Xylonite Ivy

Äusserst angenehm überrascht war ich, als ich zum ersten Mal etwas von der Thüringer Band XYLONITE IVY um Frontdame Ines Nabel vernommen habe, denn hier wurde musikalisch etwas sehr eigenständiges und künstlerisch im Allgemeinen Besonderes ins Leben gerufen. Fern jeder Klischees toben sich die Thüringer auf dem großen Spielfeld zwischen Gothic über Rock bis Progressive aus. Bedingt durch interessantes Songwriting, gelungene musikalische Umsetzung und dazu einer grandiosen Stimme von Sängerin Ines verwundert es daher nicht, das Xylonite Ivy auch ohne Label im Rücken bereits schon zweimal fürs WGT gebucht wurde. Wir freuen uns, das sich Ines etwas Zeit für folgendes Interview mit uns nahm...
 
 

Hallo Ines, willkommen beim Dark Feather! Zuerst einmal die Frage um ein kurze Vorstellung, wie sieht die Besetzung von Xylonite Ivy aus?

Xylonite Ivy sind: Ines - songwriting, vocals, keys; Sebastian - bass; Thomas - guitar; Tommy -guitar, lead-guitar und
Torsten - drums

Xylonite Ivy 1

Eure Musik irgendwo stilistisch einzuordnen wollen gleicht einem schier unmöglichen Unterfangen, da spielt sich viel in den Bereichen irgendwo zwischen Gothic und Progressive ab. Wie würdet Ihr selbst einen völlig Außenstehenden Eure Musik beschreiben?

Progressiver Gothic zwischen Rock und Metal. Ich bin ein sehr großer Fan von Pink Floyd aber auch von fetten Gitarren und double bass – also musste ich das irgendwie mixen. Im Endeffekt würde ich aus jeder Musik, die mir gefällt das, was mir gefällt herausnehmen und auf meine bzw. unsere Musik anwenden.

Bereits mit Eurer Debüt E.P. aus dem Jahre 2004 konntet Ihre für einiges Aufsehen sorgen. Was hatte das für einen Einfluss auf Eure weitere Entwicklung gebracht?

Nun, auf jeden Fall, dass man erstmal auf uns aufmerksam wird. Also ein gutes Review in einem entsprechenden Magazin kann einem bestimmt auch das ein oder andere Türchen einen Spalt weit öffnen. Liebe Reviews sind auch wie so ein kleines Erfolgserlebnis und eine Anerkennung für das, was man getan hat.

Im darauf folgenden Jahr dann habt Ihr Euer komplettes Album „Frailty Of Power“ veröffentlicht. Wie kam es eigentlich zur Zusammenarbeit mit Waldemar Sorychta?

Ich besitze relativ viele Alben, die er produziert hatte (u.a. Moonspell, The Gathering) und erstmal gefiel mir seine Arbeit sehr gut. Ich wusste ‚den will ich auch für meine Platte’. Das war natürlich erstmal wie so eine kleine Spinnerei. Ich hätte auch gern, dass  David Gilmour ein Gitarrensolo auf der nächsten Platte spielt..., haha
Es klingt relativ einfach, aber es war auch so: Ich schrieb ihm eine mail, er wollte die EP zum anhören, die habe ich ihm geschickt, wir haben telefoniert, dann habe ich ganz doll gehofft und dann hat er zugesagt – und ich habe mich gefreut : )
Es war total merkwürdig, dass nun dieser Mensch, der für mich eigentlich mehr oder weniger unerreichbar erschien auf einmal neben mir im Studio saß.

Ihr ward dieses Jahr bereits zum zweiten mal auf dem WGT vertreten und dieses ganz ohne Label im Rücken! Wie schafft Ihr es, Veranstalter auch ohne diesen formellen Background zu überzeugen?

Tja, eine gute Frage. Ich stelle mir eher die Frage, was ich bzw. wir alles schaffen könnten, wenn Xylonite Ivy Unterstützung, von wem auch immer, hätte. Es ist viel Arbeit, ein paar Connections, ein gutes Produkt usw. Ich kann es dir nicht genau sagen.

Wer zeichnet sich denn bei Euch für das Songwriting verantwortlich und was dient hierbei der Inspiration?

Ich sehe mich nicht für das Songwriting verantwortlich, sondern ich mache das einfach – und meine Band muss es ausbaden J Klar kommt mal die ein oder andere kleine Idee von den anderen aber die Texte, Melodien und Songstrukturen mache ich.  Inspirierend finde ich, wie schon gesagt, Musik die mir gefällt. Die Texte entstehen meistens aus einer spontanen Idee heraus, d.h. ich habe dann so etwas, wie eine innere Eingebung, dass ich zu etwas bestimmtem einen Text machen muss, also dass das, was mir grad einfällt einen schicken Text ergeben könnte oder dass es ein Thema ist, was aus meiner Sicht einen Text verdient hat. Dann schreibe ich mir die Idee auf und setze mich irgendwann daran und mache einen Text dazu. Eigentlich kann das alles sein – ich muss es eben nur irgendwie wichtig finden, es muss mich irgendwie beschäftigen, so dass es mich nicht mehr in Ruhe lässt, bis es ein schöner Text ist.

Ines, Du bist ja „nebenbei“ auch noch bei der ebenfalls alles andere als unbekannten Szenegrösse Vicki Vomit involviert. Ist das für Dich aufgrund des völlig verschiedenen Genres eine Art musikalischer Ausgleich und gibt es nicht manchmal Probleme beides unter einem Hut zu bekommen?

Als Ausgleich kann ich das nicht bezeichnen. Es ist halt eine andere Art von Musik und dort bin ich ja hauptsächlich an den vielen Keyboards und meiner Orgel (ich habe sie Gabriele getauft). Es sind halt zwei verschiedene Arten, auf der Bühne zu sein – einmal als Frontfrau und einmal als Begleitmusikerin. Beides ist sehr interessant und schön. Es gibt da eigentlich auch keine Probleme. Ich bin so ein Mensch, der dass, wofür er sich entschlossen hat dann auch durchzieht. Klar kann es vielleicht mal dazu kommen, dass sich Termine überlagern aber bis jetzt kam das noch nicht vor – wahrscheinlich gutes Zeitmanagement, oder so... : )

Was steht in naher Zukunft bei Euch an, ist ein neues Album in Planung?

Das sowieso. Aber ich weiß noch nicht genau, wie ich es finanziere usw. Ich schreibe halt weiter Songs und wir proben die ein aber einen genauen Termin kann ich nicht sagen. Viele Leute warten ja auch schon und ich muss sie immer enttäuschen. Aber ich habe auch einen gewissen Anspruch an das neue Album und der kostet eben auch sein Geld. Vielleicht werden wir erstmal neue Songs auf myspace, oder ähnlichen Portalen veröffentlichen. Mal schauen...

 

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: 

Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic-, und Metal-Szene?

Ich finde es großartig, dass es solch eine Szene gibt. Von mir aus könnten alle Menschen in schwarz gekleidet sein und diese Musik hören. Ich finde eher die Entwicklung der Pop-Kultur zum Kotzen und bin froh, dass es auch noch etwas anderes gibt. Eine Welt ohne Britney Spears und die ganzen anderen Spinner wäre fantastisch!

 

 

Xylonite Ivy 2

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Es ist für kleine Bands natürlich eine Werbeplattform, die kein Geld kostet. Natürlich gibt es darunter auch viel Schrott aber man hat immer noch, anders als zum Beispiel bei den Musikfernsehsendern usw., mehr die Wahl, was man sich anschauen oder anhören möchte.

Was waren bei Euch persönlich die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Oh ja, die Musikwelt – schwierig, unberechenbar und unglaublich schön...
Am schönsten war für mich, dass Waldemar mit uns gearbeitet hat. Ziemlich abgefahren finde ich jedes Konzert, auf dem ich immer feststelle: ‚hey, du singst grad deine Songs’ – das ist irgendwie immer noch sehr schräg für mich. Über die vielen schlechten Erfahrungen möchte ich eigentlich nicht sprechen, sondern sie lieber vergessen.  

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Wir danken für dein Interesse und auch für deine Arbeit, die, wie ich finde, sehr wichtig ist!

visit: www.xylonite-ivy.com

 

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