My Elegy

Verschiedene Spielarten des Metal verbinden die fünf Jungs von MY ELEGY zu einer Einheit, welche druckvoll und eingängig daherkommt. Mehrere Erfolge bei Bandcontests konnten die Musiker bereits verzeichnen, welche sie unter anderem auch schon auf das Summer Breeze 2008 geführt haben. Anfang des Jahres waren sie im Studio um ersten Songs das endgültige Leben einzuhauchen. Und das Ergebnis klingt mehr als vielversprechend. Wenn der Fünfer so weitermacht, können wir uns noch auf einiges gefasst machen!
 
 

Hallo My Elegy, willkommen beim Dark Feather! Zuerst bitte ich Euch um eine kurze Bandvorstellung?
Guten Tag und Danke für die Einladung zum Interview. Also, wir sind MY ELEGY und setzen uns zusammen aus: Kevin Becker (Shouts), Markus Mohr (Drums), Christoph Becker (Bass, Gesang), Norman Trautmann (Gitarre) und David Becker (Gitarre). Nach einer Findungsphase, die sich über 2 Jahre erstreckte (Ende 2005 bis Ende 2007) haben wir jetzt unseren musikalischen Bestimmungort gefunden. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist unsere Musik unter dem Label „Metalcore“ zu verzeichnen. Allerdings sind wir immer darum bemüht, unseren musikalischen Horizont zu erweitern und verschiedene Stilrichtungen zu integrieren. Das Ziel von uns ist es nämlich immer, Songs zu schreiben, die sich abheben und eine ganz eigene My Elegy-Prägung erhalten. Natürlich ist uns klar, dass mittlerweile das Rad nicht mehr neu erfunden werden kann. Dennoch versuchen wir die Songs abwechslungsreich zu gestalten…die Leute sollten sich nach den Konzerten oder dem hören unserer Songs nicht fragen müssen, wie viele Songs sie gerade gehört haben, da sich alles gleich anhört. Vielfältigkeit und Abwechslungsreichtum ist für uns daher sehr wichtig.

My Elegy

Wie lange existiert Ihr schon in dieser Formation?

Nachdem uns unser Clean-Vocalist verlassen hatte, spielen wir in dieser Formation seit Dezember 2007. Seitdem hat sich einiges getan. Z.B. übernimmt jetzt Kev, unser Shouter, zusammen mit unserem Basser Christoph die cleanen Gesänge, was zu einem mehr als zufriedenstellenden Effekt geführt hat. Auch stilistische tauchen wir immer wieder in andere „artverwandte“ Gefilde ein – wie z.B. in den Death-, Thrash- oder auch Progbereich.

Eure Musik deckt verschieden Sparten der härteren Musik ab, wo genau liegen Eure Einflüsse und Vorbilder?

Die Vorbilder sind sowohl aus dem „klassischen“ Metalbereich, wie auch in „neueren“ Genres zu finden. Natürlich sind das bei jedem von uns nicht immer die gleichen Bands, die ihn geprägt haben, aber man kann schon sagen, dass unsere Musik bzw. unser Verständnis von Musik von Klassiker wie Metallica, Maiden oder auch Helloween mit beeinflusst wurde. Hinzukommen vor allem in den sehr frühen Phasen Bands aus der New Metal Ecke wie Limp Bizkit, Korn oder auch Slipknot. Von der Metalcore-, Deathcore-Schiene sind hier auch As I Lay Dying, Killswitch Engage, Bring Me The Horizon, Parkway Drive oder auch All That Remains – um nur einige prominente Vertreter aufzuzählen – zu nennen. Jedoch beschränkt sich unser musikalischer Horizont nicht nur auf den Metalbereich (und schon gar nicht nur auf die erwähnten Bands). Eigentlich hören wir Musik aus jeder Sparte, da ja Musik immer auch ein Weg ist, sich auszudrücken. Aus diesem Grund sollte man sich (gerade als Musiker) nicht nur auf einen beschränkten Bereich begrenzen (der einzige ausgegrenzte Bereich scheint bei uns wirklich Volksmusik und Schlager zu sein…irgendwie können wir die Leute nicht für voll nehmen :D). Bei der Beantwortung deiner Interviewfragen läuft z.B. gerade Paul Kalkbrenner im Hintergrund…

Aha… ;-) Interessant klingt Euer Einsatz von 2 Gesangsstimmen, welche sich meiner Meinung nach klasse ergänzen, war dies bei My Elegy schon immer der Fall?

Eigentlich hatten wir bei My Elegy schon immer zwei Sänger. Jedoch hat uns – wie erwähnt – unser Clean-Vocalist Christoph Spranz verlassen. Dies führte zuerst dazu, dass wir viele Clean-Vocal-Parts in den Songs durch Shouts ersetzten, wodurch die Songs härter wurden. Beim Schreiben neuer Songs achteten wir zudem verstärkt darauf, dass die Songs auch ohne cleanen Gesang eine gewisse Atmo schaffen und einen eigenen Charakter erhalten. Als wir jedoch Anfang des Jahres unsere EP aufnahmen, wollte der Produzent von Kev mehr Clean-Vocal-Anteile. Das Ergebnis könnt ihr ja selbst hören. Kev hat uns ehrlich gesagt mit seinen Qualitäten als Sänger überrascht. Jetzt ist es so, dass wir wieder selbstbewusster an die Verwendung von cleanen Vocals herangehen. Denn auch Christoph Becker, unser Bassist, hat gesangstechnisch einiges auf dem Kasten – er ist ausgebildeter Sänger. Dadurch haben wir beim Schreiben von Songs eine gewisse Freiheit, da sowohl die Shouts, als auch der Gesang verwendet werden können – und das in einer hohen Qualität (über Kevs Qualitäten als Screamer müssen wir wohl gar nicht reden…beim Anhören der Songs wird das jedem auffallen, dass der Junge ein ordentliches Pfund aus seinen Lungen presst!).

Anfang dieses Jahres ward Ihr im Studio um Euer aktuelles Songmaterial zu produzieren. Wie zufrieden seid Ihr bisher mit den Resonanzen und plant Ihr schon bald weitere Songs aufzunehmen?
Die Resonanzen waren bisher durchweg positiv. Den Leuten scheint unser neues Material wirklich zu gefallen. Und auch Online-Mags haben sich bisher interessiert an dem neuen Material gezeigt (wie hier zu sehen ist). Dabei müssen wir sagen, dass die drei neu aufgenommenen Songs (From Abundance to Violence, Causa Finita und No Spring Again) durchweg unsere „softeren“ Songs sind. Die Auswahl ist auch auf den verantwortlichen Produzenten Markus Gumball zurückzuführen. Im Nachhinein müssen wir aber sagen, dass diese Songs an sich eine gute Wahl waren, da sie trotz gewissen ruhigeren Parts, doch immer nach vorne peitschen…und somit unsere Vielfältigkeit ausdrücken. Wir schreiben zurzeit an neuen Songs, wissen aber noch nicht, ob wir dieses Jahr nochmal aufnehmen – höchstens in Eigenregie, wie wir es auch bei unserer letzten Platte getan haben. Aber mal sehn.

Ihr ward schon bei einigen Bandwettbewerben am Start und konntet dort schon Erfolge feiern, zum Höhepunkt denke ich mal gehört unter anderem definitiv Euer Auftritt beim Summer Breeze. Wie war diese Erfahrung für Euch?

Bombe…was anderes wär gelogen. Die Erfahrungen, die wir auf dem Summer Breeze sammeln konnten/durften, sind unersetzbar. Und wir bereuen keinen Augenblick. Es war wirklich ein unglaubliches Erlebnis, mit den ganz Großen auf einem Festival zu spielen, sie näher kennen zu lernen, um am Ende festzustellen, dass wir doch alle nur Menschen sind :). Auch die Atmosphäre auf der Bühne und im Anschluss daran war eine ganz besondere. Schwer zu beschreiben… Der einzige Schade an so großen Festivals ist jedoch, dass die Bühnen abgetrennt sind vom Publikum. Wir haben immer gern direkten Kontakt zu den Leuten. Ein Konzert ist ja nicht nur eine One-Man-Show der Band, sondern das Publikum macht das Gelingen einer Show doch erst möglich. Aber schlussendlich können wir sagen, dass wir viele schöne Erinnerungen aus Dinkelsbühl mit nach Hause nehmen konnten.

Was haltet Ihr grundsätzlich von Bandbattles- und Contests?

Eigentlich ist es eine schöne Sache für unbekanntere Bands (wie uns) die Möglichkeit zu erhalten, auf großen Festivals oder mit bekannten Bands zu spielen bzw. sich in einer Region mit einem Gig einen „Namen“ zu  machen. ABER: und jetzt kommt das große ABER, das wirklich negativ an dieser ganzen Contest-Sache zurzeit ist! Es gibt definitiv zu viele. Und überall ist der Contest mit Online-Votings verknüpft. Nimmt man jetzt an zu vielen Contests Teil, dann sind die Fans, die ja letztendlich voten müssen, ziemlich genervt und man vergrault seine eigene Fanbase. Das ist wirklich ein Problem. Aber ohne Label und Booking-Agentur ist es verdammt schwierig an wirklich große Gigs ranzukommen. Der Kreis schließt sich: entweder man spielt wenige extrem große Gigs und nervt seine Fans nicht so, oder man will unbedingt auf großen Events spielen, nervt seine Fans und spielt am Ende doch nicht, da die Fans von den ganzen „Bitte-Votet-Für-Uns“-Generve von den Bands angepisst sind. Hinzu kommt, dass das mit den Votings mittlerweile nicht nur auf große Events begrenzt ist – pauschal gesagt gibt es mittlerweile für jedes Dorffest einen „Contest“ mit dazugehörigem Voting. Uns ist es lieber, dass die Veranstalter, die ja für die Events verantwortlich sind, die Bands anhand der Bewerbung und ihrer Musik auswählen – das ist irgendwie „ehrlicher“, zumal viele Votings manipuliert werden können.

Im Allgemeinen ward Ihr Live schon ganz gut unterwegs, wie muß man sich eine My Elegy Show vorstellen?

Um es kurz zu fassen: wir spielen vor 3 Leuten genau so energisch wie vor 3.000! Wichtig ist doch, dass man die Leute überzeugt! Und wenn 10 Leute auf dem Konzert waren und deine Musik wirklich geil finden und dich weiterhin unterstützen wollen, dann ist dass besser als vor 100.000 zu spielen, die dich alle scheiße finden. Daher geben wir immer alles. Soweit dazu – wer herausfinden will, was wir live zu bieten haben, der soll auf unsere Shows kommen!

Was plant Ihr im Allgemeinen für die Zukunft von My Elegy?

Spielen, spielen, spielen! Wir sind Musiker und wollen summa summarum Musik machen…und das geht nur, wenn man live spielt! An alle da draußen: wenn euch unsere Musik gefällt, dann schreibt uns an und holt uns in eure Gegend! Wir wollen spielen, sooft es irgendwie möglich ist. Zudem ist geplant, sich noch diesen Sommer bei Labels, Bookern und Promotern zu bewerben, um uns diesen Traum zu ermöglichen! Natürlich hoffen wir, dass wir solange wie möglich Musik machen können, da es nichts Vergleichbares gibt und jeder, der noch nicht auf einer Bühne gestanden ist, nicht nachvollziehen kann, was das für ein Gefühl ist…ein Gefühl, das man solange wie möglich erhalten will.

 

My Elegy 2

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:
Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und artverwandten Szene(n)?

Diese Frage wird uns ehrlich gesagt zum ersten Mal gestellt. Die Entwicklung ist schwierig einzuschätzen. Grundsätzlich ist momentan ein absoluter Push im Metal zu verzeichnen. Unglaublich viel junge und talentierte Metalbands sprießen aus dem Boden. Dies ist auf jeden Fall eine Bereicherung für die Metalkultur. Dass es immer mehr Bands gibt, ist ja auch an der Ausdifferenzierung des Genres zu erkennen. Immer mehr Bezeichnungen für Subgenres und Subsubgenres erblicken das Licht der Welt, was allerdings auch dazu führt, dass das Ganze immer unübersichtlicher und diffuser wird. Bei diesem ganzen Kategorisierungsdrang sollte allerdings eines nicht vergessen werden: wir machen alle immer noch Musik. Das Schubladendenken kann dabei manchmal hinderlich sein. Daher sollten die Leute mal wieder ein bisschen von ihrem Kategorisierungswahn runter kommen und die Bands nicht nach ihrer „Gruppenzugehörigkeit“ beurteilen (z.B. „die sind ja gar nicht straight edge – also hör ich sie mir nicht an“ oder „lange Haare und keine Breakdowns? Das kann ja nur scheiße sein“), sondern nach dem, was wirklich zählt: ihre Musik! Wie man sieht ist dieser „Artenreichtum“ im Metal zum einen eine Bereicherung aber auch eine Last – es gibt ja bekanntlich immer zwei Seiten einer Medaille. Bei der musikalischen Entwicklung schätzen wir, dass niemand mehr etwas absolut Neues bringen kann (da es ja schon so viele Ausdifferenzierungen gibt). Aber die Kombination aus verschiedenen Genres (auch außerhalb des Metalbereichs wie Electro oder Jazz) wird auch zukünftig die Szene immer wieder neu beleben. Auffällig ist dabei, dass das, was eigentlich „Metal“ ist, sich in der jüngsten Zeit in immer kürzeren Zeitintervallen immer wieder neu erfindet bzw. erfinden will. Aus der Perspektive ist es vielleicht lohnend nicht nur nach vorne zu blicken, sondern auch mal die Vergangenheit heranzuziehen und an Bewährtem festzuhalten. Aus diesem Grund  hören wir auch heute noch Metallica, Maiden oder auch Ozzy.

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Ein ganz klares Plus solcher Web-Communities ist der eigentliche Sinn einer „Community“: der Austausch und die Kommunikation. Dabei nutzen wir myspace, um vor allem den Kontakt zu den Fans aufrecht zu erhalten. Mittels Bulletins oder Blogs sind sie daher immer auf dem Laufenden. Zusätzlich erleichtern solche Communities den Kontakt mit Leuten aus dem Ausland. So kann man seine Fanbase auch ohne direkten Kontakt zu den Leuten zu haben, erweitern. Ob das immer so sinnvoll ist – weil ja z.B. die Fans aus „Übersee“ schlecht einfach mal auf ein Konzert kommen können – sei mal dahingestellt. Zusätzlich erleichtern diese Web-Communities auch den Austausch unter den Bands oder sie ermöglichen Kontakte zu Mags, Promotern etc. Dies ginge auch über die entsprechenden HPs, aber der Vorteil von myspace ist dabei, dass dies alles auf einer Plattform konzentriert ist. Allerdings ist Bekanntheit allein auf der Basis einer solchen Community zweifelhaft…myspace lässt wenige Schlüsse zu, wie die Band denn live ist. Das kann in manchen Fällen zu Enttäuschungen führen. Wenn man also über myspace auf einen Underground-Tipp gestoßen ist, dann ist es immer lohnend, sich die Band mal live anzusehen. Hiermit auch unser Appell an die Leser: wenn wir Interesse geweckt haben, dann kommt doch einfach mal zu einer unserer Shows. :)

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Schlechte Erfahrungen haben wir definitiv mit An- und Abreisen =) Schon zweimal wurde das Auto von Dave, unserem Gitarristen, geschrottet. Beim ersten Mal waren wir auf der A5 Richtung Karlsruhe, als wir in einen Stau kamen. Daves kleiner Polo war das Stauende und ne Frau ist ihm ungebremst hinten rein gefahren. Das Auto war ein Totalschade, aber das Equipment war noch heil. Also haben wir alles umgeladen und den Gig trotzdem gespielt…das is halt Metal :). Beim zweiten Mal waren wir auf der Heimfahrt von Österreich, als Dave in der Nähe von Ulm von seinem linken Vorderrad überholt wurde. Ihm und Norman ist nichts passiert und das Rad hat auch keine anderen Verkehrsteilnehmer getroffen. Sein Kombi is auch schon wieder repariert, war also alles halb so schlimm. Den Augenblick, als das Rad ihn überholte, wird er wohl nie vergessen. Da alles gut ausgegangen is, niemand verletzt wurde und auch dem Equipment nichts passiert ist, war’s irgendwie doch ne ganz lustige Geschichte. Schräg sind irgendwie die Situationen, in denen Fans Autogramme oder Bilder von uns wollen…das is irgendwie komisch, weil wir uns einfach nicht vorstellen können, was die Leute damit anfangen können :). Nein im Ernst, es freut uns zwar, aber wir kommen uns dabei z.T. schon lächerlich vor. Wir machen ja nur unsere Musik. Es kam bisher aber auch noch nicht so häufig vor…wir glauben das bewahrt uns auch vor Größenwahn :). Positiv waren ganz klar die Erfahrungen beim Spielen mit großen Acts. Auf dem Summer Breeze konnten wir z.B. As I Lay Dying näher kennen lernen, oder mit Helloween und Megaherz ein Bierchen trinken. Die Gespräche mit den Bands sind für uns als relativ „kleine“, unbekannte Band natürlich besonders spannend. Wir können aber immer wieder feststellen, dass die Jungs und Mädls auch nur Menschen sind – besonders witzig sind da vor allem Suicide Silence…mit denen kann man Spaß haben. Dieses Eintauchen in die Welt, in der die Bands auch von ihrer Musik leben können, ist immer wieder faszinierend.

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

 Wir haben zu danken. Es freut uns, dass unsere Musik auf Interesse stößt. Das motiviert uns immer wieder weiter zu machen. Am Ende bleibt uns nur zu sagen, dass, wenn jemand durch dieses Interview Interesse an uns und unserer Musik bekommen hat, er oder sie sich auch gern persönlich bei uns melden bzw. einfach mal bei uns vorbeischauen kann – und zwar unter: www.myspace.com/myelegy
Über Kommentare würden wir uns sehr freuen.

Keep supporting Metal!

 

visit: www.myspace.com/myelegy

 

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