Ihr seid ja noch nicht so lange dabei, so richtig los, ging es bei Euch ja erst vor zwei Jahren, dennoch konntet Ihr schon Farbtupfer in Eurer History setzen, neben einiger Livepräsenz und bereits produziertem Demo sticht da wohl vor allen Dingen der 2.Platz beim Sonic Seducer Wettbewerb im letzten Jahr heraus. Wie zufrieden seid Ihr mit der bisherigen Entwicklung?
Wir sind sogar sehr zufrieden. Wir haben uns von Beginn an das Ziel
gesetzt, Qualität abzuliefern, haben uns was Produktion etc. angeht alles
selbst beigebracht und uns dann stetig weiter entwickelt. Zur Zeit
kümmern wir uns noch um alles selbst. Dadurch ist man vielleicht nicht so
schnell wie eine Band, die von einer Plattenfirma entdeckt und dann
produziert wird, aber uns gefällt eine solche Entwicklung wie wir sie
durchleben besser, als von einem Tag auf den anderen gehypt zu werden und
dann eventuell unter dem Druck zu zerbrechen. Wir glauben, dass wir ganz gut
gewappnet sind für das, was noch vor uns liegt.
Habt Ihr vorher schon in anderen Bands/Projekten Erfahrungen gesammelt?
Swente: Für mich ist A.Stray unser Baby und mein erstes wirklich
ernsthaftes Projekt. Aber ich schreibe schon sehr viel länger Songtexte.
Renne: ich habe einige Jahre mit Ron in einer Rock & Unplugged Band gemeinsam gespielt, nachdem ich den Sektor der elektronischen Tanzmusik verlassen habe
Ron: Seit meiner Schulzeit singe ich und spielte Gitarre in vielen Bands, mit unterschiedlichen Musikrichtungen. Diese Erfahrung hilft uns bei unserem Projekt sehr viel.
Und nun seid Ihr kurz davor Euer Debütalbum namens „Individuum“ zu veröffentlichen. Was wird dem Zuhörer und Fan darauf erwarten?
13 Geschichten, die von den Erlebnissen und Gefühlen des einzelnen
Menschen handeln. Wir haben lange nach einem Albumtitel gesucht und
letztlich bei „Individuum“ (was auch der Titel des letzten Songs auf dem
Album ist) gemerkt, dass er wirklich den roten Faden der Texte
widerspiegelt. Dabei haben wir nicht mit Absicht ein Konzept verfolgt, das
hat sich am Ende einfach ergeben. Von musikalischer Seite ist für jeden
etwas dabei, es gibt metallische Facetten, knackige Rocksongs, gefühlvolle
Balladen und auch tanzbare Rhythmen. Wir sind schon sehr auf die
verschiedenen Hörerreaktionen gespannt.
Kommen wir noch mal auf den „Battle Of the Bands“-Contest des Sonic Seducer zu sprechen. War das für Euch eine große Überraschung oder habt ihr mit so einer hohen Position geliebäugelt? Wie waren die Reaktionen darauf?
Nein damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Wir haben ohnehin recht
spontan teilgenommen. Unser Demo ging erst drei Tage vor Abgabeschluss
raus. Wir waren schon sehr erfreut, dass wir es unter die Top 50
geschafft haben. Persönlich haben wir uns dann eine Position im Mittelfeld erhofft.
Es gab viel elektronische Konkurrenz, daher haben wir eine so tolle Platzierung nicht
im Entferntesten erwartet. Und dass die Top 3 alles Rockbands sind, hat uns
noch zusätzlich Hoffnung gemacht und gezeigt, dass wir auf dem richtigen
Weg sind. Auf jeden Fall war es eine tolle Sache, die uns doch zumindest
einen größeren Bekanntheitsgrad gegeben hat. Wir haben den 2. Platz
jedenfalls wie einen Sieg gefeiert. ;o)
Welcher Moment war Namensgeber für „A.Stray“?
Swente: Da gibt es eigentlich keinen speziellen Moment. Es schwebten
damals mehrere Bandnamen im Raum. Ich bin dabei immer wieder an dem Wort
„astray“ hängen geblieben, weil es doch sehr vieldeutig ist und vieles von
dem ausdrückt, was in den Songs, ja sogar in der ganzen Szene steckt: das
Gefühl, verloren sein in der „normalen“ Welt und doch nach einem Platz zu
suchen, an den man gehört. Nach dem Bedürfnis andere zu finden, die sich
auch so fühlen. Eine Freundin kam dann auf die Idee, den Punkt einzufügen
um es noch mehr wie einen Namen aussehen zu lassen und daraus sind sogar
noch mehr Deutungen möglich geworden. Also waren wir letztlich alle von dem
Bandnamen mehr als überzeugt.
Musikalisch fahrt Ihr die Schiene weiche eingängige Synthieklänge mit harten Gitarren zu verbrüdern. Wo liegen eure persönlichen Vorbilder, sofern es diese bei Euch gibt?
Swente: Von Vorbildern mag ich nicht sprechen, aber an Szenebands die ich besonders mag sind es bei mir Künstler wie Dreadful Shadows, Oomph!, Apoptygma Berzerk oder Lacrimas Profundere. Aber auch im Metal- und Rockbereich gibt es einiges, was ich gern höre.
Renne: hat keine persönlichen Vorbilder, der Sound setzt sich unter anderem aus vergangenen musikalischen Erfahrungen und Ideen zusammen.
Ron: Beeinflusst bin ich durch Metal- und Rockbands wie Metallica, Entwine aber auch
Musiker wie Ray Wilson oder Fury in the Slaughterhouse spielen eine Rolle.
Ich finde, die deutschen Texte passen super zu Eurer Musik. Wird es auf Individuum ausschließlich deutsche Texte geben oder wartet Ihr auch mit dem ein oder anderen englischsprachigen Text auf?
Auf „Individuum“ werden 12 Deutsche Songs und ein Englischer, die
schöne Ballade „I'm searching“, vertreten sein. Beim nächsten Album
werden sicher ein paar mehr Englische Texte dabei sein, aber Deutsch wird
die überwiegend verwendete Sprache bleiben. |