Ihr fahrt Euren ganz eigenen musikalischen Stil, welcher erfreulicherweise so leicht nicht einzuordnen ist und wahrlich Genregrenzen sprengt. Interessant in welch „musikalischen Shake“ dort Härte auf Melodien trifft. Wie würdet Ihr selbst einen völlig Außenstehenden Eure Musik beschreiben?
Sauer:
Da zitiere ich immer wieder gern einen Satz, den ich mal vor langer Zeit irgendwo aufgeschnappt habe:
„Über Musik zu reden ist wie über Architektur zu tanzen.“ :-)
Aber im Ernst:
Ich denke es ist eine gute Mischung aus Melodie und Härte. Groovig modern aber doch irgendwie traditionell. Kein trendy-Rumgeschreie aber auch kein Heulbojen 80er-Sound.
Eben moderner Metal wie er sein sollte.
The Core besteht als Band gerade mal ein Jahr, dennoch ist eine langjährige musikalische Erfahrung aufgrund der Songprofessionalität nicht zu überhören. Wie lang widmen sich die einzelnen Members denn schon der Muse?
Sauer:
Ich für meinen Teil mache Musik seitdem ich ein Kind war. Mit ca. 8 habe ich angefangen Schlagzeug zu spielen und hab das auch fast 13 Jahre lang bei Dark at Dawn getan. Etwas später (ca. mit 13 oder so) habe ich dann das Gitarre spielen angefangen. Da ich nun zarte 32 Lenze zähle ist das also auch schon ein Moment.
Nik kommt aus einer reinen Musiker-Familie und hat mit kurz vor sechs Jahren angefangen Schlagzeug zu spielen. Somit macht der das jetzt schon seit gut 16 Jahren.
Deibl spielt auch schon eine Ewigkeit Gitarre und hat damals wie ich mit Schlagzeug angefangen und bei diversen Bands getrommelt.
Cliff ist der übliche Bassist, der eigentlich in Wirklichkeit Gitarrist ist aber da die beiden Posten leider schon besetzt waren, musste er zum Bass greifen. ;-)
Becky:
Ich hab auch schon ziemlich früh angefangen Gitarre zu spielen und zu singen ich schätze meine ersten Songs hab ich so mit 12-13 Jahren geschrieben. Seit dem hab ich mich gesanglich sehr viel weiter entwickelt und bin der Musik total verfallen... Meine erste "Band" war ein kleines Rock Projekt mit einem Freund. Danach hab ich 4 Jahre in einer Alternative Rock Band gesungen, bis ich schließlich bei The Core eingestiegen bin und jetzt genau die Art von Musik mache, die ich immer machen wollte !
Auch seid Ihr bereits nach einem halben Jahr ins Studio um Eure Debüt-EP „Fuck You All“ einzuspielen. Stand beziehungsweise steht von Anfang an eine Art Masterplan hinter The Core?
Sauer:
Eigentlich wurde die CD schon eingespielt als wir noch gar keine richtige Band waren.
Die Aufnahmen waren im Mai 2008 bereits fertig. Wir haben dann eine ganze Weile nach einem geeigneten Sänger gesucht und sind dann im Dezember erst auf Becky gestoßen bzw. Becky auf uns. ;-)
Erst als wir dann die Besetzung komplett hatten, haben wir angefangen zu proben und sind nach und nach zu einer richtigen Band zusammen gewachsen.
Obwohl wir jetzt grad mal ca. 7 Monate zusammen Musik machen fühlt es sich so an, als wäre es nie anders gewesen und als ob die Bandgeschichte 20 Jahre zurück reichen würde.
Die Grundidee von The Core war von Anfang an, die beste und größte Metal-Band der Welt zu werden.
Dass wir diesem Ziel allerdings in so kurzer Zeit mit der perfekten Besetzung schon so nahe kommen könnten, hätte glaube ich am Anfang niemand von uns gedacht.
Becky:
Der Sauer und der Nik haben eine Art Online-Casting gemacht, um die passende Stimme für THE CORE zu finden. Daraufhin hab ich natürlich ein paar Songs eingesungen. Gesanglich und menschlich hats gepasst :) ...und das beste ist, wir verfolgen alle die selben Ziele und sind bereit hart dafür zu arbeiten !
Eure Lyrics sind ziemlich direkt und schonungslos, mit wem und was rechnet Ihr in erster Linie ab?
Sauer:
Das bezieht sich sicher eher auf die Songs vom „Fuck you all“-Demo.
Da geht es in erster Linie um eine Abrechnung mit dem Musikbusiness im Allgemeinen.
Es laufen dort so viele Spinner, Angeber und Nichtskönner rum, dass ich nicht anders konnte, als darüber zu schreiben. In dieser Zeit war ich von dem ganzen Businesskram ziemlich angewidert. Aber auch Engstirnigkeit von Fans und anderen Musikern wird thematisiert.
Ich mag das ganze Drumherum vom Business zwar immer noch nicht aber thematisch hat sich das Ganze für mich erst mal erledigt.
Die Texte stammen ja auch noch aus einer Zeit, in der wir noch gar keine richtige Band waren, deswegen werden die neuen Themen eher von Becky bestimmt. Schließlich muss sie ja auch die Texte singen und da macht es am meisten Sinn, wenn sie auch schreibt, was sie gerne singen möchte.
Becky:
Ich habe kein bestimmtes Schema für die Texte die ich schreibe. Ich schreibe über Dinge die mich beschäftigen... alles was eben ein Gefühl auslöst, sei es gut oder schlecht. Manchmal ist es nur ein Gedanke der sich auf dem Papier selbständig macht.
Wie sieht es bei Euch auf dem Livesektor aus? Wie und wann kann man Euch erleben?
Sauer:
Bisher haben wir noch 4 Gigs anstehen (u.a. mit Axxis und einer Rammstein Coverband). (6 haben wir schon gespielt- für eine 7 Monate „alte“ Band ganz ordentlich wie ich finde...) Da werden aber sicher noch einige mehr hinzukommen. Aktuell ist immer unsere myspace-Seite: http://www.myspace.com/thecoregermany
Wir arbeiten grad daran, unsere Show ein wenig „feurig“ zu gestalten.
Da sollte im August schon einiges auf euch zukommen.
Es gibt dann also nicht nur etwas auf die Ohren, sondern auch einiges für die Augen.
Generell laufen unsere Shows nicht wie üblich nach dem gleichen Schema ab: einen Song spielen, Ansage-bla bla, nächster Song, bla bla und so weiter.
Bei uns wird der Zuschauer die ganze Zeit unterhalten.
Wie geht es denn nun weiter, was sind Eure nächsten Ziele?
Sauer:
Da wir grad unseren ersten Longplayer fertig gestellt haben, sind wir zur Zeit auf der Suche nach einem passenden Label für uns. Wir haben auch bereits Interesse von ein paar bekannten Firmen signalisiert bekommen. Aber wir müssen noch eine Weile abwarten. Schließlich ist grad Ferienzeit.
Sollten wir einen Deal abschließen können wird das Teil dann sicher erst nächstes Jahr veröffentlicht und danach werden wir dann auf Tour gehen. Das übliche Spiel im Rock´n´roll-business: Platte machen, touren, Platte machen, touren, touren, touren.
Wir sind schon richtig heiß drauf eine Tour zu spielen.
Sollte das mit dem Deal nicht klappen, müssen wir sehen ob wir selbst veröffentlichen aber soweit denken wir grad noch nicht. ;-)
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und artverwandten Szene(n)?
Sauer:
Erstens denke ich, das Metal schon lange keine Subkultur mehr ist, sondern fast schon Mainstream, wenn man z.B. bedenkt, dass jährlich ca. 100 000 Leute in ein kleines Nest bei Itzeho pilgern. Über die Plattenverkaufszahlen im Metal würden sich sicher auch einige Popfritzen sehr freuen.
Zweitens glaube ich, dass Bands, die hart an sich arbeiten und den Erfolg wirklich wollen genauso große Chancen haben etwas zu erreichen wie vor 20 oder 30 Jahren.
Vielleicht muss man heutzutage ein bisschen mehr kämpfen und andere Wege gehen als damals (z.B. Internet) aber machbar ist es trotzdem.
Wahrscheinlich werden irgendwann Plattenfirmen nicht mehr so eine große Rolle spielen wie jetzt noch, was es für kleine Bands schwieriger machen wird auf Tour zu gehen aber jeder Zerfall birgt auch große Chancen.
Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
Sauer:
Durch myspace und co. hat doch heutzutage jeder die Möglichkeit, sich der gesamten (Online-)Welt zu präsentieren. Das ist Fluch und Segen zugleich.
Fluch deshalb weil jeder der denkt, ein Instrument zu beherrschen und schon mal ein Ton mit seinem Billig-Handy-mp3-Rekorder aufgenommen hat, meint, es auch gleich dieser Öffentlichkeit präsentieren zu müssen.
Ein Segen ist es natürlich für alle Bands, die etwas auf dem Kasten haben, weil sie so sehr schnell und Zielgruppen orientiert auf sich aufmerksam machen können.
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Sauer:
Jedes Konzert ist für mich immer eine positive Erfahrung. Man bekommt sofort mit, ob die Musik bei den Leuten ankommt. Und wenn das der Fall ist und man spürt, dass es dem Publikum gefällt, ist das eine der schönsten Erfahrungen, die man machen kann.
Man schaukelt sich dann gegenseitig hoch.
Schräge Erfahrungen fallen mir spontan bereits zwei ein, die wir in unserer bisher relativ kurzen Karriere schon machen durften.
Ein Mensch meinte bereits nach unserem 3. Konzert, dass er uns gerne exklusiv fürs Booking unter Vertrag nehmen möchte. Referenzen hatte er allerdings keine vorzuweisen...
Ein anderer Mensch wollte per Vertrag ALLE (!) unsere Rechte haben (inklusive der Rechte, die man nicht übertragen kann wie Urheberrechte, etc.). Angeblich, um abgesichert zu sein, dass er in unserem Namen Promo machen darf, und wir ihm hinterher nicht ans Bein pinkeln, wenn wir Fanpost auf Timbuktu bekämen....
Nik: Das Schrägste, was ich mit THE CORE bisher erlebt habe, waren rot und pink lackierte Finger- und Fußnägel, mit denen ich am Morgen nach einer Show aufgewacht bin … Danke, Band! ;-)
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Sauer:
Künstler? Was denn für n Künstler? Wo denn?! Warte, ich frag mal ob ich einen finde....
Becky:
F**k you all ! |