Ich hätte es wissen müssen, damals vor knapp zwei Jahren, als ich zum ersten Mal bewußt in diese Stadt kam, es war ein nasskalter grauer Tag im Januar, sie zeigte mir ihr häßlichstes Gesicht, vielleicht sah ich es auch gar nicht, verdeckt vom Schleier, Aber ich hätte mir ja auch die Mühe machen können, ihr jenen vom Leib zu reißen, Hab ich aber nicht, und etwas später zog ich zu ihr, und einer ihrer Töchter, nun bei der bin ich nicht mehr, aber diese Stadt hab ich noch und sie hat mich und ich glaube, keiner möchte wirklich den anderen und wollte ihn wohl auch nie. Warum ich dann hier bin, fragt ihr Euch?, Ich hatte keine andere Wahl. Meine eh nie ganz geschlossenen Koffer haben mal wieder danach geschrien den Staub der Vergangenheit mit den Klamotten der Gegenwart auszutauschen und in die vermeintliche Ungewißheit zu ziehen, welche man dann als das fehlende Glied im Volksmund mit „Zukunft“ betitelt. Nun ja und diese Zukunft ließ mich heute verkommen zur Gegenwart mal wieder am Hafen verweilen, schließlich ist es hier am schönsten..,
Eine Stunde vorher ist sie gefahren, mit dem Zug, sie aus der anderen Stadt, in der ich auch mal vor vielen Jahren meinen Koffer ins Regal stellte, eine Zukunft, die mir übrigens eine schöne Gegenwart bescherte, welches mir aber erst bewußt wurde, als selbe zur Vergangenheit aufblühte.. Cest la vie, so ist das, Leute, Diejenigen von Euch, denen auch ständig Wanderlust und Wanderfrust packt, gepaart mit diesem Sohn der Ungewißheit, welcher sich da Abenteuer schimpft, wissen, von was ich rede, Am liebsten wäre ich mit ihr gefahren, Warum? Keine Ahnung, vielleicht weil dieser Zug in die Vergangenheit selbige vielleicht doch wieder in irgendwas anderes verwandelt hätte, vielleicht auch nicht, ungewiß halt,
Aber nein, ich bin noch gegangen, bevor diese verdammte Lok, ihre Anhängsel, vollgestopft mit Schicksalen in Bewegung setzte, zum Hafen, dort ist es noch am schönsten...
Eine geschlagene Viertelstunde konnte ich diese Schönheit ertragen, dann ging ich fort..,
Auf dem Rückweg stach es mir ins Auge, ein Plakat, schlicht, an Fäden aufgezogen und im Wind tanzend, in tiefleuchtend Schwarz auf noch reinen Weiß der Titel eines spanischen Gedichts: ..„Heimat“, Plakate.., dachte ich bei mir, (und fast erschlug mich die neue Erkenntnis), Plakate, noch schlimmer als Häfen
Schönen Flug ! Die Feder |