Hallo Johan, hallo Nick! Zuerst bitte ich Euch unseren deutschen Lesern einmal kurz Eure Besetzung vorzustellen!
Johan: The Exploding Boy bin ich, Gesang und Akustikgitarre, Stefan am Gesang und E-Gitarre, Lars an der Leadgitarre und Nick an den Keybords.
Nick: Und Dr. Avalanche von den Sisters Of Mercy an den Drums :-)
Euer aktuelles Album heißt “Afterglow” und beinhaltet großartige Musik irgendwo zwischen Indie, Pop-Punk und Dark Wave. Wie waren die Reviews bis jetzt in Schweden und außerhalb Eures Heimatlandes, seid Ihr zufrieden? |
Johan: Wir hatten noch nicht soviele Reviews bis jetzt, da es außerhalb Schwedens bisher noch nicht offiziell veröffentlicht worden ist. Das größte alternative schwedische Magazin vergab 8 von 10 Punken und nannte es „Das beste Album des Jahres“.
Nick: Auf Myspace ist zu sehen, das wir wirkliches gutes Feedback für die neuen Tracks bekommen und ich hoffe, das ist der Trend und die Rezensionen werden auf dem gleichen Level sein |
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Soweit ich informiert bin, existieren The Exploding Boy gerade einmal drei Jahre. Eure Musik klingt sehr professionell, spielten die einzelnen Mitglieder bereits in anderen wichtigen Bands zuvor?
Johan: Ich weiß nicht, ob wichtig, aber wir alle waren schon in Bands zuvor. Ich spielte in einer Band namens Fake Moss und vorher war ich bei Prune.
Nick: Ich war in vielen verschiedenen Bands und Konstellationen für lange Zeit involviert. Alles von Depeche Mode Tributes bis zu 80`s beeinflussten Pop-Punk in schwedisch.
Johan: Wir nehmen diese Sache sehr ernst und haben viel an unserem Sound gearbeitet, besonders an unserem letzten Album.
Nick: Alle von uns sind sehr in der Musik involviert. Die Professionalität ist etwas, das sich einstellt, wenn du wirklich magst, was du tust, wenn du zufrieden bist. Es ist wie Sex, je mehr du es magst, umso besser wirst du :-)
Und dennoch, neben dieser Professionalität klingt der Sound von The Exploding Boy sehr frisch und unabhängig. Was gibt Euch Inspiration beim Songwriting?
Johan: Hmm, das Entstehen der Songs ist sehr unterschiedlich. Manche entstehen aus dem Nichts in Lars`Studio von uns allen. Und manche sind von Stefan und mir. Ich denke die Inspiration kommt von allem, unsere alten Lieblingsbands und in ner Art uns selbst .
Nick: Ich mag unseren Sound, weil man kann einerseits unsere Einflüsse heraushört, andererseits klauen wir nichts, wir borgen uns es nur ein wenig…
Johan: Ich bekomme viel Inspiration beim Schreiben von traurigen Songs. Das bringt mich enorm voran! Ich denke, das ist der einzige Weg, um wirklich große Songs zu schreiben.
Ihr habt eine tolle Show beim Wave-Gotik-Treffen vor einigen Wochen gespielt. Die Fans waren aus dem Häuschen und Euer Merchandise war ziemlich ausverkauft ;-) Habt Ihr das erwartet?
Nick: Ich glaube, wir erwarteten das irgendwie. Da existiert schon ein wenig Begeisterung wegen uns in Deutschland. Aber es ist immer wieder überwältigend, wenn es passiert. Ein leerer Merchandise-Stand ist das größte Zeichen von Erfolg… :-)
Johan: Nun, wir haben lange Zeit auf das WGT vorausgeschaut und wir gaben wahrscheinlich unser bestes. Und das deutsche Publikum schien es zu mögen!
Nick: Ich glaube wir waren mehr erstaunt bei unserem ersten mal in Deutschland, als Leute bereits von uns gehört haben und das sie unsere Shirts und so weiter kaufen wollten. Dieses mal waren wir besser vorbereitet, aber ich denke scheinbar nicht genug.
Apropos Deutschland, wenn ich mir Eure folgenden Tourdaten anschaue, sehe ich eine Menge Gigs in Deutschland. Ist dies Zufall oder beginnt es Euer favorisiertes Ausland für Konzerte zu werden?
Nick: wir haben schon viel in anderen Ländern gespielt, aber Deutschland wird immer unser Lieblingsland bleiben.
Johan: Nun, es begann mit einigen Emails von deutschen Clubveranstaltern im letzten Jahr. Sie mochten unsere Musik und wollten, dass wir kommen um zu spielen. Und es war immer toll!
Nick: Deutschland ist auf einer Art wie Schweden, aber mit viel mehr und vor allem begeisterungsfähigeres Publikum.
Johan: Natürlich haben wir nichts dagegen in anderen Ländern zu spielen, aber wir werden uns auf Deutschland konzentrieren, so lange Ihr uns haben wollt :-) |
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Was sind Eure Pläne für die Zukunft?
Nick: Das nächste ist, unser Album in Europa zu veröffentlichen.
Johan: Dann spielen wir ein paar Gigs in Deutschland…wir machen unsere Tour im September. Dann werden wir sehen, wir nehmen die Dinge, wie sie kommen.
Nick: Das Album wird bei Rough Trade veröffentlicht (kürzlich geschehen…Anm. d. Verfassers), aber in anderen Ländern haben wir noch keine ernsthaften Partner, so wir haben also zu arbeiten so gut wir können. |
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Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Indie- und Gothic-Szene in Eurem Land und weltweit?
Nick: Die Gothic-Szene in Schweden ist schwinded, was traurig ist. Die Szene in Deutschland scheint sehr gesund zu sein und wird existieren für lange Zeit, fürimmer hoffentlich.
Johan: Da sind viele dunklere Pop und Rock Bands in Schweden, aber keiner von Ihnen wirkt neu und interessant auf mich, im Vergleich zu deutschen Bands im gleichen Genre.
Nick: In den Staaten ist die Gothic-Szene total anders als in Europa. Marilyn Manson ist nicht Goth…
Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
Nick: Es ist alles positiv.
Johan: Nun, es hängt von der Seite selbst ab. Da sind viele echt beschissene da…
Aber Myspace ist gut. Wir bekamen viele Kontakte un Deutschland und anderen Ländern durch Myspace. Wir wären wahrscheinlich ohne Myspace jetzt nicht da, wo wir sind.
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Nick: Es passiert viel, wenn Du Party machst, beides schön, schlechte und verrückte Sachen...
Aber das beste und abgefahrenste Gefühl, war als ich unseren eigenen Song zum ersten mal auf einer großen Tanzfläche hörte. Es war sogar besser, als uns das erste mal im Radio zu hören.
Johan: Ich persönlich denke, seltsame und unerwartete Dinge auf der Bühne sind einfach nur Spass irgendwie. Twas an das sich die Leute erinnern. Wie als wir einen wirklich schlechten Tontechniker hatten und Stefan schmiss seine Gitarre auf dem Boden und schrie einige schlimme Dinge in schwedisch während der Show, ich liebte es! Und ich glaube dennoch, es war einer unserer besten Gigs!
Nick: Ich glaube Stefan wollte nur das Bild von sich haben, wie auf dem „London Calling“ Cover von The Clash :-)
Johan: Es ist schwer, einige scjhlechte Dinge zu finden. Wir sind so überwältigt von guten Erfahrungen von unseren Gigs in Deutschland, das man sich an die schlechten nicht erinnern kann…
Nick: So Du kannst Dich nicht erinnern, das wir uns aus unserem Bus ausgeschlossen haben nach dem Gig im Felsenkeller Leipzig, und wir die Faire zurück nach Schweden verpassten…?!
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Checkt unser Album, kommt seht uns live und last uns nach dem Gig plaudern und ein Bier trinken! |
The Exploding Boy „Afterglow“ (Sound Poll [Rough Trade] / 2009)
Es gibt sie diese Alben, wenn auch selten, die einem sämtlicher Superlative berauben. Man ringt nach Worten und kann sie nicht finden… eines von jenen bekam ich vor kurzem in den Händen, einige Wochen bevor es in Deutschland erschienen ist, denn jenes wurde erst vor ein paar Tagen über Sound Poll (Rough Trade) veröffentlicht und es heißt: „Afterglow“ von den Schweden ‚The Exploding Boy’. Nun, seitdem hat es bereits unzählige Male in meinem CD-Player rotiert und ich kann beim besten Willen nicht sagen, wann mich zuletzt ein Album so dermaßen beeindruckt hat! Verdammt klingen diese Jungs und ihre Musik frisch, professionell und unverbraucht in einem. Ihr Musikstil? Ein bisschen New Wave, ein bisschen Indie-Rock, ein bisschen Pop-Punk, ein bisschen Placebo, ein bisschen The Cure, ein bisschen Dark Wave…und am Ende doch unvergleichlich einfach: The Exploding Boy! Die Songs wirken eingängig ohne anzubiedern, sie wirken eigenwillig ohne abzustossen. Herrlich wohltuendes Songwriting und beeindruckende Arrangements, dazu ein großartiger Sound der auf der Suche nach seinesgleichen ist. Interessant obendrein, das hier mit Johan und Stefan zwei völlig unterschiedliche Sänger am Start sind, welche beide hervorragend der, ihrer Musik den Stempel aufdrücken. Verdammt schwer einen oder wenige Song(s) aus diesem Album besonders zu erwähnen. Wie eingangs erwähnt, es gehen einem einfach die Worte aus, für das, was dieser Vierer hier abgeliefert hat. Vielleicht nur noch jenes: Definitiv eines der Alben des Jahres!, wenn nicht sogar eines der folgenden Dekade...Kaufen!!
Anspieltipps (wenn denn schon drauf bestanden werden sollte): London, Heart Of Glass, Desperados, Let The Right One In
Holger Warschkow |
| visit: www.myspace.com/theexplodingboyse |
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