Septron

Bereits seine vierte CD wird der Musiker SEPTRON demnächst unter das Szenevolk bringen. Und er bewerkstelligt bisher fast alles im Alleingang - Respekt! Aus der Unzufriedenheit gegenüber der Gesellschaft bringt er die tragende Inspiration zum Entstehen seiner Songs, welche in die elektronisch experimentelle Musikrichtung gehen und das Zeug zu so manchem Tanzflächenhit auf dem schwarzen Floor hat. Im folgenden erzählte er uns etwas über sich und was es mit Septron auf sich hat.
 
 

Hallo Septron, herzlich willkommen beim Dark Feather! Erzähle doch bitte mal, was hat es mit Septron auf sich und steckt außer Dir noch wer anderes dahinter?

Septron ist sozusagen die Tür zu meiner melancholischen Seite, denn eigentlich bin ich ein sehr ausgeglichener und fröhlicher Mensch.
Oft fragen mich auch Freunde: Warum schreibst du solche Texte? So kennen wir dich gar nicht! Aber genau das ist der Punkt. Jeder Mensch hat doch auch seine nachdenkliche Seite und unter dem Pseudonym Septron verarbeite ich Ängste, meinen Kummer und all meine Wut die sich in meinem Leben auftürmen. Diese Seite lebe ich in meiner Musik aus. Dort kann ich mich öffnen und meine Gedanken preisgeben. Ich liebe es Menschen mit meinen Worten zu fangen um sie nachdenklich zu stimmen.
Im Moment ist Septron noch ein reines Soloprojekt von mir. Ich produziere alle meine Songs allein, für Grafik, Photos oder Promotion helfen mir oft Freunde. Dafür bin ihnen sehr dankbar, denn alles alleine zu managen ist sehr schwierig und zeitintensiv.

Du bist gerade in der Endphase Deiner bereits vierten CD, welche den Namen „Wuterguss“ tragen wird. Wie lange gibt es Septron als musikalische Ausdrucksform eigentlich schon?

Stimmt – ich tobe mich gerade an meiner 4. CD (Wuterguss) aus.
Bis zum 15. August muss sie fertig sein, so das ich sie auf dem  „KEIN BOCK AUF NAZIS – FESTIVAL“  auf der Burg Lichtenberg bei Kusel präsentieren kann.
Septron gibt es seit 1996. Unter diesem Namen habe ich damals viele Gedichte geschrieben, erst seit 2003 existiert Septron als musikalische Ausdrucksform. 
2006 habe ich dann meine 1. CD Leidstrahl produziert. Danach folgten 2007 Aschenland und 2008 Laichgrund.

Kannst Du schon kurz durchschimmern lassen, was Fans und Zuhörer auf „Wuterguss“ erwarten wird?

Ich bleibe natürlich meinem Stil treu. Mit den etwas politisch angehauchten Liedern KOMA und BLENDER die am Anfang der CD zu hören sind, drücke ich meine Unzufriedenheit gegenüber unserem  System aus.
Danach folgen Lieder wie UNTER DEINER OBHUT und BLUMENWELT – diese Songs lassen tief in meine Seele blicken, sie zeigen dem Hörer wie schmerzhaft Liebe sein kann.
Es werden auch ein Paar ältere Songs in neuem Gewand zu hören sein. Mit dieser CD nehme ich den Hörer mit auf eine Berg und Talfahrt durch meine Gefühlswelt .

 

Septron1

Deine Lyrics - meiner Meinung immer bestens abgestimmt zur musikalischen Untermalung - gehen reichlich weit in die seelischen Welten und bieten poetischen Tiefgang. Was dient Dir als Inspiration beim Songwriting!

Ich benutze meine Unzufriedenheit gegenüber unserer Gesellschaft als Inspiration.Oft quält mich auch einfach die Wut wenn ich sehe, wie wir uns und unsere Umwelt zerstören. Das Leben liefert mir genug Treibstoff der mich Tag für Tag antreibt.

Wie wichtig ist es Dir, Deine Gefühle in deutscher Sprache auszudrücken?

Dies ist mir sehr wichtig, mich würde zwar reizen englische Texte zu schreiben, doch ich finde, dabei geht der Inhalt verloren.
Ich denke viele Hörer konzentrieren sich dann nicht auf den Text, sondern mehr auf die Musik. Ich muss gestehen, meine Englischkenntnisse würden auch nicht ausreichen, um all das auszudrücken was ich gerne sagen möchte.

Wie setzt Du Dein Projekt live um?

Das ist eines meiner größten Probleme.
Da ich alleine auf der Bühne stehe und live singe, ist es schwierig dazu auch noch die Musik live zu spielen. In solchen Momenten wünschte ich mir einen Keyboarder oder Gittaristen dazu. Die Musik kommt derzeit von CD bzw. Laptop. Leider habe ich noch keine andere Lösung gefunden.

Was wünschst Du Dir noch für Deinen weiteren musikalischen Weg?

Ich wünsche mir zwei Dinge – mich würde es sehr freuen, wenn die ganze Arbeit, die ich in das Projekt Septron gesteckt habe einmal Früchte trägt, so dass es vielleicht auch einmal für einen Plattenvertrag reicht.
Mein größter Wunsch ist, mehr Live Auftritte zu bekommen und als Vorband von einer bekannten Band zu spielen. Im Moment bin ich dankbar, so wie es zur Zeit läuft. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal interviewt werde, oder meine Musik gut ankommt.

Septron 2

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:

Wie siehst Du die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und artverwandten Szene(n)?

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Szene sehr kritisch ist was Musik angeht und es sehr schwierig ist, sich als Newcomer zu beweisen.

Mein Glück ist, dass die Städte Saarbrücken, Mainz und Karlsruhe in meiner Nähe liegen. In diesen Städten gibt es eine große Gothicszene in der sich viele Bands beweisen können.

Welche Vor- und/oder Nachteile siehst Du in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

In solchen Communities sehe ich nur Vorteile, vor allem habe ich durch myspace viele nützliche Kontakte knüpfen können. Ich finde, solche Portale einen guten Lautsprecher für die Öffentlichkeit. Man bekommt dort Anregungen, Kritik und Zuspruch.

Was waren bei Dir persönlich die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Meine Positivste und ich glaube das spreche ich für viele Musiker, war bei einem Auftritt in meiner Heimatstadt Kusel.
Dort stimmte ich das Lied „ASCHENLAND“ an und die Hälfte der Zuhörer sang es mit – unvergesslich!
Positiv ist auch Lob und Applaus den man bekommt, denn manchmal frage ich mich, ob sich das alles lohnt. Dieses hält einen am Leben und zeigt warum man Musik macht.
Ein schönes Erlebnis war auch der E-mail-Kontakt mit Adrian Hates von meiner Lieblingsband Diary of Dreams. Er lobte meine Musik und gab mir Tipps, wie man sich am Effektivsten bei Labels bewirbt. Leider hat es noch nicht geklappt.
Wo wir nun bei den schlechten Erfahrungen angekommen sind.
Ich produziere zwar schon lange Musik, doch eigentlich stehe ich erst am Anfang und ich habe echt noch nicht viele schlechte Erfahrungen gesammelt.
Klar habe ich schon unzählige Demos verschickt und nie eine Antwort darauf bekommen.
Das Negativste im Musikgeschäft ist, dass viel zu viel geredet und versprochen wird, doch meistens nichts dahinter steckt bzw. Versprechen nicht gehalten werden. 

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Ich danke Dark Feather, dass Sie Newcomern die Möglichkeit geben sich vorzustellen.
Ich hoffe, ich konnte Euer Interesse etwas wecken und mich würde es freuen, wenn Ihr mich einmal bei einem meiner Livekonzerte besucht.
Ihr findet alle meine Termine, News und Infos auf meiner myspace – Seite oder auf meiner Homepage.

Mit diesem Gedicht möchte ich mich nun von Euch verabschieden:

Ein heißer Sturm hat mich gebracht
Ich habe die Flammen erneuert entfacht
So glüht im Lichte dieses Feuers auf dem Weg zu mir
Wir füttern die Stille mit Geschrei
Zerschlagen mit Wucht diese Tyrannei
Haben wir es nun vollbracht?
Brennt mit mir

Die ganze Nacht!

visit: www.myspace.com/septron1979

www.tausendleid.de

 

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