Sadness Of Hope

SADNESS OF HOPE aus dem Ruhrgebiet hauchen dem Genre Female Fronted Metal mit ihrer ganz individuellen Stilisierung und Umsetzung äusserst interessantes Leben ein. Ihre Musik zeugt von trotz gerade mal zweijährigem Bandgeschichte von erstaunlich hoher Qualität. Höchste Zeit also, das Debüt auf das gemeine (Szene-)Volk loszulassen und jenes soll nun auch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Wer sich die geringe Mühe macht und die bisherigen Hörproben der sieben Musiker aus Dorsten zur Gemüte führt, kann eigentlich nur zu einem Schluss kommen: ...gespannt auf das was da kommt!! Vorab gaben sie uns schon mal auf sympathischer Weise einen Einblick in ihrer Geschichte und Pläne...
 
Dark Feather Ausgabe 5

Hallo Sadness Of Hope, das Dark Feather bittet Euch um eine kurze Bandvorstellung Eurerseits, wer bedient welches Instrument?

Hallo Holger, Sadness of Hope besteht aus sieben Musiker(innen): Da sind erstmal unsere Sängerin Katarina, Bassistin Vera, Drummer Simon und Natalie am Klavier. Etwas ungewöhnlich ist bei uns, dass wir mit drei Gitarristen spielen: Tobias an der Lead-Gitarre, Oliver „Dr D“ als Solo-Gitarrist und Sänger und ich an der Rhythmus-Klampfe.

 

Euch gibt es als Band gerade mal seit zwei Jahren, Eure Songs klingen jedoch „verdammt“ ausgereift. Habt ihr vorher schon in anderen Bands oder Projekte Erfahrungen gesammelt?  

Erstmal vielen Dank für das Kompliment! Also, ernsthafte Banderfahrung haben die meisten von uns eigentlich nicht. Aber das Musikmachen ist für uns alle ein ganz wichtiger Teil im Leben, und deshalb haben wir auch viel Zeit in Unterricht und Üben gesteckt. Wer von uns allerdings einige Erfahrung mitbringt, ist Dr D, der bereits in den 80ern eine recht erfolgreiche Metal-Band hatte – Ravage hieß die. Ich glaube, dass wir alle uns beim Songwriting super ergänzen und jeder seine Ideen und Dr D zusätzlich seine Erfahrung gut einbringen kann.    

Im Herbst wollt ihr Euer Debüt veröffentlichen, könnt Ihr schon ein bisschen durchblicken lassen, was dem Zuhörer und Fan darauf in etwa erwarten wird?  

Auf dem Album werden vor allem sehr unterschiedliche Stücke sein. Es finden sich sowohl schnelle Metal-Songs als auch tragende Gothic-Stücke und zwei Balladen. Ich glaube, das ist eine Sache, die unsere Musik generell ausmacht – Vielseitigkeit: Wir lassen uns nicht von Genre-Grenzen einengen und versuchen, möglichst unterschiedliche Songs zu schreiben, bei denen man aber immer noch erkennt, dass sie von ein und derselben Band sind.  

Auch ist dafür bereits ein Label im Gespräch, inwiefern ist der Deal schon spruchreif?  

Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir auf kein externes Label angewiesen sind und unsere CD sozusagen in Eigenregie herausbringen können. Wir sind wirklich dankbar dafür, da wir wie viele andere auch feststellen mussten, dass man als kleine Band schnell verarscht werden kann. Schwierig wird es nur mit dem Vertrieb, und wir hoffen, dass wir noch einen guten Vetriebspartner finden.    

Eure Musik vereint diverse Stile, als markanteste Elemente zeigt sich mir da aber die Verbindung des weiblichen Gesangs Metal mit klassischem Klavierspiel. Damit habt ihr so einigen Genremitstreitern etwas voraus, die oftmals lediglich mit synthetisch erzeugten klassischen Einlagen aufwarten. Hat sich dieser Stil im Laufe der Zeit bei Sadness Of Hope so entwickelt oder gab es da eine Art „Masterplan“?  

Ich denke, es ist eine Mischung aus beidem: Wenn wir mal irgendwo hinkommen und unsere Natalie als „Keyboarderin“ vorstellen, ernten wir gleich den ein oder anderen „bösen“ Blick von ihr. Sie spielt halt am liebsten klassisches Piano. Wir alle stehen eigentlich so sehr nicht auf allzu bombastische Orchester-Sounds. Auf dem Album wird es zwar auch Orchester-Einlagen geben, sie werden die Lieder aber keinesfalls dominieren..    

Auch konntet Ihr bereits schon einen Förderpreis abräumen, was hatte es damit konkret auf sich?  

Es handelte sich um den Kulturförderpreis für junge Bands in unserem Landkreis. Das war bisher unser schönster gemeinsamer Abend, obwohl es auch die ein oder anderen Schwierigkeiten gab…

Nun ja,… Ähnlich Eurer Instrumentierung ziehen sich auch bei den Texten die Gegensätze an. Was inspiriert Euch beim Songwriting?  

Bisher stammen alle unsere Texte von Katarina oder mir. Wir haben einen sehr unterschiedlichen Stil, Dinge auszudrücken. Katarina schreibt deutlich poetischer als ich und benutzt viele Sprachbilder, während ich etwas direkter schreibe. Ich glaube, es ist gut, wenn die Songtexte nicht alle aus derselben Feder stammen, weil eine Band dann viel mehr Möglichkeiten hat und das, worüber sie schreibt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann.
Mich persönlich inspirieren vor allem Erfahrungen, die ich mache und Dinge, die ich beobachte. Mir ist es vor allem wichtig, in Liedern auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen, aber auch genau so Denkanstöße zu liefern. Ich hoffe, dass das klappt!

 

Was sind die fernen Zukunftswünsche von Sadness Of Hope?

Wie viele andere Bands träumen wir natürlich ganz viel: Wir hoffen darauf, dass vielen Menschen unsere Musik gefällt, und dass sie ihnen etwas geben kann, das ist sehr wichtig für uns. Es wäre absolut schön, wenn unserer ersten CD noch weitere folgen und wir ganz viele Konzerte spielen könnten. Der größte Traum ist es natürlich irgendwann einmal auf einem großen Festival auftreten zu dürfen – das wäre glaube ich so etwas wie eine Erfüllung! … Naja, träumen darf man ja.

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metal-Szene?  

Ich habe den Eindruck, dass nach der ganzen Nu-Metal-Welle und trotz des Emo-Kults wieder mehr Platz für „richtigen“ Metal und Gothic ist. Viele Leute besinnen sich sozusagen auf ihre muskalischen Wurzeln. Dafür sprechen ja nicht zuletzt Erfolge von jungen Bands wie „Sturm und Drang“, was den Power-Bereich angeht oder „Delain“ im Gothic-Metal-Sektor. Auch ist die Metal-Szene nach wie vor eine der aktivsten und vielschichtigsten Musikkulturen, die im neuen Jahrtausend alles andere als tot ist, wie in den 90ern ja vielmals prophezeit wurde. Metal und Gothic haben also nach wie vor Potential und sprechen eine große und – tolle – Fangemeinde an. Also: Nur Mut zu FlyingV-Klampfen und langen Haaren. Es muss nicht immer Alternative sein!!!    

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?  

Für kleine Bands wie uns eröffnet MySapce ganz wunderbare Chancen, die Musik einem unfassbar großen Publikum zu präsentieren und auch intensive Kontakte zu Fans zu führen. Für Musikhörer bieten die Communities die Möglichkeit, sich abertausende Bands anzuhören und sich immer über Konzerttermine und Szene-News auf dem Laufenden zu halten. Andererseits laufen unbedachte User Gefahr, ihre eigene Person online transparent zu machen und ihre Privatsphäre im Internet freizulegen. Auch Phänomene wie Cyber-Bullying und Grooming finde ich sehr bedenklich. Das ist wahrscheinlich die Schattenseite der ganzen Sache.  

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?  

(Lacht). Hier kann ich noch mal was zu der Förderpreis-Geschichte erzählen. Das war eine ganz lustige Sache: Wir wussten erst kurz vor Konzertbeginn, wann wir dran sein werden. Natürlich haben wir das bittere Los gezogen und mussten als erste ran (um 17.30 Uhr), wobei viele von unseren Freunden erst viel später kommen konnten. Unsere Laune verschlechterte ab dann im Minutentakt, denn kurze Zeit später machten meine Gitarre und Veras Bass schlapp. Wir dachten alle, dass der Abend ein reines Desaster wird.
Irgendwie konnten wir dann Veras Bass doch wieder hinbiegen und der Gitarrist einer anderen Band lieh mir netter Weise seine Ibanez. Trotzdem waren kurz vor unserem Gig vielleicht knapp über 50 Leute da, von denen wir viele noch nie gesehen hatten. Dann setzte etwas komisches bei uns ein: Noch immer fest davon überzeugt, dass sowieso alles schief gehen wird, entwickelten wir einen extremen Galgenhumor und sagten uns: Scheiß drauf, was passiert, lass uns einfach vollkommen abrocken. Das haben wir dann gemacht, ohne großartig nachzudenken – und es hat geklappt. Trotz allen vorangehenden Schwierigkeiten war das bisher unser bestes Konzert – und die Jury hat das anscheinend auch so gesehen. Das war wirklich schön.    

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Auch wir von Sadness of Hope bedanken uns für dieses Interview. Das Dark Feather ist ein tolles Magazin, das unserer schönen Szene umfassende und professionell aufbereitete Infos über den Underground bietet. Das sind ganz tolle Chancen für die Bands, und ein geniales Angebot für alle Leser(innen). Schön, dass es so etwas heute noch gibt! Vielen Dank !!!!!

visit: www.sadnessofhope.de

 

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