Vergeltung

Die Viking-Metaller von VERGELTUNG aus Berlin sind in ihrer noch relativ jungen Bandgeschichte auf dem Livesektor schon gut rumgekommen. So konnten sie ihr Können bereits einige male auch schon ausserhalb der Landesgrenzen unter Beweis stellen. Und nun haben sie kürzlich auch noch ihre Debüt-CD "Nach germanischem Recht" veröffentlicht, in welcher sie, wie der Name schon sagt, sich der guten alten Naturreligion unserer Vorfahren annehmen und das besingen, was sie selbst (er)leben. Und Leben haben sie dem Genre mit ihrem Engagement zweifellos eingehaucht, da geht einiges!
 
 

Ein Hallo an Euch vom Dark Feather, ich halte gerade Euer Debüt in den Händen, beziehungsweise lausche den Klängen, und ich muss sagen, ich bin sehr positiv überrascht. Wie lange dauerte denn der Entstehungsprozess zu „Nach germanischem Recht“?

Die Idee, als Band Musik zu machen, Gigs zu spielen und mal einen genialen Silberling unters Volk zu bringen, schwebt bestimmt vielen Metallern vor. Ernsthaft umgesetzt wurde das Ganze allerdings erst ab Mitte 2007.

 

Vergeltung

Es fällt auf, dass Ihr nach dem langen Intro erst spät anfangt mehr aufs Gaspedal zu drücken. Steckt ein Konzept in der Songreihenfolge?

Eigentlich gab es zwei Intro-Ideen und wir wollten keine davon verwerfen. Also haben wir beide verwendet und aufeinander folgen lassen. Ich denke ein Konzept sollte bei jeder Band dahinter stecken. Aber auf dem Weg vom Gedanken zur Vollendung scheitern viele Bands. Eine perfekte CD sollte wie ein langer Titel sein und das werden wir bei unserer zweiten CD noch verfeinern.

Überhaupt fällt auf, dass Ihr mit vielen Tempo- und Rhythmuswechseln arbeitet, eine Tatsache, die dem Album keinen Raum für Langeweile lässt. Wo liegen Eure musikalischen Einflüsse?

So wie im wahren Leben gibt es auch in unseren Songs Höhen und Tiefen. Freude, Leid, Geburt und Tod gehören dazu. So werden bei uns natürlich die Rhythmen, beziehungsweise Melodien, dem Thema angepasst. Sicherlich gibt es musikalische Einflüsse, aber eher unbewusst. Wir kopieren niemanden und machen eigentlich was wir wollen.

Ihr widmet Euch mit Euren Lyrics ganz eindeutig der heidnischen Religion des Germanentums. Ist jenes für Euch mehr ein interessantes Themengebiet, das sich gut besingen lässt oder fühlt Ihr Euch jener Naturreligion auch außerhalb der Musik ganz zugehörig?

Ich denke diese Frage wird ziemlich eindeutig im Titelsong unserer CD beantwortet. Egal wo und in welchem System man lebt, der Mensch bleibt immer der Mensch.

Ihr habt für euer erstes Debüt gleich ein recht aufwendiges 16-seitiges und sehr schönes Cover am Start. Wie wichtig ist Euch dieses „Drumherum“ und wer hatte die Idee zum Layout?

Egal was wir machen, es muss immer einhundert Prozent sein!!!

Eine kleine Tour, die Euch auch außerhalb des Landes führt, steht ebenfalls bei Euch auf dem Plan...

Wir haben im ersten Spieljahr gleich in Holland, in Tschechien, der Schweiz und natürlich in Deutschland gespielt. In diesen Ländern werden wir auch dieses Jahr spielen und es kommen noch zwei Gigs in der Slowakei dazu. Auch Italien und England sind in Planung...

Was sind denn Eure nächsten Etappenziele und Wünsche?

Norwegen, Wacken, Walhalla.

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und artverwandten Szene(n)?

Die Entwicklung ist genial wenn man bedenkt, das heute schon Black Metal im Fernsehen läuft! Die Leute fühlen sich auf dieser Welt verarscht, belogen, betrogen und ausgenutzt, sie suchen nach einem Zuhause, einer Zukunft, einer Familie...und in meinen Augen ist all das Metal!!!

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Wir haben zum Beispiel wahre Fans in der Republik Trinidad und im Sultanstaat Brunei Darussalam... Währe schwierig ohne Netz...

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Das Schrägste war, dass wir als Headliner auf einem Grind Core Metal Fest gespielt haben, das Schlechteste...war die Erkenntnis, egal wie gut du bist, wenn du keinen Plattenvertrag bei den Metal Mafiosies unterschreibst, spielst du auf keinem einzigen Festival, das solche Typen veranstalten.
Das Positivste aber, ist jeder einzelne Fan, für den wir jederzeit tausende Kilometer fahren, weil er es uns wert ist!!!

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

...jetzt ist die Zeit...für Vergeltung!!!  Nothing’s gonna stop us now!!!

 

Vergeltung „Nach germanischem Recht“ (2009)

Mit der musikalischen Befassung der Naturreligion des germanischen Heidentums ist es immer so eine Sache. Da gibt es allzu viele Bands, welche ihre eingeschränkten musikalischen Fähigkeiten mit Hauptaugenmerk auf das lyrische Thema zu vertuschen versuchen, und dann gibt es nicht minder viele Bands, welche sich lediglich klischeemäßig jener Lyrics bedienen, um ihrer musikalischen Umsetzung des Viking- und Pagan-Metal zu fröhnen. Und dann gibt es natürlich auch die Bands, welche beides – Musik und Lyrik - gekonnt und glaubhaft miteinander verbinden. Und in jener Sparte reiht sich auch das vor mir liegende und jüngst erschienene Album „Nach germanischem Recht“ der Berliner Band ‚Vergeltung’ ein. Lässt uns das Intro noch im ersten Teil im Schlachtgetümmel verweilen, führt es uns danach feinfühlig und zerbrechlich in die Vergeltung ein, welche sich in „Qualen und Schmerzen“ nahezu explosiv entlädt. Überhaupt trumpft dieses Album durch viele Rhythmus- und Tempowechsel auf, welche den oftmals überlangen Stücken somit ihre Farbtupfer geben. Mit Styrja haben Vergeltung eine weibliche Stimme am Start, welche der Aura der ‚Vergeltung’ das passende Leben einhaucht. Ihr Gegenpart und Songwriter Hagen  füllt die ganze Breite von cleanem Gesang bis blackmetallischen Screams aus, wobei er gerade in den aggressiveren Parts mehr als überzeugend daherkommt. Dass zusätzlich auch noch Background-Gesang zum Einsatz kommt, zeigt, dass auch hier ähnlich wie bei der schon erwähnten musikalischen Untermalung Wert auf Vielseitigkeit gelegt wird. Ein schönes sechzehnseitiges Booklet dürfte ein weiterer Reiz zum Anschaffen dieses Werkes sein. Alles in Allem ein Album, dem alle Freunde des Viking-, Black- und Folk-Metal mal ein Ohr leihen sollten…
Anspieltipps: Qualen und Schmerzen, Finsternis, Seite an Seite

 

Holger Warschkow

visit: www.myspace.com/vergeltungberlin

 

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