Deine visuellen Arbeiten gehen Hand in Hand mit literarischen Texten, das eine ist von dem anderen untrennbar. Was hat es genau mit dem „fallenden Stein“ auf sich?
Der fallende Stein ist eine Metapher für den Menschen, der sich nach und nach von der Gesellschaft trennt und nun klar sieht und ihn die dadurch errungenen Erkenntnisse langsam in den Wahnsinn treiben. Arbeit und Text ergänzen sich gegenseitig. Meine Arbeiten stellen den Jetzt-Zustand dar, meine Texte den inneren Konflikt und die Konsequenzen.
Interessant finde ich auch, dass Du mit Deinen Werken den Betrachter bewusst provozierst und verstörst, ihn ein Spiegelbild vorstellst, sodass er am Ende durch seine Ablehnung sich selbst verurteilt. Welche Reaktionen konntest Du denn bisher am häufigsten bei den Betrachtern Deiner Bilder feststellen?
Die Betrachter lassen sich oft in zwei Reaktionsarten unterteilen:
Die einen sind empört, gar wütend und leicht aggressiv darüber was ich ihnen unter die Nase setze und die anderen gucken sich die Bilder an und wissen nicht so recht wo sie es einordnen sollen. Beide Reaktionen sind willkommen, da die einen wütend sind und das ist ein Indiz dafür, dass sie etwas in dem Bild erkannt haben, was vielleicht einen Teil oder eine Angst von ihnen darstellt und die anderen sind etwas irritiert und müssen erst mal über das ganze nachdenken und kommen dann vielleicht zu einem guten Ergebnis.
Dir ist es daher auch sehr wichtig, dass Du mit Deinen Werken Gefühle der Ablehnung und Unverständnis erzeugst. Siehst Du dieses als Gesamtkonzept Deines Schaffens an, oder kannst Du Dir auch Veränderungen diesbezüglich in der Zukunft vorstellen?
Ich bin noch sehr jung und gerade am Anfang meines Schaffens, daher sind Veränderungen grundsätzlich möglich und auch notwendig um nicht zu stagnieren, allerdings kann ich mir vorstellen dass ich das Konzept immer ein Stück mitnehmen werde weil ich denke, dass es für meine Intention der richtige Weg ist.
Du hast schon recht früh mit privatem Unterricht angefangen, war für Dich schon immer klar, das Du Künstlerin wirst oder gab es da auch Phasen, in denen Du nach anderen Richtungen Ausschau gehalten hast?
Ich muss sagen, dass ich mir zu dem Zeitpunkt keine Gedanken darüber gemacht habe in welche Richtung ich mal gehen werde. Ich habe einfach gemalt und das bis heute. Natürlich habe ich auch überlegt einen anderen Weg einzuschlagen z.B. in die Sozialpädagogik, allerdings nie ernsthaft. Das Leben hat mich einfach in diese Richtung fließen lassen. |