The Cursed

Herrlich frischen Horrorpunk haben uns die Baden-Würtemberger THE CURSED mitgebracht. Wobei sie auch interessante Elemente aus mehr oder weniger artverwandten Richtungen ihrem musikalischen Cocktail beimischen, welcher definitiv ordentlich geschüttelt und nicht gerührt daherkommt. Hier geht es ordentlich nach vorne, hier wird ordentlich aufgedreht und zugleich auf eine abgedrehte musikalische Reise, auf welcher sie im Übrigen auch schon die Bretter in Finnland unsicher gemacht haben...
 
Dark Feather Ausgabe 5

Hallo The Cursed, willkommen beim Dark Feather! Stellt doch bitte einmal kurz Eure aktuelle Besetzung vor?  

Hallo! Die Band besteht momentan aus den Gitarristen Otis und Schloz, Drummer Kili, Bassist Eddy und Sänger Fredson.
 

Ihr zelebriert den guten alten Horrorpunk und lasst dabei auch Einflüsse des Rock und Metal mit einfließen. Was sind Eure persönlichen Vorbilder?

Wenn wir jetzt von Vorbildern und Horrorpunk reden, dann dürfen die Misfits zu Anfang unsres Bandbestehens natürlich nicht fehlen, jedoch haben wir uns Stück für Stück einen eigenen Stil angeeignet. Unsre Vorbilder kommen dabei von überall her – Ozzy Osbourne, Johnny Cash, Die Ärzte, Billy Talent... um mal einige zu nennen.

Vor kurzem ward Ihr auf Auslandsreise für 3 Gigs im „abgefahrenen“ Finnland. Welche Erfahrungen habt Ihr dort mit Veranstaltern, Bands und Publikum gemacht?

Die Art der Veranstaltungen erschien uns dort anfangs mehr als fremd. Anstatt einen Konzertabend mit mehreren Bands zu spielen, fingen die Konzerte erst gegen 23.00 Uhr an und im Normalfall sollte auch nur eine Band spielen. Wir spielten die Konzerte aber trotzdem zusammen mit unsren Freunden von Savannah Skyline – und sie meinten, sowas wäre unüblich. Aber es war trotzdem ein Riesenspaß, die Clubs waren echt schön und seit wir im „On The Rocks“ gespielt haben, freut uns die Tatsache mal auf der selben Bühne gestanden zu sein, wie Ville Vallo. Das Publikum war auch toll, auch wenn die einen lieber im sitzen ruhig zugeschaut haben, dafür gingen die anderen um so mehr ab. Wir haben übrigens auch ein kleines Reisevideo für Youtube zusammengeschnitten und hochgeladen.  

Gibt es schon irgendwelche Veröffentlichungen von Euch oder ist diesbezüglich irgendetwas in Planung?

  Bisher haben wir nur „Frankenstein“ als Samplerbeitrag zu „Hail The New Breed“ von Contra-Light-Records beigetragen und eine Demo-CD selber rausgebracht. Wir haben uns aber für dieses Jahr vorgenommen eine vollwertige Platte aufzunehmen und rauszubringen. Neue Songs gibt es genug!  

Soweit ich weiß, gibt es Euch seit dem Jahre 2006, spielt Ihr seitdem in konstanter Besetzung oder hat sich auch bei Euch das Besetzungskarussel schon einige Male gedreht?

Gaaanz lange Geschichte. Um es kurz zu machen: Wir fingen mal zu viert an, machten dann zu dritt weiter, wurden dann wieder vier und stockten dann auf fünf Bandmitglieder auf. Diese Besetzung hat sich eben erstmal finden müssen.  

Habt Ihr vorher schon in anderen Kapellen Erfahrungen gesammelt?

Ja. Otis und Fredson machten von jung auf zusammen lustig Musik, Eddy entwickelte sich parallel dazu mit einer Hardcore-Punkband und Kili war früher Drummer einer Metalband. Aber ich bezweifle dass die Bandnamen noch irgendjemandem was sagen würden.

 

Wer oder was stand eigentlich Pate zum Bandnamen „The Cursed“?  

Das wissen wir leider nicht mehr so ganz genau. Aber ich glaube wir wollten damals eine „The“ Band sein und wollten einen evil-klingenden Namen.. ;). Klingt cool, hart und cool. Außerdem hört es sich cool an. Und hart. Aber vorallem eigentlich, weil es sich recht cool und hart anhört.

Ok! ;-) Was wünschen sich The Cursed für die musikalische Zukunft? 

Wir wollen wie gesagt ne ganze Platte aufnehmen und touren, touren, touren! Das Beste am Bandleben ist einfach unterwegs zu sein und neue Orte zu entdecken und vor ganz andrem Publikum zu spielen. Vielleicht mal nach Frankreich reinfahren? Vielleicht gibt's dort ja auch eine gute Szene für solche Musik.

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic-, Punk und artverwandten Szene(n)?

Ich vermute dass sich die Bands teilweise spezialisieren werden, also versuchen werden was Neues in ihr Genre mit reinzubringen um sich eben abzugrenzen. Ein gutes Beispiel dafür ist auch die Horrorpunkszene. Seit es doch einige Bands gibt, die sich in dieses Genre einordnen, merkt man wie ähnlich sich die Lieder doch sind. Viele versuchen wie Danzig zu singen, benutzen dafür typische Bausätze wie „In the Night“ und „Zombies“ und „Ghouls“ und spielen dazu noch 4 Akkorde. Seit diese Klischees ausgeschöpft sind merkt man auch dass die Songs persönlicher und melodiöser werden. Genauso ist es denke ich auch für ne Punkband. Stereotypisch gesehn hat jede Deutschpunkband ein Lied übers Saufen, eins gegen Bullen, gegen Nazis und gegen den Staat. Damit die Bands nicht langweilig werden müssen sie sich eben was einfallen lassen um sich doch als Band abzugrenzen.

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Die Vorteile sind ganz klar, dass man auf einfache, kostenlose Weise die Möglichkeit hat sich im Netz zu präsentieren. Myspace ersetzt ja mittlerweile schon fast die Homepage. Man sieht die Basic-Infos, kann in die Musik reinhören und man merkt ob die Musik in dieser Webcommunity ankommt oder nicht. Was wir blöd finden: Die Jugend von heute hängt zu viel in irgendwelchen Communities rum und haben keine Ahnung welche Gefahren sich entfachen können, wenn einfach so private Daten preisgegeben werden. Das Internet vergisst nämlich nichts. Wir sind gegen diese Selbstdarstellung und Verdigitalisierung von Kommunikation. Zeigts diesen Sozialnetzwerken! Tretet aus und ihr merkt, dass es wieder ehrlicher und sozialisierter in euerm Leben zugeht!

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Das sind immer die miesen Fragen, weil man sich auf Anhieb nicht an DIE Story schlechthin erinnert. Positiv fand ich in letzter Zeit, dass als wir nachdem Konzert in Kokkola, Finnland aus dem Backstageraum kamen, mehrere Mädels dort auf uns zu kamen und uns abfüllen wollten. Verkehrte Welt. Aber großartig. Außerdem ein Konzert in Bayern vor lauter Outlaw-Motorrad-Rockern.

Schlecht war auf jedenfall vorletztes Silvester, als wir von der Turbojugend gebeten wurden ein Konzert zu spielen. Das war ein totaler Reinfall, es waren etwa 6 Gäste da und der Raum war einfach sauklein.

Und die Schrägste fällt mir sowieso nicht ein, weil die schrägen Storys in den Filmrissen der schrägen Abende verloren gehen ;)

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

When there's nothing left to say...

...I think it's okay!

visit: www.thecursed.de

 

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