Ihr widmet Euch mit Eurer Musik den guten alten Anfängen des Gothic-Genre, Einflüsse von Bauhaus, Joy Division & Co sind nicht von der Hand zu weisen. Ist jenes definitiv die Ära die Euch seit jeher beeinflusst hat oder gibt es da noch andere Stile und Genres zu denen Ihr Euch persönlich hingezogen fühlt?
Die Einflüsse sind nicht zu leugnen aber jeder hat dann noch seine eigenen Vorlieben, der Steffen hört auch gerne mal was deutschpunkiges Roman steht unter anderem auch auf Dark Ambient, Sachen wie Raison D'etre oder Sephiroth. Zusammengemischt kommt dann eben unser Stil raus. Siggi und Roman haben die 80er Jahre ja auch voll mit gelebt.
Erfreulich ist, dass Ihr trotzdem man die Einflüsse ganz deutlich heraus hört, es schafft authentisch zu klingen und Euren eigenen Stil entwickelt habt. Wie wichtig ist es Euch, den Spagat zwischen den frühen Achtzigern und der heutigen Zeit zu schaffen?
Das ist wohl eher keine bewusste Ausrichtung auf damals-heute, es muss uns gefallen, wir versuchen nicht bewusst modern zu klingen...
Besonders beeindruckend finde ich die Atmosphäre die Ihr mit Euren Sounds kreiert, was ist/sind Eure Inspirationsquelle beim Songwriting?
Das ist mehr so ein Gefühl beim Spielen, ein Lauf auf der Gitarre, ein Beat auf dem Schlagzeug und irgendwie entwickelt sich etwas das gut klingt. Es passiert auch oft dass uns einmal was gefällt und bei der nächsten Probe wundern wir uns was wir uns da wohl gedacht haben und vergessen`s ganz schnell wieder. So eine Art Trial and Error. Wir fühlen uns einfach wohl miteinander, beim Proben, Tischtennis oder abends unterwegs und das macht dann auch irgendwie die Stimmung aus, inspiriert uns, wenn man so sagen will. Wenn man die Augen zumachen kann und es ist etwas neues und klingt gut, dann wissen wir, warum wir das machen, diese gemeinsame Atmosphäre kommt dann hoffentlich auch live oder auf CD rüber.
Kürzlich habt Ihr nun Euer neues Album „She-Vil“ rausgebracht, was erwartet dem Fan und Hörer auf jenem?
She-Vil ist ein Album, welches alte und neue Songs von SeX should be FeMale vereinigt. She-Vil ist das älteste Lied auf der CD. Insofern sind auch von ruhigeren atmosphärischen Songs wie Skulls and Stripes bis hin zu fast schon Pogo tauglichen Stücken alle möglichen Facetten unserer Musik vertreten. She_Vil ist also kein Konzeptalbum sondern eine (Teil-)Sammlung unserer liebsten Lieder aus 7 Jahre Bandgeschichte. Mehr wird folgen!
Warum gerade „She-Vil“, was steht dahinter?
Öfter das Album anhören, und mit ein bißchen Glück offenbart sich das ein oder andere She-Vil - im Ernst, von Zeit zu Zeit macht es 'Klick' und plötzlich gibt es das bisherige Leben nicht mehr...
Ihr besteht als Band seit 2001, gibt es noch andere Veröffentlichungen oder im Keller schlummernde Demo-Tapes von Euch?
Es gibt natürlich noch andere Aufnahmen, sei es aus dem Proberaum oder live.
Im Jahr 2004 haben wir eine erste Aufnahme gemacht, sie ist im Proberaum durch einen Freund aufgenommen worden. Dabei haben wir alle Songs live eingespielt, nur den Gesang haben wir später unter "Studiobedingungen" hinzugefügt. Dadurch wirken diese Songs teilweise kraftvoller und ehrlicher, aber qualitativ kommen sie nicht an She-Vil ran. Diese CD war als Promo CD auf unseren Konzerten erhältlich und bis auf weiteres vergriffen. Einzelne Songs davon wird man aber hin und wieder auf unserer myspace Seite hören können.
Interessant ist, das Ihr Euch auch schon mit Kultbands wie Cinema Strange die Bühne geteilt habt. Wie war diese Erfahrung für Euch? …kann mir gut vorstellen, dass da gewissermaßen ein Jugendtraum in Erfüllung ging…
Als wir Jugendträume geträumt haben, haben Cinema Strange noch in die Windeln geschissen :-)
Nee, im Ernst: Als wir damals erfahren haben, dass wir mit Cinema Strange auf die Bühne gehen können, war das ein absolutes Hochgefühl. Allerdings hatten wir auch das Problem, dass wir bis zu dem Zeitpunkt noch nie als SeX should be FeMale auf der Bühne standen. Außerdem wussten wir, dass das ein großes Konzert wird, es hieß schon ne Weile vorher, dass das Konzert ausverkauft sein würde und dass die Musikpresse natürlich anwesend sein würde. Wir hatten uns also wirklich viel von dem Konzert erwartet, aber auch viel zu verlieren. Leider hat man das dann zu Teil dann auch an unserer Show gemerkt, was uns manche wohl heute noch nachsagen, dass wir langweilig auf der Bühne wären, aber wer das denkt, der hat unsere Entwicklung der letzten Jahre nicht mitbekommen... Einerseits ist auf jeden Fall ein Traum damit in Erfüllung gegangen, aber im Nachhinein betrachtet wäre das Konzert zu einem späteren Zeitpunkt in unserer Laufbahn besser gewesen. Mit The Last Dance haben wir dann kurze Zeit später bessere Erfahrungen machen können. Da kam es zu dem Schlüsselerlebnis, dass sie zu der Erkenntnis kamen, dass sie sich ganz schön ranhalten müssen, um unsere Show zu toppen.
Was können denn Leute, die Euch noch nicht gesehen haben von einer Sex Should Be FeMale Show erwarten?
Wir haben auf jeden Fall jede Menge Spaß auf der Bühne und sind auch der Meinung, dass wir das auf das Publikum übertragen können. Wer allerdings Pyro erwartet, Frauen die sich auf der Bühne ausziehen, Blut und abgebissene Fledermausschädel, den werden wir enttäuschen... Vorerst jedenfalls.
Und was wünscht Ihr Euch für Eure musikalische Zukunft?
Einen Schlagzeuger, der passt und da ist, da Flo leider der Meinung ist, einen beschissenen Job unter SKLAVENBEDINGUNGEN in BREMEN annehmen zu müssen!!!
Interessenten sollen sich bitte melden. Tip: Ein Kasten Bier zum Einstand und die Sache ist fast sicher.
Ansonsten wünschen wir uns eigentlich nur, dass es nicht allzu schwer wäre, Konzerte an Land zu ziehen, ohne solche Bedingungen, wie, wenn ihr 450 Euro zahlt, dann könnt ihr gerne bei uns spielen... |