selbst. Dadurch ist man vielleicht nicht so schnell wie eine Band, die von einer Plattenfirma entdeckt und dann produziert wird, aber uns gefällt eine solche Entwicklung wie wir sie durchleben besser, als von einem Tag auf den anderen gehypt zu werden und
dann eventuell unter dem Druck zu zerbrechen. Wir glauben, dass wir ganz gut gewappnet sind für das, was noch vor uns liegt.


Habt Ihr vorher schon in anderen Bands/Projekten Erfahrungen gesammelt?

Swente: Für mich ist A.Stray unser Baby und mein erstes wirklich ernsthaftes Projekt. Aber ich schreibe schon sehr viel länger Songtexte.

Renne: ich habe einige Jahre mit Ron in einer Rock & Unplugged Band gemeinsam gespielt, nachdem ich den Sektor der elektronischen Tanzmusik verlassen habe

Ron: Seit meiner Schulzeit singe ich und spielte Gitarre in vielen Bands, mit unterschiedlichen Musikrichtungen. Diese Erfahrung hilft uns bei unserem Projekt sehr viel.

Und nun seid Ihr kurz davor Euer Debütalbum namens „Individuum“ zu veröffentlichen. Was wird dem Zuhörer und Fan darauf erwarten?

13 Geschichten, die von den Erlebnissen und Gefühlen des einzelnen Menschen handeln. Wir haben lange nach einem Albumtitel gesucht und letztlich bei „Individuum“ (was auch der Titel des letzten Songs auf dem Album ist) gemerkt, dass er wirklich den roten Faden der Texte widerspiegelt. Dabei haben wir nicht mit Absicht ein Konzept verfolgt, das hat sich am Ende einfach ergeben. Von musikalischer Seite ist für jeden etwas dabei, es gibt metallische Facetten, knackige Rocksongs, gefühlvolle Balladen und auch tanzbare Rhythmen. Wir sind schon sehr auf die verschiedenen Hörerreaktionen gespannt.

Kommen wir noch mal auf den „Battle Of the Bands“-Contest des Sonic Seducer zu sprechen. War das für Euch eine große Überraschung oder habt ihr mit so einer hohen Position geliebäugelt? Wie waren die Reaktionen darauf?

Nein damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Wir haben ohnehin recht spontan teilgenommen. Unser Demo ging erst drei Tage vor Abgabeschluss raus. Wir waren schon sehr erfreut, dass wir es unter die Top 50 geschafft haben. Persönlich haben wir uns dann eine Position im Mittelfeld erhofft.
Es gab viel elektronische Konkurrenz, daher haben wir eine so tolle Platzierung nicht im Entferntesten erwartet. Und dass die Top 3 alles Rockbands sind, hat uns noch zusätzlich Hoffnung gemacht und gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auf jeden Fall war es eine tolle Sache, die uns doch zumindest einen größeren Bekanntheitsgrad gegeben hat. Wir haben den 2. Platz jedenfalls wie einen Sieg gefeiert. ;o)

Welcher Moment war Namensgeber für „A.Stray“?

Swente: Da gibt es eigentlich keinen speziellen Moment. Es schwebten damals mehrere Bandnamen im Raum. Ich bin dabei immer wieder an dem Wort „astray“ hängen geblieben, weil es doch sehr vieldeutig ist und vieles von dem ausdrückt, was in den Songs, ja sogar in der ganzen Szene steckt: das Gefühl, verloren sein in der „normalen“ Welt und doch nach einem Platz zu
suchen, an den man gehört. Nach dem Bedürfnis andere zu finden, die sich auch so fühlen. Eine Freundin kam dann auf die Idee, den Punkt einzufügen um es noch mehr wie einen Namen aussehen zu lassen und daraus sind sogar noch mehr Deutungen möglich geworden. Also waren wir letztlich alle von dem Bandnamen mehr als überzeugt.

Musikalisch fahrt Ihr die Schiene weiche eingängige Synthieklänge mit harten Gitarren zu verbrüdern. Wo liegen eure persönlichen Vorbilder, sofern es diese bei Euch gibt?

Swente: Von Vorbildern mag ich nicht sprechen, aber an Szenebands die ich besonders mag sind es bei mir Künstler wie Dreadful Shadows, Oomph!, Apoptygma Berzerk oder Lacrimas Profundere. Aber auch im Metal- und Rockbereich gibt es einiges, was ich gern höre.

Renne: hat keine persönlichen Vorbilder, der Sound setzt sich unter anderem aus vergangenen musikalischen Erfahrungen und Ideen zusammen.

Ron: Beeinflusst bin ich durch Metal- und Rockbands wie Metallica, Entwine aber auch
Musiker wie Ray Wilson oder Fury in the Slaughterhouse spielen eine Rolle.

Ich finde, die deutschen Texte passen super zu Eurer Musik. Wird es auf Individuum ausschließlich deutsche Texte geben oder wartet Ihr auch mit dem ein oder anderen englischsprachigen Text auf?

Auf „Individuum“ werden 12 Deutsche Songs und ein Englischer, die schöne Ballade „I'm searching“, vertreten sein. Beim nächsten Album werden sicher ein paar mehr Englische Texte dabei sein, aber Deutsch wird die überwiegend verwendete Sprache bleiben.

Was sind nach der Veröffentlichung des Debüts die nächsten Etappenziele von A.Stray?

Als erstes wollen wir vor allem so viele Auftritte wie möglich
absolvieren um das Album zu präsentieren. Nebenher entstehen bereits die
ersten Ideen für den Nachfolger von „Individuum“. Außerdem werden wir
versuchen, professionelle Vertriebswege zu erschließen.

 

 

Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metal-Szene?

Swente: Ich denke es ist deutlich ein Trend wieder zurück zum Rock zu erkennen. Die Fans sind ihren Bands immer treu geblieben und viele neue kommen dazu, selbst wenn der Einstieg durch Mainstreambands oder Künstler passiert, die sich auch wieder mehr mit harten Gitarren und schwarzem Kajal schmücken. Wie heißt es so schön, totgesagte leben länger. Es zeigt sich einfach, dass treue Fans das wichtigste in einer so kurzlebigen Industrie sind. Die Szene war nie weg und wird nie weg sein. Ich finde es übrigens klasse, dass Metal- und Gothicszene so gut miteinander auskommen, wie man
es auf vielen gemischten Festivals sieht. Ich liebe beide Szenebereiche.

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Swente: Nun der Vorteil von Myspace und Co. ist ganz klar, dass man als junge und auch labellose Band trotzdem die Möglichkeit hat, sich weltweit einem breiten Publikum zu präsentieren. Schon manch ein Künstler hat sich darüber einen Namen gemacht. Der Nachteil wiederum ist natürlich, dass man auch schnell in der unüberschaubaren Flut der Acts untergehen kann und es schwierig sein kann, herauszustechen (selbst wenn man gute Qualität zu bieten hat.) Für die Indieszene und den Underground ist es aber schon eine ziemlich gute Chance und viel einfacher, als noch vor ein paar Jahren.

Ron: Diese Plattformen bringen gerade neuen Bands wie uns viele Vorteile. Man kann in relativ kurzer Zeit viele Zuhörer finden und zum Anfang kostengünstig Promotion machen. Die Reaktionen der Leute sind zeitnah erfahrbar für uns, auch ohne dass bisher eine CD von uns zu bekommen war. Nachteile habe ich bis jetzt noch nicht erkennen können. Es lebe das world wide web!

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Swente: Das positivste Erlebnis für mich war, als die ersten Reaktionen auf die Texte kamen und dass sie auch für andere Menschen eine echte Bedeutung hatten. Zum ersten Mal zu erleben, wie Songs mitgesungen wurden, das hat mir ne echte Gänsehaut verpasst. Negatives kann ich zum Glück noch nicht berichten.

Schrägstes Erlebnis bisher war im Rahmen eines Auftritts ein völlig zugedröhntes Mädel, das wie in Trance durch die Gegend getanzt ist und sich fast in Brand gesteckt hat.

Renne: Menschlichkeit zu bewahren, in verschiedenen Situationen, das hat mich schon beeindruckt, und sicherlich auch die ein oder andere situationsabhängigen, lustig-chaotischen Minuten bei Live-Gigs ;o)

visit: www.myspace.com/bandastray

 

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