Temple Of Twilight

Die Dortmunder TEMPLE OF TWILIGHT sind eine weitere Band die den Mut beweisen, unterschiedliche Stile zusammenzufügen - und das mit Erfolg! Ihr aktuelles Album "Redemption" ist Zeuge und Produkt iher musikalischen Vielseitigkeit, die sich im Nenner beim Gothic Rock trifft, aber durch die schon erwähnte Vielseitigkeit so manchem Vertreter aus verschiedenen Rock und Metal-Stilen ansprechen wird. Doch lest, was uns die fünfköpfige Truppe zu berichten hat...
 
Dark Feather Ausgabe 5

Hallo Temple Of Twilight! Für alle, die bisher noch nichts von Euch gehört haben, wer und was ist Temple Of Twilight?

Hallo Dark Feather, Temple of Twilight ist eine 5-köpfige Band aus Dortmund, die sich mit klassischer Besetzung (Gesang, Gitarre, Keys, Bass & Drums) im weiten Feld des Gothic-Rock bewegt. Die Band ist um die Jahrtausendwende aus dem Vorgängerprojekt Godfist hervor gegangen und im Jahre 2003 mit den ersten Konzerten und der ersten Demo-CD „Moon Attraction“ an die Öffentlichkeit getreten. 2006 folgte das zweite Demo „all the Believers“ und schließlich haben wir letztes Jahr unser erstes Album „Redemption“ aufgenommen, welches bald regulär in den CD-Regalen stehen sollte. In all den Jahren haben wir natürlich auch den einen oder anderen Besetzungswechsel zu verzeichnen. Unser Gitarrist Dee ist das einzig verbleibende Gründungsmitglied.

Ich habe gerade Eure neue Veröffentlichung „Redemption“ vor mir liegen. Ich muss schon sagen, ein verdammt ausgereiftes Teil. Seid Ihr jetzt an dem Punkt angekommen, den Ihr nach Euren beiden E.P.'s „Moon Attraction“ und „All The Believers“ angestrebt hat?  

Dankeschön, wir haben aber niemals einen bestimmten musikalischen Zielpunkt anvisiert. Ein Album ist letztendlich nur eine Momentaufnahme, die enorm von der Vorbereitung, der physischen und psychischen Verfassung aller Beteiligten zum Zeitpunkt der Aufnahmen und dem Arbeitsklima abhängt. Spätestens mit etwas Distanz wird man immer reichlich Dinge finden, die man gerne anders gemacht hätte.

Zudem sind Bands unserer Größenordnung schon durch das beschränkte Budget dazu verdammt Abstriche machen zu müssen. Wenn wir diese Aspekte berücksichtigen, sind wir allerdings mit dem Resultat sehr zufrieden.

Es herrscht eine interessante Symbiose in Eurem Stil. Währen andere gitarrenorientierte Düster-Rock Bands zum Beispiel Gothic-Rock und Gothic-Metal verbinden, so liegt das bei Eurer Musik auf einer Breite irgendwo vom Power- und anderen metallischen Ausrichtungen bis zum Gothic-Rock mit Abstechern zum Psychedlic-Rock und modernen Sequenzern. - Berechnung oder ein Cocktail aus zahlreichen unterschiedlichen Vorlieben?

Sicherlich Letzteres. Wir alle haben recht vielfältige Geschmäcker und versuchen als erwachsene Menschen ohne Scheuklappen durch das Leben zu gehen. Das einzige Limit, das wir uns auferlegen, ist, das die Songs für unser Empfinden irgendwie als Gothic-Rock durchgehen sollten. Selbstverständlich hat jeder so seine eigenen Vorlieben, so dass es hier und da auch immer mal wieder einen Reibungspunkt gibt. An einem solchen Punkt ist halt Kompromissbereitschaft gefragt. Wir empfänden es als äußerst unbefriedigend, wenn wir uns in ein allzu enges musikalisches Korsett pressen und uns somit ständig nur selbst wiederholen würden.
Darüber hinaus haben einige der Songs schon einige Jahre auf dem Buckel. „Years of Autumn“, um nur ein Beispiel zu nennen, ist ein Song, der in den 90ern noch von Godfist geschrieben wurde. Insofern lassen sich auf „Redemption“ sehr viele Aspekte finden, die in den Jahren in unser Songwriting geflossen sind.  

Welche Resonanzen brachte Euch das neue Output seit der Veröffentlichung, seid Ihr mit dem Stand der Dinge zufrieden?  

Da die Platte noch keinen Vertrieb hat, wir aber diesbezüglich in Verhandlungen stehen, haben wir uns praktisch noch gar nicht um die Promotion gekümmert, sondern lediglich im kleinen Rahmen, hauptsächlich auf Konzerten einige CDs verkauft. Die Hörer scheinen uns bislang wohl gesonnen zu sein und wir lassen uns mal überraschen, wie die Presse das sieht.  

Seit Anfang Eures Bestehens seid ihr schon ganz gut unterwegs, wie ein Blick auf Eure Tourdaten aus dem Jahre 2003 verrät? Wie soll es nun nach „Redemption“ weitergehen, Aufstieg in die nächste Liga?  

Wir erhoffen uns natürlich einen zeitnahen und guten Vertrieb unserer Platte. Darüber hinaus kommt auch gerade die Zusammenarbeit mit einer professionellen Booking-Agentur ins Rollen. Im Idealfall werden wir also einige Platten verkaufen und einige vernünftige Konzerte spielen, was uns schon sehr freuen würde. Man sollte die Erwartungen nicht zu hoch stecken, aber auch die Zuversicht nicht verlieren. Sollten wir irgendwann an den Punkt kommen, an dem wir unsere Unkosten decken können, sind wir schon mehr als zufrieden.  

Ihr seid auch schon von der dunklen Seite des Schicksals nicht verschont geblieben. Euer Bassist Josh starb 2007 viel zu früh. Wie habt Ihr das als Band verarbeitet, flossen diese Emotionen auch in Euer aktuelles Release mit ein?

Wenn ich mich recht entsinne haben wir, bis auf einen Song, sämtliche Songs von „Redemption“ noch mit Josh geschrieben und arrangiert, also haben wir das Erlebte in den Songs selber eher nicht aufgegriffen. Wir haben kurz nach Josh's Tod ein kostenloses Erinnerungskonzert mit zahlreichen Gastmusikern veranstaltet und sämtliche Erlöse aus den Verkäufen des Abends seiner Familie überlassen. Das war, wenn man das in diesem Zusammenhang überhaupt so formulieren darf, ein ebenso schöner wie bewegender Abend für uns alle und sicherlich auch in Josh's Sinne.  

Was steht bei Temple Of Twilight in nächster Zukunft nun an? Wo kann man Euch demnächst live erleben?  

Wir arbeiten zu Zeit an unserer Live Performance und wollen bei künftigen Konzerten erstmals einige Samples, die sich live nicht ohne weiteres reproduzieren lassen, von Band kommen lassen. Das erfordert noch einiges an technischer und spielerischer Vorbereitung, aber verleiht der Show dann hoffentlich eine weitere Dimension.
Aktuelle Termine stehen immer auf unserer Homepage (www.temple-of-twilight.de)

 

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:
Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und Metal-Szene?  

Das ist eine schwierige Fragestellung. Einerseits können Bands und Musiker ihr Schaffen, dem Internet sei Dank, ohne Weiteres einem breiten Publikum vorstellen und zugänglich machen. Ein brauchbares Demo lässt sich heutzutage auch mit bescheidenen Mitteln produzieren. Das sind Voraussetzungen, von denen man vor 20 Jahren nicht zu träumen wagte. Dass von diesen Möglichkeiten auch ausgiebig Gebrauch gemacht wird, führt aber zum Einen zu einem unüberschaubaren Markt und zum Anderen zu einer oftmals geringeren Wertschätzung von Musik. In Zeiten von MP3s und Tauschbörsen rücken der ideelle Wert einer Produktion und der Albumcharakter leider immer weiter in den Hintergrund. Früher hat man zwar auch Platten untereinander kopiert und verbreitet, aber nicht in derart elefantösen Ausmaßen. Aber ich denke, dass es für Spartenmusik immer Liebhaber geben wird, die sich lieber ein Original in den Schrank stellen.
Parallel zu diesen Entwicklungen beobachte ich immer wieder, dass die Konzerte kleinerer Bands trotz schmalster Eintrittspreise und guter Organisation fast immer schlecht besucht werden. Entweder haben die Leute wirklich keine Kohle mehr in der Tasche, oder der multimediale Overkill mit seinem Überangebot an schnell und leicht verfügbarer Unterhaltung verleitet die Leute dazu auf der Couch zu bleiben.  

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?  

Im Prinzip habe ich diese Frage schon beantwortet. Verlockend ist es, dass man sich über diese Communities relativ leicht einem breiten Publikum vorstellen kann. Da es scheinbar kaum noch Musiker gibt, die nicht von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, entsteht allerdings ein kaum überschaubares Angebot an Musik. Andererseits ist eine Präsenz in derartigen Communities schon fast unabdingbar, wenn man sich irgendwie Gehör verschaffen möchte; ein echter Teufelskreis. Wir sind natürlich auch bei myspace vertreten :-)  

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?  

Richtig schlechte Erfahrungen haben wir eigentlich nicht gemacht. Ab und an muss man sich bei Gigs mit technischen Problemen oder etwas weltfremden Veranstaltern ärgern, aber mit der Zeit sieht man manches einfach gelassener. Im Allgemeinen kann man die Kooperation untereinander in der Musikwelt als gut bezeichnen, zumindest in dem Rahmen, in dem wir uns bisher bewegt haben.
Wir haben 2005 ein recht schräges Konzert im Rahmen einer Eröffnungsfeier eines Geschäftes mitten in einer Einkaufspassage in Dortmund gegeben. Als wir in diesem gläsernen Tempel den Teppich ausgerollt haben, und diesen zu unserer Bühne deklariert haben, haben wir schon einige irritierte Blicke kassiert. Ansonsten scheint ein Fluch auf uns zu liegen, was Open-Air-Konzerte in der Essener Innenstadt betrifft. Wir haben zwei solche gegeben, die beide unter keinem guten Stern standen und von technischen Problemen und Pannen gesäumt waren.  

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :  

Wir bedanken uns auch bei Dir und wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und noch viel wichtiger, viel Freude mit Dark Feather.

Wer mag, ist herzlich dazu eingeladen auf unserer Homepage (www.temple-of-twilight.de) oder auf unserer myspace-Seite (www.myspace.com/templeoftwilight) zu stöbern. Dort gibt es reichlich Hörproben zu entdecken und wenn es Euch gefällt, was Ihr dort zu hören bekommt, dürft Ihr das auch sehr gerne zum Anlass nehmen eines unserer Konzerte zu besuchen :-)

Temple Of Twilight CD-Cover Temple Of Twilight „Redemption“

Nach zwei Demos haben Temple Of Twilight kürzlich Ihr Debüt-Album veröffentlicht. Gothic-Rock bezeichnen die fünf Dortmunder Ihre Musik, das trifft es und auch wieder nicht – denn auch hier haben wir es erneut mit einer Band zu tun, die den Mut beweist (Genre)-Grenzen zu sprengen und sich einfach nicht in Schubladen quetschen lassen will. Nur Temple Of Twilight schauen nicht nur über den Tellerrand in benachbarte Gefilde, nein sie gehen noch weiter: völlig unbekümmert vereinen sich hier Gothic- mit PsychedelicRock, Power- mit Gothic-Metal, garniert mit mal spärlich, mal dominierend eingesetzten Sequencern. Und das Beste daran: es passt! Keine Ahnung wo das Erfolgsrezept liegt, die Musiker werden es wissen. Feine Songstrukturen umgesetzt von mal treibender mal dezent verhaltener Rhythmusarbeit, ebenso vielseitig agiert die Melodiesektion, jedes Element weiß wann es zu kommen und zu gehen hat, man merkt den Musikern an , das sie nicht erst seit gestern ihre Instrumente beherrschen. Und obendrein erklingt aus Frontmann Andys Kehle eine Stimme, die enorm kraft- und gefühlvoll und abwechslungsreich klingt und mich neben seinen eigenen interessanten Stil irgendwie vom Klang an gute alte Savatage erinnert... Mit „True Faith“ gibt es sogar noch eine äußerst gelungene Coverversion des New Order Klassikers. Wenn „Redemption“ auf eine ebenso tolerante und offene Zuhörerschar trifft wie dessen musikalischer Inhalt dürfte der Zukunft von Temple Of Twilight nichts mehr im Wege stehen. Zu wünschen wäre es Ihnen. Starkes Teil - Reinhören!

visit: www.temple-of-twilight.de

 

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